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EHC - EC Bad Tölz 5:2

Zum zweiten Mal kam das Wolfsburger Publikum in dieser Saison zu dem zweifelhaften Vergnügen das Tölzer Eishockey zu bewundern.
Bis auf das Ergebnis ähnelten sich die beiden Partien der Grizzlies gegen die Tölzer Löwen zum Leidwesen der Zuschauer sehr.

1.Drittel
Zunächst schien alles anders zu werden, als im ersten Heimspiel gegen den ECT.
Das Wolfsburger Team legte mit viel Schwung und Spielwitz los und ging auch prompt mit zwei Toren in Führung:
1:0 in der 3.Minute durch Andrej Kaufmann, der damit eine lange Durststrecke in Sachen Torerfolg beendete.
2:0 in der 5.Minute durch Jan Zurek, der bei seinem Treffer aus halblinker Position von einem kapitalen Fehler Coutures im Gästetor profitierte und den Puck zwischen Schoner und Pfosten in die Maschen schieben konnte.
Das Publikum, in der ersten Drittelhälfte in bester Partylaune, freute sich bereits auf einen fröhlichen Eishockeyabend, da nahm der Schrecken seinen Lauf...
Wie schon im ersten Spiel gegen die Tölzer Buam fing man sich noch im ersten Drittel den Ausgleich - diesmal allerdings nicht aufgrund schwindender Kräfte, sondern angesichts der Tatsache, dass sich die Wolfsburger Abwehr auf einmal zum Toreschiessen berufen fühlte.
Zwei schnelle Konter in der 10. und 16. durch Curth und Demmans stellten den Ausgleich noch vor Drittelende her.
In beiden Situationen waren unsere Verteidiger zu weit aufgerückt und konnten dem davoneilenden Tölzer nicht folgen.

2.Drittel
So kam, was offenbar kommen musste: Der EHC verlor seine spielerische Linie und Tölz glänzte mit konsequent destruktivem Eishockey.
Zum Glück gibt es ja noch das Unterzahlspiel der Grizzlies.
Da die Tölzer in Überzahl kaum noch darum herum kamen zumindest etwas Druck auf die EHC Abwehr auszuüben, ergaben sich nun Konterchancen für die Grizzlies von denen Suchan seine zweite zum 3:2 in der 27.Minute nutzte.
Es hatte allerdings den Anschein, dass der Puck bei diesem Treffer lediglich gegen die Latte und nicht gegen das Innengestänge des Tors geprallt war, bevor er wieder hinausflog.
Erfreulicherweise sah HSR Kathmann das Ganze anders, wenn auch vermutlich nicht richtig.
Ein schönes Spiel wurde es trotz der erneuten Führung nicht - die wenigen guten Torchancen der Wolfsburger machte der Tölzer Goalie zunichte, dem man eine Fanghand mit blitzartiger Geschwindigkeit bescheinigen konnte.

3.Drittel
Jetzt war wieder etwas Fluss im Spiel, so dass sich die Chancen auf beiden Seiten ein wenig häuften.
Schon nach vier Minuten gelang es der vierten Reihe das vorentscheidende 4:2 zu markieren.
Einen sehenswerten Angriff über Samendinger und Vit schloss Guggemos zum erlösenden Treffer ab.
Ab da feierte der Fanblock konsequent bis zum Ende der Partie durch - warum, wusste keiner so genau. Zumindest war das Spiel wieder erträglich anzuschauen.
Nachdem beide Torhüter noch reichlich Gelegenheit erhielten sich auszuzeichnen, nahm der Tölzer Trainer in den letzten beiden Spielminuten seinen Torhüter vom Eis.
Bei daraus entstehenden 6:4 Überzahl, Wolfsburg hatte eine kleine Strafe wegen Spielverzögerung kassiert, wurde erneut klar, dass Tölz einfach nicht über die spielerischen Mittel verfügt, um selber das Spiel zu machen.
Kurz vor Schluss erzielte wiederum Suchan, diesmal per empty-net goal, das Tor in Unterzahl zum 5:2.


Mein subjektiver Eindruck:
Schön war das nicht. Trotzdem ist es immer wieder beruhigend zu sehen, dass unsere Mannschaft über genügend Power verfügt, um die Suppe, die sie sich einbrocken, wieder auszulöffeln.
Anders kann man den Spielverlauf, besonders im ersten Drittel, nicht beschreiben.

Tor:
Marek fehlerlos.
Zweimal von der Abwehr im Stich gelassen, ansonsten hatte er alles im Griff.
Ein herzliches Dankeschön an ihn für die klasse Showeinlage nach dem Spiel - das steigerte die ohnehin gute Laune im Fanblock noch einmal.

Verteidigung:
Was soll man dazu sagen? Offenbar haben das letzte Heimspiel gegen Tölz und der katastrophale Spielverlauf in Bietigheim immer noch nicht gereicht, um unsere Abwehr eines Besseren zu belehren.
Eure Torjägerambitionen hätten uns fast wieder ein punktloses Grottenspiel beschert - das braucht's nicht!
Wenn man gegen eine Antieishockey-spielende Mannschaft 2:0 führt, dann lässt man die anderen das Spiel machen und rennt denen nicht mit fünf Leuten die Bude ein - egal wie sehr die Zuschauer toben.

Sturm:
Nach dem ersten Gegentreffer ging der Spielfluss den Bach runter...
Trotzdem vereinzelt schöne Spielzüge und längst nicht so hilflos, wie im ersten Spiel.
Samendinger noch etwas unsicher auf den Beinen - man hatte den Eindruck, dass der Einsatz nach der Verletzung doch etwas zu früh kam.
Karabin leider mit einer sehr schwachen spielerischen Leistung: Einsatz und Wille waren da, doch eine Bindung zum Spiel bzw. kreative Impulse waren eher selten zu erkennen - zumindest für die erste Reihe, aber auch für einen Kontingentspieler, zu wenig.
Ansonsten solide Leistungen aller Beteiligten, besonders Suchan wusste mit zahllosen schnellen Kontern zu gefallen.

Fans:
Das zweite Drittel (*gähn*) mal ausgeklammert war das richtig lustig + laut.
Schön, dass wir auch bei verhältnismäßig vielen Zuschauern mal richtig Stimmung in die Bude bekommen haben!

Schiri:
Heino Kathmann - mein Liebling war bei seinem dritten Besuch im Eispalast genauso miserabel, wie bei seinen ersten beiden Auftritten.
Diesmal allerdings zum Leidwesen der Gäste.
Wenn er wenigstens das Showtalent eines Bucala hätte...mb