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PlayOff-Runde 2, Spiel 1 : EHC - SC Bietigheim 3:4nP

Vor rund 2200 Zuschauern unterliegen die Grizzlies im ersten Halbfinalspiel den Steelers in einer spannenden Partie mit 3:4 nach Penaltyschießen.
Das Spiel war geprägt von ungewohnt großer Nervosität auf Seiten des EHC, der es anfangs nicht verstand seine zahlreichen Chancen zu nutzen.
Die Steelers hingegen traten sehr kontrolliert auf und nutzten ihre Torgelegenheiten eiskalt.

1.Drittel
Das Spiel startete ohne überzeugenden Sturmlauf der Grizzlies - was das bedeutet, wissen regelmäßige Leser wohl mittlerweile...
Bietigheim, kontrolliert und abgeklärt, war absolut ebenbürtig.
In der 5.Minute schlug sich die Wolfsburger Nervosität leider zum ersten Mal in Zählbarem nieder:
Eberl schnappt sich von der Strafbank kommend den Puck und netzt eiskalt zum 0:1 ein.
Der EHC in der Folgezeit noch unruhiger - ungewohnte Fehler in Spielaufbau und Passannahme reihten sich aneinander.
Trotzdem ergaben sich für die Grizzlies zahlreiche Chancen zum Torerfolg zu kommen - nur wurden sie nicht genutzt.
Reihenweise überbot man sich in der Jämmerlichkeit beim Abschluss:
Was gegen Schwenningen vorm Tor noch locker in die Maschen geschlenzt wurde, wurde jetzt kläglich gegen die Schoner des Bietigheimer Keepers geschupst.
Lediglich bei Todd Simons one-timer musste Fankhouser sein gesamtes Können in die Waagschale werfen, um den Ausgleich zu verhindern.
Ernüchtert ging es in die Kabinen.

2.Drittel
Wolfsburg mit mehr Druck nach der Pause, aber immer noch nicht so abgeklärt, wie man es bisher gewohnt war.
Fankhouser wurde langsam zum vielgefragtesten Mann auf dem Eis und noch wusste er stets eine Antwort.
Das überzahlspiel der Grizzlies kam zu allem überfluss ebenfalls nicht ins Rollen.
Entweder erspielte man sich kaum Zwingendes, oder man schenkte den Vorteil durch dumme Revanchefouls wieder her.
So auch in der 35.Minute, als Karabin nach einer dummen Racheaktion auf die Strafbank wanderte und die Wolfsburger überzahl zunichte machte.
Kaum kehrte er aufs Eis zurück, da klingelte es erneut hinter Mastic:
0:2 in der 36.Minute durch Elfring.
Angesichts der zappeligen und glücklosen Vorstellung des EHC bis dahin, schwand allmählich die Hoffnung auf ein gutes Ende...

3.Drittel
Das Wechselbad der Gefühle nahm seinen Lauf...in knapp anderthalb Minuten weckte das Grizzly-Team die Zuschauer aus ihrer Resignation:
1:2 in der 41.Minute durch Suchan, der einen Alleingang wunderschön vollstreckte.
2:2 in der 42.Minute durch Paepke, der gnadenlos vorm Tor nachsetzte.
Der Eispalast explodierte förmlich, als über 2000 Zuschauer ihren angestauten Frust hinausschrieen.
Der EHC war mit einem Mal tonangebend und setzte den Steelers in den folgenden Minuten arg zu.
In der 51.Minute brachte erneut Suchan das Fass der Emotionen endgültig zum überlaufen, als es ihm gelang Fankhouser ein zweites Mal zu überwinden:
3:2 für die Grizzlies!
Suchan hätte der Held des Abends werden können, doch es kam anders.
Die Wolfsburger Mannschaft verlegte sich unverständlicherweise nun komplett auf die Defensive und geriet gegen Ende des Drittels völlig unnötig unter Dauerbeschuss.
Als Gästetrainer Naud in der 59.Minute Fankhouser für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, gelang es den Grizzlies gerade einmal ein einziges Icing einzustreuen.
Den Rest der Zeit nutzten die Bietigheimer, um aus allen Rohren auf Mastic zu feuern, der den EHC bravourös über Wasser hielt.
14 Sekunden vor Schluss dann der Stich ins Herz des Wolfsburger Teams:
Brezina wird mustergültig freigespielt und hämmert den Puck zum Ausgleich in die Maschen.
3:3 - das hieß Verlängerung.

Verlängerung
Nur wenig Chancen auf beiden Seiten - Nervenkrieg pur.
Beste Chance für Wolfsburg in der 8.Minute durch Karabin, der aber zum wiederholten Male an Fankhouser scheiterte.
So blieb die Verlängerung torlos.

Penaltyschießen
Nicht gerade die Paradedisziplin der Grizzlies.
Nachdem unser bester Penaltyschütze (Simon) den ersten Penalty nicht verwandelte, machten es ihm die anderen Schützen des EHC leider nach.
Auf Steelers-Seite traf lediglich Calvin Elfring - doch das sollte für Bietigheim reichen, um das Spiel zu gewinnen.



Mein subjektiver Eindruck:
Tage wie dieser sind es, die einen beim Eishockey schwerstens altern lassen.
Zwei Drittel Tristesse und Zappeligkeit auf EHC-Seite stürzen dich in tiefste Resignation.
Dann hämmert dein Puls innerhalb weniger Sekunden wieder auf euphorischste Höhen, nur um am Ende grenzenloser Enttäuschung Platz zu machen.
So nervös hatte die Wolfsburger Mannschaft wohl keiner erwartet. Lediglich im letzten Drittel fand man die richtige Einstellung gegen die Steelers, nur um diese wenige Minuten vor Schluss wieder über Bord zu werfen.
Da fehlte größtenteils jegliche übersicht und Gelassenheit, die dieses Team bisher so auszeichnete.
Bleibt die Frage: Heilsamer Schock, oder der Anfang vom Ende?

Tor:
Mastic stand seinem Gegenüber in nichts nach. Hammerpartie gegen Ende des Spiels.
Im Penaltyschießen kann man ihm keinen Vorwurf machen: Die Steelers hatten insgesamt die besseren Schützen.

Verteidigung:
Eigentlich eine gute Leistung. Leider ließen sich unsere Verteidiger hin und wieder vom fahrigen Spiel des Sturms anstecken. Drei Gegentore gegen Bietigheim sind im Großen und Ganzen aber akzeptabel.
Lediglich das 0:1 war eine Schlafmützigkeit allererster Kajüte.

Sturm:
Au weia.
Die erste Reihe ein Totalausfall:
Karabin fiel nur durch blöde Revanchefouls und ausgelassene Torchancen auf.
Zurek gerade noch im vertretbaren Rahmen, doch ebenfalls alles andere als durchschlagskräftig.
Simon total neben sich - eine derartige Ansammlung an Stockfehlern und Abspielschwierigkeiten konnte man bei ihm während der gesamten Saison noch nicht beobachten.
Die zweite und dritte Reihe nur im letzten Drittel gewohnt gefährlich.
Lediglich unsere vierte Reihe wusste ihren Möglichkeiten entsprechend voll zu überzeugen.
Suchan und Paepke mit starken individuellen Leistungen - das war´s dann aber auch schon.
Bleibt zu hoffen, dass man in den nächsten Partien wieder souveräner und gelassener auftritt.

Fans:
Nach stimmungsvollem Beginn lähmte das zerfahrene Spiel unserer Jungs die Stimmung auf den Rängen mehr und mehr.
Ich gebe zu, dass ich anfangs auch etwas geschockt war angesichts der zappeligen Vorstellung des Teams. Doch muss, gerade bei einem Rückstand, einfach mehr von den Rängen kommen.
Im dritten Drittel flog dann fast das Hallendach weg und die Steelers-Fans mussten mal ein bisschen den Schock verdauen.
Trotzdem: Ab jetzt ist Kämpfen angesagt - auch auf den Rängen!mb

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