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PlayOff-Runde 2, Spiel 5 : EHC - SC Bietigheim 3:2nV

Es ist vollbracht!
Am gestrigen Abend gelang den Grizzlies das zeitweise nicht mehr für möglich gehaltene:
Sie gewannen das letzte und entscheidende Heimspiel gegen die Steelers aus Bietigheim mit 3:2 nach Verlängerung und zogen damit ins diesjährige Finale ein.
Baldrian und Herztropfen waren in diesem Spiel auf Messers Schneide mehr denn je gefragt.
Doch die 2700 Zuschauer, die ihr Team während des gesamten Spiels frenetisch nach vorne peitschten, sollten nicht enttäuscht werden...

1.Drittel
Der EHC startete zunächst einigermaßen konzentriert in die Partie und trat spielerisch sicherer als im letzten Heimspiel auf.
Ironischerweise wurde diese Sicherheit schon in der 4.Minute durch eine überzahl der Grizzlies beendet:
0:1 durch Stefan Mann in Unterzahl
Von da an spielte zunächst nur eine Mannschaft - und das war Bietigheim.
Die Wolfsburger Spielaufbauversuche wurden immer wieder empfindlich gestört und die Steelers konterten ein ums andere Mal rasant - den Zuschauern hingegen war trotz allem nicht bange:
Sie feuerten unermüdlich ihre Play-off Helden an und ließen sich von der Bietigheimer Dominanz auf dem Eis nicht entmutigen!
Mit Marek Mastic im Tor und Fortuna im Bunde gelang es denn auch, die Führung der Gäste auf dieses eine Gegentor zu beschränken.
Durchatmen war angesagt.

2.Drittel
Die erste Hälfte des Drittels gehörte wiederum den Gästen, die längst höher führen konnten, ja sogar eigentlich mussten.
Mit eisernem Willen setzten sich die Grizzlies zur Wehr, um gegen Mitte des Drittels zum ersten Mal in dieser Partie das Zepter selbst in die Hand zu nehmen.
Jetzt waren es die Spieler des EHC, die brandgefährliche Konter fuhren und in der 34.Minute endlich belohnt wurden:
1:1 durch Andrej Kaufmann, der einen Abpraller von Musial in die Maschen lupfte.
Ein kollektiver Aufschrei der Erleichterung schallte durch den Eispalast - die ohnehin schon beeindruckende Stimmung kochte noch weiter in die Höhe.
Mit viel Kampf und ausgeglichenen Spielanteilen setzte sich dieses Drittel fort, so dass es unentschieden zum zweiten Mal in die Kabinen ging.

3.Drittel
Der EHC kam stark aus der Pause und machte sofort Druck aufs Tor der Gäste - und siehe da:
Als Karabin in der 43.Minute, wiederum durch einen Nachschuss, sogar auf 2:1 erhöhte, gab es auf den Rängen kein Halten mehr:
Die Unterstützung von den Rängen konnte einem die Sinne rauben!
Angepeitscht von den feiernden Fans kämpften die Grizzlies um jeden Zentimeter Eis gegen wiedererstarkende Steelers.
Das Spiel schwankte hin und her - die Spannung war kaum auszuhalten.
Beide Teams hatten reichlich Chancen.
Die dickste Möglichkeit hatte Jan Zurek: Aus Halbdistanz traf er, von einem Gegner behindert, das leere Tor nicht, nachdem Fankhouser sein Gehäuse bei der vorhergehenden Abwehraktion verlassen hatte.
Gegen Ende des Spiels dann das bekannte Szenario aus Spiel 1, Spiel 2 und Spiel 4:
Fankhouser verlässt anderthalb Minuten vor Schluss seinen Kasten für einen sechsten Feldspieler.
Bei Wolfsburg hatte sich kurz vorher Todd Simon auf die Strafbank verabschiedet, nachdem er Teeple den Helm vom Kopf geschlagen hatte.
Es ging also mit einer 6-4 überzahl weiter...und es bahnte sich ein Drama für den EHC an:
Nach nur 30 Sekunden fälscht Hinterstocker einen Schlagschuss vom überragenden Blueliner Elfring zum 2:2 Ausgleich ins Wolfsburger Gehäuse ab.
Schock und Verzweiflung pur auf den Rängen - es folgte die Verlängerung.

Verlängerung (10 Minuten)
Sowohl Spieler als auch Fans des EHC brauchten gut zwei Minuten, um ihre Nerven wieder in den Griff zu bekommen.
Dann kamen die Grizzlies wieder besser ins Spiel und erarbeiteten sich die verlorengegangenen Spielanteile zurück.
In der fünften Minute der Verlängerung dann der historische Moment in der noch jungen Vereinsgeschichte der Grizzlies:
Christoph Paepke erzielte in einem schnellen Konter das alles entscheidende 3:2 und brachte die Halle samt Fans zum Explodieren.
Schiere Ekstase auf den Rängen und auf dem Eis!
Ausrüstungsgegenstände flogen davon, wildfremde Menschen lagen sich in den Armen, ein Gesang jagte den nächsten und Freudentränen flossen reichlich.
Nach ausgiebigstem Feiern auf der Tribüne und anschließend in der Pistenbar endete dieser denkwürdige Eishockeyabend erst spät in der Nacht.


Mein subjektiver Eindruck:
Nachdem ich mir alle fünf Spiele dieser Serie live angeschaut und durchlitten habe, kann ich nur sagen:
Das war gestern abend die Krönung eines bombastischen Duells zweier Spitzenmannschaften!
Bietigheim war gestern insgesamt die dominierende Mannschaft, doch hatten wir diesmal das Glück, das uns im ersten Spiel so bitter fehlte, auf unserer Seite.
Respekt an beide Teams und deren Fans - ich bin immer noch völlig platt von den gesammelten Eindrücken.

Tor:
Marek Mastic - Torhütergott.
Während der gesamten Serie hatte er reichlich Gelegenheit zu zeigen, dass er einer der Spitzengoalies dieser Liga ist, denn bei den Kontern der Bietigheimer stand er öfter als gewohnt alleine da.
Thomas Zellhuber - Du bist ein ganz wichtiger Teil dieser Mannschaft! Jeder, der Dich im Umfeld der Spiele erlebt, weiß das.

Verteidigung:
Der immense Druck der Steelers war eine echte Nagelprobe - nicht nur am gestrigen Abend.
Größtenteils eine gute Leistung, auch wenn etwas mehr Körperspiel, gerade hinter dem eigenen Tor, doch hin und wieder wünschenswert wäre.
Angesichts der rohen Offensivkraft der Bietigheimer darf man insgesamt zu den gezeigten Leistungen aller Akteure gratulieren.

Sturm:
Es hat lange gedauert bis unser Sturm ein echtes Rezept gegen Bietigheim gefunden hatte.
Im letzten und entscheidenden Spiel war es dann endlich soweit: Kontern, anschießen und Rebound verwerten. Ja - so klappt das gegen Fankhouser und seine Kollegen.
Sah nicht schön aus, war aber genau das, was wir alle sehen wollten.
Von der ersten Reihe bin ich allerdings nach wie vor nicht ganz überzeugt (bezieht sich nur auf die Spiele gegen Bietigheim).
Hervorheben möchte ich Rainer Suchan und Christoph Paepke:
In allen Play-off Spielen bisher Top-Leistungen! Keine Ahnung, wie ihr das macht...
Insgesamt, am Gegner gemessen, eine gute Leistung unserer Stürmer, die vor allem alle ihre Defensivaufgaben stets ernst genommen haben.

Fans:
Der gestrige Abend bekommt einen Ehrenplatz in meinen Erinnerungen.
Da brannte der Eispalast ununterbrochen. Die Ansprachen vom Langen und von Bob wurden positiv aufgenommen und die Luftballonlawine zu Beginn lockerte die Stimmung herrlich auf.
Nur die Choreo auf den Sitzplätzen klappte nicht wirklich: Knapp die Hälfte unserer sitzenden Freunde benutzte die Karten zu selbigem - Schade!
Die Mannschaft war begeistert - glaubt mir: Wir können diesmal mit Recht behaupten, dass wir unseren Teil zum Erreichen des Finales beigetragen haben.
Ein Dank auch an alle Steelersfans: Ihr wart mehr als würdige Vertreter Eurer Farben und fast ausnahmslos faire Sportsleute.
Abschließend kann ich nur sagen: Auf ein Neues gegen Landshut!mb

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