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Spielberichte 04/05

PlayDown-Spiel 7: EHC - Kassel Huskies 3:2

  • Geschrieben von Martin
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Es ist vollbracht: Der EHC schlägt die Huskies im entscheidenden Spiel mit 3:2 und sichert sich somit den sportlichen Klassenerhalt in der DEL!
In einer eher mäßigen aber ungemein spannenden Partie war den Grizzlies endlich das Schussglück hold und so konnten sie mit einem Doppelschlag im zweiten Spielabschnitt schon fast die Vorentscheidung erringen.
Aber eben nur fast: Nach dem frühen Anschlusstreffer der Kassler im letzten Drittel begann das große Zittern auf den Rängen und wurde erst durch die Schlusssirene beendet.
Unglaubliche Szenen des Glücks und der Erleichterung spielten sich auf der Tribüne und später auf dem Eis ab. Mannschaft und Fans feierten den Klassenerhalt zu den bekannten Hymnen aus dieser und vergangenen Spielzeiten und so manche Freudenträne wurde vergossen.
Sollte in den nächsten Tagen mit dem Hallenbau begonnen werden, so wie es Geschäftsführer Karl-Heinz Lorenz nach dem sportlichen Triumph ankündigte, so steht einer erstklassigen Eishockeyzukunft in Wolfsburg nichts mehr im Wege.

1.Drittel
Man merkte beiden Teams die riesige Bedeutung dieser Begegnung sehr deutlich an.
Wolfsburg wirkte, eigentlich während des gesamten Spiels, sehr nervös und ungewohnt hektisch. Kassel hingegen machte zunächst einen leicht erschöpften Eindruck, steigerte sich aber langsam in die Partie hinein.
Die Grizzlies starteten bereits in der 3.Minute mit der ersten Unterzahl ins Spiel und Torhüter Ty Conklin stellte die Nerven der Wolfsburger Fans in den folgenden Minuten mit seinen gewohnt risikofreudigen Ausflügen auf eine harte Bewährungsprobe.
Doch mit fortschreitender Dauer des Drittels bekam Wolfsburg die Partie und die eigenen Nerven in den Griff und wandelte die sich entwickelnde Dominanz prompt in Zählbares um:
1:0 in der 9.Minute durch Ivan Ciernik, der den Rebound eines Zurek-Schusses verwertete und die erste Jubelexplosion im Eispalast auslöste.
Der Weckruf für alle Akteure auf dem Eis: Wenig später hatte Zurek die Chance gleich nachzulegen, doch Gage hielt mit Wahnsinnsreflexen und einer großen Portion Glück sein Team im Rennen. Mit dem linken Hacken kickte er den Puck nach tollem Reflex mehr zufällig noch von der Linie.
Im Gegenzug gleich die nächste Riesenchance für Kassel, als ein Husky bereits Conklin umkurvt hatte, den Puck aber mit der Rückhand über das Gehäuse lupfte.
Doch schon in der 12.Minute hatte Swanson für die Gäste mehr Glück:
1:1 im 2.Powerplay der Gäste.
Wolfsburg in der Folgezeit bemüht, erspielte sich erneut Chancen, wirkte jedoch verunsichert und ließ die gewohnte Kombinationssicherheit teilweise vermissen.
Unentschieden ging´s in die Kabinen.

2.Drittel
Wie in jedem Drittel dieser Partie wirkte Kassel zu Beginn des Spielabschnittes überlegen, da die Grizzlies stets mindestens 3-4 Minuten benötigten, um die schlimmste Nervosität abzulegen.
Mit viel Glück überstanden die Gastgeber die ersten Minuten und einige Großchancen der Huskies und fanden allmählich ihren Rhythmus wieder.
In der 25.Minute dann endlich wieder Druck auf das Gehäuse der Huskies durch die hervorragend aufspielende erste Reihe des EHC: Zuerst schießt Ciernik - Nachschuss Zurek - dann zweiter Nachschuss durch Karabin und...Tor zum 2:1 und die erneute Führung für die Grizzlies!
Und nun machte der EHC genau das, was er nach der ersten Führung versäumt hatte bzw. wozu ihm nach der ersten Führung auch ein wenig das Glück gefehlt hatte: Nachsetzen und Nachlegen!
In überzahl traf nur zwei Minuten später Ivan Ciernik zum 3:1 und das Spiel schien nun seine Vorentscheidung zu finden. Doch der Druck der Wolfsburger ließ gegen Ende des Drittels wieder nach und so konnten die Gäste aus Kassel den Schock des Rückstands gut verdauen.

3.Drittel
Diesmal sollte der stets holprige Drittelbeginn der Grizzlies leider bestraft werden.
Nach anderthalb Minuten nutzten die Gäste den absolut konfusen Auftakt des EHC und konnten die Hintermannschaft der Gastgeber inklusive Conklin komplett ausspielen, so dass Tobias Abstreiter nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte:
3:2 Anschlusstreffer in der 42.Minute - das Zittern begann.
Das Spiel von da an völlig ausgeglichen - Chancen auf beiden Seiten, doch wirklich Zwingendes kam kaum zustande.
Ein einziger Treffer der Gäste hätte bereits die Verlängerung bedeutet und so schwankte das Spiel bis zum Schluss zwischen endgültiger Entscheidung und Ausgleich für die Huskies.
Als besonders quälend sollten sich die letzten 5 Minuten der Begegnung herausstellen, da die Huskies zunächst in überzahl agieren durften und im Anschluss daran ihren Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen.
Empty-net goal oder Ausgleich - das war die Frage, die ständig unter dem Hallendach kreiste.
" Keins von beidem" war die Antwort...und die Euphorie sprengte den heimischen Eispalast fast auseinander, als endlich die erlösende Schlusssirene erklang.
Erst feierten die Fans ihre Mannschaft auf den Rängen, dann mit den Spielern gemeinsam auf dem Eis.
Ein längst verloren geglaubter Traum war doch noch wahr geworden!


Mein subjektiver Eindruck:
So ein Wahnsinnserlebnis!
Auf der einen Seite schweißen solche Spiele/Serien Fans und Verein zusammen, auf der anderen Seite zerstören sie häufig die Beziehungen zwischen zwei Fanlagern.
Nachdem sich nun zwei Spielzeiten hintereinander der Tabellenletzte als Absteiger herausgestellt hat, sollte man vielleicht über eine Abschaffung der Play-Downs nachdenken, da diese beim besten Willen nicht nur für positive Schlagzeilen im Eishockeysport sorgen.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass mir ein riesiger Felsbrocken vom Herzen gefallen ist und ich, trotz der selbstverschuldeten Saisonverlängerung, dem Team für die durchweg beherzten Leistungen in den Play-Downs danken möchte.
Letztendlich habt ihr die Suppe, die ihr uns eingebrockt habt, mit viel Kampf und Engagement wieder ausgelöffelt.
Wenn wir auch im letzten Spiel das Glück auf unserer Seite hatten, so kann man mit Hinblick auf alle sieben Spiele der Serie sagen: Ihr habt dem Schicksal die Stirn geboten und bis zum letzten Moment gekämpft, auch wenn es Fortuna meistens mit den Kasslern besser meinte.
Im entscheidenden Moment hatten wir das Glück des Tüchtigen...

Tor:
Ty Conklin, der Meister aller Faxen hinterm Tor, hatte sich zwei Drittel lang recht gut im Griff und verkniff sich heftigere Eskapaden. Nervös genug waren seine Mitstreiter schließlich auch so...

Verteidigung:
Zum Auftakt aller Drittel äußerst wackelig, was zum Glück nur im letzten Drittel bestraft wurde.
Ansonsten mit viel Einsatz und dem nötigen Willen, um einen knappen Vorsprung mit aller Macht zu verteidigen.
Sebastian Osterloh durfte als siebter Verteidiger nicht eingreifen, vermutlich weil die Befürchtung bestand, dass der Gegner durch Provokationen seine jugendliche Reizbarkeit für Strafzeiten ausnutzen könnte. Leistungsmäßig gab´s wohl kaum etwas im Laufe der Saison an ihm auszusetzen und so feuerte er sein Team von der Bank aus an, dass es eine wahre Pracht war.

Sturm:
Der Einsatz aller war gigantisch und vorbildlich, wie in den gesamten Play-Downs.
Die erste Reihe hat uns den Verbleib in der DEL ermöglicht, die Mannschaft insgesamt hat ihn gesichert.
Ein besonderes Lob an Ivan Ciernik, der während der gesamten Schlussphase der Hauptrunde und den gesamten Play-Downs stets zu verstehen gab: Ich will in Wolfsburg spielen und ich werde alles dafür tun, dass dies durch den Klassenerhalt möglich wird.
Danke dafür, Ivan!
Auch der durch teaminterne Querelen mit dem Trainer ins Kreuzfeuer geratene Karabin zeigte besonders in diesem entscheidenden Spiel, dass ihm die Zukunft des Wolfsburger Eishockeys wichtig ist und gab wirklich alles, um die Grizzlies im Rennen zu halten.

Fans:
Ich bin sehr stolz einer von Euch zu sein.
Was die Fans der Grizzly Adams in diesen entscheidenden Momenten des Wolfsburger Eishockeys im Eispalast, aber auch in Kassel bei den Auswärtspartien, für ihre Mannschaft geleistet haben ist einfach unbezahlbar.
Insgesamt betrachtet waren wir gute Verlierer und auch würdige Sieger, die nicht auf dem Unterlegenen rumtrampeln mussten. Die paar in unseren Reihen, die das noch nicht begriffen haben, werden es hoffentlich noch verstehen.
Sollte der Bau unserer Halle nun endlich angegangen werden, so bekommen wir endlich das, was wir als Fans spätestens jetzt verdient haben:

Eine Zukunft für das Eishockey in Wolfsburg! mb

PlayDown-Spiel 5: EHC - Kassel Huskies 0:2

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 3994

Mit der ersten Heimniederlage der Serie begeben sich die Grizzlies verdächtig nah an den Abgrund des Abstiegs.
Trotz fast dreimal so vielen Torschüssen auf das von Gage gehütete Gästetor, ganzen 11 Powerplaysituationen und streckenweise nahezu erdrückender überlegenheit gelang dem EHC nicht ein einziger Treffer.
Schon morgen könnte das Abenteuer DEL, welches einen so guten Anfang hatte, ein jähes Ende nehmen und der Eishockeysport in Wolfsburg wieder eine sehr überschaubare Sache werden.

1.Drittel
Die Grizzlies zwar mit mehr Spielanteilen und Torchancen, Kassel aber immer durch Konter gefährlich.
Das Wolfsburger Powerplay funktionierte nicht.
Ivan Ciernik kennt die Regel "Unkorrekte Ausrüstung" jetzt auch.

2.Drittel
Kassel konnte die Partie nun weitaus offener gestalten, schoss zwar weniger aufs Wolfsburger Tor als umgekehrt, traf dafür aber gleich zweimal.
0:1 durch Furey in der 29.Spielminute im Powerplay (Kassel hatte insgesamt 5 überzahlsituationen...)
0:2 durch Valenti neun Sekunden vor der 2.Pause - Conklin sah, wie so oft, bei diagonalen Flachschüssen einfach nur schlecht aus...
Kassel ging in diesem Spielabschnitt mit deutlich mehr Härte zu Werke, denn...
Das Wolfsburger Powerplay funktionierte nicht.

3.Drittel
Angetrieben vom Wolfsburger Publikum starteten die Grizzlies einen fast 20-minütigen Sturmlauf auf das Gehäuse der Huskies, doch trotz offiziell 19:3 Torschüssen änderte dies am Endergebnis von 0:2 nichts, denn...
Das Wolfsburger Powerplay funktionierte nicht.
Es war zum Verzweifeln.


Mein subjektiver Eindruck:
Wenn man sich vor dem gegnerischen Tor so dämlich anstellt, dann reicht auch Kassler Rumpel-Eishockey zum Sieg. So einfach ist das.
Bedenkt man, dass wir durch Querelen zwischen einigen Spielern und dem Trainer in die jetzige Situation geraten sind, so ist es teilweise schon erschreckend, wie wenig die betreffenden Spieler mit einem anderen Trainer zustande bringen.
Ihr habt uns mit diesem *bieeep* Verhalten in die *bieeep* geritten! Jetzt reißt euch zusammen, sonst war´s das mit DEL-Eishockey - nicht nur für unseren Verein, sondern auch für die meisten Spieler dieser "Mannschaft".

Tor:
Conklins Schwächen bei diagonalen Flachschüssen hat nun auch der letzte Kassler mitbekommen - ein Anruf in Krefeld hätte da gereicht.
Ich wäre am Montag für Seliger, der ist eindeutig nervenschonender und verbringt nicht das halbe Spiel irgendwo hinterm Tor.

Verteidigung:
Gute Arbeit. Diesmal haben Brüggemann und Kollegen nicht beim Toreschießen geholfen...
An der Verteidigung liegt´s jedenfalls nicht, wenn bei uns die Lichter ausgehen.

Sturm:
Es ist sinnlos den Puck immer wieder hin und her zu spielen, in der Hoffnung, dass der Torhüter irgendwann stolpert oder keine Lust mehr hat.
Schlagschuss, zwei Leute im Slot auf den Rebound und rein damit...dann könnte es im Powerplay vielleicht mal wieder klappen.
Wenn Ciernik allein aufs Tor zieht weiß jeder was passieren wird - trotzdem fährt keiner mit, um den Abpraller zu verwerten. Warum? Zu anstrengend?

Fans:
Langsam frage ich mich echt, ob wir das Team nicht zuviel unterstützt haben, egal was für ´ne Grütze die teilweise abgeliefert haben.
Da drängt sich mir doch Folgendes auf:
" So ´ne *bieeep* ham wir nich´ verdient!" mb

PlayDown-Spiel 3: EHC - Kassel Huskies 7:0

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 4136

Die Heimserie in den diesjährigen Play-Downs geht weiter:
Nicht nur, dass bisher jedes der drei Heimspiele von der Heimmannschaft gewonnen wurde, sondern dieses wurde auch stets zu Null erledigt.
Dass es diesmal gleich ein 7:0 werden würde, hatten aber selbst die kühnsten Optimisten auf Wolfsburger Seite nicht erwartet.
Das Warten auf das erste Auswärtstor geht weiter...

1.Drittel
Das Spiel begann rasant: Sofort erste Torchancen und erste Strafen, zunächst gegen die Grizzlies.
Als Brüggemann und Genze draußen saßen durften sich die Gäste ab der 3.Minute in doppelter überzahl versuchen, scheiterten aber an der gut stehenden Grizzlyverteidigung und einem glänzend aufgelegten Ty Conklin. Noch während die Strafe gegen Genze lief, brachten sich die Huskies nun ihrerseits in doppelte Unterzahl als Laflamme und Melanson kurz hintereinander wegen völlig überflüssiger Stockfouls auf die Strafbank mussten.
Der EHC ließ sich im Gegensatz zu den Kasselern nicht lange bitten und netzte nach 50 Sekunden 5-3 Powerplay zum 1:0 ein: Dale Clarke war es, der in der 6.Minute per Schlagschuss von der blauen Linie erfolgreich zugeschlagen hatte.
Die Gäste blieben ruppig, wollten offenbar nicht zur Kenntnis nehmen, wie gut das Wolfsburger überzahlspiel an diesem Abend lief und kassierten im Verlauf der Partie auch die Quittung.
Nach einigen guten Powerplaysituationen fiel der nächste EHC-Treffer allerdings zunächst bei numerischer Gleichzahl. Todd Simon brauchte nach guter Vorarbeit durch Kaufmann und Genze nur noch den Schläger hinzuhalten - 2:0 in der 14.Minute!
Mit dem Eindruck einer deutlichen überlegenheit der Grizzlies ging es zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Es war kaum eine halbe Minute gespielt, da gerieten sich Daniel Corso und der vorzüglich spielende Andrej Kaufmann in die Haare und lieferten sich eine zünftige Boxeinlage aus der Corso als knapper Punktsieger hervorging. Die Strafe fiel allerdings für beide mit 2+2+10 Minuten identisch aus. Auf der Strafbank gesellten sie sich zu Smrek und Drury, da mit Abpfiff des ersten Drittels Smrek noch einen Schuss auf den Gästekeeper abgefeuert hatte - nach altem nordamerikanischem Brauch bekam er dafür von Drury die Fäuste zu spüren.
Der EHC nach wie vor dominant, aber vorerst noch nicht sonderlich effizient.
Das sollte sich im nächsten Powerplay ändern: Ganze 11 Sekunden hatte Mark Greig in der 26.Minute auf der Gästestrafbank Platz genommen, da durfte er auch schon wieder mitspielen.
Ivan Ciernik hatte sich die Dreistigkeit erlaubt Gage von der Grundlinie seitlich an den Schoner zu schießen und den Puck somit zum 3:0 zu versenken..."Torwartfehler" schallte es durch die Halle - in diesem Fall wohl zurecht.
Die Grizzlies führten Kassel nun zum Teil regelrecht vor, erhöhten in der 30.Minute durch Delisle sogar auf 4:0 und schienen in bester Spiellaune.
Die Gäste hatten zwar gegen Mitte des Drittels noch zweimal die Gelegenheit in überzahl ihr erstes Play-Down Tor in Wolfsburg zu erzielen, doch es blieb beim Versuch - Resignation machte sich deutlich sichtbar im Lager der Schlittenhunde breit...und Frust.
Als erstes bekam dieses Petr Smrek zu spüren, der von Gosselin übel von hinten gegen den Kopf gecheckt wurde - Folge: 2+10 Strafminuten und nach nur 19 Sekunden Powerplay das 5:0 in der 37.Minute durch Lars Brüggemann gegen eine lustlose Unterzahlformation aus Kassel.
Mit dem Zwischenergebnis bestens bediente Huskies und fröhliche Grizzlies fuhren zur zweiten Pause in ihre Kabinen.

3.Drittel
Kassel fand praktisch nicht mehr statt und der EHC machte sich einen Jux daraus die Huskies sogar in Unterzahl unter Druck zu setzen.
Die Partie war gelaufen und man konnte anschließend froh sein, dass kein Wolfsburger Spieler ernsthaft durch Kassler Frust zu Schaden kam, da den Gästen offenkundig und auch nachvollziehbar nicht mehr nach Eishockeyspielen zumute war.
Besonders Smrek schien auf der Abschussliste der Huskies ganz oben zu stehen, wurde er doch kurz vor Schluss erneut für 2+10, diesmal von Drury, gegen den Kopf gecheckt.
Aber es gab auch noch Erfreuliches zu bestaunen.
Besonders Brüggemanns zweiter Treffer zum 6:0 in der 48.Minute ließ die Zuschauer mit der Zunge schnalzen: Bei 4-3 auf dem Eis hämmerte er den Puck per Direktabnahme mit einem derart brachialen Schlagschuss in die Maschen, dass man glaubte Gage hätte freiwillig Platz gemacht, um diesem Geschoss aus dem Weg zu gehen!
Als 11 Sekunden vor Schluss auch Christoph Paepke sich endlich einmal wieder zum 7:0 in die Torschützenliste eintragen durfte, war der Triumph der Grizzlies perfekt und Ty Conklin durfte sich über den zweiten shut-out in Folge vor heimischem Publikum freuen.


Mein subjektiver Eindruck:
Da kann man ja fast Spaß an den Play-Downs finden...
Leider zählt ein Sieg in solcher Höhe nur einfach und nicht doppelt, sonst hätte sich Kassel nach dem 4:0 auch nicht so gnadenlos aufgegeben - für die Gästefans ab da eine absolute Zumutung, was die Huskies anschließend aufs Eis "zauberten".
Natürlich fängt das Spiel am Donnerstag wieder bei Null an, doch wenn man sich über fast 30 Minuten so gehen lässt, wie die Huskies gestern, so läuft man durchaus Gefahr den kämpferischen Faden nicht umgehend wiederzufinden. Hoffen wir mal, dass es so ist.

Tor:
Conklin hält erneut seinen Kasten komplett sauber, prüft allerdings ebenso erneut, ob auch niemand vergessen hat die Batterien für den Herzschrittmacher zu erneuern.

Verteidigung:
Sehr gut. Bis zum Schluss voll konzentriert und bemüht Ty den zweiten shut-out zu ermöglichen.
Lars Brüggemann bisher der herausragende Akteur in den Play-Downs - steht in Sachen Einsatz und Leidenschaft Sebastian Osterloh in nichts nach.
Sascha Genze ist tatsächlich, still und heimlich, zu einem waschechten DEL-Verteidiger gereift. Ich würde sagen: Vertragsverlängerung nicht ausgeschlossen! Wer hätte das zu Beginn der Saison gedacht?
Dale Clarke schießt öfter von der Blauen und ruft endlich seine eigentlichen Vorzüge, nämlich das Offensivspiel, ab.

Sturm:
Nichts anfassen! Alles so lassen!
Andrej Kaufmann schießt ein wichtiges Tor im ersten Spiel, legt reihenweise auf, boxt sich, strahlt Selbstbewusstsein aus - was´n hier los?
Alle vier Reihen funktionierten - mehr kann man ja nicht verlangen...

Fans:
Jau, dass hat Spaß gemacht. Vielleicht haben wir, nach langer Zeit mal wieder, auch auswärts endlich was zu Lachen. Sonst gerät unser Team langsam in den Verdacht, dass die nur auswärts gewinnen, wenn möglichst wenig Grizzlies zugucken ;-) mb

PlayDown-Spiel 1: EHC - Kassel Huskies 2:0

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 4212

Der Heimauftakt in die Play-Downs ist also gelungen. Dank einer insgesamt sehr beherzten und teilweise sehr mutigen offensiven Spielweise glückte den Grizzlies der Start in die Serie gegen die Kassel Huskies in der es somit 1:0 steht.
Zum Auswärtsauftakt geht es nun am Sonntag nach Kassel, wo die Huskies jetzt Heimstärke zeigen müssen, um die Serie ausgeglichen zu halten.

1.Drittel
Mit viel Schwung und einer ordentlichen Portion Risikobereitschaft starteten die Grizzlies in die Partie, erspielten sich sofort erste Torgelegenheiten und boten Kassel dabei allerdings recht viel Raum für Konter.
Zum Glück für den EHC wurden die Wolfsburger Offensivbemühungen schon nach sieben Minuten von Erfolg gekrönt, als Andrej Kaufmann einen Querpass herrlich mit der Rückhand zum 1:0 unter die Querstange von Gages Gehäuse bugsierte.
Ein munteres und schnelles Spiel entwickelte sich bei dem die Torhüter stets voll gefordert waren und ihren Teams bis zum Ende des Drittels jeweils weitere Gegentreffer ersparten.
An Torchancen mangelte es nämlich hüben wie drüben nicht, doch beiden Mannschaften merkte man die Nervosität und bisweilen den übereifer an, so dass beiden die nötige Abgeklärtheit vor des Gegners Tor fehlte.

2.Drittel
Wolfsburg weiter stürmisch unterwegs - wiederum mit dem so wichtigen Erfolgserlebnis!
Zu Beginn des Drittels klingelte es auch gleich mal hinter Gage, als Zurek schon nach zwei gespielten Minuten aus dem Gewühl zum 2:0 einnetzte.
Ein ganz wichtiger Treffer, der zugleich dokumentierte, was bei den Grizzlies möglich ist, wenn sich in Offensivsituationen mal der ein oder andere Spieler im gegnerischen Slot aufhält.
Kassel wirkte zunächst etwas verschreckt, wehrte sich eher steif und geriet in den folgenden Minuten erneut ein ums andere Mal in arge Bedrängnis.
Doch zur Mitte des Drittels drehte sich, wenn auch nur für kurze Zeit, das Kräfte- und Chancenverhältnis und die Huskies stürmten nun verstärkt auf das von Ty Conklin bestens gehütete Grizzlygehäuse.
Doch wie schon im ersten Drittel wehrte der EHC mit etwas Glück und viel Einsatz den Anschlusstreffer ab und konnte, zwar nicht beruhigt doch frohen Mutes, mit einer Zwei-Tore Führung in die Kabinen gehen.

3.Drittel
Die Huskies zwar weiter bemüht, doch irgendwie planlos und ohne die letzte Durchschlagskraft vor dem Tor der Grizzlies.
Im Gegenteil: Sowohl Simon per one-timer, als auch Zurek im Alleingang hatten die Chance den Vorsprung sogar noch weiter auszubauen.
Zurek hatte den Puck kurz vor Schluss sogar im Tor der Huskies untergebracht, doch da hatte HSR Schütz bereits wegen eines angeblichen Foulspiels durch Ciernik (Halten!) abgepfiffen...
Die anschließende 6-4 überzahl, als Kassel den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahm, konnte selbst mit gutem Willen nicht als gefährlich bezeichnet werden und so feierte der EHC den ersten Sieg der Serie und Ty Conklin seinen ersten shut-out im Dress der Wolfsburger.


Mein subjektiver Eindruck:
Das Wichtigste vorne weg: Die Mannschaft wirkte motiviert und selbstbewusst auf mich!
Mehr kann man erst einmal nicht verlangen. Das Spiel ging angesichts der verständlichen Nervosität in Ordnung und mit einer ähnlichen Leistung dürfte man in Kassel wohl auch nicht ganz chancenlos sein.
Wobei ich nicht darauf wetten würde, dass die Leistung der Kasseler im ersten Spiel deren letztes Wort darstellt...wenn doch könnte das ein böses Erwachen für die Huskies geben, denn auch bei uns sehe ich, gerade in der Chancenverwertung, noch einiges an Luft nach oben.
Zumindest hält die Mannschaft den Aufwärtstrend seit der Partie in Nürnberg, so dass wir wohl noch die ein oder andere erfreuliche Leistung des Teams erwarten können.

Tor:
Ty Conklin hat es sich wohl zur Philosophie gemacht dorthin zu gehen, wo noch nie ein Torwart hingegangen ist...
Man betrachte das zugehörige Foto links unten in den News auf der Startseite - was stimmt wohl auf diesem Bild nicht? (Draufklicken zum Vergrößern)
Ansonsten wirklich gute, wenn auch mal wieder nicht nervenschonende, Leistung.

Verteidigung:
Per-Anton durfte auch unter Leslies Regie nur die Startminuten spielen - sind die ihm irgendwie vertraglich zugesichert worden, oder warum schon wieder so ein Kurzeinsatz?
Da könnte man doch eher Roman Veber als Verteidiger mit der besten +/- Statistik aufstellen...
Ansonsten von allen eine absolut vorbildliche kämpferische Leistung, wenn auch in Zukunft die übersicht nicht ganz so oft verloren gehen darf, falls Kassel dann vielleicht mal etwas kaltschnäuziger vor dem Tor agiert.
Zum Glück zeigt auch Smreks Formkurve wieder nach oben und er scheint sich wieder voll aufs Spiel zu konzentrieren.

Sturm:
Hier zeigte sich die Handschrift des neuen Trainers am deutlichsten.
Man versuchte weder sich selbst noch dem Gegner Knoten in die Beine zu spielen, sondern beschränkte sich auf schnelle, einfache Spielzüge verbunden mit viel Laufbereitschaft und insgesamt viel Bewegung auf dem Eis. Sehr gut - sollte auf jeden Fall beibehalten werden.
Andrej Kaufmann im ersten Drittel absolut Top! Sein Tor war eigentlich nur eine logische Folge seines Auftretens - bis auf Toreschießen kann er sonst ja eigentlich auch fast alles...
Ich suche allerdings immer noch die Stelle im Regelwerk, in der steht: "Ivan Ciernik muss stets Teile des Spiels mit einem gegnerischen Spieler Huckepack bestreiten. Er hat dies klaglos hinzunehmen, Strafen werden nicht ausgesprochen."
Vermutlich denken sich die Schiris: Hey! Der ist schneller, kräftiger und pucksicherer als die anderen Jungs - der soll die auch mal mitspielen lassen, sonst werden die wieder knatschig und wollen diskutieren.

Fans:
Die Grizzlies hielten von der ersten Minute an zusammen und pushten ihr Team nach vorne.
Auch die zahlreich aus Kassel angereisten Fans unterstützten ihr Team zu Beginn noch lautstark, verloren im Laufe des Spiels aber wohl ein wenig die Hoffnung und auch die Stimme.
Insgesamt ging man fair miteinander um. Ich hoffe wirklich, dass der Großteil der Anhänger das bis zum bitteren Ende durchhält.
Immer dran denken: Es ist Eishockey! Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr ja doch wieder. Wer weiß, wer weiß...mb

EHC - Krefeld Pinguine 6:5nP

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 4198

Es hätte das letzte Spiel der Saison werden können - doch leider machte das Team des EHC sich gleich mehrfach selbst einen Strich durch die Rechnung und muss nun in den Play-Downs um den sportlichen Klassenerhalt kämpfen.
Am Ende fehlte den Akteuren aus Wolfsburg vor allem die nötige Ruhe und übersicht, um die Führungen über die Zeit zu bringen und so verlor man am Ende doch noch mit 5:6 n.P. gegen die Gäste aus Krefeld.

1.Drittel
Der Einstieg in die Partie ließ zunächst nichts Gutes ahnen, da HSR Aumüller scheinbar dort weitermachen wollte, wo er zuletzt aufgehört hatte:
Gleich die ersten beiden Strafen (zu viele Spieler auf dem Eis + Spieldauer wegen Stockschlag mit "Verletzungsfolge" gegen Lingemann) erschienen äußerst fragwürdig und brachten den EHC in arge Bedrängnis.
Als Kolanos in der 6.Minute in doppelter überzahl folgerichtig das 0:1 für die Pinguine erzielte, schwante vielen Zuschauern bereits übles...
Doch im Laufe der Partie geschah eigentlich das Gegenteil, denn der Schiedsrichter deckte fortan, bis zur Schlusssirene, nur noch die Gäste mit teils fragwürdigen Entscheidungen ein.
Nachdem die Grizzlies diese schwierige Anfangsphase ohne weiteren Gegentreffer überstanden hatten, nutzten sie dann in der 17. und 18.Spielminute eine dieser fragwürdig entstandenen überzahlsituationen und gingen prompt in Führung:
1:1 durch Zurek bei 5-3 überzahl, dann 2:1 durch Brüggemann bei 5-4 überzahl. Vorher hatte Smrek bereits ans Lattenkreuz getroffen und Delisle einen Querpass so lange begutachtet, bis das Gehäuse der Pinguine wieder besetzt war.
Der Grizzly-Zug nahm nun richtig Dampf auf...und ließ ihn gleich selbst wieder aus dem Kessel.
40 Sekunden vor Drittelende der Ausgleich zum 2:2 durch Schnitzer, der von der Blauen diagonal flach einnetzte - Conklin wirkte, vorsichtig ausgedrückt, etwas überrascht.
So ging es mit einem für Krefeld glücklichen Unentschieden in die Kabinen.

2.Drittel
Die Grizzlies zwar immer noch gut im Spiel, doch in der 25.Minute versetzte Ty Conklin dem eigenen Team gleich den nächsten Stich, als er eine Kopie des 2:2, diesmal von der anderen Seite, zum 2:3 ins Tor ließ. Ivo Jan war in diesem Fall der Glückliche, der sich diesen Treffer auf seiner Scorer-Karte notieren durfte.
Doch selbst der zweite klare Torwartfehler in Folge konnte die Moral der Grizzlies nicht brechen. Unverdrossen spielte der EHC weiter aggressiv nach vorne, vergab gute Gelegenheiten aber weiter zu nervös.
In der 37.Minute dann endlich der längst verdiente Ausgleich erneut durch Zurek, der Müller im Gästetor mit der Rückhand zum 3:3 überwinden konnte...in 5-4 überzahl wohlgemerkt.
Mit einem aus Krefelder Sicht erneut schmeichelhaften Unentschieden ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Der Wahnsinn nahm seinen Lauf.
Wolfsburg, weiter im Vorwärtsgang, nutzte auch seine nächste überzahl und ging in der 46.Minute erneut durch Brüggemann, der einen Schuss von Clarke abfälschte, mit 4:3 in Führung.
Als in der selben Spielminute erneut eine Strafzeit gegen Krefeld verhängt wurde, schien der Augenblick gekommen zu sein, um dem Spiel die Entwicklung zu geben, die sich von den Spielanteilen längst abgezeichnet hatte.
Doch das krasse Gegenteil war der Fall: Smrek spielt einen ungenauen Pass, fährt als einziger zurück und kann den Ausgleich gegen drei konternde Pinguine nicht verhindern.
4:4 durch Brulé ebenfalls noch in der 46.Spielminute bei 4-5 Unterzahl.
Der Schock über die leichtfertig vergebene Führung saß tief - zumindest auf den Rängen.
Auf dem Eis konnte auch dieses erneute Unglück den Willen der Grizzlies nicht brechen - sie kämpften weiter beherzt für ein frühzeitiges Ende der Saison.
In der 50.Minute schien dieser Kampf entgültig belohnt zu werden, als Ciernik per Abfälscher Robert Müller keine Chance ließ und das Wolfsburger Team mit 5:4 in Führung brachte.
Sollte das Team des EHC diese Führung tatsächlich noch ein weiteres Mal aus der Hand geben? Leider ja...
Anstatt weiter Druck zu machen, zogen die Grizzlies sich fast vollständig zurück und brachten sich völlig unnötig erneut in Bedrängnis.
Plötzlich waren die Krefelder, wie bis dahin nicht zu sehen, am Drücker und dominierten das Geschehen gegen viel zu passiv und ängstlich agierende Wolfsburger.
Nach zahlreichen brenzligen Situationen vor Conklins Tor klingelte es in der 57.Minute letztendlich doch wieder hinter dem Wolfsburger Schlussmann:
Selivanov netzte per Schlagschuss zum 5:5 ein - sein Schuss wurde zu allem überfluss unhaltbar abgefälscht.
Der EHC versuchte noch einmal alles, nahm den Goalie für einen sechsten Feldspieler vom Eis - vergeblich!

Penaltyschießen
Im für beide Teams bedeutungslosen Penaltyschießen traf lediglich Ivo Jan für die Pinguine und sicherte den Krefeldern den nutzlosen Extrapunkt.
Somit muss Wolfsburg in die Play-Downs gegen Kassel und die Pinguine verfehlen den achten Platz und beenden die Saison ohne Play-off Teilnahme.


Mein subjektiver Eindruck:
Gut gekämpft und den direkten Klassenerhalt, trotz beherzter Leistung im letzten Hauptrundenspiel, zu recht verpasst.
Wer sich wochenlang auf einem Vorsprung ausruht und stattdessen interne Querelen pflegt, anstatt sie auf den Tisch zu packen, der muss halt noch ein bisschen nachsitzen.
Die Nervosität, die uns am Ende den Sieg kostete, hat das Team schließlich selbst produziert, indem sie Punkt um Punkt abgeschenkt haben in ihrem kindischen stillen Protest gegen den Trainer.

Tor:
Ty Conklin trägt ohne Zweifel eine große Portion Verantwortung dafür, dass dieses Spiel verloren ging.
Dass der EHC an den Play-Downs teilnehmen muss, hat er allerdings mit am wenigsten zu verantworten...

Verteidigung:
Etwas zu nervös und in den entscheidenden Momenten nicht diszipliniert genug, sprich: zu offensiv.
Lars Brüggemann mit einer gigantischen Partie - nicht nur wegen seiner zwei Tore.
Petr Smrek hätte aus meiner Sicht schon nach dem ersten Drittel auf die Bank gehört: Mit Abstand schlechtester Verteidiger im Team. Entweder er will auf diesem Weg (Abstieg) aus einem vielleicht bestehenden Vertrag raus, oder er hatte seine Nerven einfach nicht im Griff.
In jedem Fall hätte er auf der Bank weitaus weniger Schaden angerichtet...

Sturm:
Tolle kämpferische Leistung von allen Sturmreihen.
Einziger Fehler war das Einstellen der Offensivbemühungen nach dem 5:4 mit dem man quasi um den Gegentreffer bettelte.
Besonders auffällig Jan Zurek, der nach zuletzt auffällig unauffälligen Leistungen wieder voll im Bilde war und endlich wieder öfter im richtigen Moment am richtigen Ort war.

Fans:
Wir haben alles gegeben. Haben uns von den paar unfairen Krefelder "Fans", denen der Alkohol und pubertäre Hormone zu schaffen machten, nicht provozieren lassen und unser Team über die volle Distanz unterstützt.
Dass viele sich das Penaltyschießen schenkten, da sie das Ergebnis aus Ingolstadt kannten, ist da absolut in Ordnung...finde ich jedenfalls.
Auf ein neues in den Play-Downs gegen Kassel - die Leistungen des letzten Wochenendes lassen jedenfalls wieder etwas Hoffnung zu.mb

EHC - Adler Mannheim 1:2

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 4273

Nach dem Spiel gegen die Eisbären verpasste das Team der Grizzly Adams nun auch die zweite große Chance im Abstiegskampf frühzeitig die Weichen auf Klassenerhalt zu stellen.
In der Partie gegen die Adler Mannheim dominierte die Mannschaft von Trainer Stefan Mikes den Gegner fast zwei Drittel nach Belieben, vermochte dabei den Gästegoalie jedoch kein einziges Mal zu bezwingen.
Erst in der Schlussminute gelang Kapitän Karabin der längst überfällige, aber zu diesem Zeitpunkt bereits nutzlose erste Treffer gegen den brillanten Steve Passmore im Tor der Adler.

1.Drittel
Mit viel Schwung und Biss starteten die Grizzlies in diese wichtige Partie und zeigten von Beginn an, wer Herr im Hause ist.
Steve Passmore im Tor der Gäste war innerhalb kürzester Zeit warmgeschossen, leider ohne auch nur einmal hinter sich greifen zu müssen.
Es war zum Verrücktwerden: Beste Chancen wurden gleich reihenweise ausgelassen. Sei es, dass der Gästekeeper irgendwie an den Puck kam, sei es, dass im letzten Moment ein gegnerischer Stock oder Schlittschuh dazwischenkam oder der EHC-Angreifer einfach über den Puck schlug.
Zu allem überfluss wollte das Wolfsburger überzahlspiel ebenfalls nicht ins Rollen kommen - gegen die teilweise dumm und unbeherrscht agierenden Gäste sollte sich dieses besonders rächen.
Als ab der 12.Minute ein fast zweiminütiges doppeltes überzahlspiel wiederum kläglich vertan wurde, dämmerte es den Fans auf den Rängen langsam: Heute ist der Wurm drin.
Statt mit einem komfortablen Vorsprung von 2 oder 3 Toren für die Grizzlies, ging es mit einem mageren 0:0 zum ersten Mal in die Kabinen.
Bereits zu diesem Zeitpunkt hätten die Gäste ihren Goalie auf Händen in die Umkleide tragen müssen, doch es kam noch schlimmer...

2.Drittel
Der Sturmlauf des EHC ebbte zwar etwas ab, doch Einsatz und Siegeswille der Wolfsburger war immer noch stets auf höchstem Level zu erkennen.
Die Gäste entschlossen sich offenbar zu erweitertem Unterzahltraining und fügten der Liste unnötiger Strafzeiten ihrerseits im Laufe des Drittels vier weitere hinzu.
Die Grizzlies hingegen verzichteten völlig auf weitere Strafzeiten und spielten so fast das halbe Drittel in überzahl - ergebnislos!
Im Gegenteil: Die Mannheimer erarbeiteten sich in den Phasen numerischer Gleichheit auf dem Eis nach und nach gleichwertige Spielanteile und nur Dank einer starken Leistung Ty Conklins und Mannheimer Unfähigkeit vorm Tor blieb auch das Team der Adler ohne Torerfolg.
Die Wolfsburger Angriffsbemühungen wirkten leider mehr und mehr verkrampft: Man konnte förmlich sehen, wie die Zuversicht aus den Aktionen der Stürmer wich.
Wiederum hieß es 0:0 als es zum zweiten Mal in die Kabinen ging.

3.Drittel
Wie so oft in solchen Spielen wird die Rechnung am Ende eiskalt serviert.
Die Grizzlies ließen auch weiterhin ihre Chancen aus, verteidigten zweimal in Unterzahl vorbildlich und es kam so, wie es kommen musste:
In der 50.Minute schiebt Hecht mit dem Rücken zum Tor einem Wolfsburger Verteidiger und Ty Conklin die Scheibe zum 0:1 zwischen den Beinen durch.
Kopfschütteln auf dem Eis und den Rängen, hatten die Adler eigentlich zu keinem Zeitpunkt im Eispalast ihre Klasse gezeigt und waren nun völlig unverdient in Führung gegangen.
Wolfsburg hielt wütend dagegen, gab sich trotzdem nicht auf und berannte weiter das Drittel der Adler.
Leider mit dem Ergebnis, dass die Gäste eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr der Grizzlies zum zweiten Treffer nutzten:
0:2 in der 58.Minute durch Edgerton, der von Hecht und Corbet mustergültig in Szene gesetzt worden war.
Alles vorbei? Noch nicht ganz.
Ty Conklin war in den letzten anderthalb Minuten nur einmal kurz in seinem Gehäuse zu Gast - kurz nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 durch Karabin in der letzten Spielminute.
Die verbleibenden Sekunden reichten zwar noch zu einer weiteren, wenn auch glücklich entstandenen, Chance für den EHC, doch Steve Passmore ließ keinen weiteren Treffer zu und reagierte erneut blitzschnell gegen Clarke.
Das Spiel war aus, die Chance vertan und viel Arbeit für die nächsten zwei Wochen blieb übrig.


Mein subjektiver Eindruck:
Pech und Nervosität gehen leider meistens Hand in Hand...
Selbst bei offenkundigsten Einschussmöglichkeiten wollte sich das kleine bisschen Glück, das man braucht um auch mit zittrigen Händen den Puck zu versenken, nicht auf unserer Seite einstellen.
Leider hatten sich die Ladehemmungen schon in Frankfurt, wo man deutlich unter Wert geschlagen wurde, angedeutet.
Hoffentlich platzt der Knoten dafür in einem der nächsten Spiele dafür umso heftiger!

Tor:
Conklin ist nichts für schwache Nerven - so viel steht fest.
Trotz einer durchweg starken Leistung im Spiel gegen die Adler halte ich sein Verhalten hinter und neben dem Tor für eine Spur zu überheblich.
Einem heranfahrenden Gegner den Puck aus kurzer Distanz durch die Beine zu spielen...das vertragen die Nerven der Grizzlyfans vermutlich erst wieder, wenn die Klasse gesichert ist.

Verteidigung:
Top-Leistung von allen Verteidigern!
Beim 0:2 leider leichte Ausfallerscheinungen, ansonsten auch vom Rückkehrer Pavlikovsky eine erstaunlich gute Leistung nach der langen Verletzungspause.

Sturm:
Kombinationsspiel ging völlig in Ordnung - es wurde größtenteils ordentlich Druck gemacht und bis zum bitteren Ende gekämpft.
Im Abschluss und im Powerplay eine einzige Katastrophe und ohne jegliches Glück obendrein.
Wie kommt man eigentlich auf die Idee bei 5-3 mit zwei Leuten hinterm Tor zu stehen? - Die gehören vors Tor...zumindest gegen Mannheim.
Herausheben kann man nach diesem Spiel eigentlich nur einen Spieler, der es schafft ins Tor zu treffen - aber angesichts der vorbildlichen Einstellung aller Beteiligten will ich das einfach mal lassen.

Fans:
Etwas maue Stimmung auf den Rängen. Irgendwie ahnt man so was wohl...
Gegen Augsburg und Krefeld verspreche ich mir da allerdings wieder einiges mehr, da dies bisher immer Gegner waren, wo die Tore etwas großzügiger auf beiden Seiten verteilt wurden.
Also: Im Kampf für den DEL-Standort Wolfsburg noch mal alles geben!mb

EHC - ERC Ingolstadt 6:4

  • Geschrieben von Martin
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In einer von der ersten bis zur letzten Minute spannenden und wunderbar anzuschauenden Partie gelingt es den Grizzlies ihre Fans für das letzte Heimspiel zu entschädigen.
Am Ende waren es der unbändige Siegeswille und der deutlich bessere Goalie auf Seiten der Wolfsburger, die beim 6:4 den Ausschlag für das Team des EHC gaben.

1.Drittel
Die Grizzlies vom Start weg das aktivere und schnellere Team.
Mit viel Biss und Spielwitz gingen sie ins Spiel und kauften dem hochkarätig besetzten Team aus Bayern schon früh den Schneid ab.
Einschusschancen gab es somit reichlich und in der 6.Minute nutzte Rainer Suchan die Hintertorvorlage von Paepke zum 1:0 für die Hausherren - aus Halbdistanz in den rechten Winkel.
Nur eine Minute später stand es, zumindest für die Fans, bereits 2:0 durch Smrek, doch der unglücklich leitende Referee Aumüller gab den Treffer wegen Torraumabseits nicht.
Ein Wolfsburger Spieler war von einem Ingolstädter Verteidiger auf den Torhüter der Gäste gecheckt worden (also KEIN Torraumabseits) und Smrek hatte ins unbehütete Tor eingenetzt - Folge: Der HSR gab den Treffer unberechtigterweise nicht und Steffen Karg im Tor der Gäste musste verletzt in die Kabine. Für ihn trat Oberliga-Torhüter Dennis Hipke zwischen die Pfosten der Ingolstädter.
Nach zwei bis drei guten Paraden durfte dieser in der 9.Minute aber gleich auch einmal hinter sich greifen:
2:0 im ersten Powerplay des Spiels durch einen Schlagschuss von Todd Simon - wiederum in den rechten Winkel.
Der EHC kam jetzt voll in Fahrt, doch außer bei einem Pfostentreffer durch Genze scheiterte der Grizzlysturm meistens mehr an sich selber als am Gästekeeper.
Statt zu erhöhen kam es für die Gastgeber leider genau andersrum:
Eine halbe Minute vor Drittelende nutzt Cameron Mann das erste Pantherpowerplay der Partie zum 1:2 Anschlusstreffer, nachdem Ty Conklin sein Team mehrere Male mit bombigen Reaktionen vorm Gegentreffer bewahrt hatte. Doch seine Vorderleute waren einfach nicht in der Lage den Puck auch nur ein einziges Mal aus dem Verteidigungsdrittel der Grizzlies zu befördern.
Etwas unglücklich ging es mit 2:1 in die erste Pause.

2.Drittel
Der Gegentreffer sollte seine Spuren hinterlassen...
Ingolstadt witterte die Chance das Spiel in den Griff zu bekommen und setzte nun seinerseits dem EHC mächtig zu - immer bemüht das Spielgeschehen vom eigenen Tor fern zu halten.
In der 26. Minute passierte das augenscheinlich Unvermeidbare:
Burym steht sekundenlang völlig frei vor Conklin und kann einen Querpass völlig unbedrängt hinter dem Grizzlygoalie zum 2:2 unterbringen.
Mit einer äußerst kuriosen Entscheidung ermöglichte dann HSR Aumüller den Gästen ab der 34.Minute ein überzahlspiel, das wenig später durch doppelte überzahl leider für die Gäste Früchte tragen sollte:
Andrej Kaufmann trifft beim Stochern nach dem Puck einen auf dem Eis liegenden Ingolstädter mit dem Blatt seines Schlägers im Gesicht - 2 Minuten wegen "hoher Stock" (!).
Dieser Entscheidung folgte einer nicht minder umstrittene Strafe gegen Genze wegen Spielverzögerung, die zu besagter doppelter überzahl der Gäste und letztendlich in der 36.Minute zum 2:3 durch Oswald führte.
Aller Protest seitens Ty Conklin, der ein Schlittschuhtor gesehen haben wollte, war vergebens - HSR Aumüller war sich seiner Sache an diesem Abend scheinbar sicher und zog den Videobeweis erst gar nicht zu Rate.
Doch auch umstrittene Entscheidungen gegen die Gäste blieben zum Glück für die tapfer kämpfenden und doch streckenweise etwas kopflos wirkenden Grizzlies nicht aus:
Als in der letzten Minute des Drittels Justin Harney auf der Strafbank saß, wurden die Panther etwas übermütig und agierten für einen Moment in Unterzahl zu offensiv.
Ciernik schnappte sich also mal wieder vom Gegner den Puck, Pass auf Todd Simon und dieser mit seinem zweiten Treffer des Abends zum gerechten 3:3 Ausgleich 13 Sekunden vor der zweiten Drittelpause.

3.Drittel
Die Grizzlies jetzt schnell bei der Sache, wollten den Gästen aus Bayern erst gar keine Chance lassen das Spiel erneut von ihrem Ersatz-Ersatztorhüter fernzuhalten.
Mit Erfolg! Der große Auftritt von Dale Clarke nahte.
41.Minute: 4:3 durch einen gefühlvollen Schlenzer von der Blauen Linie
42.Minute: 5:3 durch eiskalten Abschluss einer schönen Vorarbeit durch Musial und Paepke
Der Eispalast nun völlig außer Rand und Band, aller Groll der vorherigen Tage war wie weggeblasen...
Doch die Partie blieb ihrer spannenden Linie treu und so gelang den Gästen in der 46.Minute durch Ferguson der erneute 5:4 Anschluss.
Die Grizzlies, diesmal weitaus weniger geschockt als nach dem ersten Gegentreffer der Partie, hielten jedoch voll dagegen, wollten den Sieg um keinen Preis wieder hergeben und das Publikum unterstützte sie dankbar und lautstark bei diesem Unterfangen.
Erst in der letzten Spielminute fiel dann das erlösende empty net goal durch Delisle zum 6:4 Endstand und die Party konnte ihren Lauf nehmen.


Mein subjektiver Eindruck:
Ich war mir zwischenzeitlich nicht ganz einig, ob ich angesichts der Leistung gegen Ingolstadt begeistert, oder umso mehr verärgert über das Spiel gegen Hamburg sein sollte.
Am Ende siegte die Freude über ein tolles Eishockeyspiel mit einem für Erleichterung sorgenden Sieg gegen den Favoriten aus Ingolstadt.
Mit dieser Einstellung hätte man das Ergebnis gegen Hamburg vermutlich um 180 Grad drehen können...aber was soll´s - vorbei ist vorbei.

Tor:
Conklin mit einigen brillanten Saves und teilweise tollen Reflexen.
Nach wie vor hat er mich allerdings, besonders was seine Einstellung betrifft, noch nicht völlig überzeugt.
Er wirkt auf mich häufig mental nicht auf der Höhe und leicht überdreht, will einfach etwas zu viel Show abziehen, anstatt Ruhe abzustrahlen.
Ein Spiel ständig am Laufen zu halten muss nicht immer gut für die eigene Mannschaft sein - manchmal ist es wesentlich wichtiger den Puck zu sichern und auf den Pfiff zu warten, um die gegnerische Mannschaft aus dem Rhythmus zu bringen und den eigenen Leuten Zeit zum Sortieren zu geben.

Verteidigung:
Im zweiten Drittel mit etwas kopfloser Phase, ansonsten eine solide Partie.
Dale Clarke nicht nur im Katastrophenspiel gegen Hamburg bester Verteidiger, sondern auch in dieser Begegnung.

Sturm:
Die vorübergehend installierte erste Reihe mit Delisle, Simon und Ciernik wusste durchaus zu gefallen und setzte einige Akzente. Besonders Simon drückte dem Spiel, nicht nur mit seinen beiden Toren deutlich seinen Stempel auf.
Die anderen Reihen überzeugten mehr durch kämpferischen Einsatz als mit Spielkultur und so bleibt der Wunsch, dass Karabin bald völlig fit ins Team zurückkehrt, um wieder zwei spielerisch überzeugende Reihen aufbieten zu können.

Fans:
Volle Unterstützung von der ersten Minute an! Das hat dem Team sichtlich geholfen Wiedergutmachung zu betreiben.
Hoffentlich bekommen wir nicht noch einmal so ein Spiel wie gegen Hamburg zu sehen, dann kann man guten Gewissens auf den Rängen alles geben - egal wie´s am Ende ausgeht.mb

EHC - Hamburg Freezers 0:5

  • Geschrieben von Martin
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Mit einer nur als Unverschämtheit einzuordnenden Leistung verärgerte das Team von Trainer Stefan Mikes am gestrigen Abend das Wolfsburger Publikum in bisher unbekanntem Ausmaß.
Selbst nach der lustlosen Vorstellung im Pokalspiel gegen die Kölner Haie war der Unmut auf den Rängen nicht annähernd so groß wie nach dem 0:5 Debakel gegen die bestenfalls mittelmäßig aufspielenden Freezers aus Hamburg.
Spätestens nach dem "grandiosen" Auftakt zum zweiten Drittel trieb es den Fans der Grizzlies einem nach dem anderen wahlweise die Zornesröte oder die völlige Resignation ins Gesicht.
Selbst die unverbesserlichsten Optimisten stellten jegliche Unterstützung für die Mannschaft ein - war deren nicht vorhandene Leistungsbereitschaft doch allzu offenkundig.

1.Drittel
Wolfsburg mit akzeptablem Start in die Partie, konnte auch ohne Körperspiel Akzente setzen und sich einige glasklare Torchancen erspielen.
Der Führungstreffer der Gäste in der 5.Minute, der gleich während der ersten überzahl von Manning erzielt wurde, ließ das Wolfsburger Offensivspiel nicht sofort sterben.
Munter ging es weiter auf das Tor von Boris Rousson...doch Toreschießen schien heute nicht im Spiel der Grizzlies vorgesehen zu sein.
Das 0:2 durch Shawn Peacock brachte in der 14.Minute dann das große Kopfschütteln auf die Ränge: Wie schon beim ersten Gegentreffer war von der Abwehr des EHC weit und breit nichts zu sehen.
Vor Rousson harmlos und ungelenk, hinten ohne echte Ambitionen Ty Conklin irgendwie zu helfen - so ging die Partie dann bis zum Ende weiter.

2.Drittel
Nach 35 Sekunden und dem 0:3 durch Brandon Reid war den Zuschauern das Spiel bereits fast völlig egal.
Ein kurzes Aufbäumen der Stimmung gegen Mitte des Drittels wurde in der 36.Minute mit dem 0:4 durch Brad Purdie belohnt.
Eigentlich war es für die Anwesenden Zeit nach Hause zu gehen, aber das Spiel entwickelte den Charme eines Verkehrsunfalls: Nicht schön anzusehen, aber man kann einfach nicht weggucken.

3.Drittel
Nach 27 Sekunden 0:5 durch Plachta nach erneuten Aussetzern in der Defensive der Wolfsburger.
Erwähnenswert vielleicht noch, dass Jan Zurek in der 53.Minute einen Penalty geschenkt bekam und diesen "brandgefährlich" mit einem Schuss auf Roussons Brust ausführte.
Dann war auch irgendwann endlich Schluss und unter allgemeinen Unmutsbekundungen verließen die Grizzlies gesenkten Hauptes das Eis.


Mein subjektiver Eindruck:
Pfui!
Was auch immer intern schief läuft: So eine Darbietung hat das zahlende Publikum nicht verdient. Dieses Spiel grenzte an Körperverletzung am Zuschauer, vor allem die Drittel Nummer 2 und 3.
Das war alles in allem zu offensichtlich, wie unmotiviert da gedaddelt wurde, als dass man dieses "Spiel" als Ausrutscher oder schwarzen Tag abtun könnte.
Ich hoffe, dass sich im Verein jetzt alle nochmal zusammensetzen und eventuelle Schräglagen besprechen. Es kann und darf nicht sein, dass man auf den letzten Metern alles zerstört, was auf einem sehr langen Weg aufgebaut wurde.

Tor:
Conklin hielt, was unbedingt gehalten werden musste. Mehr leider nicht.
Schon in Iserlohn machte er nicht den sichersten Eindruck, riskierte zwar oft sehr viel, sah aber bei den Gegentreffern, so wie gestern, oft nicht gut aus.
Offenbar hat er keine Lust sich voll zu konzentrieren, wenn seine Vorderleute frühzeitig in den Urlaub gegangen sind - irgendwie verständlich, wenn auch wenig hilfreich für den Verein.

Verteidigung:
Dale Clarke bester Mann in diesem Mannschaftsteil...muss ich weiterschreiben?
Ich betone ausdrücklich, dass Sebastian Osterloh nicht mitgespielt hat!
Mit Ausnahme des oben genannten Clarke wirkten unsere Verteidiger allesamt wie Prinz Valium nach ner einwöchigen Haschischkur - verwirrt und laaaaangsaaaaaam.

Sturm:
Ansprechende kämpferische Leistungen von Samendinger, Lingemann, Guggemos, Ciernik, Paepke und Delisle.
Einige Spieler fuhren im Ich-bin-beleidigt-wegen-nicht-stattfindender-Vertragsgespräche-Modus über´s Eis, dass einem das kalte Kotzen kommen konnte.
Was können die Fans dafür, dass ihr es einfach nicht rafft:
Wer einen Vertrag will, muss seinen laufenden erstmal erfüllen. Offenbar haben einige im Team das von ihnen erwartete Preis-Leistungsverhältnis bereits erfüllt, andere hingegen müssen noch was zeigen...nämlich Leistung und nicht so einen Dreck wie gestern!

Fans:
Die Reaktion des Wolfsburger Publikums zeigte, dass man größtenteils schon eine Weile zum Eishockey geht und es gar nicht mag, wenn man so offensichtlich in die Pfanne gehauen wird.
=> Kein Support für so eine beschissene Arbeitseinstellung!
Sollte sich ein derartiger Offenbarungseid der Mannschaft am Freitag wiederholen, dann müssen wohl einige kreative Gesänge der vorletzten 2.Liga-Saison reaktiviert werden.
Ich habe fertig.mb

EHC - Kassel Huskies 3:1

  • Geschrieben von Martin
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Rechtzeitig zum Kellerduell gegen Kassel traf mit Ty Conklin die Frischzellenkur im Grizzlygehäuse ein. Der zuletzt völlig ausgepumpt wirkende Mastic durfte endlich seine wohlverdiente Pause antreten und auch die Mannschaft der Grizzlies dankte dem Vorstand für diese Neuverpflichtung mit einer engagierten Leistung, die zum verdienten und wohl bisher wichtigsten 3:1 Sieg reichte.

1.Drittel
Wolfsburg startete schwungvoll und landete mit Karabins Pfostenkracher schon nach 20 Sekunden das erste Ausrufezeichen der Partie.
Kassel hielt zunächst noch gut mit, störte so gut es ging das Aufbauspiel der Grizzlies und versuchte durch Konter zu Chancen zu kommen.
Doch schon früh zeichnete sich ab, was im weiteren Spielverlauf immer deutlicher wurde:
Die Huskies hatten an diesem Abend mit größten Abstimmungsproblemen zu kämpfen, mussten durch ungenaue Zuspiele immer wieder unnötige Puckverluste hinnehmen und konnten folglich kaum gute Einschusschancen erzwingen.
Der EHC hingegen steigerte sich ins Spiel hinein, ließ zunächst noch den nötigen überblick vermissen, um vorm Gästetor zu vollstrecken, doch auch dieses Manko bekam man in den Griff.
Ab der 15.Minute war es dann soweit:
Smrek stochert einen Abpraller von Zurek gedankenschnell zum 1:0 durch die Schoner von Gage!
Zwei Minuten später kann Zurek im Powerplay in aller Ruhe schauen, wohin der Torwart abgetaucht ist und lässig zum 2:0 einnetzen.
Die Erleichterung auf den Rängen war natürlich riesengroß und die Fans dankten den Grizzlies lautstark ihr beherztes Auftreten.
Mit einem aus Kassler Sicht schmeichelhaften 2:0 ging es in die Kabinen.

2.Drittel
Dieser Spielabschnitt sollte kein Eishockeyleckerbissen werden.
Die Huskies versuchten mit mehr Härte und Kampf ins Spiel zurückzukommen, scheiterten aber an ihrer bereits angesprochenen Abstimmung innerhalb der Mannschaft:
Bereits erkämpfte Pucks gingen ebenso schnell wieder verloren und das Spiel geriet zu einem recht unansehnlichen Gekrampfe auf beiden Seiten.
Besonders im Powerplay machten die Gäste einen mehr als jämmerlichen Eindruck, da viele Versuche fast identisch abliefen:
Scheibe reindreschen, Conklin stoppt sie hinter seinem Gehäuse, EHC-Spieler drischt sie wieder raus.
So ging´s mit unverändertem Ergebnis in die zweite Pause und der letzte Abschnitt musste entscheiden, ob die Kassler doch noch zurückkommen könnten oder ob die Grizzlies den Sack endgültig zu machen würden.

3.Drittel
Jetzt nahm das Spiel endlich wieder Fahrt auf.
Zunächst waren die Grizzlies am Drücker, erspielten sich einige Chancen, von denen der momentan glücklose Paepke die Größte in der 43.Minute vergab, als er einen schönen Querpass von Kaufmann nicht hinter Gage unterbringen konnte.
Nach einer überstandenen Unterzahl hatte der EHC in der 48.Minute dann erneut die Riesenchance den Sieg in trockene Tücher zu bringen:
Musial fährt ein Break auf Gage zu, Kaufmann ist mitgefahren und wartet auf das Zuspiel, doch Musial schießt stattdessen lieber selbst und trifft nur den Goalie der Gäste.
Zum Glück rächte sich diese Eigensinnigkeit nicht, denn nur drei Minuten später profitierte Rainer Suchan von einem Fehler der Kassler Hintermannschaft und konnte zum vorentscheidenden 3:0 vollstrecken - ins leere Tor wohlgemerkt. Was war passiert?
Gage hatte den Puck hinter seinem Tor gestoppt und an einen Abwehrspieler übergeben. Diesem kam sogleich Delisle an der Bande entgegen, welchen er prompt anschoss, anstatt zu klären.
Delisle zu Simon, der reißt nach seinem Querpass auf Suchan schon mal die Hände zum Jubel hoch und *zack* - drin ist der Puck.
Der Treffer konnte vom Zeitpunkt kaum günstiger fallen, hatte wenig zuvor doch Karabin für Conklin auf der Linie gerettet, nachdem ihm ein Spieler der Huskies den Puck unterem Handschuh weggestochert hatte.
Die Huskies, im Anschluss deutlich entnervt, konnten sich in der 56.Minute bei ihrem Torhüter bedanken, dass dieser den krachenden one-timer von Dale Clarke brillant entschärfte und somit einen Rest Hoffnung für sein Team bewahrte.
Diese Hoffnung bekam nämlich nur eine Minute später Nahrung, da den Huskies im Powerplay der Anschluss gelang:
Smrek schlägt hinter dem eigenen Tor über den Puck, Greig nimmt die Scheibe dankend auf und passt auf Swanson, der das Spielgerät aus unmittelbarer Nähe zum 3:1 im Winkel versenkt.
Auf einmal war Kassel hellwach, drückte auf eine Wende und brachte die Grizzlies in Bedrängnis.
Doch zum Abschluss der Partie gab es statt weiterer Tore nur noch zwei Einzelauftritte der Grizzlies:
Die erste von Ty Conklin, dem beim Aufbaupass die Kelle aus der Hand geschlagen wird, worauf er kurzentschlossen den Puck per Hechtsprung mit der Hand aus dem Gefahrenbereich schubst.
Die zweite von David Musial, der praktisch mit dem Schlusspfiff eine kleine Boxerei mit Kirk Furey anzettelt, diese aber wenig konsequent zu Ende bringt.
Nachdem einige weitere Akteure ebenfalls ein paar Zärtlichkeiten ausgetauscht hatten, konnte der Sieg von Fans und Mannschaft des EHC gebührend gefeiert werden und DJ Thomas Malek konnte die drei symbolischen Punkte, die er vor dem Spiel aufs Eis geworfen hatte, freudestrahlend wieder einsammeln.


Mein subjektiver Eindruck:
Die Verpflichtung von Conklin zeigt erste Wirkung. Die Spieler wirkten weitaus gelöster und weniger gehemmt wie noch zuletzt.
Begünstigt wurde dieser Einstand allerdings von einer Kassler Mannschaft, die streckenweise wirkte, als ob man sich erst seit einigen Wochen kennen würde.
Das Zusammenspiel der Gäste war jedenfalls eine einzige Katastrophe und ebnete damit den Grizzlies den Weg zu diesem vielleicht vorentscheidenden Sieg im Kampf gegen die Play-Downs.

Tor:
Conklin äußerst selbstbewusst, spielte stets mit und überraschte zum Teil nicht nur den Gegner sondern auch die eigenen Mitspieler mit schnellen Anspielen auch bis jenseits der eigenen blauen Linie.
Im dritten Drittel wirkte er fast schon ein wenig übermütig, am einzigen Gegentor traf ihn jedoch nicht die geringste Schuld.
Zum Einstand war die dürftige Vorstellung des Kassler Sturms wohl genau das Richtige, um sich ein wenig zu akklimatisieren.

Verteidigung:
Hat die Arbeit endlich wieder voll aufgenommen und eine tadellose Leistung abgeliefert.
Roman Veber wirkte anfangs etwas unkonzentriert, steigerte sich aber zur gewohnt guten Form dieser Saison.
Smrek mit Fehler zum einzigen Gegentor, ansonsten etwas hinter seiner Leistungsfähigkeit zurückgeblieben.
Dale Clarke macht ein gutes Spiel - mehr davon, bitte!
Brüggemann, Genze und Osterloh mit tollem Einsatz und erzsolider Defensivleistung.

Sturm:
Alle Reihen zeigten eine beherzte und von guter Defensivarbeit geprägte Vorstellung.
Auch das flüssige Zusammenspiel scheint in die Reihen der Grizzlies langsam wieder zurückzukehren.
Insgesamt ist man auf einem guten Weg, auf dem fast keiner zurückzubleiben droht...

Fans:
Tolle Stimmung im Eispalast. Endlich konnten Fans und Mannschaft mal wieder an einem Strang ziehen und den Gästen deutlich machen:
HIER REGIERT DER E-H-C !!! mb

EHC - Eisbären Berlin 2:3

  • Geschrieben von Martin
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Mit einer 2:3 Niederlage gegen die Eisbären Berlin beendete der EHC das Null-Punkte-Wochenende und gerät nun bedrohlich nah an die Abstiegsränge.
Trotz intensivem Einsatz merkte man den Grizzlies die Blockade im Kopf und auch eine gewisse Erschöpfung, besonders in der ersten Reihe, an.
So gelang es den Eisbären mit einer recht dürftigen Vorstellung drei Punkte gegen die eigentlich spielbestimmenden Wolfsburger aus dem Eispalast zu entführen.

1.Drittel
Wolfsburg begann mit viel Druck, zeigte sofort Bereitschaft das Heft in die Hand zu nehmen, scheiterte aber regelmäßig am bestens aufgelegten Jonas im Gästetor.
Dann der Doppelschlag in die Magengrube der Grizzlies:
8.Minute: Beaufait verwertet einen Abpraller von Cole zum 0:1 für die Gäste.
9.Minute: Der EHC zu sorglos in der Vorwärtsbewegung, 3 gegen 2 Angriffssituation vor dem Tor von Marek Mastic - 0:2 durch den schön freigespielten Walker.
Das Entsetzen bei Spielern und Anhang der Grizzlies riesengroß:
Mit der Bilanz von 2 Schüsse = 2 Tore stellte Berlin fast beiläufig den Spielverlauf völlig auf den Kopf - Dank Wolfsburger Unkonzentriertheit.
Nahezu gleich im Anschluss gab es durch eine fast einmünitige 5-3 überzahl für den EHC Gelegenheit das Spiel wieder in den Griff zu bekommen.
Leider blieb das Wolfsburger Powerplay an diesem Abend eine einzige Enttäuschung und so fiel der Anschlusstreffer in der 17.Minute absurderweise in Unterzahl (!).
Petr Smrek schnappte sich die Scheibe beim Bully und marschierte unwiderstehlich auf Jonas zu, um diesem beim 1:2 keine Abwehrchance zu lassen.
Als Wolfsburg eine Minute später sogar in doppelter Unterzahl weiterspielen musste und diese auch noch unbeschadet überstand, konnte man die Grizzlies schon wieder auf einem guten Weg wähnen.

2.Drittel
Ein von Kampf geprägtes Drittel schloss sich dem ersten Spielabschnitt an - mit größeren Spielanteilen für den EHC.
Schon in der 23.Minute hatte fast die ganze Halle den Jubelschrei auf den Lippen, als Paepke aufs leere Tor schoss - doch ein Eisbärenspieler hatte den Schläger noch rechtzeitig dazwischenbekommen und blockte den Schuss auf der Linie...unglaublich.
Es ging ähnlich weiter.
Erst im Anschluss an eine Unterzahlsituation nahm der von der Strafbank kommende Andrej Kaufmann den Puck direkt auf und lief allein auf Jonas zu und...vergab!
Doch Delisle war ihm gefolgt und konnte den euphorisch gefeierten 2:2 Ausgleich in der 36.Minute erzielen, indem er den Rebound erfolgreich verwertete.
Jetzt war sie da, die Chance das Spiel zu drehen und dem Gegner den Zahn zu ziehen!
Nur zwei Minuten später hieß es nämlich erneut 5-3 überzahl für die Grizzlies, wiederum für eine ganze Minute.
Eisbären-Torhüter Jonas geriet zum ersten und einzigen Mal in dieser Partie mächtig ins Schwimmen, doch der EHC bekam es einfach nicht hin ein ansprechendes Powerplay aufzuziehen...es war zum Durchdrehen!

3.Drittel
Noch 16 Sekunden überzahl für die Grizzlies.
Nach exakt 20 Sekunden, Berlin war gerade erst wieder komplett, fiel dann das 2:3 für die Gäste nach einem Konter durch Beaufait, dessen Querpass Shearer halb im Fallen verwertete.
Ein dramatischer Abend aus Wolfsburger Sicht nahm seinen Lauf.
Berlin stellte sich nach wie vor ungeschickt an, kassierte überflüssige Strafzeiten, bot dem EHC beste Gelegenheiten durch die folgenden überzahlsituationen das Spiel zurück zu erobern.
Doch alles vergeblich: Ein weiterer Treffer sollte den nun recht ausgelaugt wirkenden Grizzlies nicht gelingen.
Völlig einfallslos und verkrampft rannten die Wolfsburger gegen gut in Unterzahl agierende Eisbären an, nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen.
Ein frustrierendes Wochenende fand seinen Abschluss.


Mein subjektiver Eindruck:
Nach gutem Beginn wirkte die Mannschaft nach den beiden dummen Gegentreffer lange Zeit völlig blockiert: ANGST!
Ohne den Anschlusstreffer von Smrek hätte das wahrscheinlich ein echtes Debakel gegeben.
Eins steht jedenfalls fest: Im Auslassen von Torchancen macht unserem Team momentan keiner was vor...
Bleibt zu hoffen, dass das Team möglichst schnell ein Erfolgserlebnis einfahren kann, sonst steuert man geradewegs in die Play-Downs.

Tor:
Marek zwar ohne Fehler, doch offenkundig mit seinen Kräften am Ende.
Der Wechsel von einer Torecke in die andere hat leider mittlerweile was von Slow-Motion.
Für mich absolut deutlich, dass man von ihm momentan nicht erwarten kann, dass er mal ein paar Hundertprozentige wegfischt, da man dazu wesentlich frischer sein muss.

Verteidigung:
Teilweise einfach nicht sattelfest, verstärken die Probleme, die wir auf der Torwartposition haben damit zusätzlich.
Osterloh mit klasse Einsatz, musste sehr viel einstecken.
Nebenbei bemerkt halte ich die Kombination Clarke - Lundström für eine Einladung zum Toreschießen...
Lundström zu ungelenk und öfter leicht orientierungslos und Clarke, na ja, ist halt Clarke.
Wie wär´s mit Guggemos neben Lundström in der Verteidigung und Clarke als Center in die 4.Reihe?
Fände ich jedenfalls effektiver, da Clarke nach vorne durchaus zu gefallen weiß...

Sturm:
Die dritte Reihe mit Musial, Paepke und Kaufmann recht überzeugend, aber unglücklich im Abschluss.
Die ersten beiden Reihen hingegen wirkten gnadenlos überspielt und ideenlos.
Besonders Ciernik war gegen Ende völlig platt - kein Wunder angesichts der üppigen Eiszeit, die der Ivan zu absolvieren hatte und dem Einsatz in der Defensivarbeit, den er dabei an den Tag legte.
Hier liegt für mich auch der taktische Fehler im Ablauf der Partie:
Durch zuviel Eiszeit für die erste Reihe beraubte man sich der effektivsten Waffen im Powerplay.

Fans:
Schade. Besonders im zweiten und dritten Drittel hätte man mehr draus machen können.
Aber irgendwie lässt sich die Kulisse momentan von der Verunsicherung der Mannschaft anstecken und zweifelt anstatt zu pushen.
Ich kann nur inständig alle Fans bitten:
Gebt gegen Kassel ordentlich Kette, oder wollt ihr etwa Play-Downs sehen?
Ich für meinen Teil weiß jedenfalls nicht, ob meine Nerven das mitmachen würden - ginge es doch wieder mal um alles (DEL) oder nichts (Regionalliga?) in unserer momentanen Situation.mb