header
Log in
A+ A A-

EHC - Iserlohn Roosters 2:0

Der erste Sieg der noch jungen Saison ist in trockenen Tüchern. Und das zur rechten Zeit...
Nach leicht unterkühltem Beginn auf dem Eis und auf den Rängen, schaffte der EHC den ersten "Dreier" und zeigte endlich auch im dritten Drittel eine konditionell ansprechende Leistung.
Durch zwei Powerplaytreffer im zweiten Drittel gewann man gegen die Iserlohn Roosters letztendlich völlig verdient mit 2:0.

1.Drittel
Die Grizzlies zunächst recht verhalten und eigentlich fast ständig in Unterzahl.
Allein im ersten Drittel mussten sie sich viermal in Unterzahl behaupten, was sie allerdings mit Bravour gegen einfallslos aufspielende Iserlohner meisterten.
Das Schussverhältnis von 5:22 spricht hier wohl Bände...
Pünktlich mit dem Pausenpfiff dann die erste Strafzeit gegen die Roosters.
Lysak durfte wegen Stock-Check für eine Sekunde auf der Bank Platz nehmen, bevor es erst mal in die Kabinen ging.

2.Drittel
Nach 53 Sekunden Powerplay klingelte es dann zum ersten Mal hinter Gästekeeper Conti:
Smrek zog völlig frei an der blauen Linie ab und hämmerte den Puck unhaltbar zum 1:0 in den Winkel.
" Und so spielt man überzahl..." hallte es durch den Eispalast, hatten die Grizzlies doch in wenigen Sekunden Powerplay geschafft, was Iserlohn in ganzen acht Minuten nicht gelungen war.
Und weil das Ganze so schön war, legten die Wolfsburger den Roosters in der 26.Minute gleich noch ein "Powerplay-Ei" ins Nest:
Diesmal war es Delisle, der eine Kombination über Suchan und Smrek vollstreckte.
Jetzt ging die Party richtig ab und auch auf dem Eis gab´s gegen Ende des Drittels die ersten emotional geführten Meinungsverschiedenheiten.

3.Drittel
Die Grizzlies offenbar zum ersten Mal mit genug Puste im letzten Abschnitt.
Zwar "regnete" es förmlich Strafzeiten auf beiden Seiten, doch die daraus entstehenden überzahlsituationen wusste keine der beiden Mannschaften zu nutzen.
Im Gegenteil: In der 56.Minute war es York, der bei überzahl für Wolfsburg beinahe mit einem tollen Break den Anschluss für die Gäste erzielt hätte. Doch er scheiterte, wie alle vor ihm, am grandios haltenden Marek Mastic, der seinen ersten DEL-shut-out feiern durfte.
Zum Abschluss der Partie ließ Christoph Paepke es sich nicht nehmen die erste echte Keilerei dieser Spielzeit im heimischen Eispalast einzuläuten, indem er einen Roosters-Spieler, völlig sinnfrei, mit dem Stock gegen den Kopf checkte.
Die aus der folgenden Schlägerei resultierenden Strafen hatten lediglich statistischen Charakter, da nach 15 Sekunden das Ende des Spiels und die euphorische Siegesfeier der Grizzlies anstanden.


Mein subjektiver Eindruck:
Zum ersten Mal offenbar gute Kräfteeinteilung bei unserer Mannschaft...und das trotz viel Unterzahlspiel zu Beginn.
Psychologisch betrachtet kann man den Sieg im zweiten Heimspiel gar nicht hoch genug einschätzen: Bei einer Niederlage wären wir die einzige Mannschaft ohne Sieg in der gesamten Liga gewesen!
So allerdings kann man mit frischem Mut nach vorne schauen.

Tor:
Marek in gigantischer Form - offenbar pushen sich unsere beiden Torleute gegenseitig zu Höchstleistungen.
Angesichts der bisherigen Leistungen von Mastic und Seliger braucht keinem Bange zu sein - beide TOP an diesem Wochenende.

Verteidigung:
Sehr konzentrierte Leistung, ein bis zwei Ausrutscher, ansonsten konnte man voll und ganz zufrieden sein.
Lundström ohne Strafzeit!
Genze ohne größere Fehler!
Clarke dürfte im Powerplay allerdings gerne mal aufs Tor schießen...

Sturm:
Im ersten Drittel mit Unterzahlspiel beschäftigt, dann allmählich mit ansprechenden Kombinationen und gefälligen Kontern.
Im Powerplay mit gutem Aufbauspiel...jedoch auch hier gilt, wie bei unseren Verteidigern:
" Schießen, einfach schießen..."
Die erste Reihe mit Suchan, Simon und Delisle nicht nur im Powerplay sehr überzeugend, sondern auch bei Gleichzahl auf dem Eis wirklich gut.
Unverständlich bleibt mir die Entscheidung Andrej Kaufmann zum zweiten Mal in Folge als überzähligen ü23-Spieler auf der Tribüne zu lassen, zeigte seine Leistungskurve doch in letzter Zeit eher nach oben.
Angesichts der knapp bemessenen Eiszeit unserer 4.Reihe hätte durchaus auch Samendinger mal Pause machen können.

Fans:
Vor Beginn des Spiels gingen einige Iserlohner Fans aufs Eis und begrüßten uns mit einem Plakat in der DEL - eine sehr sympathische Geste, die wir, wenn auch unfreiwillig, gleich im Anschluss zurückgaben:
Im ersten Drittel überließen wir ihnen die Stimmungshoheit in unserer Halle...naja.
Erst im zweiten Drittel kam das Feeling auf, das das Spiel gegen Nürnberg trotz Niederlage zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.
Die Ehrenrunde hingegen war von Anfang an gelungen: Diesmal kann die Mannschaft die Raupe ja echt schon früh ;).
Insgesamt ein gelungener Abend, der einen das nächste Wochenende herbeisehnen lässt. mb