header
Log in
A+ A A-

EHC - Frankfurt Lions 5:4 nP

Ein Spiel mit nahezu allen emotionalen Facetten gab es gegen den amtierenden Deutschen Meister aus Frankfurt zu bestaunen.
Die Grizzlies, die an ihre tolle Leistung aus der Partie gegen Kassel nahtlos anknüpften, zeigten den Lions ein ums andere Mal wie Spielkultur und Spielwitz eine topbesetzte Mannschaft dumm dastehen lassen können.
Frankfurt hielt mit viel Kampf und abgebrühter Chancenauswertung dagegen, konnte aber nur selten glänzen.

1.Drittel
Der EHC startete, vorsichtig ausgedrückt, besonnen in die Partie:
Schließlich fehlten mit Sascha Genze und Dale Clarke zwei etatmäßige Verteidiger, wodurch Markus Guggemos in die Verteidigung neben Per-Anton Lundström rückte.
Doch im Laufe des Drittels wurde den Wolfsburgern klar, dass man sich nicht zu verstecken brauchte und so ergaben sich einige gute Chancen.
Besonders stark war zunächst der Alleingang von Kostyrev Mitte des Spielabschnitts:
Geschickt umkurvt er Ian Gordon im Gästetor, legt auf Rückhand und lupft halbhoch - leider nicht präzise genug, um dem Goalie der Lions keine Chance zu lassen...
In der 16.Minute machte es der an diesem Abend glänzend aufgelegte Ivan Ciernik besser und schloss einen schönen Angriff bei 4:4 auf dem Eis zum 1:0 für die Grizzlies ab.
Leider war Karabins Strafe just in diesem Moment abgelaufen und somit zählte der Treffer als Powerplaytor, was zur Folge hatte, dass auch die verbleibenden 30 Sekunden Strafe für Sean Pronger auf Seiten der Frankfurter von der Anzeigentafel verschwanden. Schade.
Nur zwei Minuten später hätte Ciernik sogar noch nachlegen können, doch diesmal bekommt Gordon die Schoner rechtzeitig zusammen.
Frankfurt bis dahin wenig spektakulär und, abgesehen von 1-2 Aktionen, noch nicht wirklich gefährlich vor dem EHC-Tor.

2.Drittel
Die Grizzlies kamen voller Tatendrang aus der Kabine und übernahmen jetzt endgültig das Zepter auf dem Eis.
Nach nicht einmal zwei Minuten setzt sich Ciernik auf dem rechten Flügel wunderbar durch und spielt einen perfekten Pass vor das Tor, den Zurek nur noch reinzudrücken braucht:
2:0 in der 22.Minute!
Die Stimmung in der Halle zu diesem Zeitpunkt natürlich mehr als fröhlich...
Doch wiederum zwei Minuten später der ärgerliche Anschlusstreffer der Lions zum 2:1 durch Marc Beaucage:
Mastic wird aus Halbdistanz angeschossen und kassiert, dank Abwesenheit der Abwehr, den Rebound durch die Schoner.
Doch der EHC war kaum geschockt - zu wenig war es, was die Lions bis dahin spielerisch zustande brachten, als dass einem Bange werden musste.
Immer wieder sahen die Frankfurter ausgesprochen alt gegen das Kombinationsspiel der Wolfsburger aus, wurden zeitweilig reihenweise in der Abwehr vernascht.
Die Chancenauswertung auf Seiten der Grizzlies blieb aber leider wenig DEL-würdig.
In der 32.Minute der erste wirkliche Schock für die Fans des EHC:
Lebeau trifft mit einem abgefälschten Schuss aus Halbdistanz, mehr als glücklich, zum unverdienten 2:2 Ausgleich direkt unter die Querstange des Grizzlytors.
Nach kurzem Durchatmen angesichts von soviel Dusel auf Seiten der Lions, gaben Fans und Mannschaft aus Wolfsburg aber gleich wieder mächtig Gas, um erst gar keine Resignation aufkommen zu lassen.
Die Lions von da an erst richtig im Spiel angekommen und die Grizzlies mit ersten erkennbaren konditionellen Problemen im Defensivverhalten.
Den Spielstand änderte zunächst aber nichts mehr.

3.Drittel
Und wieder kam der EHC besser aus der Pause:
Nach nur 47 Sekunden hämmert Suchan von der Blauen den Puck per Schlagschuss flach in die Maschen.
3:2 - Die Grizzlies wieder voll am Drücker!
Die, durch die enthusiastisch anfeuernden Fans unterstützte, insgesamt etwas zu offensive Ausrichtung sollte unser Team allerdings teuer zu stehen kommen...
Vier Minuten später das erste Mal:
Erneuter Ausgleich zum 3:3 durch Hackert per Break nach einem abgeblockten Schlagschussversuch an der blauen Linie der Lions.
Das Spiel auf Messers Schneide - beide Mannschaften kämpften verbissen um den vermeintlich alles entscheidenden Treffer.
In der 59.Minute ging denn ein Aufschrei durch den Eispalast, den man vermutlich bis in Halle 54 hören konnte:
Xavier Delisle überwindet mit einem trockenen, harten Schuss Ian Gordon und versetzt die Halle in Siegestaumel.
Wenige Sekunden später schien das Schicksal der Lions endgültig besiegelt, als Sean Pronger zum wiederholten Male auf die Strafbank musste.
Doch die Grizzlies waren einfach nicht abgezockt genug, um sich von der Party auf den Rängen nicht zu weiteren Offensivaktionen anstecken zu lassen.
Statt die Scheibe ruhig durch die eigenen Reihen laufen zu lassen und einzelne Spieler mit langen Pässen zu schicken, spielte das komplette Team weiter nach vorne.
Folge: Puckverlust an der gegnerischen Blauen, Konter durch Lebeau und Tor zum 4:4 durch Norris mitten in die Siegesfeiern auf den Rängen.
Blankes Entsetzen auf der Tribüne und bei den Spielern des EHC.

Penaltyschießen
Nach der eher kläglichen Vorstellung gegen Nürnberg hielt sich der Optimismus auf den Rängen eher in Grenzen.
Doch zur überaschung der Fans zeigten die Grizzlies eine absolute Galavorstellung:
Mit Ciernik, Delisle, Simon und Suchan trafen die ersten vier Schützen des EHC allesamt und ließen Gordon im Gästetor, der schon während der regulären Spielzeit auf der Stockhandseite Tag der offenen Tür hatte, keine Chance.
Da lediglich zwei der ersten vier Frankfurter Schützen trafen, ging der mehr als verdiente Extrapunkt und der vielumjubelte Sieg an das Team aus Wolfsburg.

Mein subjektiver Eindruck:
Der EHC von der Spielanlage wesentlich ansehnlicher als die Lions, die sich ihrerseits durch unglaubliche Kaltschnäuzigkeit (zum Glück nicht im Penaltyschießen) und Kampfkraft auszeichneten.
Ich hoffe inständig, dass unsere Jungs aus den letzten Minuten dieser Partie gelernt haben und in Zukunft auf Ergebnishalten spielen.
Ansonsten tut mir der verlorene Punkt, angesichts dieser spektakulären Spielerfahrung, gar nicht mal so weh.
Insgesamt betrachtet schon enorm, was das Team aus sich herausgeholt hat, um den amtierenden Meister niederzukämpfen.

Tor:
Marek mit guter Leistung, sah beim ersten Gegentreffer nicht ganz glücklich aus - genau wie seine Abwehr.
Im Penaltyschießen überzeugend und, meiner bescheidenen Meinung nach, mit der besseren Anlage im Vergleich zu Seliger.

Verteidigung:
Hut ab, vor dieser mannschaftlichen Leistung. Osterloh und Guggemos haben sich förmlich zerrissen, um das Loch in der Personaldecke zu stopfen. Aber auch der Sturm arbeitete gnadenlos nach hinten.
Besonders Smrek schien allerdings mit fortschreitender Spieldauer mit der vielen Eiszeit etwas überfordert zu sein und verlor zusehends an Konzentration.
Trotzdem zum Zungeschnalzen, was der Petr selbst in brenzligen Situationen aufs Eis zaubert.

Sturm:
Die erste und zweite Reihe mit genialen Vorstellungen. Aber auch die dritte Reihe schaffte es, die Abwehr der Lions unbeweglich und ziemlich hilflos aussehen zu lassen. Erstaunlich.
Langsam scheint der vermeintliche Vorteil, dass große Teile der Mannschaft sich schon länger kennen, sich zu zeigen.
Etwas mehr Abgeklärtheit bei den Gegentreffern 3 und 4 hätte als einziger Wermutstropfen Not getan.

Fans:
Nach verhaltenem Beginn im ersten Drittel entwickelten wir uns zum, meiner Meinung nach, spielbeeinflussenden Faktor.
Die Mannschaft hatte praktisch gar keine Chance den Kopf in den Sand zu stecken nach den, zugegebenermaßen, harten Rückschlägen.
GEIL, GEIL, GEIL.
Die Stimmung nach dem 2:2 Ausgleich(!) bis zur Siegesfeier war einfach nur atemberaubend!
Nächste Woche mehr davon. mb

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.580.261
Besucher heute: 148
Besucher gestern: 729
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 1
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.802.825
Seitenaufrufe diese Seite: 299
counter   Statistiken

DEL-News