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EHC - DEG Metro Stars 6:2

Wer hätte das zu träumen gewagt?
Mit einer absolut souveränen Leistung wurde die DEG mit 6:2 förmlich aus der Halle gescheucht.
Gegen streckenweise geradezu überfordert wirkende Düsseldorfer machten die Grizzlies somit ihren bisher höchsten Saisonsieg klar und liefen fast zu keinem Zeitpunkt Gefahr die Partie aus der Hand zu geben.

1.Drittel
Mit einem Blitzstart gegen völlig desorientierte Abwehrspieler auf Seiten der Metro Stars ging es in die Partie.
Die DEG, in der 2.Minute bereits das erste Mal in Unterzahl, wurde vom Wolfsburger Sturmlauf geradezu überrannt.
Drei Sekunden vor Ablauf der Strafe dann der erste Treffer für die Grizzlies:
1:0 im Powerplay durch Karabin (4.Min), der einen Abwehrschnitzer auf Düsseldorfer Seite eiskalt ausnutzte.
Die Fans jubelten sich gerade warm, da fiel auch schon der nächste Treffer zum 2:0.
Musial schloss eine Kombination über Paepke und Kaufmann mustergültig ab (5.Min).
Die Abwehr der Metro Stars schien bis dahin nur aus Statisten zu bestehen...
Neu-Trainer Butch Goring hatte erst mal genug gesehen und bat sein Team zur Auszeit.
Wäre der EHC wenig später nicht mit zwei Strafen bedacht worden (Musial 2+10 und Smrek 2) von denen zumindest die zweite gegen Smrek äußerst fragwürdig erschien - die DEG hätte an diesem Abend vermutlich ein historisches Debakel im zweistelligen Bereich erlitten.
So allerdings konnte das angeschlagene Team vom Rhein die doppelte überzahl nutzen, um den Anschluss zu erzielen und den Angriffsdrang der Grizzlies ein wenig zu zügeln:
2:1 in der 9.Minute durch Davidson nach Zuspiel von Dandenault bei 5:3 überzahl.
Etwas verhaltener lief die Partie dann bis zur Pause ab, obwohl sich bei teilweise katastrophalem Abwehrverhalten der Düsseldorfer immer wieder gute Gelegenheiten für den EHC boten.
Auch eine doppelte überzahl für Wolfsburg blieb in den Schlusssekunden ungenutzt, nachdem sich ab der 19.Minute gleich drei Metro Stars nach und nach auf die Strafbank verabschiedet hatten.

2.Drittel
Nach zunächst eher schwachem überzahlspiel gelang es erneut Karabin in der 22.Minute, kurz vor Ablauf der letzten Strafe gegen Sulzer, das zweite Tor in überzahl zum 3:1 zu erzielen.
Doch nur gut eine Minute später zeigte der Kapitän der Gäste Andrew Schneider seine Klasse und führte die Grizzlyabwehr regelrecht vor:
Vom freundlichst nebenherfahrenden Pavlikovsky begleitet zirkelte er den Puck genial über Seligers Fanghand zum 3:2 in den Winkel - unverdient, aber schön anzusehen allemal.
Das wurmte den Richard sichtlich...
Wiederum anderthalb Minuten später war es dann ebendieser, der die 2 Tore-Führung wiederherstellte:
Pavlikovsky drischt an der Blauen über den Puck, bekommt ihn prompt zurück und...hämmert die Hartgummischeibe brachial zum 4:2 in die Maschen!
Sichtlich erleichtert sank er auf die Knie, hatte er seinen Fehler doch fast postwendend (25.Min) wieder wettgemacht.
Nachdem die Grizzlies im weiteren Verlauf des Drittels zwei Unterzahlsituationen schadlos überstanden hatten, machten sie den Gästen in der letzten Minute des Spielabschnitts wiederum vor, wie man eine überzahl verwertet:
Brittig schmorte auf der Strafbank, da ließ sich Ivan Ciernik nicht zweimal bitten und nutzte die Gelegenheit zu seinem ersten Treffer des Abends zum 5:2.
Gut gelaunt ging es in die Kabinen bzw. in die Pistenbar.

3.Drittel
Dass man mittlerweile gelernt hat eine Führung zu verteidigen, zeigten die Wolfsburger im letzten Abschnitt recht eindrucksvoll.
Da brannte fast nie etwas an und als Boris Lingemann in der 56.Minute gegen seinen Ex-Verein und Geburtsort zum 6:2 Endstand traf war das Grizzlyglück komplett.
Die Gäste gaben endgültig auf und der EHC spielte die Partie cool zu Ende.


Mein subjektiver Eindruck:
Ein wunderbarer Eishockeyabend mit toll aufspielenden Grizzlies und erschreckend schlecht organisierten Gästen, die als Einzelspieler sicherlich größtenteils oberes DEL-Niveau besitzen, doch im Team reichlich chaotisch und deutlich verunsichert daherkamen.
Außerdem psychologisch betrachtet ein sehr wertvoller 3-Punktegewinn, da es vermutlich vorerst die letzte Möglichkeit war zu punkten (Mannheim und Berlin als nächste Gegner!).
Der 7.Tabellenplatz dürfte allerdings leider ein sehr kurzfristiges Phänomen bleiben.

Tor:
Seliger mit tadelloser Leistung und einigen absoluten Top-Saves. Besonders schön seine Rettungstat im ersten Drittel, als er in einen One-timer mit der Kelle vorm Fuß hineinsprang und so den eigentlich sicheren Gegentreffer verhinderte.
Erstaunlich, wie schnell der Mann vom Boden wieder hochkommt!

Verteidigung:
Im Verbund fast fehlerlos - absolut gut organisiert und engagiert.
Gegen die unbestreitbar vorhandene individuelle Klasse der Düsseldorfer Einzelakteure ab und zu bei 1-1 Situationen überfordert.

Sturm:
Sehr druckvoll, gutes Spielverständnis.
Besonders im kreativen Bereich wusste der Angriff zu überzeugen und zu überraschen.
Karabin und Ciernik ragten aus der ohnehin durchgängig klasse spielenden Mannschaft noch zusätzlich heraus: Einfach genial, wie die beiden spielerisch und kämpferisch aufdrehten.
Im letzten Drittel zwar immer noch etwas zu offensiv, wenn es darum geht eine Führung über die Zeit zu bringen, aber längst nicht so übertrieben wie zuletzt gegen die Lions.

Fans:
Das Spiel war eine einzige Steilvorlage zum Partymachen, die wir natürlich gerne aufgenommen haben.
Wie man überhaupt zusammenfassend sagen kann, dass es sich in dieser Saison bisher eigentlich immer gelohnt hat in den Eispalast zu kommen: Sei es, um eine vorbildlich kämpfende Mannschaft zu sehen; sei es, um einfach Spaß an der Freude zu haben.
Hoffentlich bleibt das so.
Die Mannschaft dankt es uns...da bin ich mir mittlerweile recht sicher. mb