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EHC - Eisbären Berlin 5:4 nP

In der Punkterunde (den Pokal vergessen wir mal ganz schnell wieder) jagt ein Knallerspiel das nächste.
Nach dem Meister der letzten Saison bieten die Grizzlies auch dem Vizemeister aus Berlin Paroli und besiegen die Eisbären mit exakt dem gleichen Ergebnis wie gegen Frankfurt und nicht minder viel Dramatik.

1.Drittel
Das Spiel startete mit ansprechendem Spielfluss auf beiden Seiten und nach nur 3,5 Minuten mit dem ersten Treffer für die Eisbären.
Walker spielt nach schönem Anspiel durch DuPont Marc Seliger aus und schiebt zum 1:0 ein.
Angesichts der zuletzt desaströsen Leistung des EHC im Pokal begann man sich auf den Rängen jenseits des Eisbärenfanblocks bereits erste Sorgen zu machen.
Und je länger das Drittel lief, umso tiefer wurden die Sorgenfalten in den Gesichtern der Grizzlyfans:
Die Wolfsburger spielten sehr ansehnlich mit und die Chancenauswertung konnte erneut nur als einzige Katastrophe bezeichnet werden - alles wie bereits im ersten Drittel gegen Köln gesehen.
Die Eisbären dagegen immer einen Tick gefährlicher vor dem Tor und im Powerplay bärenstark.
15.Minute: Zweites Eisbärenpowerplay, zweites überzahltor zum 2:0 durch Shearer - Entsetzen auf den Rängen.
Nach weiteren vergeigten Chancen auf Grizzlyseite ging´s entnervt in die Kabinen.

2.Drittel
Doch der Wille nach über 80 Minuten auf heimischem Eis endlich wieder ein Tor zu erzielen war noch längst nicht gebrochen!
Die Grizzlies waren jetzt richtig sauer und starteten einen wütenden Sturmlauf nach dem anderen - die Gäste hingegen kamen in der Defensive immer mehr ins Schwimmen, blieben über Konter aber nach wie vor brandgefährlich.
Zur Hälfte der Spielzeit hatte dann auch auf den Rängen der Trotz über die Verzweiflung gesiegt und das Wolfsburger Publikum begann sein Team lautstark nach vorne zu pushen.
Ein mitreißendes Spiel entwickelte sich nun und als in der 34.Minute Petr Smrek Gästekeeper Jonas zum 1:2 aussteigen ließ brannte der Eispalast von diesem Augenblick an bis zum Ende der Partie ohne Unterbrechung!

3.Drittel
Es waren gerade einmal 43 Sekunden gespielt, da stand der Eispalast auch schon endgültig Kopf:
Xavier Delisle trifft nach schönem Zuspiel durch Suchan zum 2:2!
Die Eisbären wirkten leicht angeschlagen, mussten kämpfen, um nicht überrannt zu werden.
Doch es half nichts:
Als Hördler nur eine Minute nach dem Ausgleich für die Gäste auf die Strafbank musste, schlugen die Grizzlies nun endlich auch im Powerplay zu.
3:2 in der 44.Minute per Schlagschuss von Roman Veber, der seinen ersten Saisontreffer markierte.
Torhüter Jonas ließ den Puck netterweise über die Fanghand springen und die Wolfsburger somit zum ersten Mal in Führung gehen.
Die Berliner, jetzt völlig von der Rolle, wurden in der Folgezeit nahezu an die Wand gespielt und wussten sich spätestens zur Mitte des Spielabschnitts nur noch mit Fouls gegen drückend überlegene Gastgeber zu wehren.
Folge: In der 51.Minute wanderten gleich zwei Spieler der Eisbären im Abstand von 30 Sekunden auf die Strafbank.
Ivan Ciernik sagte danke und bugsierte den Puck bei 5:3 überzahl an Jonas vorbei über die Linie.
4:2 für die Grizzlies - alles klar...oder doch nicht?
Bis fünf Minuten vor Schluss ein unverändertes Bild: Die Wolfsburger mit viel Druck - die Gäste schwer am kämpfen, um nicht noch weiter in Rückstand zu geraten.
Doch dann starten die Eisbären zur Schlussoffensive und erzielen in der 57.Minute das 4:3 durch Shawn Heins, der einen Schuss von Felski unhaltbar durch Seligers Schoner abfälscht.
Jetzt ging´s plötzlich andersrum und die Grizzlies standen von da an unter Dauerbeschuss.
Doch erst als Osterloh in der 58.Minute wegen Spielverzögerung auf die Strafbank musste, gelang den Gästen eine Minute vor Ende der Partie der ersehnte Ausgleich zum 4:4.
Nach Videobeweis erhielt der Treffer seine endgültige Anerkennung, da er aus einer recht unübersichtlichen Situation gefallen war.
Zu beiden Entscheidungen, sowohl Osterlohs Strafe als auch der Anerkennung des Tors, fanden Geschäftsführer Lorenz und, ungewohnter Weise, auch Trainer Stefan Mikes deutliche Worte in Richtung Schiedsrichter in der anschließenden Pressekonferenz.
Eine weitere überzahl für die Grizzlies verstrich, angesichts des Schocks verständlich, ungenutzt.

Penaltyschießen
Schön, dass sich sogar Stefan Ustorf nicht mehr daran erinnern konnte, wie man gegen Seliger Penalties verwandelt. Ich werde es an dieser Stelle natürlich nicht verraten ;)
Lediglich Sven Felski überwand ihn zum zwischenzeitlichen Ausgleich - die anderen vier Eisbären scheiterten am bestens aufgelegten Goalie der Grizzlies.
Für Wolfsburg hingegen trafen Simon und Karabin, so dass der letzte Schütze nicht mehr antreten musste.


Mein subjektiver Eindruck:
Ohne die Ladehemmungen auf unserer Seite in den ersten 30 Minuten der Partie hätten wir wohl ein noch wilderes Spiel gesehen. Kaum auszudenken...
Betrachtet man die Leistung beider Teams über die gesamte Spielzeit, so erscheint die Punkteteilung in dieser Form absolut korrekt.
Gemessen am Verlauf des letzten Drittels muss man aber leider von einem Punktverlust sprechen. Gegen Spitzenteams fällt es unserer Mannschaft leider immer noch auffällig schwer einen Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Da hilft alles Unken über den Schiri nichts: Da ist der Trainer gefragt!
Was bleibt ist die Hoffnung, dass wir im Laufe der Saison auch einmal ein paar Punkte vom Schiri geschenkt bekommen. Bisher sind wir sie leider immer nur losgeworden (Nürnberg, Hamburg, Berlin).
Ansonsten ein klasse Eishockeyfest, das mal wieder jede Menge Werbung für unseren heißgeliebten Sport gemacht hat.

Tor:
Seliger hielt die Grizzlies im Spiel, bis die ihre torlose Durststrecke endlich beendeten.
Ohne seine herausragende Leistung wäre das Spiel vermutlich recht früh gelaufen gewesen.
Einfach nur KLASSE!

Verteidigung:
Insgesamt gute Leistung gegen den stark aufspielenden Eisbärensturm.
Per-Anton beim 0:2 nicht ganz unschuldig. Da er nicht der Beweglichste ist, muss er noch an seinem Stellungsspiel arbeiten, damit er bei Tempogegenstößen nicht so leicht überrannt wird.
Sascha Genze macht mir nach wie vor Sorgen. Immer wieder ist er gedanklich einfach nicht schnell genug und agiert unter Druck nicht entschlossen genug.
Petr Smrek ist für mich bisher der Top-Neuzugang - UNGLAUBLICH diese Skatetechnik und dieser Spielwitz. Wie der als letzter Mann an der Blauen die Forechecker aussteigen lässt...

Sturm:
Spielerisch bin ich bisher von unserem Sturm eigentlich recht häufig überzeugt gewesen.
Die Abschlussschwäche hat allerdings in den letzten beiden Partien gegen Köln und Berlin schon fast aberwitzige Dimensionen erreicht. Zum Glück ist der Knoten ja doch noch geplatzt.
Allerdings...zwei Tore durch Verteidiger.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir für die letzte Ausländerstelle einen Topstürmer aus der NHL wünschen.
Wer weiß, wozu unsere Mannschaft mit einem genialen Verwerter vorm Tor in dieser Saison fähig wäre - kleine Brötchen backen hin oder her...
Angesichts des spielerischen Potentials, das in unserem Team steckt, ist es leider immer wieder eine Schande wie häufig dies nicht mit Zählbarem belohnt wird.

Fans:
Sehr geil. Besonders die zweite Hälfte des Spiels.
Bei den Eisbärenfans war zwar eine Menge Feuerwasser im Spiel, doch die wenigen Zwischenfälle waren absolut im normalen Rahmen.
Dass einige Gästefans bei der Ehrenrunde unserer Mannschaft auf dem Eis rumhopsten, fand ich ein wenig unfair, aber es sei ihnen verziehen - mal was anderes.
Uns fand ich, wie gesagt, ab Spielmitte stimmungsmäßig wirklich gut und die Mannschaft hat´s zurückgegeben.
Lasst uns das Ganze gegen die Scorpions noch mal toppen!
Denn...*sing*"Die Nr.1 im Land sind wir!"*sing*. mb

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