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EHC - Kassel Huskies 4:0

Die Grizzlies beendeten mit einem deutlichen 4:0 gegen die Kassel Huskies ihre Niederlagenserie und schickten die Gäste mitsamt der "Roten Laterne" zurück Richtung Hessen.
Hatten die Wolfsburger Zuschauer eine ansprechende kämpferische Leistung des EHC gesehen, so waren die zahlreich mitgereisten Huskiefans sichtlich erbost ob der dargebotenen Leistung ihres Teams. Der Mannschaftsbus der Kasseler konnte nach einer Blockade durch die aufgebrachten Anhänger erst nach einer Ansprache von Tobi Abstreiter und mit einiger Verspätung die Reise nach Hause antreten.

1.Drittel
Die Grizzlies, ohne Todd Simon und Xavier Delisle angetreten, fanden recht gut in die Partie und hatten auch gleich zu Beginn eine Riesenchance:
Der Puck kommt an der Bande Richtung Kasseler Tor und springt plötzlich von der Bande direkt vor das Gehäuse von Hirsch - Kaufmann zieht ab, doch Hirsch schnappt sich den Puck per Hechtsprung!
Nicht ganz so spektakulär, dafür recht ausgeglichen, ging es weiter und beide Mannschaften erarbeiteten sich einige gute Chancen.
Je zweimal ließen beide Teams eine überzahl ungenutzt, wobei keine Powerplayformation zu überzeugen wusste.
Torlos ging es in die Pause und man hatte den Eindruck, dass keines der beiden Teams die Nervosität schon komplett abgelegt hatte.

2.Drittel
Nachdem eine zweiminütige überzahl der Gäste zu Beginn des Drittels mit viel Einsatz und ein wenig Glück seitens des EHC überstanden worden war, legten die Grizzlies endlich richtig los.
Immer mehr verlagerte sich das Spiel vor das Gehäuse von Corey Hirsch, der Kassel bis zu diesem Zeitpunkt gut im Spiel gehalten hatte.
In der 26.Minute war es dann soweit:
1:0 durch Kapitän Karabin, der den Puck wunderbar unter die Latte zirkelt.
Kaum war der Jubel im Eispalast verklungen da schlug es schon wieder im Gästegehäuse ein:
Petr Smrek traf nur eine Minute später zum 2:0 und schockte die Gäste damit endgültig.
Kassel jetzt derart von der Rolle, dass sie eine 5:3 überzahl wenig später wiederum nicht in Zählbares verwerten konnten.
In der 34.Minute dann doppelte überzahl für Wolfsburg. Doch auch die Grizzlies standen zu diesem Zeitpunkt unter Schock und blieben ohne Torerfolg: Ihr Teamkollege Richard Pavlikovsky war kurz zuvor wegen eines üblen Bandenchecks durch LaFlamme aus der Partie ausgeschieden und wenig später mit dem Krankenwagen abtransportiert worden.
LaFlamme hatte für die rüde Aktion (Bandencheck mit Verletzungsfolge) lediglich 2 Minuten bekommen, was die Stimmung auf den Rängen deutlich anheizte.
Im Anschluss folgte das letzte Aufbäumen der Huskies, doch der glänzend aufgelegte Marc Seliger hielt seinen Kasten auch im zweiten Drittel sauber.

3.Drittel
Die Schlittenhunde jetzt nur noch Bärenfutter.
Das letzte Drittel dominierte der EHC wie man es lange nicht mehr gesehen hat und hätte die Gäste weitaus deutlicher nach Hause schicken können.
Zudem dezimierten sich die Kasseler in schöner Regelmäßigkeit mit völlig überflüssigen Frustfouls, so dass sie nicht mal den Hauch einer Chance auf zumindest einen Punkt wahren konnten.
So aber schraubten die Grizzlies das Ergebnis durch zwei weitere Treffer in die Höhe:
3:0 in der 47.Minute durch den Ex-Kasseler Markus Guggemos auf Zuspiel von zwei weiteren ehemaligen Huskies (Kostyrev und Suchan)
4:0 in der 49.Minute durch Dale Clarke, der bei zweifacher überzahl völlig freistehend den Puck zu seinem ersten Saisontreffer in die Maschen dreschen kann.
Mit dem ersten shut-out im Grizzlytrikot für Marc Seliger fand die Partie den letzten Höhepunkt des Abends und den Spielern des EHC war während der Ehrenrunde ihre Erleichterung deutlich ins Gesicht geschrieben.


Mein subjektiver Eindruck:
Kampf und Einstellung stimmten definitiv. Da stand wieder eine Mannschaft auf dem Eis, die wirklich WOLLTE.
Wenn es in der Teamsitzung gelungen sein sollte diesen Spirit wirklich jedem nahezubringen, dann habe ich durchaus Hoffnung, dass wir die Playdowns vermeiden können.
Spielerisch hat mich die Mannschaft allerdings schon mehr überzeugt - wenn Delisle und Simon ins Team zurückkehren könnte auch dieser Aspekt wieder aufsteigende Tendenz zeigen.
Meiner bescheidenen Meinung nach hat dieses Spiel aber erneut gezeigt: Wir können die Klasse nur mit kämpferischer und mannschaftlich geschlossener harter Arbeit halten.
Mit spielerischen Mitteln ist das mit unserer Mannschaft nicht zu bewerkstelligen...umso wichtiger, dass innerhalb des Vereins alles harmoniert und teamorientiert arbeitet: Vorstand, Trainer und Mannschaft.
Ein erster Schritt in die richtige Richtung wurde in den vergangenen Tagen unternommen.
Jetzt muss konsequent weiter am Teamgeist gefeilt werden und jeder, der ausschert und auf den Egotrip kommt, muss deutlich zu spüren bekommen, dass so etwas nicht geduldet wird.
Das schließt jede der obengenannten Parteien ein...

Tor:
Seliger makellos. Klasse Reaktionen, bombenstarke Beinarbeit und mit dem richtigen "Riecher" bei verdeckter Sicht.
Wenn die Verteidigung keine Breaks zulässt kaum zu überwinden.

Verteidigung:
Endlich wieder solide Arbeit ohne zu viele Konter zuzulassen.
Roman Veber zwar nicht der Gott des Körperspiels, aber bissig und hartnäckig ohne Ende: Ein echtes Vorbild für seine Mitspieler!
Dale Clarke mit verbesserter Vorstellung, ebenso wie Lundström.
Pavlikovsky mit ansprechender Leistung...leider wohl für längere Zeit verletzt.
ü ber Osterloh brauche ich nicht viele Worte verlieren - super wie immer.
Smrek allerdings ist und bleibt eine Klasse für sich...ich erspare Euch meine Schwärmerei.

Sturm:
Wille, Kampfbereitschaft, Teamgeist - alles vorhanden.
Nur so geht´s.
Brilliante Spielzüge blieben zwar selten, doch auch da werden wir wieder mehr zu sehen bekommen, wenn keiner auf seine persönliche Scorerwertung schaut.
Wenn Simon und Delisle sich in diesem Sinne einreihen, dann können wir von diesem Mannschaftsteil in Zukunft wieder einiges mehr erwarten als das, was wir zuletzt zu sehen bekommen haben.
Hoffen wir das Beste...

Fans:
Im ersten Drittel wollte sich keine wirkliche Begeisterung einstellen.
Zu tief saßen wohl die Zweifel, die die letzten Spieltage geschürt hatten.
Ab dem zweiten Drittel war es dann ja doch noch ganz lustig...aber auch die Fans müssen offenbar erst mal wieder zueinander finden ;) mb