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EHC - Hamburg Freezers 2:3

Da unser Trainer offenbar ein ganz tolles Eishockeyspiel gesehen hat, werde ich in diesem Spielbericht den Schwerpunkt auf meinen subjektiven Eindruck legen.
Nicht, um auf Teufel komm raus zu widersprechen, sondern um der Versuchung zu widerstehen schon im Spielbericht ironisch zu werden...

Am gestrigen Abend setzte es die vierte Heimniederlage der Saison für das Team der Grizzly Adams.
Mit 2:3 unterlag man den Hamburg Freezers, die zum Glück nicht in der Lage waren einen Großteil ihrer zahlreichen Torchancen zu nutzen.

1.Drittel
Fahrig und unkonzentriert starteten die Grizzlies ins Spiel und fingen sich in der 2.Spielminute in ihrer ersten Unterzahl bereits das 0:1 durch Johnson ein.
Wolfsburg fand kaum in die Zweikämpfe und entwickelte nur wenig Spielfluss, doch mit etwas Glück und einer 1a Vorstellung von Marc Seliger im Grizzlygehäuse blieb es bis zur Pause beim knappen Rückstand für die Gastgeber trotz zahlreicher Chancen für die Freezers.
Der EHC hatte, zumindest laut offizieller Statistik, bis dahin einen einzigen Torschuss abgegeben, der von Rousson entschärft wurde.
Aber auch vergebene Chancen waren auf Wolfsburger Seite nicht viel mehr als eine einzige durch Suchan zu verzeichnen, der, kurz vor der Sirene zum Pausentee, am Tor vorbeischoss.

2.Drittel
Die Grizzlies fanden jetzt etwas besser ins Spiel und konnten sich zumindest einige Chancen erarbeiten.
Im dritten Powerplay schaffte der EHC dann auch den Ausgleich in der 29.Minute.
Ivan Ciernik hatte den Puck zielsicher durch die Reihen der verteidigenden Hamburger geschossen und zeigte einmal mehr seine individuelle Klasse.
Doch schon sechs Minuten später gingen die Freezers erneut in Führung:
Wiederum Johnson hatte den Puck an den Pfosten geschlenzt von wo er Marc Seliger unglücklich an den Rücken fiel - 1:2.
Im Verlauf des Drittels hatten Zurek und Kaufmann bereits zwei "Hundertprozentige" vergeben, so dass der erneute Rückschlag umso bitterer war.
Die Mehrzahl an Einschussmöglichkeiten besaßen trotzdem die Gäste aus Hamburg...

3.Drittel
Nach anfänglich dominantem Beginn der Grizzlies im letzten Spielabschnitt, verflachte die Partie ein wenig und wachte erst in der 58.Minute wieder auf:
1:3 durch Plachta, der im Anschluss an einen katastrophalen Abwehrfehler von Genze eine sehenswerte Kombination der Hamburger zum Torerfolg abschloss.
Jetzt gab´s erst mal Auszeit für Wolfsburg und anschließend ging Seliger, zweieinhalb Minuten vor Schluss, für einen sechsten Feldspieler vom Eis.
Wenig später erhielt Rumrich auf Seiten der Freezers die einzige (!) Strafzeit des gesamten Drittels und so konnten die Grizzlies die Hamburger Abwehr doch noch einmal ins Schwimmen bringen und bei 6-4 auf dem Eis den Anschlusstreffer durch Karabin erzielen.
Leider waren zu diesem Zeitpunkt gerade mal noch 43 Sekunden zu spielen und so blieb es beim verdienten 2:3 Erfolg der Gäste aus der Hansestadt.


Mein subjektiver Eindruck:
Ich weiß nicht, was unser Trainer genascht hat, aber der Satz "Jeder in der Mannschaft wollte gewinnen" sollte, meiner Meinung nach, auf dem Eis anders aussehen.
Im Endeffekt sah man im ersten Drittel, aber auch zeitweilig in den beiden anderen Dritteln, eine Mannschaft, die halbherzig in die Zweikämpfe ging, kaum bis gar keinen Spielfluss entwickelte und insgesamt ziemlich verunsichert daherkam.
über die Wolfsburger Chancenverwertung lacht wahrscheinlich bereits die ganze Liga...bis auf Hamburg, die bisweilen noch mehr vorm gegnerischen Kasten vergeigen.
Den Sieg erzwingen kann man nur mit Kampf und einem Mindestmaß an engagiertem Körperspiel - unter Inkaufnahme etwaiger Strafzeiten.
Dazu sind im Team gestern aber nur einige bereit gewesen. Der Rest scheint Angst vor Konsequenzen zu haben, falls unser Trainer eine Strafzeit für "überflüssig" befinden könnte.
Mit derartigem Kuschelhockey werden wir uns auf jeden Fall noch eine Menge öde und erfolglose Spiele anschauen dürfen.
Mit "wir" meine ich alle Dauerkartenbesitzer und Unverbesserlichen, die niemals die Hoffnung aufgeben, auch wenn der Verein bisher keine Anstalten macht adäquat auf die momentane Situation zu reagieren.

Die Genialen:

Marc Seliger
Super-Reflexe, voll konzentriert, hielt alles was haltbar war und mehr...
Ivan Ciernik
Individuelle Klasse und kämpferischer Einsatz vom Feinsten, war oft nur unfair zu stoppen
Petr Smrek
Spielwitz und Skatetechnik zum Zungeschnalzen, nach dem Länderspieleinsatz voll da

Die Kämpfer:

Ladislav Karabin
Hat nicht gerade einen Spitzenlauf, aber bemühte sich etwas zu bewegen.
Der letzte Körpereinsatz fehlt leider momentan.
Markus Guggemos
Immer schwer am rackern, hängte sich voll rein - vorbildlich
Roman Veber
Gestern recht unauffällig, aber mit ansprechender Leistung
Sebastian Osterloh
Immer voll da, wenn´s brenzlig wird, kämpferisch top - fast schon genial...
Christoph Paepke
über weite Strecken des Spiels gewohnt bissig und frech; hatte aber Motivationslöcher, da ihm seine Nebenleute mit fortschreitender Spieldauer aus unterschiedlichen Gründen merklich auf den Nerv gingen.
Rainer Suchan
Gewohnt schnell und einsatzfreudig, wurde leider ein Opfer des lausigen Spielaufbaus und bekam dadurch wenig Gelegenheit sich in Szene zu setzen
Xavier Delisle
Er rackerte sichtlich bemüht und kämpfte auch an der Bande im Rahmen seiner Möglichkeiten. Torchancen wollten sich aber keine ergeben und auch vom Killerinstinkt, den er zu Beginn der Saison vor dem Tor aufblitzen ließ, ist bislang noch nichts wieder zu sehen.
Marek Mastic
Kämpft um mehr Eiszeit - hat gegen Seliger aber mehr und mehr einen schweren Stand

Die Verunsicherten:

Per-Anton Lundström
Darf nicht spielen, was er kann. Wurde vom Trainer schon zu Saisonbeginn völlig übertrieben kritisiert und vor Kurzem mit einer erneuten Abmahnung bedacht.
Wird, meiner Meinung nach, in Wolfsburg in seiner Entwicklung eher zurückgeworfen.
Gestern hatte man teilweise den Eindruck, dass er auf dem Eis überhaupt nicht wusste wohin mit sich - er könnte ja was falsch machen.
Andrej Kaufmann
Hat technisch mal wieder alles gezeigt, was man in der DEL braucht.
Körpereinsatz braucht man leider auch...und Nerven.

Die Unauffälligen:

Herbert Geisberger, Artjom Kostyrev, Tobias Samendinger und (leider) Boris Lingemann konnten sich kaum durch Herausragendes hervortun.
Mangelnder Einsatz konnte aber keinem vorgeworfen werden - Zählbares war aber nicht in Reichweite.

Die Lustlosen:

Todd Simon
Alibi-Eishockey aus dem Lehrbuch. Wir tun mal so, als ob...
Unter Mikes erwarte ich von ihm nichts Geniales mehr.
David Musial
Zwei bis drei schwungvoll vorgetragene Angriffe, dann nutzte er die Gunst der Stunde und zeigte seiner Ausrüstung die Halle. Immer wieder mit schwankender Leistung und Einsatzbereitschaft.
Dale Clarke
Warum kennen so wenige beim Rufen der Mannschaft seinen Namen?
Genau: Bei Anpfiff legt er den Tarnmantel an und wartet, dass endlich Schluss ist.
Für einen potentiellen Leistungsträger auch gestern mal wieder viel zu wenig.

Die Ahnungslosen:

Jan Zurek
...wusste nicht, dass in der DEL die harten Checks auch von Spielern kommen können, die genau so schnell sind wie er.
Lars Brüggemann
...weiß noch gar nicht, worauf er sich eingelassen hat.
Sascha Genze
...hätte es besser wissen müssen (Saison 02/03).
Stefan Mikes
...sieht Spiele, die sonst keiner sieht.

Die Verletzten:

Richard Pavlikovsky
Gute Besserung, Richard!


Mein persönliches Fazit:
Wir brauchen einen neuen Trainer, damit die Mannschaft ihr vorhandenes Potential abrufen kann und zerbrochenes Porzellan beiseite gekehrt werden kann.
Jemand, der das Tor trifft, brauchen wir natürlich auch noch...mb.

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