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EHC - ERC Ingolstadt 4:1

Mit einer in dieser Form völlig unerwarteten Vorstellung verzückten die Grizzlies ihr Publikum beim Heimspiel gegen Ingolstadt.
Durch einen selten gefährdeten und völlig verdienten 4:1 Heimerfolg eroberten sie wohl manch verloren gegangene Sympathie bei ihren Anhängern zurück, die von Anfang an merkten, dass an diesem Abend beim EHC alles zu stimmen schien.
Selbst die teils dreist offensichtliche Benachteiligung durch HSR Aumüller konnte die gnadenlos kämpfenden Grizzlies nicht stoppen.

1.Drittel
Der EHC kam gut aus den Startlöchern und präsentierte sich sofort mit viel Engagement und Tempo.
Doch wie schon so oft gab es gleich in der Startphase die erste Strafe des Spiels für das Wolfsburger Team - diesmal nach etwas über 2 gespielten Minuten gegen Sebastian Osterloh wegen hohem Stocks.
Was auch immer man von der Strafe hielt, die Grizzlies interessierte das alles nur wenig:
Mit vollem Einsatz und der nötigen übersicht hielten sie in Unterzahl dagegen und hätten wenig später, trotz Unterzahl, fast die Führung durch Ivan Ciernik erzielt.
Das Erstaunen beim Gegner und den eigenen Fans war förmlich greifbar...
Ingolstadt wurde im ersten Drittel nahezu an die Wand gespielt. Besonders die erste Sturmreihe mit Zurek, Karabin und Ciernik zeigte die Panther ein ums andere Mal völlig überfordert.
In der 6.Minute dann der erste Streich der Wolfsburger Top-Reihe:
1:0 durch Jan Zurek, der die Vorarbeit seiner verbissen kämpfenden Nebenleute per one-timer eiskalt vollstreckte.
Erschreckend aus Ingolstädter Sicht, wie lange Zurek sich vorm Gehäuse der Gäste unbedrängt zum Zuspiel anbieten konnte - aus Wolfsburger Sicht ein Zeichen für die Chancen, die man sich erarbeiten kann, wenn man den Gegner massiv unter Druck setzt und durcheinanderwirbelt.
Das Spiel lief mitreißend weiter und in der 16.Minute der erste negative Aufreger des Spiels:
HSR Aumüller bemühte nach einem Wolfsburger Powerplay-Treffer durch Simon den Videobeweis, nachdem während der Situation das Ingolstädter Tor von einem verteidigenden Spieler umgerissen worden war. Mit dem Ergebnis, dass er weder das Tor noch eine Strafe wegen absichtlichem Torverschieben gab.
Der lautstarke Dank der Grizzlyfans war ihm ab da nicht mehr zu nehmen.
Die Grizzlies unten auf dem Eis pellten sich ein Ei drauf und schossen das 2:0 einfach ein paar Sekunden später noch mal.
Ein gefühlvoller Schlenzer von Ciernik war durch einen Ingolstädter Verteidiger unhaltbar abgefälscht worden. Man konnte wohl von Glück reden, aber es war in jedem Fall das Glück des Tüchtigen. Die Vorlage kam übrigens direkt von Mastic!
Doch schon in der 17.Minute war das Glück kurz auf Pantherseite zu Besuch und Cameron Mann konnte einen Schuss von Ficenec unhaltbar zum 2:1 ins Gehäuse des EHC abfälschen.
Mastic reklamierte zwar noch hohen Stock, doch es blieb nicht das einzige Mal, dass der Referee ihn nicht erhören wollte.
Die ersten Zuschauer waren schon auf dem Weg zum Pausenbier und verpassten, völlig verdienter Maßen, den dritten Treffer der Grizzlies kurz vor der ersten Unterbrechung.
In der 20.Minute verwandelte erneut Ciernik ein schönes Zuspiel von Zurek zum 3:1 und sorgte damit endgültig für Ausgelassenheit pur bei den Fans auf den Rängen.

2.Drittel
Kurz gesagt: Es ging so weiter!
Erste Strafzeit des Drittels in der 23.Minute, erster Treffer des Drittels im folgenden Powerplay durch Jan Zurek per Nachschuss zum 4:1...unglaublich.
Weitere Treffer fielen zwar nicht, doch Grund zur Aufregung gab´s noch reichlich.
In erster Linie sorgte der "grandios" leitende HSR Aumüller für erregte Gemüter auf den Rängen: Nicht nur, dass er es gleich zweimal ungesühnt ließ, dass Grizzlygoalie Mastic im Gewühl vorm Tor nach dem Entschärfen einer Situation noch einen Hieb als Nachschlag einstecken musste. Nein - auch Maskentreffer sollte der Wolfsburger Keeper offenbar nicht so tragisch nehmen und das Spiel lief einfach weiter.
Als Sahnehäubchen bekam der heftig und zurecht reklamierende Mastic eine zweiminütige Disziplinarstrafe wegen "Unsportlichem Verhalten". Fragte sich bloß, wer da unsportlich war..
Fans und Mannschaft der Grizzlies wehrten sich auf jeden Fall mit ihren jeweiligen Mitteln und so ging es gut gelaunt in die zweite Pause.

3.Drittel
Der HSR hielt die Stimmung hoch.
Nach einer fragwürdigen Strafe gegen Paepke in der 43.Minute schickte er Sascha Genze eine Minute später wegen Spielverzögerung zur doppelten Unterzahl des EHC auf die Bank.
Doch Ingolstadt schaffte es nicht viel Brauchbares aus diesem Geschenk zu machen - schon gar kein Tor.
Das sollte sich gegen tapfer kämpfende Grizzlies auch bis zum Schluss nicht mehr ändern.
Auch als Petr Smrek in der 58.Minute noch einmal mit der in der DEL zu neuem Glanz kommenden Regelung der Spielverzögerung Bekanntschaft machte, konnte lediglich ein Lattenkracher von Burym für die Gäste verzeichnet werden.
Der EHC gewann, auch in dieser Höhe mehr als verdient, mit 4:1 gegen das Starensemble um Marco Sturm aus Ingolstadt!


Mein subjektiver Eindruck:
JA...ABER HALLO!!!
Was geht denn jetzt ab?!
Das war eine der besten, wenn nicht die beste Leistung der Saison.
Wille, Ehrgeiz, Körpereinsatz, Zusammenspiel, Raumaufteilung, Spielübersicht - das war fast alles im optimalen Bereich!
Natürlich zeigten die Panther nicht gerade ihre beste Saisonleistung, aber so schlecht wie Düsseldorf, Hannover oder Hamburg waren sie bei weitem nicht.
Das lässt wirklich hoffen, dass wir, zumindest leistungsmäßig, das tiefe Tal der letzten Spiele hinter uns lassen könnten.
Allerdings besteht nach wie vor kein Grund zur Euphorie:
Um die Klasse zu halten müsste das Team vor allem die gezeigte Effizienz vor dem Tor öfter an den Tag legen und dafür bedarf es, meiner Meinung nach, immer noch einer Verstärkung!
Auch die Sturmreihe um Todd Simon muss wieder zu alter Stärke zurückfinden, sonst wird das ein Ritt auf Messers Schneide beim Vermeiden der Playdowns.
Vielleicht gelingt es innerhalb der Mannschaft diese Reihe wieder aufzubauen und voll zu integrieren - auf den Trainer würde ich diesbezüglich nicht wetten...

Tor:
Marek in guter Form. Hielt alles, was ging und ließ sich durch zahlreiche Nettigkeiten seitens der Ingolstädter Stürmer zwar aus der Ruhe bringen, gab aber die richtige Antwort:
Saves!

Verteidigung:
Organisiert und aggressiv wie lange nicht mehr! Sehr gut.
Lars Brüggemann mit wirklich gelungenem Einstand vor heimischer Kulisse...wenn Per-Anton wieder fit ist, hat er jemanden an dem er sich in Sachen effektives Körperspiel orientieren kann. Vielleicht legt er seine zwischenzeitliche Scheu wieder ab und geht dann gemeinsam mit Lars auf die Jagd. Strafzeiten bekommen wir als Neuling in der DEL, wie das heutige Spiel gezeigt hat, nämlich sowieso...egal wofür oder ob berechtigt.
Dale Clarke hat gekämpft - ich hab´s genau gesehen! Weiter so!

Sturm:
Druckvoll und schnell im Aufbau, fleißig in der Defensive.
Die erste Reihe (Zurek-Karabin-Ciernik) mit allen vier Treffern und einer Leistung, wie ich sie in dieser Saison noch von keiner Formation, auch nicht bei unseren Gästen, gesehen habe.
Besonders wie Ciernik und Karabin sich durch die Gegnerreihen tankten war eine Augenweide aller erster Kajüte.
Auch alle zuletzt gescholtenen Schlittschuhläufer zeigten sich von ihrer kämpferischen Seite und wussten endlich wieder zu überzeugen.
Hoffen wir mal, dass sich nun etwas entwickelt...
Für den Fall, dass die gezeigte Leistung eine Eintagsfliege war, habe ich meine Meinung ja bereits im letzten Spielbericht kundgetan.

Fans:
Wir waren skeptisch, wir waren überrascht und dann...völlig begeistert.
Die Mannschaft hat sich einiges an Kredit zurückerobert und kann sich bestimmt auf eine großartige Unterstützung gegen die Adler aus Mannheim freuen.
Wenn die Mannschaft auf dem Eis deutlich macht, dass sie kämpfen will und vor allem zusammenhält und füreinander einsteht, dann wollen die Fans natürlich nicht hinten anstehen!
Nur so wird´s was werden beim EHC.

Schiri:
HSR Aumüller bitte ans Telefon:
Ihr Hausarzt hat endlich ein Mittel gegen Starrsinn und übertriebene Selbstdarstellung gefunden.
Bitte schnell einnehmen - so lustig wie Kultschiri Roman Bucala werden Sie nämlich nie im Leben.mb