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EHC - Adler Mannheim 4:2

Der EHC ist wieder da!
Mit einer über die volle Distanz überzeugenden Leistung begeisterten die Grizzlies zum zweiten Mal in Folge ihr heimisches Publikum.
Am Ende stand ein hochverdienter 4:2 Sieg gegen die Adler Mannheim, die ebenfalls eine durchaus starke Leistung zeigten...aber das reichte an diesem Abend gegen Wolfsburg einfach nicht.

1.Drittel
Beide Mannschaften fanden erstaunlich schnell ins Spiel und so durfte das Publikum von Beginn an eine schön anzusehende Partie genießen.
Zunächst waren erst mal die Grizzlies im Vorwärtsgang und zwangen schon in den Anfangsminuten Gästekeeper Passmore zu einigen Glanztaten.
Nachdem auch die erste überzahl nichts eingebracht hatte und bei der ersten Unterzahl Lingemann erneut an Passmore scheiterte, nutzten die Mannheimer wenige Sekunden nach Ablauf der Strafe den anhaltenden Druck vorm Grizzlygehäuse zum 0:1 durch Derek Plante in der 14.Minute.
Der EHC jedoch war keineswegs geschockt und hielt konsequent an seiner Linie fest - was sich noch auszahlen sollte...
Zunächst wurde es aber noch mal richtig brenzlig für die Gastgeber, denn auch die Linienrichter hielten an ihrer konsequenten Linie der verzögerten Wahrnehmung fest:
Immer wieder blieb die Pfeife bei deutlichsten Abseitsstellungen der Adler stumm, bis Roman Veber in der 17.Minute endgültig der Helm hochging und er dem Linesman deutlichst mitteilte, was er von seinen Entscheidungen hielt - Nichts!
Auch Petr Smrek rückte dem Offiziellen an der Linie anschließend auf die Pelle und wurde von diesem weggestoßen, da er erst mal zum Hauptschiedsrichter zum Petzen musste: "Die sind alle voll gemein zu mir! Mach mal was!"
Prompt gab´s 2 Minuten wegen unsportlichem Verhalten gegen Veber, was zu diesem Zeitpunkt doppelte Unterzahl für Wolfsburg bedeutet hätte - das Stadion tobte vor Wut.
Die 2 Minuten wurden dann plötzlich zu 10 Minuten Disziplinarstrafe und somit blieb es bei einer einfachen überzahl der Adler, die die Grizzlies schadlos überstanden.

2.Drittel
Frischen Mutes ging´s in den Mittelabschnitt und schon nach knapp drei Minuten durfte das erste Mal richtig gejubelt werden:
Jan Zurek schloss die schöne Vorarbeit durch Samendinger und Geisberger zum 1:1 Ausgleich ab.
In der 26.Minute jedoch ein ärgerlicher faux-pas der Grizzlies:
Durch einen Wechselfehler und die daraus resultierende Bankstrafe büßte der EHC nicht nur die letzten Sekunden in überzahl ein, sondern kassierte eine Minute später in der folgenden Unterzahl den erneuten Führungstreffer der Gäste.
Jason Podollan hämmerte den Puck aus zentraler Position mit voller Wucht durch Mastics Schoner ins Netz - 1:2.
Doch die Grizzlies blieben dran und setzten Mannheim weiter unter Druck. Nicht zuletzt deswegen griffen die Adler verstärkt zu unfairen Mitteln, so dass Wolfsburg ab Spielminute 32 ganze sieben Minuten in überzahl spielen durfte - davon über anderthalb Minuten sogar in doppelter überzahl.
Leider war die Ausbeute ebenso mager wie das Powerplay des EHC einfallslos.
Das hätte der Knackpunkt für einen Mannheimer Sieg werden können...doch da sollte noch Außergewöhnliches im Schlussabschnitt kommen.

3.Drittel
Hatte die erste Reihe der Grizzlies bis dahin voll überzeugt und dem Gegner erneut alles abverlangt, so drehte besonders Ivan Ciernik noch mal kräftig an der Drehzahl.
44.Min: Nach einem langen Pass von Neuzugang Lars Brüggemann ließ der Ivan mal eben Sven Butenschön herrlich alt aussehen, zog ihm davon und versetzte auch Passmore zum 2:2 Ausgleich.
50.Min: Wolfsburg in Unterzahl, Ciernik klaut Groleau einen Pass der Mannheimer Powerplay-Formation an der blauen Linie und rast mit Wahnsinnstempo auf Passmore zu...und lässt diesen zum zweiten Mal aussteigen - shorthander zum 3:2.
Die Halle zu diesem Zeitpunkt völlig im Ciernik-Fieber. Noch lange nach Abpfiff konnten viele in der Pistenbar kaum glauben, was der Slowake an diesem Abend aufs Eis gezaubert hatte.
Auf beiden Seiten wurde im Anschluss noch jeweils ein Powerplay ungenutzt gelassen und dann war auch schon die Schlussphase angebrochen.
Gästetrainer de Raaf hätte seinen Torhüter wohl gerne schon etwas eher als lediglich eine halbe Minute vor Schluss vom Eis genommen, doch kaum hatte sich das Publikum erhoben setzte sich die erste Reihe im Drittel der Mannheimer fest und spielte über eine Minute lang Katz und Maus mit den Spielern der Adler.
So stellte Petr Smrek erst eine Sekunde vor Schluss per empty-net goal den 4:2 Endstand her und der Eispalast stand endlich wieder einmal komplett Kopf.


Mein subjektiver Eindruck:
Das war ein absolutes Highlight! Alle drei Drittel absolut sehenswert und am Ende mit einem verdienten Sieger.
Mannheim spielte sehr kompakt, baute, für ein Auswärtsteam typisch, eher auf Konter.
Zum Glück entwickelte der EHC genügend Angriffskraft, um die Mannheimer Hintermannschaft letztendlich mürbe zu spielen - nicht zuletzt dank eines überragenden Ivan Ciernik und einer geschlossenen Mannschaftsleistung, wie ich sie in Zukunft gerne öfter sehen würde.

Tor:
Marek gut drauf - hatte aber weit weniger zu tun als sein Gegenüber Passmore, der die Grizzlies anfangs schier zur Verzweiflung trieb.

Verteidigung:
Alle mit vorbildlicher taktischer und kämpferischer Leistung.
Lars Brüggemann fügt sich klasse ins Team ein und ist zum jetzigen Zeitpunkt definitiv eine Verstärkung.
Einen echten Blueliner haben wir leider nicht - das sah man im überzahlspiel mal wieder mehr als deutlich...

Sturm:
Defensiv geschlossen und kompakt gearbeitet und mit schnellen einfachen Spielzügen ab ins gegnerische Drittel. Sehr gut.
Von mangelnder Chancenauswertung kann eigentlich nicht die Rede sein, da die Stürmer der Grizzlies häufig alles richtig machten...nur leider war Passmore anfangs schier unglaublich aufgelegt und zeigte zeitweilig Reflexe wie im Rausch.
Die erste Reihe hat momentan einen Lauf, wie sie ihn gerne bis zum Ende der Saison beibehalten dürfen:
Karabin momentan sehr präsent und mit viel Durchsetzungskraft, Zurek steigert sich allmählich und findet seinen Torriecher offenbar langsam wieder.
Zu Ivan Ciernik gehen einem langsam die Superlative aus...rasanter Antritt, hohe Durchsetzungskraft und endlich mit mehr Mut im Abschluss - nur genial.
Andrej Kaufmann, der nach einem Wechselfehler ab Mitte des zweiten Drittels erneut zuschauen durfte, bräuchte vermutlich einen Mentaltrainer, um doch noch das Unternehmen DEL in den Griff zu bekommen - der Wille und die technischen Fähigkeiten stimmen, nur das große Nervenflattern beim Abschluss will einfach nicht nachlassen.

Fans:
Akzeptable Stimmung zu Beginn. Mit gütiger Hilfe des Schiris kamen die Emotionen dann von ganz alleine ins Spiel. Ab dem Ausgleich kochte die Halle fast in einem durch.

Schiri:
Linienrichter aus der Hölle. Da war er wieder, der "Aufsteigerbonus".
Eigentlich nicht weiter schlimm, solange die Mannschaft sich davon so wenig beeindrucken lässt, wie in den letzten Spielen.mb

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