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EHC - Augsburg Panthers 5:4

In dieser wirklich außergewöhnlichen Partie wurden die Zuschauer durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt, wie man es schon lange nicht mehr im Eispalast erleben durfte.
Woher die Grizzlies, bei denen vier etatmäßige Verteidiger ausgefallen waren, die Kraft und den Willen hernahmen, um den zwischenzeitlichen 0:3 Rückstand aufzuholen, bleibt rätselhaft.
Schien das Team von Trainer Mikes zu Beginn vom Spiel in Berlin und der in der Mannschaft umhergehenden Grippe völlig erschöpft und am Boden, so drehte eben dieses Team mit der lautstarken Unterstützung der Kulisse eine scheinbar aussichtslose Partie mit 5:4 noch zu seinen Gunsten.

1.Drittel
Die Grizzlies begannen äußerst behäbig und steif, wie ein Bär, der gerade seinen Winterschlaf beendet hat.
Die Gäste, vom Eröffnungsbully an stets einen Tick schneller und aufmerksamer, erspielten sich recht schnell ein übergewicht in den Spielanteilen.
Unterstützt von teilweise fragwürdigen Entscheidungen des HSR drohte sich ein Debakel für den EHC an, wie man es bisher nicht mal erahnen durfte:
0:1 in der 3.Minute durch Moeser - Seliger hoppelt der Puck über die Schulter...
0:2 in der 12. Minute durch Pudlick in doppelter überzahl, nachdem Ciernik bei einem Break nur knapp an Labbé gescheitert war
0:3 in der 13.Minute durch Methot bei einfacher überzahl, nachdem Seliger einen Schuss von Fortier nicht zu fassen bekam
Ernüchterung und Niedergeschlagenheit machten sich auf der Tribüne breit. Die Verärgerung hielt sich allerdings in Grenzen, da vielen der Anwesenden die aufopferungsvolle Leistung in Berlin und die angespannte Personal- und Gesundheitslage der Mannschaft wohl bewußt war.

2.Drittel
Die Augsburger, nun etwas abwartender, brachten eine einminütige Unterzahl mit ins zweite Drittel und so gestaltete sich der Auftakt schon etwas ausgeglichener.
Nach und nach kämpften die Grizzlies sich in die Partie zurück und erspielten sich die ersten Chancen des Drittels.
Verzog Smrek im ersten Powerplay der Wolfsburger noch vorm leeren Gehäuse, so machte es Ciernik im zweiten Anlauf wenige Minuten später besser:
Die Panther legen einen absolut katastrophalen Wechsel in Unterzahl hin, langer Pass von Clarke auf Musial, der im letzten Moment an den mitgelaufenen Ciernik übergibt...
1:3 in der 26.Minute per knochentrockenem Handgelenksschuss
Drei Minuten später der endgültige Weckruf durch Todd Simon, der, ebenfalls aus dem Handgelenk, die Scheibe aus kürzester Distanz in den Winkel knallt:
2:3 nach Videobeweis, da der Puck blitzschnell wieder aufs Eis zurückgeprallt war.
Der Jubel jetzt riesengroß! Der EHC war nicht nur auf der Anzeigentafel, sondern auch die Spielanteile und vor allem den Willen betreffend wieder voll im Geschäft!
Das Spiel entwickelte sich zum atemberaubenden Schlagabtausch, der bis zum Ende spannend bleiben sollte.
Augsburg nun wieder aktiver, war dem 2:4 teilweise näher als die Grizzlies dem Ausgleich. Doch mit etwas Glück und viel Marc Seliger gelang es, das Ergebnis mit in die zweite Pause zu nehmen.

3.Drittel
Das Spiel jetzt auf Messers Schneide - beide Mannschaften zeigten sich um den nächsten Treffer bemüht, hatte Augsburg zu diesem Zeitpunkt doch offenbar endgültig eingesehen, dass dieses Ergebnis gegen die stark kämpfenden Wolfsburger nicht über die Zeit zu bringen wäre.
Die erste Riesenchance auf Seiten der Panther, als Kaufmann einen gelupften Schuss von Methot gerade noch im Vorbeifahren vor dem komplett freien Tor "mitgehen" lassen kann.
In der 46.Minute tauchte das Spiel dann in die absolute Wahnsinnsphase ein:
Zurek fährt ums gegnerische Tor und schließt flach ab, Labbé kann die Scheibe nicht zwischen den Schonern festklemmen und Ciernik stochert die Scheibe zum 3:3 Ausgleich über die Linie.
Nur 28 Sekunden später, mitten in die Begeisterungsstürme der Grizzlyfans hinein, das 3:4 durch Arvids Rekis, der Seliger ebenfalls durch die Schoner bezwingt.
Das Entsetzen hatte kaum Zeit sich auszubreiten, da klingelte es 53 Sekunden später erneut:
Zur allgemeinen Freude hinter Jean-Francois Labbé!
4:4 durch Jan Zurek, der nach schönem Pass von Smrek allein auf den Gästekeeper zufuhr und diesen nach elegantem Hüftschlenker eiskalt verlud.
Das Spiel wurde immer intensiver - der EHC witterte den 3 Punkte Sieg, die Panther versuchten verzweifelt das Unmöglichgeglaubte abzuwenden.
Ironischerweise entschied letztendlich eine Strafzeit wegen der allseits beliebten "Spielverzögerung" das Spiel zugunsten der Grizzlies.
In der 54.Minute verwandelt erneut Jan Zurek einen Querpass von Karabin aus der Luft zum 5:4 für Wolfsburg!
Nach fast 54 Minuten gingen die Grizzlies also das erste Mal in Führung...und verteidigten diese, auch gegen sechs Feldspieler, bis zum euphorisch gefeierten Schlusspfiff!


Mein subjektiver Eindruck:
Unter dem Eindruck der letzten Spiele kann ich nur sagen, dass die Mannschaft sich offenbar zusammengerauft hat. Gut für uns Fans, das Eishockey in Wolfsburg und...für den Trainer.
Kann man diese Bombenmoral der letzten zwei Wochen noch ein wenig konservieren, so könnten die kommenden Wochen in Sachen Klassenerhalt vorentscheidend werden.
Immerhin 15 Punkte Vorsprung haben wir momentan auf Hannover und Kassel...leider können die auch relativ schnell wieder zusammenschmelzen, wie uns die Negativserie vor Kurzem gezeigt hat.
Also: Genießen wir es, solange es anhält.

Tor:
Seliger mit schwankenden Leistungen - im ersten Drittel reichlich konfus, in den folgenden der gewohnt sichere Rückhalt. Andersrum wäre wohl weitaus ungünstiger gewesen.

Verteidigung:
Ohne Pavlikovsky, Veber, Lundström und ab dem zweiten Drittel auch ohne den fiebrig erkrankten Genze.
Guggemos und Paepke halfen in der Abwehr aus und machten ihre Sache recht gut.
Christoph wirkte ab und zu allerdings etwas verwirrt...wohl etwas ungewohnt, das Ganze.
Dale Clarke mit weiterhin ansteigender Leistungskurve und einem tollen Alleingang, der nur im Abschluss nicht überzeugen konnte - Weiter so!
Wirklich erfreulich, was angesichts der personellen Not in diesem Mannschaftsteil zustande kommt. Die Hilfe aus der Abteilung Sturm darf man hier allerdings nicht vergessen.

Sturm:
Im ersten Drittel wirkten fast alle Beteiligten sehr, sehr schlapp.
Ich hätte es ihnen nach dem Spiel in Berlin verziehen...aber so ist es mir natürlich lieber ;)
Ab dem zweiten Drittel steigerte sich das gesamte Team und so war es besonders schön zu sehen, dass nicht nur die erste Reihe um Karabin, sondern auch die zweite mit Musial, Simon und Delisle entscheidende Akzente setzen konnte.
Todd Simon scheint so langsam wieder Lust auf Eishockey zu bekommen - hoffentlich kommt da nicht wieder was dazwischen...
Das Gleiche gilt für David Musial, der endlich wieder Einsatz und Laufbereitschaft zeigt!

Fans:
Geile Party im 2.+3.Drittel! Angesichts des Spielverlaufs im ersten Drittel war die Unterstützung auch da recht akzeptabel, aber da geht noch mehr.
Wer die Halle nach dem ersten Drittel verlassen hat, den möchte ich unter diesem Punkt nicht angesprochen haben.
über das niveaulose Verhalten einiger Augsburger Kuhburschen breiten wir mal lieber den Mantel des Schweigens...mb

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