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EHC - Krefeld Pinguine 5:4nP

Die Grizzlies siegen weiter oder: Langweilige Spiele gibt´s nicht mehr...
Man kann es in den letzten Wochen nicht oft genug sagen:
Ein Besuch im Eispalast stellt momentan ein garantiertes sportliches Highlight dar!
Mit 5:4 nach Penalties schafft das Wolfsburger Team es erneut ein verloren geglaubtes Spiel noch zu seinen Gunsten zu drehen - diesmal ganze 13 Sekunden vor Schluss.

1.Drittel
Nachdem die Fans die Mannschaft schon vor dem Spiel ausgiebig hochleben ließ und dem Team als Dank für die zuletzt gezeigten Leistungen eine große Karte mit Unterschriften und zwei übergroße Flaschen Schampus überreicht hatte, legte das Grizzlyteam auch gleich gut gelaunt los.
Ein temporeiches erstes Drittel nahm seinen Lauf und ließ sich zunächst auch nicht durch die teils seltsamen Entscheidungen des HSR aus dem Takt bringen.
Auf beiden Seiten brannte es immer wieder lichterloh vor dem Gehäuse von Müller bzw. Mastic, doch vorerst blieben die Goalies die Sieger.
In der 17.Minute war es dann soweit:
Clarke und Lehoux saßen wegen intensiver Meinungsverschiedenheiten auf der Strafbank und das Spiel ging 4-4 weiter, angezeigte Strafe gegen die Pinguine, Mastic fährt für einen fünften Spieler raus, Ciernik auf Paepke...Tor zum 1:0 für den EHC!
Rund zwei Minuten später gab es erneut Grund zum Jubeln, als Jan Zurek, nach schönem Zuspiel durch Ciernik, Müller keine Chance lässt und die Wolfsburger Führung sogar auf 2:0 ausbaute.
Eine Führung, die nicht zuletzt durch eine Wahnsinnsleistung des Wolfsburger Keepers Mastic begünstigt wurde, welcher Mitte des Drittels die Krefelder Torschüsse fast im Stakkato mit den Schonern aus der Gefahrenzone brachte.

2.Drittel
Hatte sich schon Ende des ersten Drittels eine gewisse Leichtsinnigkeit im Abwehrverhalten der Grizzlies eingeschlichen, so brachte sich das Wolfsburger Team durch eine Tiefschlafphase in der 27.Minute komplett aus dem Rhythmus:
2:1 durch Ivo Jan, nachdem Selivanov die Wolfsburger Hintermannschaft gründlich vernascht hatte...
2:2 durch Slivchenko, der von einem kapitalen Bock Smreks profitierte und auf Zuspiel von King vollstreckte.
Die Fans standen merklich unter Schock, ließen den Krefelder Anhang zum ersten Mal, wenn auch nur für kurze Zeit, die Oberhand gewinnen.
Der EHC war im Anschluss merklich bemüht das Spiel in den Griff zu bekommen, war aber vor allem in Unterzahl gefährlich!
Das Powerplay der Pinguine verdiente an diesem Abend nämlich zum Glück kaum diese Bezeichnung und war meist eher eine Gelegenheit für die Grizzlies sich durch schnelle Breaks in Szene zu setzen.
Als es King in der 39.Minute leider gelang den Puck aus dem Gewühl erneut über die Torlinie der Wolfsburger zu stochern, war das Maß bei den Grizzlies wohl endgültig voll.
Das 2:3 und die teilweise atemberaubend parteiischen Entscheidungen des HSR Secklers im Sinn setzte es in der Schlussminute des Drittels erst mal Hiebe auf dem Eis - zu tief saß der Frust beim heimischen Team über den Verlauf der letzten Minuten.
Paepke und Brüggemann auf Wolfsburger Seite und Herperger und Brule auf Krefelder Seite durften sich für je 2+2 Minuten ausruhen.
Bei Krefeld gesellte sich Steffen Ziesche 10 Sekunden vor der Pause sogar noch dazu.

3.Drittel
Der Referee schien nun endgültig von allen guten Geister verlassen und verschärfte seine Gangart noch einmal, indem er sich standhaft weigerte auch nur eine einzige wohlverdiente Strafzeit gegen die Pinguine zu pfeifen und gleichzeitig auf Wolfsburger Seite mit zahlreichen kleinen Benachteiligungen für Unmut sorgte...einfach nur provokant.
Abseits und Halten schienen jedenfalls für das Team des KEV nicht existente Regeln zu sein und so platzte dem sonst als schweigsam bekannten Wolfsburger Topstürmer Ivan Ciernik zum ersten Mal in dieser Saison der Kragen, was zunächst in einer 10 minütigen Disziplinarstrafe und wenig später in einer Spieldauer wegen einer zweiten 10er wegen Reklamierens mündete.
Die Grizzlies kämpften mit dem Publikum im Rücken verbissen um den Ausgleich, doch als in der 49.Minute erneut Ivo Jan einen strammen Schuss von Grygiel in Hüfthöhe zum 2:4 ins Tor abfälschte, da schien es um den EHC geschehen zu sein.
Ohne Ciernik, zwei Tore im Rückstand und ein Schiedsrichter, der sein eigenes Spiel trieb schienen zu viel zu sein.
Doch noch war nicht Schluss!
Die Zeit des Todd Simon war gekommen - in der 54.Minute zum ersten Mal:
Der EHC macht Druck, die Pinguine können sich nicht befreien und Simon hämmert die Scheibe am leicht hilflos wirkenden Müller zum 3:4 Anschluss in die Maschen!
Der Eispalast war wieder voll da!
Verzweifelt kämpften die Wolfsburger weiter, konnten kurz vor Schluss die einzige Strafe gegen Krefeld in diesem Drittel nicht nutzen, nahmen Mastic vom Eis und...
13 Sekunden vor dem Ende ist es erneut Todd Simon, der die Grizzlies vor Freude aufschreien lässt und mit seinem 4:4 die Halle in einen Jubelsturm ausbrechen lässt.

Penaltyschießen
Für Wolfsburg traf Delisle, für Krefeld King.
Als Suchans Penalty durch die Schoner von Müller schlüpfte und langsam vom Pfosten über die Linie kullerte drehte die Halle endgültig durch!
Geisberger und Selivanov vergeben - der EHC gewinnt mit 5:4 n.P.
Die Siegesfeier nahm ihren Lauf.


Mein subjektiver Eindruck:
Ein begeisterndes Spiel mit zwei engagierten Mannschaften, die jeweils ihre unkonzentrierte, leicht chaotische Phase hatten.
Die Grizzlies letztendlich aber den kleinen Tick willensstärker als die Pinguine.
Einfach nur phantastisch, wozu dieses Team in der Lage ist.
Die Mannschaft steht komplett geschlossen zueinander. Offenbar hat man sich auch menschlich endgültig gefunden und zieht nun ausnahmslos an einem Strang - bitte beibehalten und die verunsicherten oder verärgerten Kollegen immer wieder ermuntern!

Tor:
Marek phasenweise überirdisch, besonders im ersten und dritten Drittel ein Garant für die Siegeschancen des EHC.

Verteidigung:
Sieht man von der 27.Spielminute ab, wo die Verteidigung starke Auflösungserscheinungen an den Tag legte, so war es eine gelungene Vorstellung der Defensivabteilung.
Die beste Vorstellung der Saison war es aber bei weitem nicht, was angesichts der Personalsituation allerdings nur zu verständlich ist.

Sturm:
Ciernik bis zur Spieldauer gewohnt effektiv und durchschlagskräftig, danach übernahm Todd Simon die Rolle des Matchwinners.
Erste und zweite Sturmreihe sehr gefährlich, wobei die zweite Reihe nach wie vor mit David Musial spielt und das offenbar im Moment gut passt.
Einige Spieler zeigten deutliche Anzeichen der Grippewelle im Team, besonders Boris Lingemann wirkte sehr bemüht, aber häufig einen Tick zu unkonzentriert bzw. kraftlos.
Hoffentlich verabschiedet sich die Krankheit langsam aus Wolfsburg...

Fans:
Standen voll hinter der Mannschaft, egal wie es auf der Anzeigentafel gerade stand - so soll es sein!
Die Krefelder Fans waren stets bemüht sich Gehör zu verschaffen, hatten aber kaum Gelegenheit dazu.

Schiri:
Schlechteste Leistung, die ich je im Eispalast gesehen habe. Spitzfindiger als Bucala und provokanter als Zupp! Dazu sichtlich bemüht den Schiribeobachter zu beeindrucken - ich hoffe das ist nicht gelungen, ansonsten verstehe ich gar nichts mehr.
Wüsste man es nicht besser, so könnte man glauben, dass wir eigentlich nicht gewinnen durften.mb