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EHC - Nürnberg Icetigers 1:5

Ein von den letzten Wochen sichtlich gezeichneter EHC unterlag dem Tabellenführer aus Nürnberg deutlich mit 1:5.
Irgendwann musste sich der aktuelle Personalnotstand im Lager der Grizzlies rächen - gegen das momentan erfolgreichste Team der Liga war es dann auch soweit:
Zu fast keinem Zeitpunkt konnte man dem Meisterschaftsaspirant Paroli bieten und so konnte sich das anwesende Publikum lediglich damit trösten, dass man gegen eine absolute Spitzenmannschaft verloren hatte, die auch unter anderen Vorzeichen nur schwer zu schlagen gewesen wäre.

1.Drittel
Konnte der ohne seinen Topstürmer Ivan Ciernik angetretene EHC zu Anfang noch einigermaßen mithalten, so war bereits während der 2+10 Minuten Strafe gegen Kapitän Karabin deutlich zu erkennen, dass dem Wolfsburger Team jede weitere Schwächung sofort zum Verhängnis werden sollte.
Folgerichtig fiel das 0:1 in der 8.Minute kurz vor Ablauf der bereits erwähnten Unterzahl. Torschütze Yan Stastny brauchte den zweifach abgefälschten Puck im ersten Powerplay des Spiels nur noch reinzudrücken.
In der 11.Minute der nächste Tiefschlag für die Grizzlies:
Rainer Suchan schied mit Verdacht auf Außenmeniskusanriss aus, nachdem der Nürnberger Martinec ihm brutal die Beine weggesäbelt hatte.
Auch hier ließ der nächste Treffer gerade einmal drei Minuten auf sich warten - Lasse Kopitz schiebt die Scheibe unter dem etwas früh abtauchenden Mastic zum 0:2 ins Gehäuse.
Die wenigen Wolfsburger Chancen blieben hingegen ungenutzt.

2.Drittel
Die Ice Tigers blieben weiterhin deutlich überlegen.
Nur zu Drittelbeginn hielten die Grizzlies einigermaßen mit, hatten mit dem nach Maskentreffer aberkannten Anschlusstreffer in der 24.Minute einen kurzen Hoffnungsschimmer, der in der gleichen Minute durch das 0:3, wiederum durch Kopitz, zunichte gemacht wurde.
Mastic wich dem Schuss durch eine recht absurd wirkende Bewegung noch in allerletzter Sekunde aus.
Petr Smrek war da schon in der Kabine geblieben und der EHC spielte mit vier etatmäßigen Verteidigern + Guggemos in der Defensivabteilung.
Immerhin gelang es den ausgelaugt wirkenden Wolfsburgern diesen Spielstand bis in die Pause zu retten - trotz läuferischer und spielerischer überlegenheit der Gäste.

3.Drittel
Fans und Mannschaft wollten es noch einmal wissen - doch schon nach 44 Sekunden das 0:4 durch Stastny, der einen Schlagschuss von Trepanier in den Winkel abfälschte und die letzten Zweifel an der Wolfsburger Niederlage beseitigte.
In der 50.Minute füllte sich zum Entsetzen der Fans das Lazarett der Grizzlies erneut, nachdem Jan Zurek im Fallen das Knie von Schauer zu spüren bekam - Rippenprellung mit Verdacht auf mehrere Brüche.
In der 54.Minute ließ sich Mastic einen weiteren überflüssigen Gegentreffer von Tallaire zum 0:5 einschenken - Tallaire fährt in überzahl am Tor vorbei und schießt ihm den Puck an die Kufe von wo er ins eigentlich geschützte Eck kullert.
Erfreulich:
Das Powerplaytor zum 1:5 in der 57.Minute durch Christoph Paepke wurde fast wie ein Siegtreffer gefeiert - so groß war und ist die Bewunderung der Fans für die in der letzten Zeit gezeigten Leistungen!
Die harte und ehrliche Arbeit, die die heimische Mannschaft schon seit einigen Spielen ihren Fans zeigt, hatte sogar so tiefe Spuren hinterlassen, dass die Fans ihre Spieler, wie nach einem gewonnenen Match, zur Ehrenrunde aus der Kabine brüllten.
Sehr schön!


Mein subjektiver Eindruck:
Die Mannschaft spielt nun schon so lange an und über ihrem Limit, da war so ein Spiel wie das gegen Nürnberg nur eine Frage der Zeit.
Die Kräfte unserer Rumpftruppe, die sich während des Spiels nach und nach noch weiter dezimierte, waren von Beginn an mehr als deutlich am Ende.
Meinen höchsten Respekt hat dieses Team trotzdem - die geben in letzter Zeit einfach alles...und das muss man einfach wertschätzen.

Tor:
Marek mit einem rabenschwarzen Tag.
Die Tore 3 und 5 glasklare Kappen, beim zweiten Tor recht unglücklich.
Einige schöne Saves gab es trotzdem zu sehen.

Verteidigung:
Sorry, aber ich habe keine Ahnung, wer als sechster Verteidiger für Smrek gespielt hat.
Es wäre auf jeden Fall unfair hier irgendeine Einzelkritik anzubringen, da die Verteidigung insgesamt nie gut aussieht, wenn fast das gesamte Team zu erschöpft für effektive und schnelle Defensivarbeit ist.

Sturm:
Zu langsam und kraftlos in der Rückwärtsbewegung.
Einzig Jan Zurek und Andrej Kaufmann schienen noch Kraftreserven zu besitzen.
Ansonsten waren die läuferisch exzellenten Nürnberger kaum in Schach zu halten bzw. zu beschäftigen.

Fans:
Verständliche Ernüchterung auf den Rängen nach dem Rauscherlebnis vom Freitag.
Trotzdem wurde die Mannschaft mehr als verdient ab der Mitte des dritten Drittels gefeiert und anschließend zur Ehrenrunde gebeten.
Unser nicht ganz ernst gemeintes "Macht sie alle - schießt sie aus der Halle!" wurde von den Ice Tigers mit "Macht sie alle - schießt sie aus dem Zelt!" beantwortet.
Da kann man nur sagen: "Singt, solange der Text noch Sinn macht..."
Ich persönlich fand´s lustig ;).mb