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EHC - Hannover Scorpions 7:0

Zum ersten Mal in dieser Saison konnte der EHC nicht nur mit Blick auf die Tabelle, sondern auch in einem direkten Duell behaupten: "Die Nr.1 im Land sind wir!"
Zum wiederholten Male allerdings sorgte ein Heimsieg der Grizzlies beim Gegner für reichlich Sprengstoff bei Fans und Umfeld des Gegners: Hatte man nach der unschönen Verabschiedung des Kassler Teams durch einige ihrer Fans und dem Rauswurf von de Raaf bei Mannheim gedacht, dass derartiges nicht mehr vorkommen könnte, so wurde man nach diesem Spiel eines Besseren belehrt...
Trainer Gaudet bescheinigte seiner Mannschaft einen unglaublich weichen Charakter und entschuldigte sich bei den mitgereisten Fans, welche postwendend in nicht geringer Zahl den Mannschaftsbus der Scorpions belagerten und ihr Team durch etliche Schmähgesänge der primitiveren Sorte "aufzubauen" versuchten - unwürdig.

1.Drittel
Das ausverkaufte Haus bekam, praktisch sofort ab Anpfiff, eine durch und durch motivierte Heimmannschaft zu sehen, die augenscheinlich alles in die Waagschale werfen wollte, um den ersten Derbysieg und die drei wichtigen Punkte einzufahren.
Hannover geriet folglich gleich zu Beginn mächtig unter Druck und hätte sich schon in den Anfangsminuten über den ein oder anderen Gegentreffer nicht wundern dürfen.
Doch der Scorpionsfluch hielt - zunächst.
Nachdem die Wolfsburger beste Chancen ausgelassen hatten, kam in manchem Zuschauer wohl bereits die Ahnung hoch, dass das wieder eines dieser seltsamen Spiele werden könnte nach denen sich keiner so richtig erklären kann, warum man denn nun mit einem oder zwei Toren Unterschied verloren hat. (Außer mit der lakonischen Feststellung, dass man eben ein oder zwei Tore weniger geschossen hat)
In der 11.Minute brach dann ausgerechnet die vierte Reihe um den strafversetzten David Musial den Bann und Markus Guggemos verwertete dessen Abpraller zur mittlerweile hochverdienten 1:0 Führung.
Die etwas skeptische Stimmung unter den Grizzlyfans lockerte sich nun ein wenig und ganz allmählich kippte die Geräuschkulisse in Richtung siebter Mann auf dem Eis.
Spätestens vier Minuten nach dem ersten Treffer hielten wohl auch die düstersten Pessimisten einen Derbysieg zumindest für möglich:
2:0 durch Andrej Kaufmann, der wiederum einen Abpraller im Netz des Gegners unterbringen konnte.
Völlige Ausgelassenheit wollte sich in der Halle jedoch immer noch nicht einstellen - da schwebten einige negative Erinnerungen an die letzten Spiele, besonders was das Auslassen von Torchancen betrifft, im Raum.

2.Drittel
Besser konnte es kaum losgehen.
22.Minute: Strafe gegen Wilson wegen Spielverzögerung, 19 Sekunden Powerplay und Ivan Ciernik per trockenen Handgelenksschuss zum 3:0 in den Giebel von Parents Gehäuse.
Hannovers Trainer reagierte sofort und nahm eine Auszeit, die zunächst auch Wirkung zeigen sollte.
Die Scorpions im Anschluss mit ihrer einzigen wirklich starken Phase während der gesamten Partie setzten das Tor von Mastic nun öfter unter Druck, fanden jedoch im bestens aufgelegten Keeper des EHC immer wieder ihren Meister.
Doch schon in der 29.Minute war aller Tatendrang der Landeshauptstädter verflogen:
Cipolla mit der zweiten Strafe für Hannover und schon nach 23 Sekunden schlug´s wieder hinter Parent ein.
Todd Simon traf mit einem platzierten Gewaltschuss zum 4:0 in den Winkel, nachdem Karabin, für alle Beteiligten völlig überraschend, direkt vorm Tor nach hinten abgelegt hatte.
Um die Scorpions war es nun endgültig geschehen - ihre Gegenwehr erlosch fast völlig und die Grizzlies konnten fortan walten und schalten wie es ihnen gefiel.
Gästegoalie Parent tat sich das folgende Scheibenschiessen in weiser Voraussicht nicht an und räumt nach dem vierten Gegentreffer für Ilpo Kauhanen das Tor der Scorpions.
Exakt drei Minuten später durfte dieser auch gleich mal hinter sich den Puck suchen, nachdem Ciernik per Abfälscher sein zweites Tor des Abends zum 5:0 erzielt hatte.
Als die EHC-Abwehr gegen Ende des Drittels kurzfristig in den Energiesparmodus schaltete entschärfte wiederum Mastic die wenigen, wenn auch hochkarätigen, Chancen der Gäste, so dass es mit sage und schreibe 5:0 in die Pause ging!

3.Drittel
Die Grizzlies im Schongang, die Scorpions auf der Heimreise.
Keine Strafzeiten und kaum Nennenswertes auf Hannoveraner Seite.
Der EHC erhöhte fast spielerisch nochmals:
6:0 durch Smrek in der 48.Minute
7:0 durch Suchan in der Schlussminute
Der erste Derbysieg für Wolfsburg endete mit einem Debakel für die Gäste aus Hannover.
2700 Zuschauer trauten ihren Augen nicht, wenn auch aus teils völlig unterschiedlichen Gründen.

Mein subjektiver Eindruck:
Endlich zeigen unsere Jungs mal eine ihrer besseren Leistungen gegen den Nachbarn aus der Messestadt.
Logische Konsequenz angesichts der bisher stets bescheidenen Leistungen der Scorpions:
Eine Yachtreise allererster Kajüte!
Was haben wir uns das gewünscht, mussten wir doch in allen drei Spielen gegen Hannover nicht nur Niederlagen, sondern auch Eishockey aus der Hölle ertragen.
I freu mi.
Gar nicht witzig fand ich die Hannoveraner Fans, die sich vorm Mannschaftsbus ihres Teams ein Armutszeugnis sondergleichen ausstellten und wutentbrannt auf am Boden Liegende verbal eintraten...
Da verging mir fast der Spaß am Sieg...aber eben nur fast ;)

Tor:
Marek Makellos - sozusagen.
Die durchaus ernstzunehmenden Chancen der Scorpions zu Beginn und nach dem 3:0 machte er teilweise atemberaubend zunichte.
Den shut-out hat er sich, phasenweise sogar ohne großartige Mithilfe seiner doch recht satten Vorderleute, mehr als redlich verdient!

Verteidigung:
Hatte den Scorpionssturm fast jederzeit im Griff, nur nach dem 3:0 streckenweise zu entspannt. Das kann mit ein bisschen Pech derbe ins Auge gehen!
Besonders Veber und Osterloh waren kämpferisch mal wieder ganz großes Kino!
Danke, dafür.

Sturm:
Alle Reihen mit guter Leistung und mindestens einem Tor - hat man auch nicht alle Tage.
Simon in absoluter Galaform gegen seinen Ex-Verein. Wenn das keine einmalige Darbietung zu Präsentationszwecken war, bin ich mehr als positiv überrascht.
Ciernik und Karabin gewohnt klasse und mit mehr Glück in ihren Spielzügen als in den letzten Spielen - das macht doch wieder Hoffnung.
Auch Andrej Kaufmann kommt langsam in Play-off Form...weiter so!
Wo war Zurek? - Bis auf zwei ausgelassene Hochkaräter wenig zu sehen vom Zauberer.

Fans:
Etwas verhaltener Beginn, aber durchaus begeisterungsfähig.
Durch den recht einseitigen Spielverlauf war auch mehr locker lustiges Feiern angesagt als vulkanartige Gefühlsausbrüche.
Sagen wir´s mal so: Die Mannschaft hat uns Spaß gemacht - jetzt sind wir wieder dran!mb