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EHC - Frankfurt Lions 3:4 nP

Auch der zweite Vergleich zwischen Aufsteiger und amtierendem Meister der DEL auf Wolfsburger Eis war eine äußerst knappe Angelegenheit.
Leider gelang es dem Team des EHC, wie auch im ersten Aufeinandertreffen, nicht den knappen Vorsprung im letzten Drittel über die Zeit zu bringen.
Nachdem man zahlreiche Möglichkeiten ausgelassen hatte das Ergebnis deutlicher zu gestalten, zogen die Grizzlies im Penaltyschießen diesmal leider den kürzeren, so dass lediglich ein Punkt auf dem Konto der Wolfsburger landete.

1.Drittel
Das Spiel begann denkbar ungünstig:
Schon nach 22 Sekunden muss Roman Veber für 2 Minuten auf die Strafbank und der EHC gleich zum ersten Mal in Unterzahl. Ganze 37 Sekunden später verwertet Ratchuk ein Hintertor-Zuspiel zum 0:1, nachdem Robidas mit einem Schlagschuss gescheitert war.
Die Grizzlies wirkten zwar etwas konfus, doch schon wenige Minuten später hatten sie sich wieder einigermaßen gefangen - dank Todd Simon:
Beaucages Strafe aus der 4.Minute war fast abgelaufen, der EHC wirkte etwas ratlos im Powerplay - da schnappt Simon sich den Puck im eigenen Drittel, fährt fast gemächlich durch die Frankfurter Abwehrreihen, Schuss aufs Tor und Delisle versenkt den Rebound...1:1 in der 6.Spielminute. So einfach ist das manchmal. (offizieller Torschütze Simon)
Die Lions antworteten mit mächtig Druck, wollten das Spiel deutlich erkennbar um jeden Preis dominieren und erspielten sich in der Folgezeit einige sehenswerte Chancen, die allerdings allesamt durch Mastic vereitelt werden konnten.
In der 13.Minute war der Slowake im EHC-Tor dann aber machtlos:
Lebeau setzt Beaucage mit einem absolut traumhaften Diagonalpass grandios in Szene und dieser kann völlig frei vor dem Tor zum 1:2 abschließen.
Wer dachte, dass die Wolfsburger Frankensteintruppe (genäht, geklammert und per Elektroschock fürs Spiel reanimiert) einbrechen würde, der wurde in den kommenden Minuten eines Besseren belehrt.
Ab da war Grizzlytime angesagt und beim Gastgeber jagte eine Torchance die nächste!
Nur Xavier Delisle war es jedoch gegönnt einen weiteren Treffer auf der Habenseite des EHC zu verbuchen, als er in der 18.Minute bei 5-3 überzahl das 2:2 erzielen konnte.
Alle anderen Chancen wurden mehr oder weniger unglücklich versiebt - allen voran Christoph Paepke, der sich vor dem leeren Tor lieber für ein Field Goal entschied...zählt bloß beim Eishockey nicht.

2.Drittel
Während die Lions sich für dieses Drittel offenbar vorgenommen hatten ein Potpourri der "schönsten" Stock-, Cross- und Bandenchecks aufzuführen, nahmen die Grizzlies diese Einladung zum Toreschießen in überzahl leider erneut nur bedingt an.
Erst in der 38.Minute dieser nun von Frankfurter Seite eher überhart geführten Partie konnte, wiederum in 5-3 überzahl, Jan Zurek zum frenetisch gefeierten und längst überfälligen 3:2 einnetzen.
Allein Ivan Ciernik besaß eine ganze Handvoll Einschussmöglichkeiten - nutzte aber keine einzige.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Roman Veber die Partie bereits verlassen müssen, da er nach einem der vielen nicht geahndeten Checks gegen den Rücken ab Hälfte des Drittels verletzt vom Eis musste.
So konnte der EHC dieses Drittel lediglich mit 1:0 für sich verbuchen - noch war nichts entschieden...

3.Drittel
Die Spielanteile waren vom Start weg leider umgekehrt wie noch im zweiten Drittel verteilt.
Frankfurts Trainer schien seine Jungs zur Ordnung gerufen zu haben:
Plötzlich spielten die Lions wieder disziplinierter, schraubten die unsauberen Aktionen aus dem vorangegangenen Spielabschnitt auf ein Minimum herab und konnten folglich bei 5-5 auf dem Eis neuen Druck aufbauen.
Lange hielt das Abwehrbollwerk der Grizzlies, hin und wieder mit kurzen Entlastungskontern, doch in der 53.Minute (offiziell 56.) der Schock:
Mastic will auf einen Puck hinter seinem Gehäuse hechten, Hackert ist schneller, Pass vors leere Tor - 3:3 Ausgleich durch Martin Reichel.
Fassungslosigkeit auf den Rängen...
Die Grizzlies wurden zwar durch diesen Treffer nicht endgültig aus der Fassung gebracht, doch die folgenden Angriffsbemühungen fielen leider erneut recht glücklos aus.
So ging es ins Penaltyschießen.

Penaltyschießen
Obwohl EHC-Keeper Mastic wahrlich nicht seinen Sahnetag erwischt hatte und Beaucage, Hackert und Lebeau ihn überwinden konnten, war auch die Niederlage im Penaltyschießen wiederum nicht nur eine Frage der besseren Nerven:
Ciernik und Delisle hatten für Wolfsburg getroffen...und Simon auch - doch HSR Schütz hatte sein "schnelles Auge" wohl gerade in der Hemdtasche, so dass er dem Lattenkracher die Anerkennung verwehrte, obwohl dieser hinter der Linie eingeschlagen war.


Mein subjektiver Eindruck:
Schade. Ich hätte die Mannschaft zu gerne gefeiert, doch die Enttäuschung nach dem Spiel war auf dem Eis und den Rängen förmlich greifbar.
Toll gekämpft, bis ans Limit gegangen und doch "nur" mit einem Punkt belohnt worden.
Insgesamt ein interessantes Spiel, das ich dank defekter Trommel mal etwas ausgiebiger betrachten konnte.
Mein Eindruck von der Mannschaft bleibt aber derselbe: Mann, haben wir ein Glück mit diesem Team!

Tor:
Mastic wirkt mittlerweile arg überspielt, schwankt zwischen Regionalliga und oberstem DEL-Format.
Eine wohlverdiente Pause bekommt er allerdings erst, wenn ein dritter Goalie verpflichtet wurde - Marc Seliger war und ist bis auf weiteres verletzt.
Bis Mastic eine Ruhepause bekommen kann, möchte ich alle Fans dazu aufrufen Marek zu unterstützen...versteht doch bitte: Wir haben momentan nur ihn!

Verteidigung:
Hut ab vor Osterloh und Brüggemann! Trotz unangenehmster Verletzungen mit Vollvisier bzw. Spritzen in den Drittelpausen aufzulaufen ist Teamgeist vom Feinsten.
Smreks Spiel leidet momentan immer mehr unter seinen Rückenbeschwerden und lässt ihn leider öfter als sonst etwas unglücklich aussehen...trotzdem klasse Leistung - andere stellen sich gesund weniger geschickt an.
Nebenbei bemerkt: Still und heimlich hat EHC "Urgestein" Roman Veber mit +11 die Führung in der internen +/- Statistik übernommen - umso schmerzlicher seine Verletzung, die hoffentlich keinen langfristigen Ausfall nach sich ziehen wird.

Sturm:
Die erste Reihe ohne Ladi wirkte bei weitem nicht so gefährlich wie noch vor Kurzem.
Ciernik ist mittlerweile wohl auch etwas erschöpft - kein Wunder bei der vielen Eiszeit der vergangenen Wochen.
Todd Simon wird immer stärker und spielt mittlerweile fast sein bestes Eishockey - Einsatzwille und Spielübersicht waren jedenfalls top.
Besonders herausheben möchte ich Guggemos, Suchan und Lingemann, die allesamt unglaubliche Energieleistungen abliefern, wobei besonders Boris in den letzten Spielen mehr und mehr auch im spielerischen Bereich deutlich zuzulegen wusste.
Angesichts des Spielemarathons der letzten Wochen ist die Leistung der Stürmer insgesamt, vor allem in der Defensivarbeit, vorbildlich.
über die Chancenauswertung gegen die Lions legen wir aber lieber den Mantel des Schweigens...

Fans:
Ganz nette Stimmung zwischenzeitlich, doch irgendwie fehlte da der letzte Kick.
Eine Woche Pause, falls man nicht nach Mannheim fährt, wird uns allen sicherlich helfen wieder zu Kräften zu kommen. Nicht nur die Mannschaft muss noch viel kämpfen!mb