header
Log in
A+ A A-

EHC - DEG Metro Stars 3:6

Im erneut ausverkauften Eispalast begrüßten die Grizzly Adams diesmal die DEG Metro Stars und rund 600 Fans aus Düsseldorf, die größtenteils per Sonderzug angereist waren.
War in den ersten beiden Spielabschnitten noch allen anwesenden Fans zum Feiern zu Mute, so jubelten im letzten Drittel nur noch die Anhänger der DEG, da ihr Team dem EHC mit fortschreitender Spieldauer deutlich den Schneid abkaufte.
Mit vielen Unachtsamkeiten und Unsicherheiten in der Defensive ebneten die Wolfsburger dem Gast somit den Weg zum 3:6 Sieg im Eispalast.

1.Drittel
Der EHC schien zunächst dort weiter zu machen, wo er am Freitag in Mannheim aufgehört hatte.
Mit viel Einsatzwillen zwängte man den Metro Stars das eigene Spiel auf und wirkte auch bei numerischer Gleichzahl streckenweise wie im Powerplay.
Die Effektivität blieb allerdings, ähnlich dem Mannheimspiel, recht dürftig und so konnten die Grizzlies trotz optischer überlegenheit nur einige echte Torchancen mehr als ihr Gegner erzeugen.
In der 10.Minute dann der erste Tiefschlag für die Gastgeber:
Matt Herr umkurvt das Grizzlygehäuse und bezwingt Mastic mit dem klassischen Bauerntrick zum 0:1 für die DEG.
Die Wolfsburger reagierten wütend und drängten nun noch intensiver auf das Tor der Düsseldorfer, doch erst wenige Sekunden vor Drittelende gelang es Xavier Delisle mit dem gleichen Trick wie zuvor Herr auf der Gegenseite seinen Gegenspieler im Tor zum 1:1 zu überwinden.

2.Drittel
Düsseldorf ging nun etwas entschlossener und mit deutlich mehr Härte in die Zweikämpfe, bekam von den Grizzlies aber vorerst die Stirn geboten und konnte sich noch keine deutlichen Vorteile erkämpfen.
Als dann in der 32.Minute Ivan Ciernik ein herrliches Zuspiel von Karabin zum 2:1 verwertete, sah so mancher die Wolfsburger wohl schon auf der Siegerstraße...doch es sollte völlig anders kommen.
Die DEG übernahm direkt im Anschluss das Kommando auf dem Eis und wäre schon eine Minute später zum Ausgleich gekommen, hätte der russische Austauschschiri den Treffer nicht fälschlicherweise aberkannt:
Der Puck war Mastic bereits durch die Schoner geschossen worden, kam aber direkt zurück durch dessen Beine - das Nachstochern durch Kathan war dann natürlich Torraumabseits, doch der Treffer hätte zuvor bereits gegeben werden müssen. Pech für die Metro Stars.
Fast im Gegenzug die Chance für den EHC durch Paepke, der den Puck nur knapp am Tor vorbeischiebt.
In der 35.Minute wanderte Todd Simon für 2+10 Minuten wegen Check von hinten auf die Strafbank.
Gut eine Minute später schlug es, unhaltbar für Mastic, zum 2:2 im EHC-Gehäuse ein:
Daniel Kreutzer hatte im Powerplay knallhart von der Blauen abgezogen, wobei der Puck wohl noch zusätzlich abgefälscht wurde.
Mit diesem, durchaus leistungsgerechten, Unentschieden ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Es dauerte ganze anderthalb Minuten, da nahm das Unheil seinen Lauf:
Mastic pariert einen Schuss und begräbt den Puck unter den Schonern, hält den Handschuh von hinten schützend zwischen die Beine und richtet sich dabei leicht auf - Kreutzer darf völlig unbedrängt die Scheibe hervorstochern und zum 2:3 einschieben. Ohne Worte.
Wolfsburg versuchte dagegen zu halten, doch irgendwie ging nun ein Bruch durchs Spiel der Grizzlies, die zunächst doch recht geschockt wirkten.
Eine fragwürdige Strafe gegen Guggemos läutete dann das Ende der Siegchancen des EHC ein:
Eine Minute der Unterzahl hatten die Grizzlies bereits überstanden, da zog es Torhüter Mastic mal wieder hinter das eigene Tor. Clarke musste in höchster Not den Puck über die Bande schießen und erhielt folgerichtig 2 Minuten wegen Spielverzögerung.
Acht Sekunden vor Ablauf der doppelten überzahl hämmerte Tory den Puck dann zum 2:4 für Düsseldorf an Mastic vorbei in die Maschen.
Doch damit nicht genug...
Kurz nach Ablauf der zweiten Strafe nutzte Reimer die Geistesabwesenheit der Wolfsburger Hintermannschaft, die mehr mit Reklamieren als mit Spielen beschäftigt war, um in der 49.Minute auf 2:5 zu erhöhen.
Resignation machte sich bei den Grizzlies und deren Anhang breit - zu viele Missgeschicke in zu kurzer Zeit hatten den Wolfsburger Bären den Zahn gezogen.
Als in der 54.Minute erneut Ivan Ciernik ein Powerplay zum 3:5 nutzte keimte zwar kurzfristig Hoffnung auf, doch der letzte Biss wollte sich beim Team des EHC nicht mehr einstellen.
So gelang den Gästen in der letzten Minute durch Tory auch noch das 3:6 per empty net goal.
Fast anderthalb Minuten stand Wolfsburg mit 6-5 auf dem Eis und hatte doch nichts Zwingendes erspielen können.
Die zahlreichen Gästefans feierten frenetisch, die Grizzlies schlichen geknickt vom Eis und von den Rängen.


Mein subjektiver Eindruck:
Zwei Drittel gewohnt angriffslustig und engagiert, dann streckenweise nur noch Zuschauer.
Die Mannschaft schien durch die Nervosität ihres Goalies am Ende völlig aus dem Konzept gebracht.
Die teilweise äußerst konfuse und wenig konsequente Abwehrarbeit im dritten Drittel war natürlich andersrum wieder kein Balsam auf die Nerven von Mastic...ein Teufelskreis.
Für mich eine der schlechtesten Leistungen in einem 3.Drittel, die ich seit langem im Eispalast gesehen habe und da ging es wohl einigen so, die dort oben völlig fassungslos dieses so untypische Spielverhalten der Grizzlies in einem Schlussabschnitt "bewundern" durften.

Tor:
Mastic in Mannheim noch top, gegen Düsseldorf leider flop.
Wie war das doch gleich mit dem Konzept, bei dem sich zwei gleichstarke Goalies abwechseln?
Ohne gute und schnelle Neuverpflichtung wird´s offenbar noch mal richtig prickelnd in Sachen Play-Downs - ich für meinen Teil kann auf dieses Prickeln jedenfalls gut verzichten.

Verteidigung:
In den ersten beiden Dritteln noch mit ansprechender Leistung, dann teilweise nur noch staunende Zuschauer.
Beim 2:3 schaute man Mastic und Kreutzer jedenfalls sehr interessiert zu und beim 2:5 war Reklamieren statt Dazwischenschmeißen angesagt.
Clarke mit einigen Offensivakzenten, im Defensivbereich immer noch etwas ungelenk.
Sebastian Osterloh fehlte merklich - darüber sollten sich die älteren Semester im Team mal bei Gelegenheit Gedanken machen.

Sturm:
Die erste Reihe mit ansprechender Leistung und einem gewohnt überragenden Ivan Ciernik.
Die zweite Reihe kam mit der 2+10 Strafe gegen Simon merklich aus dem Tritt - doppelt schade, denn in den letzten Partien war die Reihe um Simon mehr und mehr zum spielentscheidenden Faktor gereift.
Die dritte Reihe mit Kaufmann, Musial und Paepke fiel lediglich durch Paepke auf.
Sei es durch dessen unermüdlichen Kampfeswillen oder durch seine gnadenlos schlechte Chancenauswertung...
Reihe 4 bemüht und fleißig, wie gewohnt.

Fans:
Respekt an die Fans der DEG! Klasse Stimmung und insgesamt sehr nette Gäste.
Die ersten zwei Drittel war es von unserer Seite schon etwas ruhiger als sonst, im letzten Drittel war die Fassungslosigkeit auf den Rängen wohl zu groß, um nach dem 2:5 noch mal voll einzusteigen. Schade eigentlich, aber doch irgendwie nachvollziehbar.
Die Cheerleader konnten wir in dieser Phase, ehrlich gesagt, oben nicht gebrauchen.
Wenn man völlig frustriert und entnervt aufs Eis schaut ist es wenig hilfreich, wenn einem jemand irre grinsend die Sicht auf das Drama da unten versperrt...
Trotzdem sollte man mit unseren Mädels Nachsicht üben, wenn sie sich mal den verkehrten Zeitpunkt aussuchen, um uns zu besuchen...sie meinen es ja nicht böse ;) mb

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.561.445
Besucher heute: 225
Besucher gestern: 904
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 6
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.740.133
Seitenaufrufe diese Seite: 292
counter   Statistiken

DEL-News