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EHC - Eisbären Berlin 2:3

Mit einer 2:3 Niederlage gegen die Eisbären Berlin beendete der EHC das Null-Punkte-Wochenende und gerät nun bedrohlich nah an die Abstiegsränge.
Trotz intensivem Einsatz merkte man den Grizzlies die Blockade im Kopf und auch eine gewisse Erschöpfung, besonders in der ersten Reihe, an.
So gelang es den Eisbären mit einer recht dürftigen Vorstellung drei Punkte gegen die eigentlich spielbestimmenden Wolfsburger aus dem Eispalast zu entführen.

1.Drittel
Wolfsburg begann mit viel Druck, zeigte sofort Bereitschaft das Heft in die Hand zu nehmen, scheiterte aber regelmäßig am bestens aufgelegten Jonas im Gästetor.
Dann der Doppelschlag in die Magengrube der Grizzlies:
8.Minute: Beaufait verwertet einen Abpraller von Cole zum 0:1 für die Gäste.
9.Minute: Der EHC zu sorglos in der Vorwärtsbewegung, 3 gegen 2 Angriffssituation vor dem Tor von Marek Mastic - 0:2 durch den schön freigespielten Walker.
Das Entsetzen bei Spielern und Anhang der Grizzlies riesengroß:
Mit der Bilanz von 2 Schüsse = 2 Tore stellte Berlin fast beiläufig den Spielverlauf völlig auf den Kopf - Dank Wolfsburger Unkonzentriertheit.
Nahezu gleich im Anschluss gab es durch eine fast einmünitige 5-3 überzahl für den EHC Gelegenheit das Spiel wieder in den Griff zu bekommen.
Leider blieb das Wolfsburger Powerplay an diesem Abend eine einzige Enttäuschung und so fiel der Anschlusstreffer in der 17.Minute absurderweise in Unterzahl (!).
Petr Smrek schnappte sich die Scheibe beim Bully und marschierte unwiderstehlich auf Jonas zu, um diesem beim 1:2 keine Abwehrchance zu lassen.
Als Wolfsburg eine Minute später sogar in doppelter Unterzahl weiterspielen musste und diese auch noch unbeschadet überstand, konnte man die Grizzlies schon wieder auf einem guten Weg wähnen.

2.Drittel
Ein von Kampf geprägtes Drittel schloss sich dem ersten Spielabschnitt an - mit größeren Spielanteilen für den EHC.
Schon in der 23.Minute hatte fast die ganze Halle den Jubelschrei auf den Lippen, als Paepke aufs leere Tor schoss - doch ein Eisbärenspieler hatte den Schläger noch rechtzeitig dazwischenbekommen und blockte den Schuss auf der Linie...unglaublich.
Es ging ähnlich weiter.
Erst im Anschluss an eine Unterzahlsituation nahm der von der Strafbank kommende Andrej Kaufmann den Puck direkt auf und lief allein auf Jonas zu und...vergab!
Doch Delisle war ihm gefolgt und konnte den euphorisch gefeierten 2:2 Ausgleich in der 36.Minute erzielen, indem er den Rebound erfolgreich verwertete.
Jetzt war sie da, die Chance das Spiel zu drehen und dem Gegner den Zahn zu ziehen!
Nur zwei Minuten später hieß es nämlich erneut 5-3 überzahl für die Grizzlies, wiederum für eine ganze Minute.
Eisbären-Torhüter Jonas geriet zum ersten und einzigen Mal in dieser Partie mächtig ins Schwimmen, doch der EHC bekam es einfach nicht hin ein ansprechendes Powerplay aufzuziehen...es war zum Durchdrehen!

3.Drittel
Noch 16 Sekunden überzahl für die Grizzlies.
Nach exakt 20 Sekunden, Berlin war gerade erst wieder komplett, fiel dann das 2:3 für die Gäste nach einem Konter durch Beaufait, dessen Querpass Shearer halb im Fallen verwertete.
Ein dramatischer Abend aus Wolfsburger Sicht nahm seinen Lauf.
Berlin stellte sich nach wie vor ungeschickt an, kassierte überflüssige Strafzeiten, bot dem EHC beste Gelegenheiten durch die folgenden überzahlsituationen das Spiel zurück zu erobern.
Doch alles vergeblich: Ein weiterer Treffer sollte den nun recht ausgelaugt wirkenden Grizzlies nicht gelingen.
Völlig einfallslos und verkrampft rannten die Wolfsburger gegen gut in Unterzahl agierende Eisbären an, nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen.
Ein frustrierendes Wochenende fand seinen Abschluss.


Mein subjektiver Eindruck:
Nach gutem Beginn wirkte die Mannschaft nach den beiden dummen Gegentreffer lange Zeit völlig blockiert: ANGST!
Ohne den Anschlusstreffer von Smrek hätte das wahrscheinlich ein echtes Debakel gegeben.
Eins steht jedenfalls fest: Im Auslassen von Torchancen macht unserem Team momentan keiner was vor...
Bleibt zu hoffen, dass das Team möglichst schnell ein Erfolgserlebnis einfahren kann, sonst steuert man geradewegs in die Play-Downs.

Tor:
Marek zwar ohne Fehler, doch offenkundig mit seinen Kräften am Ende.
Der Wechsel von einer Torecke in die andere hat leider mittlerweile was von Slow-Motion.
Für mich absolut deutlich, dass man von ihm momentan nicht erwarten kann, dass er mal ein paar Hundertprozentige wegfischt, da man dazu wesentlich frischer sein muss.

Verteidigung:
Teilweise einfach nicht sattelfest, verstärken die Probleme, die wir auf der Torwartposition haben damit zusätzlich.
Osterloh mit klasse Einsatz, musste sehr viel einstecken.
Nebenbei bemerkt halte ich die Kombination Clarke - Lundström für eine Einladung zum Toreschießen...
Lundström zu ungelenk und öfter leicht orientierungslos und Clarke, na ja, ist halt Clarke.
Wie wär´s mit Guggemos neben Lundström in der Verteidigung und Clarke als Center in die 4.Reihe?
Fände ich jedenfalls effektiver, da Clarke nach vorne durchaus zu gefallen weiß...

Sturm:
Die dritte Reihe mit Musial, Paepke und Kaufmann recht überzeugend, aber unglücklich im Abschluss.
Die ersten beiden Reihen hingegen wirkten gnadenlos überspielt und ideenlos.
Besonders Ciernik war gegen Ende völlig platt - kein Wunder angesichts der üppigen Eiszeit, die der Ivan zu absolvieren hatte und dem Einsatz in der Defensivarbeit, den er dabei an den Tag legte.
Hier liegt für mich auch der taktische Fehler im Ablauf der Partie:
Durch zuviel Eiszeit für die erste Reihe beraubte man sich der effektivsten Waffen im Powerplay.

Fans:
Schade. Besonders im zweiten und dritten Drittel hätte man mehr draus machen können.
Aber irgendwie lässt sich die Kulisse momentan von der Verunsicherung der Mannschaft anstecken und zweifelt anstatt zu pushen.
Ich kann nur inständig alle Fans bitten:
Gebt gegen Kassel ordentlich Kette, oder wollt ihr etwa Play-Downs sehen?
Ich für meinen Teil weiß jedenfalls nicht, ob meine Nerven das mitmachen würden - ginge es doch wieder mal um alles (DEL) oder nichts (Regionalliga?) in unserer momentanen Situation.mb