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EHC - Kassel Huskies 3:1

Rechtzeitig zum Kellerduell gegen Kassel traf mit Ty Conklin die Frischzellenkur im Grizzlygehäuse ein. Der zuletzt völlig ausgepumpt wirkende Mastic durfte endlich seine wohlverdiente Pause antreten und auch die Mannschaft der Grizzlies dankte dem Vorstand für diese Neuverpflichtung mit einer engagierten Leistung, die zum verdienten und wohl bisher wichtigsten 3:1 Sieg reichte.

1.Drittel
Wolfsburg startete schwungvoll und landete mit Karabins Pfostenkracher schon nach 20 Sekunden das erste Ausrufezeichen der Partie.
Kassel hielt zunächst noch gut mit, störte so gut es ging das Aufbauspiel der Grizzlies und versuchte durch Konter zu Chancen zu kommen.
Doch schon früh zeichnete sich ab, was im weiteren Spielverlauf immer deutlicher wurde:
Die Huskies hatten an diesem Abend mit größten Abstimmungsproblemen zu kämpfen, mussten durch ungenaue Zuspiele immer wieder unnötige Puckverluste hinnehmen und konnten folglich kaum gute Einschusschancen erzwingen.
Der EHC hingegen steigerte sich ins Spiel hinein, ließ zunächst noch den nötigen überblick vermissen, um vorm Gästetor zu vollstrecken, doch auch dieses Manko bekam man in den Griff.
Ab der 15.Minute war es dann soweit:
Smrek stochert einen Abpraller von Zurek gedankenschnell zum 1:0 durch die Schoner von Gage!
Zwei Minuten später kann Zurek im Powerplay in aller Ruhe schauen, wohin der Torwart abgetaucht ist und lässig zum 2:0 einnetzen.
Die Erleichterung auf den Rängen war natürlich riesengroß und die Fans dankten den Grizzlies lautstark ihr beherztes Auftreten.
Mit einem aus Kassler Sicht schmeichelhaften 2:0 ging es in die Kabinen.

2.Drittel
Dieser Spielabschnitt sollte kein Eishockeyleckerbissen werden.
Die Huskies versuchten mit mehr Härte und Kampf ins Spiel zurückzukommen, scheiterten aber an ihrer bereits angesprochenen Abstimmung innerhalb der Mannschaft:
Bereits erkämpfte Pucks gingen ebenso schnell wieder verloren und das Spiel geriet zu einem recht unansehnlichen Gekrampfe auf beiden Seiten.
Besonders im Powerplay machten die Gäste einen mehr als jämmerlichen Eindruck, da viele Versuche fast identisch abliefen:
Scheibe reindreschen, Conklin stoppt sie hinter seinem Gehäuse, EHC-Spieler drischt sie wieder raus.
So ging´s mit unverändertem Ergebnis in die zweite Pause und der letzte Abschnitt musste entscheiden, ob die Kassler doch noch zurückkommen könnten oder ob die Grizzlies den Sack endgültig zu machen würden.

3.Drittel
Jetzt nahm das Spiel endlich wieder Fahrt auf.
Zunächst waren die Grizzlies am Drücker, erspielten sich einige Chancen, von denen der momentan glücklose Paepke die Größte in der 43.Minute vergab, als er einen schönen Querpass von Kaufmann nicht hinter Gage unterbringen konnte.
Nach einer überstandenen Unterzahl hatte der EHC in der 48.Minute dann erneut die Riesenchance den Sieg in trockene Tücher zu bringen:
Musial fährt ein Break auf Gage zu, Kaufmann ist mitgefahren und wartet auf das Zuspiel, doch Musial schießt stattdessen lieber selbst und trifft nur den Goalie der Gäste.
Zum Glück rächte sich diese Eigensinnigkeit nicht, denn nur drei Minuten später profitierte Rainer Suchan von einem Fehler der Kassler Hintermannschaft und konnte zum vorentscheidenden 3:0 vollstrecken - ins leere Tor wohlgemerkt. Was war passiert?
Gage hatte den Puck hinter seinem Tor gestoppt und an einen Abwehrspieler übergeben. Diesem kam sogleich Delisle an der Bande entgegen, welchen er prompt anschoss, anstatt zu klären.
Delisle zu Simon, der reißt nach seinem Querpass auf Suchan schon mal die Hände zum Jubel hoch und *zack* - drin ist der Puck.
Der Treffer konnte vom Zeitpunkt kaum günstiger fallen, hatte wenig zuvor doch Karabin für Conklin auf der Linie gerettet, nachdem ihm ein Spieler der Huskies den Puck unterem Handschuh weggestochert hatte.
Die Huskies, im Anschluss deutlich entnervt, konnten sich in der 56.Minute bei ihrem Torhüter bedanken, dass dieser den krachenden one-timer von Dale Clarke brillant entschärfte und somit einen Rest Hoffnung für sein Team bewahrte.
Diese Hoffnung bekam nämlich nur eine Minute später Nahrung, da den Huskies im Powerplay der Anschluss gelang:
Smrek schlägt hinter dem eigenen Tor über den Puck, Greig nimmt die Scheibe dankend auf und passt auf Swanson, der das Spielgerät aus unmittelbarer Nähe zum 3:1 im Winkel versenkt.
Auf einmal war Kassel hellwach, drückte auf eine Wende und brachte die Grizzlies in Bedrängnis.
Doch zum Abschluss der Partie gab es statt weiterer Tore nur noch zwei Einzelauftritte der Grizzlies:
Die erste von Ty Conklin, dem beim Aufbaupass die Kelle aus der Hand geschlagen wird, worauf er kurzentschlossen den Puck per Hechtsprung mit der Hand aus dem Gefahrenbereich schubst.
Die zweite von David Musial, der praktisch mit dem Schlusspfiff eine kleine Boxerei mit Kirk Furey anzettelt, diese aber wenig konsequent zu Ende bringt.
Nachdem einige weitere Akteure ebenfalls ein paar Zärtlichkeiten ausgetauscht hatten, konnte der Sieg von Fans und Mannschaft des EHC gebührend gefeiert werden und DJ Thomas Malek konnte die drei symbolischen Punkte, die er vor dem Spiel aufs Eis geworfen hatte, freudestrahlend wieder einsammeln.


Mein subjektiver Eindruck:
Die Verpflichtung von Conklin zeigt erste Wirkung. Die Spieler wirkten weitaus gelöster und weniger gehemmt wie noch zuletzt.
Begünstigt wurde dieser Einstand allerdings von einer Kassler Mannschaft, die streckenweise wirkte, als ob man sich erst seit einigen Wochen kennen würde.
Das Zusammenspiel der Gäste war jedenfalls eine einzige Katastrophe und ebnete damit den Grizzlies den Weg zu diesem vielleicht vorentscheidenden Sieg im Kampf gegen die Play-Downs.

Tor:
Conklin äußerst selbstbewusst, spielte stets mit und überraschte zum Teil nicht nur den Gegner sondern auch die eigenen Mitspieler mit schnellen Anspielen auch bis jenseits der eigenen blauen Linie.
Im dritten Drittel wirkte er fast schon ein wenig übermütig, am einzigen Gegentor traf ihn jedoch nicht die geringste Schuld.
Zum Einstand war die dürftige Vorstellung des Kassler Sturms wohl genau das Richtige, um sich ein wenig zu akklimatisieren.

Verteidigung:
Hat die Arbeit endlich wieder voll aufgenommen und eine tadellose Leistung abgeliefert.
Roman Veber wirkte anfangs etwas unkonzentriert, steigerte sich aber zur gewohnt guten Form dieser Saison.
Smrek mit Fehler zum einzigen Gegentor, ansonsten etwas hinter seiner Leistungsfähigkeit zurückgeblieben.
Dale Clarke macht ein gutes Spiel - mehr davon, bitte!
Brüggemann, Genze und Osterloh mit tollem Einsatz und erzsolider Defensivleistung.

Sturm:
Alle Reihen zeigten eine beherzte und von guter Defensivarbeit geprägte Vorstellung.
Auch das flüssige Zusammenspiel scheint in die Reihen der Grizzlies langsam wieder zurückzukehren.
Insgesamt ist man auf einem guten Weg, auf dem fast keiner zurückzubleiben droht...

Fans:
Tolle Stimmung im Eispalast. Endlich konnten Fans und Mannschaft mal wieder an einem Strang ziehen und den Gästen deutlich machen:
HIER REGIERT DER E-H-C !!! mb