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EHC - Adler Mannheim 1:2

Nach dem Spiel gegen die Eisbären verpasste das Team der Grizzly Adams nun auch die zweite große Chance im Abstiegskampf frühzeitig die Weichen auf Klassenerhalt zu stellen.
In der Partie gegen die Adler Mannheim dominierte die Mannschaft von Trainer Stefan Mikes den Gegner fast zwei Drittel nach Belieben, vermochte dabei den Gästegoalie jedoch kein einziges Mal zu bezwingen.
Erst in der Schlussminute gelang Kapitän Karabin der längst überfällige, aber zu diesem Zeitpunkt bereits nutzlose erste Treffer gegen den brillanten Steve Passmore im Tor der Adler.

1.Drittel
Mit viel Schwung und Biss starteten die Grizzlies in diese wichtige Partie und zeigten von Beginn an, wer Herr im Hause ist.
Steve Passmore im Tor der Gäste war innerhalb kürzester Zeit warmgeschossen, leider ohne auch nur einmal hinter sich greifen zu müssen.
Es war zum Verrücktwerden: Beste Chancen wurden gleich reihenweise ausgelassen. Sei es, dass der Gästekeeper irgendwie an den Puck kam, sei es, dass im letzten Moment ein gegnerischer Stock oder Schlittschuh dazwischenkam oder der EHC-Angreifer einfach über den Puck schlug.
Zu allem überfluss wollte das Wolfsburger überzahlspiel ebenfalls nicht ins Rollen kommen - gegen die teilweise dumm und unbeherrscht agierenden Gäste sollte sich dieses besonders rächen.
Als ab der 12.Minute ein fast zweiminütiges doppeltes überzahlspiel wiederum kläglich vertan wurde, dämmerte es den Fans auf den Rängen langsam: Heute ist der Wurm drin.
Statt mit einem komfortablen Vorsprung von 2 oder 3 Toren für die Grizzlies, ging es mit einem mageren 0:0 zum ersten Mal in die Kabinen.
Bereits zu diesem Zeitpunkt hätten die Gäste ihren Goalie auf Händen in die Umkleide tragen müssen, doch es kam noch schlimmer...

2.Drittel
Der Sturmlauf des EHC ebbte zwar etwas ab, doch Einsatz und Siegeswille der Wolfsburger war immer noch stets auf höchstem Level zu erkennen.
Die Gäste entschlossen sich offenbar zu erweitertem Unterzahltraining und fügten der Liste unnötiger Strafzeiten ihrerseits im Laufe des Drittels vier weitere hinzu.
Die Grizzlies hingegen verzichteten völlig auf weitere Strafzeiten und spielten so fast das halbe Drittel in überzahl - ergebnislos!
Im Gegenteil: Die Mannheimer erarbeiteten sich in den Phasen numerischer Gleichheit auf dem Eis nach und nach gleichwertige Spielanteile und nur Dank einer starken Leistung Ty Conklins und Mannheimer Unfähigkeit vorm Tor blieb auch das Team der Adler ohne Torerfolg.
Die Wolfsburger Angriffsbemühungen wirkten leider mehr und mehr verkrampft: Man konnte förmlich sehen, wie die Zuversicht aus den Aktionen der Stürmer wich.
Wiederum hieß es 0:0 als es zum zweiten Mal in die Kabinen ging.

3.Drittel
Wie so oft in solchen Spielen wird die Rechnung am Ende eiskalt serviert.
Die Grizzlies ließen auch weiterhin ihre Chancen aus, verteidigten zweimal in Unterzahl vorbildlich und es kam so, wie es kommen musste:
In der 50.Minute schiebt Hecht mit dem Rücken zum Tor einem Wolfsburger Verteidiger und Ty Conklin die Scheibe zum 0:1 zwischen den Beinen durch.
Kopfschütteln auf dem Eis und den Rängen, hatten die Adler eigentlich zu keinem Zeitpunkt im Eispalast ihre Klasse gezeigt und waren nun völlig unverdient in Führung gegangen.
Wolfsburg hielt wütend dagegen, gab sich trotzdem nicht auf und berannte weiter das Drittel der Adler.
Leider mit dem Ergebnis, dass die Gäste eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr der Grizzlies zum zweiten Treffer nutzten:
0:2 in der 58.Minute durch Edgerton, der von Hecht und Corbet mustergültig in Szene gesetzt worden war.
Alles vorbei? Noch nicht ganz.
Ty Conklin war in den letzten anderthalb Minuten nur einmal kurz in seinem Gehäuse zu Gast - kurz nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 durch Karabin in der letzten Spielminute.
Die verbleibenden Sekunden reichten zwar noch zu einer weiteren, wenn auch glücklich entstandenen, Chance für den EHC, doch Steve Passmore ließ keinen weiteren Treffer zu und reagierte erneut blitzschnell gegen Clarke.
Das Spiel war aus, die Chance vertan und viel Arbeit für die nächsten zwei Wochen blieb übrig.


Mein subjektiver Eindruck:
Pech und Nervosität gehen leider meistens Hand in Hand...
Selbst bei offenkundigsten Einschussmöglichkeiten wollte sich das kleine bisschen Glück, das man braucht um auch mit zittrigen Händen den Puck zu versenken, nicht auf unserer Seite einstellen.
Leider hatten sich die Ladehemmungen schon in Frankfurt, wo man deutlich unter Wert geschlagen wurde, angedeutet.
Hoffentlich platzt der Knoten dafür in einem der nächsten Spiele dafür umso heftiger!

Tor:
Conklin ist nichts für schwache Nerven - so viel steht fest.
Trotz einer durchweg starken Leistung im Spiel gegen die Adler halte ich sein Verhalten hinter und neben dem Tor für eine Spur zu überheblich.
Einem heranfahrenden Gegner den Puck aus kurzer Distanz durch die Beine zu spielen...das vertragen die Nerven der Grizzlyfans vermutlich erst wieder, wenn die Klasse gesichert ist.

Verteidigung:
Top-Leistung von allen Verteidigern!
Beim 0:2 leider leichte Ausfallerscheinungen, ansonsten auch vom Rückkehrer Pavlikovsky eine erstaunlich gute Leistung nach der langen Verletzungspause.

Sturm:
Kombinationsspiel ging völlig in Ordnung - es wurde größtenteils ordentlich Druck gemacht und bis zum bitteren Ende gekämpft.
Im Abschluss und im Powerplay eine einzige Katastrophe und ohne jegliches Glück obendrein.
Wie kommt man eigentlich auf die Idee bei 5-3 mit zwei Leuten hinterm Tor zu stehen? - Die gehören vors Tor...zumindest gegen Mannheim.
Herausheben kann man nach diesem Spiel eigentlich nur einen Spieler, der es schafft ins Tor zu treffen - aber angesichts der vorbildlichen Einstellung aller Beteiligten will ich das einfach mal lassen.

Fans:
Etwas maue Stimmung auf den Rängen. Irgendwie ahnt man so was wohl...
Gegen Augsburg und Krefeld verspreche ich mir da allerdings wieder einiges mehr, da dies bisher immer Gegner waren, wo die Tore etwas großzügiger auf beiden Seiten verteilt wurden.
Also: Im Kampf für den DEL-Standort Wolfsburg noch mal alles geben!mb