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PlayDown-Spiel 1: EHC - Kassel Huskies 2:0

Der Heimauftakt in die Play-Downs ist also gelungen. Dank einer insgesamt sehr beherzten und teilweise sehr mutigen offensiven Spielweise glückte den Grizzlies der Start in die Serie gegen die Kassel Huskies in der es somit 1:0 steht.
Zum Auswärtsauftakt geht es nun am Sonntag nach Kassel, wo die Huskies jetzt Heimstärke zeigen müssen, um die Serie ausgeglichen zu halten.

1.Drittel
Mit viel Schwung und einer ordentlichen Portion Risikobereitschaft starteten die Grizzlies in die Partie, erspielten sich sofort erste Torgelegenheiten und boten Kassel dabei allerdings recht viel Raum für Konter.
Zum Glück für den EHC wurden die Wolfsburger Offensivbemühungen schon nach sieben Minuten von Erfolg gekrönt, als Andrej Kaufmann einen Querpass herrlich mit der Rückhand zum 1:0 unter die Querstange von Gages Gehäuse bugsierte.
Ein munteres und schnelles Spiel entwickelte sich bei dem die Torhüter stets voll gefordert waren und ihren Teams bis zum Ende des Drittels jeweils weitere Gegentreffer ersparten.
An Torchancen mangelte es nämlich hüben wie drüben nicht, doch beiden Mannschaften merkte man die Nervosität und bisweilen den übereifer an, so dass beiden die nötige Abgeklärtheit vor des Gegners Tor fehlte.

2.Drittel
Wolfsburg weiter stürmisch unterwegs - wiederum mit dem so wichtigen Erfolgserlebnis!
Zu Beginn des Drittels klingelte es auch gleich mal hinter Gage, als Zurek schon nach zwei gespielten Minuten aus dem Gewühl zum 2:0 einnetzte.
Ein ganz wichtiger Treffer, der zugleich dokumentierte, was bei den Grizzlies möglich ist, wenn sich in Offensivsituationen mal der ein oder andere Spieler im gegnerischen Slot aufhält.
Kassel wirkte zunächst etwas verschreckt, wehrte sich eher steif und geriet in den folgenden Minuten erneut ein ums andere Mal in arge Bedrängnis.
Doch zur Mitte des Drittels drehte sich, wenn auch nur für kurze Zeit, das Kräfte- und Chancenverhältnis und die Huskies stürmten nun verstärkt auf das von Ty Conklin bestens gehütete Grizzlygehäuse.
Doch wie schon im ersten Drittel wehrte der EHC mit etwas Glück und viel Einsatz den Anschlusstreffer ab und konnte, zwar nicht beruhigt doch frohen Mutes, mit einer Zwei-Tore Führung in die Kabinen gehen.

3.Drittel
Die Huskies zwar weiter bemüht, doch irgendwie planlos und ohne die letzte Durchschlagskraft vor dem Tor der Grizzlies.
Im Gegenteil: Sowohl Simon per one-timer, als auch Zurek im Alleingang hatten die Chance den Vorsprung sogar noch weiter auszubauen.
Zurek hatte den Puck kurz vor Schluss sogar im Tor der Huskies untergebracht, doch da hatte HSR Schütz bereits wegen eines angeblichen Foulspiels durch Ciernik (Halten!) abgepfiffen...
Die anschließende 6-4 überzahl, als Kassel den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahm, konnte selbst mit gutem Willen nicht als gefährlich bezeichnet werden und so feierte der EHC den ersten Sieg der Serie und Ty Conklin seinen ersten shut-out im Dress der Wolfsburger.


Mein subjektiver Eindruck:
Das Wichtigste vorne weg: Die Mannschaft wirkte motiviert und selbstbewusst auf mich!
Mehr kann man erst einmal nicht verlangen. Das Spiel ging angesichts der verständlichen Nervosität in Ordnung und mit einer ähnlichen Leistung dürfte man in Kassel wohl auch nicht ganz chancenlos sein.
Wobei ich nicht darauf wetten würde, dass die Leistung der Kasseler im ersten Spiel deren letztes Wort darstellt...wenn doch könnte das ein böses Erwachen für die Huskies geben, denn auch bei uns sehe ich, gerade in der Chancenverwertung, noch einiges an Luft nach oben.
Zumindest hält die Mannschaft den Aufwärtstrend seit der Partie in Nürnberg, so dass wir wohl noch die ein oder andere erfreuliche Leistung des Teams erwarten können.

Tor:
Ty Conklin hat es sich wohl zur Philosophie gemacht dorthin zu gehen, wo noch nie ein Torwart hingegangen ist...
Man betrachte das zugehörige Foto links unten in den News auf der Startseite - was stimmt wohl auf diesem Bild nicht? (Draufklicken zum Vergrößern)
Ansonsten wirklich gute, wenn auch mal wieder nicht nervenschonende, Leistung.

Verteidigung:
Per-Anton durfte auch unter Leslies Regie nur die Startminuten spielen - sind die ihm irgendwie vertraglich zugesichert worden, oder warum schon wieder so ein Kurzeinsatz?
Da könnte man doch eher Roman Veber als Verteidiger mit der besten +/- Statistik aufstellen...
Ansonsten von allen eine absolut vorbildliche kämpferische Leistung, wenn auch in Zukunft die übersicht nicht ganz so oft verloren gehen darf, falls Kassel dann vielleicht mal etwas kaltschnäuziger vor dem Tor agiert.
Zum Glück zeigt auch Smreks Formkurve wieder nach oben und er scheint sich wieder voll aufs Spiel zu konzentrieren.

Sturm:
Hier zeigte sich die Handschrift des neuen Trainers am deutlichsten.
Man versuchte weder sich selbst noch dem Gegner Knoten in die Beine zu spielen, sondern beschränkte sich auf schnelle, einfache Spielzüge verbunden mit viel Laufbereitschaft und insgesamt viel Bewegung auf dem Eis. Sehr gut - sollte auf jeden Fall beibehalten werden.
Andrej Kaufmann im ersten Drittel absolut Top! Sein Tor war eigentlich nur eine logische Folge seines Auftretens - bis auf Toreschießen kann er sonst ja eigentlich auch fast alles...
Ich suche allerdings immer noch die Stelle im Regelwerk, in der steht: "Ivan Ciernik muss stets Teile des Spiels mit einem gegnerischen Spieler Huckepack bestreiten. Er hat dies klaglos hinzunehmen, Strafen werden nicht ausgesprochen."
Vermutlich denken sich die Schiris: Hey! Der ist schneller, kräftiger und pucksicherer als die anderen Jungs - der soll die auch mal mitspielen lassen, sonst werden die wieder knatschig und wollen diskutieren.

Fans:
Die Grizzlies hielten von der ersten Minute an zusammen und pushten ihr Team nach vorne.
Auch die zahlreich aus Kassel angereisten Fans unterstützten ihr Team zu Beginn noch lautstark, verloren im Laufe des Spiels aber wohl ein wenig die Hoffnung und auch die Stimme.
Insgesamt ging man fair miteinander um. Ich hoffe wirklich, dass der Großteil der Anhänger das bis zum bitteren Ende durchhält.
Immer dran denken: Es ist Eishockey! Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr ja doch wieder. Wer weiß, wer weiß...mb