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PlayDown-Spiel 7: EHC - Kassel Huskies 3:2

Es ist vollbracht: Der EHC schlägt die Huskies im entscheidenden Spiel mit 3:2 und sichert sich somit den sportlichen Klassenerhalt in der DEL!
In einer eher mäßigen aber ungemein spannenden Partie war den Grizzlies endlich das Schussglück hold und so konnten sie mit einem Doppelschlag im zweiten Spielabschnitt schon fast die Vorentscheidung erringen.
Aber eben nur fast: Nach dem frühen Anschlusstreffer der Kassler im letzten Drittel begann das große Zittern auf den Rängen und wurde erst durch die Schlusssirene beendet.
Unglaubliche Szenen des Glücks und der Erleichterung spielten sich auf der Tribüne und später auf dem Eis ab. Mannschaft und Fans feierten den Klassenerhalt zu den bekannten Hymnen aus dieser und vergangenen Spielzeiten und so manche Freudenträne wurde vergossen.
Sollte in den nächsten Tagen mit dem Hallenbau begonnen werden, so wie es Geschäftsführer Karl-Heinz Lorenz nach dem sportlichen Triumph ankündigte, so steht einer erstklassigen Eishockeyzukunft in Wolfsburg nichts mehr im Wege.

1.Drittel
Man merkte beiden Teams die riesige Bedeutung dieser Begegnung sehr deutlich an.
Wolfsburg wirkte, eigentlich während des gesamten Spiels, sehr nervös und ungewohnt hektisch. Kassel hingegen machte zunächst einen leicht erschöpften Eindruck, steigerte sich aber langsam in die Partie hinein.
Die Grizzlies starteten bereits in der 3.Minute mit der ersten Unterzahl ins Spiel und Torhüter Ty Conklin stellte die Nerven der Wolfsburger Fans in den folgenden Minuten mit seinen gewohnt risikofreudigen Ausflügen auf eine harte Bewährungsprobe.
Doch mit fortschreitender Dauer des Drittels bekam Wolfsburg die Partie und die eigenen Nerven in den Griff und wandelte die sich entwickelnde Dominanz prompt in Zählbares um:
1:0 in der 9.Minute durch Ivan Ciernik, der den Rebound eines Zurek-Schusses verwertete und die erste Jubelexplosion im Eispalast auslöste.
Der Weckruf für alle Akteure auf dem Eis: Wenig später hatte Zurek die Chance gleich nachzulegen, doch Gage hielt mit Wahnsinnsreflexen und einer großen Portion Glück sein Team im Rennen. Mit dem linken Hacken kickte er den Puck nach tollem Reflex mehr zufällig noch von der Linie.
Im Gegenzug gleich die nächste Riesenchance für Kassel, als ein Husky bereits Conklin umkurvt hatte, den Puck aber mit der Rückhand über das Gehäuse lupfte.
Doch schon in der 12.Minute hatte Swanson für die Gäste mehr Glück:
1:1 im 2.Powerplay der Gäste.
Wolfsburg in der Folgezeit bemüht, erspielte sich erneut Chancen, wirkte jedoch verunsichert und ließ die gewohnte Kombinationssicherheit teilweise vermissen.
Unentschieden ging´s in die Kabinen.

2.Drittel
Wie in jedem Drittel dieser Partie wirkte Kassel zu Beginn des Spielabschnittes überlegen, da die Grizzlies stets mindestens 3-4 Minuten benötigten, um die schlimmste Nervosität abzulegen.
Mit viel Glück überstanden die Gastgeber die ersten Minuten und einige Großchancen der Huskies und fanden allmählich ihren Rhythmus wieder.
In der 25.Minute dann endlich wieder Druck auf das Gehäuse der Huskies durch die hervorragend aufspielende erste Reihe des EHC: Zuerst schießt Ciernik - Nachschuss Zurek - dann zweiter Nachschuss durch Karabin und...Tor zum 2:1 und die erneute Führung für die Grizzlies!
Und nun machte der EHC genau das, was er nach der ersten Führung versäumt hatte bzw. wozu ihm nach der ersten Führung auch ein wenig das Glück gefehlt hatte: Nachsetzen und Nachlegen!
In überzahl traf nur zwei Minuten später Ivan Ciernik zum 3:1 und das Spiel schien nun seine Vorentscheidung zu finden. Doch der Druck der Wolfsburger ließ gegen Ende des Drittels wieder nach und so konnten die Gäste aus Kassel den Schock des Rückstands gut verdauen.

3.Drittel
Diesmal sollte der stets holprige Drittelbeginn der Grizzlies leider bestraft werden.
Nach anderthalb Minuten nutzten die Gäste den absolut konfusen Auftakt des EHC und konnten die Hintermannschaft der Gastgeber inklusive Conklin komplett ausspielen, so dass Tobias Abstreiter nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte:
3:2 Anschlusstreffer in der 42.Minute - das Zittern begann.
Das Spiel von da an völlig ausgeglichen - Chancen auf beiden Seiten, doch wirklich Zwingendes kam kaum zustande.
Ein einziger Treffer der Gäste hätte bereits die Verlängerung bedeutet und so schwankte das Spiel bis zum Schluss zwischen endgültiger Entscheidung und Ausgleich für die Huskies.
Als besonders quälend sollten sich die letzten 5 Minuten der Begegnung herausstellen, da die Huskies zunächst in überzahl agieren durften und im Anschluss daran ihren Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen.
Empty-net goal oder Ausgleich - das war die Frage, die ständig unter dem Hallendach kreiste.
" Keins von beidem" war die Antwort...und die Euphorie sprengte den heimischen Eispalast fast auseinander, als endlich die erlösende Schlusssirene erklang.
Erst feierten die Fans ihre Mannschaft auf den Rängen, dann mit den Spielern gemeinsam auf dem Eis.
Ein längst verloren geglaubter Traum war doch noch wahr geworden!


Mein subjektiver Eindruck:
So ein Wahnsinnserlebnis!
Auf der einen Seite schweißen solche Spiele/Serien Fans und Verein zusammen, auf der anderen Seite zerstören sie häufig die Beziehungen zwischen zwei Fanlagern.
Nachdem sich nun zwei Spielzeiten hintereinander der Tabellenletzte als Absteiger herausgestellt hat, sollte man vielleicht über eine Abschaffung der Play-Downs nachdenken, da diese beim besten Willen nicht nur für positive Schlagzeilen im Eishockeysport sorgen.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass mir ein riesiger Felsbrocken vom Herzen gefallen ist und ich, trotz der selbstverschuldeten Saisonverlängerung, dem Team für die durchweg beherzten Leistungen in den Play-Downs danken möchte.
Letztendlich habt ihr die Suppe, die ihr uns eingebrockt habt, mit viel Kampf und Engagement wieder ausgelöffelt.
Wenn wir auch im letzten Spiel das Glück auf unserer Seite hatten, so kann man mit Hinblick auf alle sieben Spiele der Serie sagen: Ihr habt dem Schicksal die Stirn geboten und bis zum letzten Moment gekämpft, auch wenn es Fortuna meistens mit den Kasslern besser meinte.
Im entscheidenden Moment hatten wir das Glück des Tüchtigen...

Tor:
Ty Conklin, der Meister aller Faxen hinterm Tor, hatte sich zwei Drittel lang recht gut im Griff und verkniff sich heftigere Eskapaden. Nervös genug waren seine Mitstreiter schließlich auch so...

Verteidigung:
Zum Auftakt aller Drittel äußerst wackelig, was zum Glück nur im letzten Drittel bestraft wurde.
Ansonsten mit viel Einsatz und dem nötigen Willen, um einen knappen Vorsprung mit aller Macht zu verteidigen.
Sebastian Osterloh durfte als siebter Verteidiger nicht eingreifen, vermutlich weil die Befürchtung bestand, dass der Gegner durch Provokationen seine jugendliche Reizbarkeit für Strafzeiten ausnutzen könnte. Leistungsmäßig gab´s wohl kaum etwas im Laufe der Saison an ihm auszusetzen und so feuerte er sein Team von der Bank aus an, dass es eine wahre Pracht war.

Sturm:
Der Einsatz aller war gigantisch und vorbildlich, wie in den gesamten Play-Downs.
Die erste Reihe hat uns den Verbleib in der DEL ermöglicht, die Mannschaft insgesamt hat ihn gesichert.
Ein besonderes Lob an Ivan Ciernik, der während der gesamten Schlussphase der Hauptrunde und den gesamten Play-Downs stets zu verstehen gab: Ich will in Wolfsburg spielen und ich werde alles dafür tun, dass dies durch den Klassenerhalt möglich wird.
Danke dafür, Ivan!
Auch der durch teaminterne Querelen mit dem Trainer ins Kreuzfeuer geratene Karabin zeigte besonders in diesem entscheidenden Spiel, dass ihm die Zukunft des Wolfsburger Eishockeys wichtig ist und gab wirklich alles, um die Grizzlies im Rennen zu halten.

Fans:
Ich bin sehr stolz einer von Euch zu sein.
Was die Fans der Grizzly Adams in diesen entscheidenden Momenten des Wolfsburger Eishockeys im Eispalast, aber auch in Kassel bei den Auswärtspartien, für ihre Mannschaft geleistet haben ist einfach unbezahlbar.
Insgesamt betrachtet waren wir gute Verlierer und auch würdige Sieger, die nicht auf dem Unterlegenen rumtrampeln mussten. Die paar in unseren Reihen, die das noch nicht begriffen haben, werden es hoffentlich noch verstehen.
Sollte der Bau unserer Halle nun endlich angegangen werden, so bekommen wir endlich das, was wir als Fans spätestens jetzt verdient haben:

Eine Zukunft für das Eishockey in Wolfsburg! mb

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