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Spielberichte 05/06

PlayOff-Spiel 4: EHC - REV Bremerhaven 3:5

  • Geschrieben von Martin
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Mit der alles in allem unverdienten Niederlage im vierten Play-off Spiel gegen den REV Bremerhaven stehen die Grizzlies nun mit dem Rücken zur Wand.
Gleich auf der anschließenden Pressekonferenz richtete Grizzly-Trainer Krinner den geknickten Anhängern des EHC eine Kampfansage ihres Teams für die fünfte Partie, die wieder in Bremerhaven stattfindet, aus.
Trotzdem blickten nach dem Spiel viele Anhänger etwas wehmütig durch die Fenster der Pistenbar auf das Eis des Eispalastes. Vielleicht war es das letzte Mal, dass sie diesen Ausblick genießen durften, da der Ausbau in vollem Gange ist und die Pistenbar aller Voraussicht nach den Umbaumaßnahmen zum Opfer fallen wird.

1.Drittel
Die Grizzlies, die auf den kurzfristig erkrankten Kurtz verzichten mussten, starteten gewohnt schwungvoll in die Begegnung.
Fast mit dem Anpfiff rissen die Gastgeber das Kommando an sich und dominierten die Pinguins äußerst druckvoll.
Diese gerieten heftig ins Schwimmen und konnten sich nach zwei überstandenen Unterzahlsituationen gleich zu Beginn glücklich schätzen, dass der EHC seine großen Chancen im Minutentakt ausließ. Vor allem Regan und Callander vergaben dabei fast unmöglich zu vergeigende Einschussmöglichkeiten - die Nervosität auf Seiten der Grizzlies war offenbar zu groß.
Als Bremerhaven in der 7.Minute völlig überraschend mit der ersten (halben) Gelegenheit per Stochertor (Wycisk) in Führung ging, wussten die Wolfsburger allerdings bereits 19 Sekunden später eine Antwort.
Das 1:1 durch Herbert Geisberger öffnete die Partie sofort wieder und verhinderte allzu große Verzweiflung bei den Grizzlies.
Doch das Powerplay des EHC sollte einmal mehr das Zünglein an der Waage werden. Nachdem auch die dritte Gelegenheit ungenutzt blieb, schlugen die Bremerhavener Spezialisten gleich im ersten Anlauf zu.
Der glänzend freigespielte Pinizzotto machte in der 14.Minute das, was er am besten kann:
Vollstrecken - und zwar zum 1:2.
Mit diesem, insgesamt nicht die Spielanteile widerspiegelnden, Ergebnis ging es zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Gerade einmal 30 Sekunden waren gespielt, da markierte der erneut stark aufspielende Mark Kosick per Alleingang das 2:2 durch die Schoner von Gästekeeper Gardner.
Ein munteres Drittel entwickelte sich - mit dem besseren Ende für die Gäste vom REV.
Während die Grizzlies in Person von Regan und Simon ihre Tempogegenstöße sogar aufs leere Tor nicht erfolgreich abschließen konnten, zockten die Pinguine in der 34. und 35.Minute die Wolfsburger Hintermannschaft zweimal vorbildlich aus.
2:3 durch Gyori, der einen schnellen Konter durch Rogles Schoner abschließen kann.
2:4 durch Cullen, der nach einer Lehrstunde für die EHC-Defensive eiskalt vollstreckt.
Hätte der fitgespritzte Zurek nicht zwei Minuten später den wichtigen Anschlusstreffer zum 3:4 erzielt - die Partie wäre wohl gelaufen gewesen.

3.Drittel
Wolfsburg demonstrierte fortan sein großes Kämpferherz...doch auch seine katastrophale Chancenverwertung. Sei es in Unterzahl, sei es in überzahl - nichts wollte gelingen, obwohl die Möglichkeiten mit viel Kampf, aber auch endlich wieder mehr Spielwitz kreiert wurden.
Die Grizzlies blieben zu hektisch und zu ungenau vor dem Tor des immer wieder ungewohnt unsicher wirkenden Gardner.
Zu allem überfluss erhielt in der 52.Minute Jesse Fibiger eine 5 + Matchstrafe für einen Check, der angeblich auf Kopfhöhe angesetzt war, mit Verletzungsfolge bei dem sich Rene Röthke die Nase brach. über die tatsächliche Regelwidrigkeit des Checks gingen die Meinungen bei den Anwesenden allerdings durchaus auseinander...
Nachdem die Gastgeber die anschließenden fünf Minuten in Unterzahl dank beherztem Einsatz unbeschadet überstanden hatten und sogar noch Gelegenheit zum Ausgleich hatten, griffen sie in den Schlussminuten noch einmal voll an und versuchten es am Ende ohne Torwart Rogles und mit einem sechsten Feldspieler zu zwingen. Ohne Erfolg - Röthke setzte mit dem empty-net goal zum 3:5 den aus Wolfsburger Sicht deprimierenden Schlusspunkt hinter eine unnötige Niederlage.


Mein subjektiver Eindruck:
So ist er manchmal, der von uns heißgeliebte Sport - ungerecht.
Zum ersten Mal war man den Pinguinen wirklich überlegen und doch endete das Spiel mit einer Niederlage.
Trotz der angeschlagenen (Zurek und Simon) und fehlenden Leistungsträger (Kurtz) hätte man diese Begegnung gewinnen MüSSEN.
Zumindest im Auslassen von Großchancen ist dieses Team Titelanwärter...
Hinzu kommt ein überzahlspiel mit dem Organisationsgrad einer Partie Krabbelfußball - grauenhaft wie da die Raumaufteilung zum Teufel gejagt wurde.
Ich fürchte, der Eishockeygott muss am Sonntag schon seinen orangenen Tag haben, damit wir mit dem entsprechenden Glück einen Sieg aus Fishtown mitbringen können. Von einem zweiten Sieg an der Küste, der zum Weiterkommen notwendig wäre, ganz zu schweigen.

Tor:
Rogles solide - mehr nicht. Sah beim ersten und dritten Gegentreffer nicht wirklich glücklich aus, hatte aber wieder unter den vorübergehenden Auflösungserscheinungen der Abwehr zu leiden.
Passte sich der allgemeinen Nervosität, auch seines Gegenübers, an.

Verteidigung:
In Unterzahl, bis auf eine Ausnahme, hellwach. Besonders in Fibigers fünf Minuten sehr stark und mit der hin und wieder fehlenden übersicht.
Frenzel ist mit der vielen Eiszeit, die er momentan bekommt, sichtlich überfordert.
Ansonsten zeigte die Tendenz in der Verteidigung nach oben - die Zuordnung passte öfter als in den letzten Begegnungen und die Zweikämpfe konnten endlich wieder offener gestaltet werden, so dass nicht mehr so oft zwei Spieler von Nöten waren, um einen Bremerhavener zu stoppen. Ganz auszuräumen sind die Probleme offenbar nicht.
Was mich ein wenig nervt ist Fibigers Stellungsspiel in Unterzahl - er hält zwar den Torraum frei, aber das Bremerhavener Kombinationsspiel ist keineswegs auf abgefälschte Schüsse angewiesen.

Sturm:
Die zweite Reihe versteht sich glänzend und entwickelt viel Spielfreude - ab und zu nutzt sie sogar ihre Chancen.
Die erste Reihe (wer auch immer das momentane "Vergnügen" hat mit Simon und Delisle zu spielen) ist einfach zu ineffizient. Alles in allem zu langsam und zu ungenau, Simon teilweise mit Passspiel aus der Hölle...
Bei allen anderen stimmte der Kampf und Geisbergers erster Play-off Treffer konnte kaum wichtiger sind.
Mein besonderer Respekt geht an Jan Zurek, der sich kurz vor Spielbeginn noch fitspritzen ließ, um sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen - da erkennt man die jahrelange Verbundenheit mit dem Wolfsburger Eishockey! Das Tor stellte da nur das Ausrufezeichen hinter seiner tollen Einstellung dar.

Fans:
Tja. Den Spott der Bremerhavener Fans kann ich irgendwie nicht verstehen. Beim ersten Auswärtsspiel der Serie haben die Pinguine gewonnen - stimmungsmäßig war´s aber eher mau.
Wie kann man sich da über unsere mangelnde Anfeuerung mokieren - in Fishtown könnte man bei einem derartigen Verlauf der Serie vermutlich eine Stecknadel fallen hören (von den dämlichen Tröten mal abgesehen).
Natürlich kann von unserer Seite viel mehr kommen - doch der Verlauf der Saison mit einfach viel zu vielen kleinen und großen Enttäuschungen hat offenkundig seine Spuren hinterlassen.
Vielleicht dürfen wir´s am Dienstag noch einmal anpacken...die Chancen dafür stehen leider eher schlecht.mb

PlayOff-Spiel 2: EHC - REV Bremerhaven 3:2nP

  • Geschrieben von Martin
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Die Grizzlies scheinen nun endgültig in den Play-offs angekommen zu sein. Zumindest war für die anwesenden Fans des EHC deutlich zu erkennen, dass ihr Team den Kampf um das Halbfinale endlich angenommen hat.
War man den Gästen aus Bremerhaven auch spielerisch unterlegen, so errangen die Wolfsburger nach einem furiosen Start in die Begegnung mit eisernem Willen und einem glänzend aufgelegten Chris Rogles im Tor letztendlich im Penaltyschießen den Sieg zum Ausgleich der Serie.

1.Drittel
Der EHC nutzte seine Chance die Gäste zu überrumpeln und machte, zum Erstaunen aller Auswärtsfahrer, mächtig Druck.
Schon nach zweieinhalb Minuten klingelte es hinter Gardner im Gästetor und der Eispalast stand zum ersten Mal Kopf!
Boris Lingemann hatte einen Abpraller von Wietfeldt zum 1:0 über die Linie gestochert, während die Bremerhavener Defensive die Aussicht genoss.
Die Gäste waren sichtlich angeschlagen, kamen nun stets einen Schritt zu spät und konnten sich wenig später nur auf Kosten einer Strafzeit aus der Umklammerung in ihrem Drittel lösen.
Schopper hatte den Puck über die Bande befördert (4.Min) und saß fortan auf der Strafbank.
Der EHC ließ sich auch hier nicht zweimal bitten und netzte nach druckvollem Powerplay in der 6.Minute zum zweiten Mal ein:
Kosick vollendete die schöne Kombination über Regan und Callander zum 2:0 und das Spiel schien seinen Lauf zu nehmen.
Fast wäre den Grizzlies sogar die Vorentscheidung gegen verunsicherte Gäste gelungen, doch in der Folgezeit fehlte ein wenig das Schussglück und gegen Ende des Drittels hatten die Pinguine sich dann, zumindest halbwegs, gefangen.
So musste nun auch Rogles zwei oder dreimal ins Geschehen eingreifen, blieb dabei aber vorerst unbezwungen.

2.Drittel
Die Partie legte jetzt noch einmal an Intensität zu. Hatten die Gäste gegen Ende des ersten Drittels bereits zusätzliche Härte ins Spiel gebracht, so schalteten sie nun nochmals einen Gang hoch. Aber auch spielerisch fanden die Bremerhavener jetzt zu ihrer Linie zurück und übernahmen nun Schritt für Schritt das Kommando auf dem Eis.
Begünstigt durch einige sehr wohlwollende Entscheidungen des insgesamt überfordert wirkenden HSR Dimmers setzte Ex-Wolfsburger Beslagic den ersten unrühmlichen Höhepunkt seitens der Pinguine und beförderte Jan Zurek per Bandencheck ins Krankenhaus (23.Min) - die alte Schulterverletzung war wieder aufgebrochen und die Play-offs dürften für den Wolfsburger Torjäger damit beendet sein.
Nachdem der übeltäter die (lachhafte) 2-Minuten Strafe abgesessen hatte, machten die Gäste erst recht Dampf und das aus dem ersten Spiel bekannte Bild entstand und wollte bis zum Ende der Partie nicht mehr weichen:
Bremerhaven setzte sich fortan im Wolfsburger Drittel fest, betrieb entschlossenes Forechecking und konnte die eigenen Verteidiger bei 5 gegen 5 an die blaue Linie der Gastgeber stellen, da diese sich offenbar nicht trauten einen Mitspieler zum Kontern tief zu stellen.
Folge des Dauerdrucks waren dann die beiden absolut verdienten Treffer der Gäste im Laufe dieses Drittels, wobei beide Seiten nun etwas nervös wirkten.
2:1 durch Robinson, der schön freigespielt nur einschieben brauchte (28.Min)
2:2 wiederum durch Robinson, der im Powerplay erneut durch hervorragendes Stellungsspiel glänzte (34.Min)

3.Drittel
Bremerhaven hatte nun jegliche Verunsicherung abgelegt, setzte die Gastgeber massiv unter Druck und erspielte sich zahlreiche Chancen.
Fast im Minutentakt entschärfte Rogles gegen die Gäste aus Fishtown mehr oder weniger hochkarätige Chancen, denn auch die Verteidigung der Grizzlies arbeitete jetzt wieder konzentrierter als noch im zweiten Drittel.
Echtes Highlight hierbei war die Rettungsaktion des Wolfsburger Goalies in der 50.Minute, als er Pinizzottos Schuss aufs leere Tor per Hechtsprung abfangen konnte.
Atemloses Staunen auf den Rängen war angesagt...
Mit viel Glück, viel Einsatz und immer wieder Rogles in Höchstform gelang es den Wolfsburgern dieses eigentlich eindeutige Drittel unbeschadet zu überstehen.

Verlängerung
Die Gäste hatten sich offenbar geradezu "wund" geschossen, wirkten jetzt allmählich ratlos und so konnten die Grizzlies das Geschehen auf dem Eis endlich wieder ausgeglichen gestalten.
Doch beide Mannschaften suchten nicht die unbedingte Entscheidung, wobei die Gäste auch die einzige Unterzahl der Verlängerung unbeschadet überstehen konnten.
Auch eine Wolfsburger Auszeit zwei Minuten vor Ende der zehnminütigen Verlängerung brachte keine zwingenderen Chancen für die Gastgeber, so dass das Penaltyschießen über Sieg und Niederlage entscheiden musste.
Doch bevor es soweit war spielte sich im Eispalast bis dahin Einmaliges auf dem Eis ab:
Sommerfeld und Lingemann machten sich vor dem eigentlichen shoot-out auf den Weg zum Tor der Gäste und fegten den von Gardner auf dem Anlaufweg verteilten Eisabrieb mit den Schlägern zur Seite. Leicht irritiert wirkende Gäste wollten die beiden nach und nach davon abbringen, entschieden sich schließlich unter dem amüsierten Gejohle der Zuschauer dafür selber vor dem Tor von Rogles demonstrativ zu "fegen".
Rogles schaute sich das Ganze kurz an, legte mit den beiden Bremerhavener "Fegern" eine kleine Fechteinlage hin, um sich dann wieder zur Bank zurück zu ziehen.
Während dessen gab sich auf der Gegenseite Greg Gardner längst nicht mit ein wenig fechten zufrieden und verteilte, wie schon im letzten Punktspiel gegen Bremerhaven gesehen, Stockschläge und Stockendenstöße.
Was dann folgte war eine Massenschlägerei, wie wir sie schon seit langer, langer Zeit nicht mehr im Eispalast zu sehen bekommen haben.
Während Sommerfeld hinter dem Gästetor reichlich eingeschenkt bekam und Kosick zwar engagiert zu Werke ging, aber bestenfalls ein Unentschieden erreichen konnte, ergriff der Gegner von Lars Brüggemann bereits nach den ersten Runden "im Ring" die Flucht...
Besonders heftig erwischte es allerdings Gästespieler Kozhevnikov, der sich dem Griff von Thomas Gödtel nicht entziehen konnte und vermutlich die Tracht Prügel seiner Karriere verpasst bekam. Die Zuschauer ließen ihren durch die zahlreichen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen aufgestauten Emotionen freien Lauf und feierten die Boxeinlagen ihres Teams.
Besonders Thomas Gödtel hatte es den Fans angetan, weshalb sie ihn ausgiebig hochleben ließen und mit ihm auf dem Weg zur Strafbank die "Welle" zelebrierten.
Bezeichnend für die Strafzeiten-Politik des Referees waren dann auch die im Anschluss ausgesprochenen Strafen:
Jeweils 2+2+10 Strafminuten für Brüggemann, Gödtel, Wycisk und Kozhevnikov.
Keine Spieldauerstrafen trotz minutenlanger Schlägerei ohne Handschuhe, keine Strafen gegen etliche langwierig Beteiligte...

Penaltyschießen
Das Penaltyschießen geriet dann vollends zur einseitigen Veranstaltung.
Für die sichtlich entnervten Bremerhavener traf lediglich, dreimal darf man raten...natürlich Robinson. Alle anderen Schützen scheiterten am überragenden Rogles.
Auf Wolfsburger Seite trafen mit Delisle, Regan und Simon alle angetretenen Schützen und sicherten den euphorisch feiernden Wolfsburgern den Sieg in diesem dramatischen Match.


Mein subjektiver Eindruck:
Geiles Ding. Nach dem ersten Drittel hatte man die vage Hoffnung, dass unser Team dem Spiel der Bremerhavener endlich etwas entgegen zu setzen hätte. Das war dann im zweiten und dritten Drittel leider wieder nicht der Fall.
Und ich bleibe dabei: Es ist kein Problem der individuellen Klasse der Akteure auf unserer Seite. Viel mehr hakt es beim Spielsystem unseres Teams - da haben wir einfach keine passende Antwort gegen das Bremerhavener System vorzuweisen. Bleibt zu hoffen, dass Krinner die Chaostage unter Leslie doch noch vollständig aufarbeiten kann und dem Team ein System einimpfen kann, das die gegnerischen Verteidiger zwingt von unserem Drittel abzurücken, anstatt wie im Powerplay auch bei 5 gegen 5 an der blauen Linie zu warten.
Wenn man sich weiter so kontinuierlich im eigenen Drittel einschnüren lässt, dann ist die Serie nämlich bald vorbei.
Was positiv stimmte und den Spaß an der Partie ausmachte, war die mannschaftliche Geschlossenheit und der unbedingte Kampfeswille...auch und gerade angesichts der überlegenheit der Gäste.
Die Boxeinlage war natürlich das absolute Sahnehäubchen - man demonstrierte mannschaftlichen Zusammenhalt und lieferte nebenbei eine klasse Show-Einlage. Ernsthaft verletzt wurde dabei jedenfalls niemand und da der HSR seine unsägliche Linie zumindest in der Höhe der verteilten Strafen beibehielt muss auch keiner beim nächsten Spiel zuschauen.

Tor:
Rogles endlich wieder einmal mit einer Galavorstellung!
Er hat uns, besonders im letzten Drittel, definitiv den Sieg gerettet.

Verteidigung:
Insgesamt gute Vorstellung. Wenn man sich ständig im eigenen Drittel aufhält, dann hat man naturgemäß mehr Gelegenheit Fehler zu machen. Die Bremerhavener Verteidiger konnten sich ab dem zweiten Drittel fast vollständig auf ihre Offensivaufgaben und das Unterbinden des Wolfsburger Aufbauspiels konzentrieren...davon konnte unsere Defensivabteilung nur träumen.
Einzig Frenzel wirkte teilweise etwas ungeschickt und konnte erneut nicht wirklich überzeugen - eher im Gegenteil.

Sturm:
Ein Drittel lang äußerst gefährlich, spielte vorbildliches "crash the net" und überrannte die Verteidigung der Gäste förmlich.
Irgendwie ging den Wolfsburger Stürmer zur Mitte des Spiels hin der Mut verloren sich bei Puckbesitz der Bremerhavener im Grizzlydrittel an der roten Linie anzubieten.
Dadurch hatte der EHC, wie schon im Hinspiel, nicht eine einzige wirklich gefährliche Kontermöglichkeit und ließ die gegnerischen Verteidiger ungefährdet viel zu weit aufrücken.
Da muss der Trainer intervenieren und pro Sturmreihe einen Spieler abstellen, der in der neutralen Zone eine potentielle Gefahr darstellt. Ansonsten wird der Rest der Serie wie die bisherigen Spiele, mit Ausnahme des ersten Drittels der letzten Partie, aussehen.

Fans:
Unterstützung war zu jeder Phase von den Rängen zur Stelle. Die Intensität könnte allerdings wesentlich größer sein, wenn man der Mannschaft bei ihrer äußerst schweren Aufgabe eine Hilfe sein möchte. Zum Glück machten es die rund 250 Bremerhavener Fans es uns nicht allzu schwer, sonst wäre der allgemein niedrige Geräuschpegel wesentlich unangenehmer deutlich geworden. Das Team hat deutlich sichtbar alles gegeben - da dürfen wir auch nicht geizen!mb

EHC - REV Bremerhaven 2:5

  • Geschrieben von Martin
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Vor der Saisonrekordkulisse von 2117 Zuschauern unterlagen die Grizzlies dem Tabellenführer aus Bremerhaven deutlich mit drei Toren Unterschied.
Wolfsburg war ohne die Center der ersten beiden Reihen (Simon und Kosick) und ohne Fibiger und Gödtel in der Verteidigung angetreten. Des weiteren fehlten den Gastgebern Artjom Kostyrev und Back-up Goalie Jan Münster.
Da die Grizzlies sich durch einen Sieg die Viertelfinal-Paarung gegen Landshut hätte einbrocken können, versuchte der reduzierte Kader offenkundig den Drahtseilakt zwischen "nicht zu viel aufwand betreiben" und "nicht die zahlreichen Zuschauer verprellen".
So sah dann auch fast die gesamte Begegnung aus - die Gäste nahmen die Einladung dankend an und fuhren einen ungefährdeten Sieg ein.

1.Drittel
Schon früh wurde deutlich, dass man auf Seiten des EHCs nicht mit letzter Konsequenz zur Sache gehen wollte. Lediglich die Aussicht, die ungewohnt umfangreiche Eiszeit zur Eigenwerbung in Sachen Vertragsverlängerung zu nutzen, schien einige Wolfsburger Akteure zu hundertprozentiger Leistung zu motivieren.
So verwunderte es kaum, dass Chris Rogles von Beginn an zum meist beschäftigten Mann auf dem Eis avancierte.
Allzu oft durften die Pinguins im Wolfsburger Drittel walten und schalten wie es ihnen gefiel und so konnten sie in der 12.Minute aus eben solch einer Situation das 0:1 durch Röthke herausspielen.
Als drei Minuten später der überragende Krestan auch noch in Unterzahl einen Konter mit dem 0:2 abschließen konnte, da schien der Drops für die Gastgeber bereits gelutscht.
Zu teilnahmslos hatten die beiden EHC-Verteidiger Genze und Brüggemann den Antritt von Krestan beobachtet, bevor man sich bequemte dem Bremerhavener Stürmer zu folgen.
Das stimmte das heimische Publikum hörbar nachdenklich...
Zwar durfte der Grizzlyanhang in der 16.Minute auch einmal jubeln, als Christoph Wietfeldt einen schönen Angriff der Wolfsburger im Nachschuss mit dem 1:2 Anschlusstreffer krönen konnte, doch schon zwei Minuten später war der alte Abstand von zwei Toren wieder hergestellt.
Gyori vollendete nach erneut schönem Passspiel und erneut recht unbedrängtem Aufbau der Bremerhavener zum 1:3 - die rund 600 mitgereisten Anhänger tobten auf den Rängen angesichts der Dominanz und der deutlich erkennbaren Spielfreude ihres Teams.

2.Drittel
Die Gäste blieben überlegen, gerieten nur selten in Bedrängnis und konnten in der 34.Minute mit dem 1:4 durch Pinizzotto den einzigen Torerfolg des Drittels verbuchen.
Die weniger werdenden Chancen konnten ansonsten auf beiden Seiten nicht genutzt werden und so verlor die Partie nach und nach auch den letzten Rest Feuer.

3.Drittel
Gemütlich wurde das Ganze zu Ende gespielt und beide Teams konnten noch einmal einen Torerfolg bejubeln:
1:5 durch Gyori in der 51.Minute bei 5-3 überzahl
2:5 durch Genze in der 53.Minute
Justin Kurtz holte sich pflichtgemäß die dritte 10er Strafe der Saison ab und ist zur ersten Play-off Partie unbelastet wieder dabei, ansonsten blieben die wenigen Chancen für zusätzliche Aufreger zu sorgen auf beiden Seiten ungenutzt.
So bekamen beide Teams am Ende das, was sie offenbar wollten...


Mein subjektiver Eindruck:
Man kann sicherlich dezenter verlieren, aber was soll´s?!
Wenn man einer derart gut aufgelegten Truppe wie Bremerhaven ernsthaft die Stirn bieten will, dann muss alles stimmen - ohne zwei Center und mit vier Kontingentspielern ist das, jedenfalls bei uns, nicht möglich.
Und zu welchem Preis hätte man sich derart ins Zeug gelegt? Eine Viertelfinalbegegnung gegen Landshut als Anreiz? Wohl kaum...
Wenn nicht alles am letzten Spieltag schief geht, dann können wir uns auf kurze Auswärtsfahrten und lustige gemeinsame Feiern mit den Bremerhavenern freuen.
Ohne den Druck unbedingt dieses Jahr aufsteigen zu müssen, könnten die Play-offs jedenfalls eine äußerst ausgelassene Veranstaltung werden.

Tor:
Rogles mit Licht und Schatten und vor allem häufig ohne Abwehr vor sich...

Verteidigung:
Die verbliebenen sechs Verteidiger rissen sich kein Bein aus, ein paar schöne Checks - viel mehr gab´s nicht zu bestaunen.
Das Gegentor bei eigener überzahl war allerdings auch unter den gegebenen Umständen mehr als peinlich und erwies sich insgesamt als absoluter Stimmungskiller.

Sturm:
Ohne Simon, Kosick und Kostyrev traten die Grizzlies mit keiner einzigen eingespielten Sturmreihe an. Das sah man streckenweise sehr deutlich.
Samendinger nutzte die ungewohnt üppige Eiszeit zu einer seiner besseren Vorstellungen, blieb dabei aber immer noch zu ungefährlich.
Firsanov mühte sich nach Kräften, hatte aber von allen Beteiligten zusammen mit Regan am meisten unter HSR Kleiner zu leiden, der ihn sogar nach einem Stockendenstoß GEGEN ihn auf die Strafbank schickte...

Fans:
Im ersten Drittel war´s noch recht lustig im Fan-Block. Anschließend zog uns der absehbare Spielverlauf doch hörbar den Zahn.
Unsere zahlreich angereisten Gäste feierten dafür umso ausgiebiger ihr Team und die, von uns durchaus begrüßte, Tabellenführung.
Man sieht sich in den Play-offs...und ich freue mich echt

EHC - ESC Dresden 5:3

  • Geschrieben von Martin
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Vor 1329 Zuschauern, darunter über 100 Fans aus Dresden, besiegten die Grizzlies die Eislöwen mit einem am Ende absolut verdienten Zwei-Tore-Vorsprung.
Beide Teams waren stark ersatzgeschwächt angetreten, wobei Wolfsburg die gravierenderen Ausfälle zu verkraften hatte: Ohne Simon und Zurek trat die Mannschaft von Toni Krinner mit lediglich vier Kontingentspielern an, wohingegen die Gäste durch den Ausfall von Mastic im Tor mit Buchal als zusätzlichem Ausländer im Sturm sechs Kontingentspieler aufbieten konnten.
Zusätzlich fehlten auf Wolfsburger Seite Boris Lingemann, Sascha Genze und Tim Schneider, auf Dresdener Seite fehlten des weiteren Burmann, Hoffmann, Zille, Henkel und Glück.
So geschwächt entwickelte sich ein munteres Spiel, das nur wenig von taktischem Kalkül geprägt war.

1.Drittel
Beide Teams zeigten von Beginn an wenig taktische Disziplin und stürmten mal mehr mal weniger sortiert aufs gegnerische Tor.
Dass die Gäste noch um das Heimrecht in den Play-offs kämpften, fiel dabei eigentlich nur bedingt auf - der Spielaufbau lief auf beiden Seiten zumindest recht unbekümmert ab.
In der 8.Minute war es dann der Kapitän der Grizzlies, der den Führungstreffer im ersten Powerplay der Begegnung markierte.
Lars Brüggemann überwand Pascha im Tor der Gäste mit einem knallharten Schlagschuss von der blauen Linie, den der Gästekeeper nur unzureichend mit seinen Schonern bremsen konnte - langsam, aber unaufhaltsam kullerte der Puck hinter ihm aus den Schonern zum 1:0 ins Tor.
Die Partie blieb flott und ansehnlich, wenn auch (oder gerade weil) die Abwehrreihen nicht durch Höchstleistungen zu glänzen wussten.
So war es auch eine Unaufmerksamkeit eines Wolfsburger Verteidigers, die zum 1:1 in der 15.Minute bei 4 gegen 4 auf dem Eis führte.
Fibiger und Kaufmann saßen auf der Strafbank, als Greg Schmidt über linksaußen ungestört an Gödtel vorbeifahren und den Puck im Alleingang gegen Rogles versenken konnte.
Mit diesem Zwischenstand ging es dann auch zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Es waren gerade einmal zwei Minuten gespielt, da vernaschte der Ex-Wolfsburger Andrej Kaufmann die komplette Wolfsburger Hintermannschaft und überwand letztendlich auch Rogles zum 1:2 für die Eislöwen. Ein Tor zum Zungeschnalzen!
Danach nahm der Druck der Gastgeber allerdings sichtbar zu und Dresden musste sich immer mehr auf Konter verlegen.
In der 28.Minute war es dann erneut eine überzahl, die, wenn auch etwas glücklich, den Ausgleich für den EHC brachte:
Firsanov hatte sich auf dem rechten Flügel in Schussposition gebracht und einen mäßig platzierten Schuss abgefeuert, den der Goalie der Gäste mit der Stockhand in die eigenen Maschen lenkte - 2:2 Ausgleich!
Noch waren die Spielanteile recht ausgeglichen, doch die Dominanz der Wolfsburger nahm sichtlich zu und sollte auch im weiteren Verlauf der Partie weiter zulegen.
Bis zum Ende des Drittels ließen beide Torhüter allerdings keine weiteren Treffer zu, wobei Rogles eine Minute vor Drittelende mit einer besonderen Rettungstat gegen Sochan glänzen konnte, als er diesem mit Geduld und gutem Stellungsspiel einen Alleingang vermiesen konnte.

3.Drittel
Die Grizzlies gewannen nun immer deutlicher die Oberhand, arbeiteten zwar immer noch nicht hundertprozentig nach hinten, aber hatten ein deutliches Chancenplus zu verzeichnen.
Tore fielen jedoch erst wieder ab der 50.Minute:
Zunächst war es Callander, der mit dem dritten Powerplaytreffer für die Gastgeber die 3:2 Führung erzielen konnte.
Doch in der 54.Minute konnten die Gäste aus Dresden zum Leidwesen der Grizzlyfans Kapital aus einer der zahlreichen Linienrichter-Fehlentscheidungen schlagen:
Ein Dresdner Spieler war vor dem Puck ins Drittel des EHC gefahren und hatte diesen dann in seinem Rücken "nachgeholt" - keine Reaktion beim Linesman.
In der anschließenden Situation vor dem Tor der Grizzlies behielt Sikora die Oberhand gegen Rogles und versenkte den Puck zum 3:3 Ausgleich.
Wolfsburg reagierte wütend, forcierte die Angriffsbemühungen noch ein weiteres Mal und konnte schon zwei Minuten später diesen irregulären Treffer beantworten.
Regan schloss die sehenswert herausgespielte Einschussmöglichkeit erfolgreich zum 4:3 für die Grizzlies ab und versetzte die Anhänger des EHCs in ausgelassene Freudenstimmung.
Die Gastgeber beherrschten das Spielgeschehen fortan souverän und beantworteten die Schlussoffensive der Gäste mit einem empty-net goal in der letzten Minute, nachdem diese den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers hinausgenommen hatten.
Somit setzte Justin Kurtz mit dem 5:3 ins leere Tor den Schlusspunkt unter eine abwechslungsreiche und durchaus unterhaltsame Partie.
Die Gäste aus Dresden haben als Konsequenz aus dieser Niederlage die letzte Möglichkeit auf das Heimrecht in den Play-offs verspielt und die Grizzlies dürfen immer noch ein wenig auf Platz sieben spekulieren.

 

Mein subjektiver Eindruck:
Was ich wirklich bemerkenswert finde ist, dass unser Team trotz des relativ sicher feststehenden Tabellenplatzes deutlich zu verstehen gibt, dass sie keine Lust haben auch nur eine einzige Begegnung zu verlieren.
Natürlich ging man personell reduziert in die beiden letzten Partien.
Natürlich wirkte manches seit der Vorsprung auf Platz 9 und 10 recht groß ist etwas sorglos und undiszipliniert...doch irgendwie scheint der Siegeswille in diesem Team momentan enorm groß zu sein.
Hoffentlich können sie diese Einstellung noch ein paar Wochen konservieren!
Mittlerweile sehe ich den Play-offs jedenfalls frohen Mutes entgegen - vor wenigen Wochen war das für mich noch undenkbar.

Tor:
Rogles ohne Fehler und mit einigen schönen Saves. Mit einer etwas konzentrierter arbeitenden Abwehr hätte er noch wesentlich besser dastehen können...

Verteidigung:
Insgesamt war unsere Verteidigung gegen die spielstarken Dresdner nicht immer Herr der Lage.
Besonders Thomas Gödtel erwischte seit längerer Zeit mal wieder einen rabenschwarzen Tag und pennte beim ersten Gegentreffer bzw. versuchte beim zweiten Gegentor ernsthaft Kaufmann(!) den Puck von der Kelle zu holen, anstatt ihn zu checken oder zu sperren.
Lars Brüggemann mit seiner besten Partie seit langem, sogar mit einem überzahltreffer per hartem Schlagschuss. Auffällig allerdings wie oft Brüggemann im Laufe des Spiels freistand und trotzdem nicht angespielt wurde - offenbar muss er nicht nur mich von seiner ansteigenden Form überzeugen...

Sturm:
Mit lediglich einer eingespielten Top-Reihe (Callander - Kosick - Regan) machte der EHC eigentlich eine gute Figur.
Besonders im Powerplay war die Effizienz gut wie selten zuvor - dass könnte in den Play-offs der entscheidende Faktor sein.
Bleibt zu hoffen, dass, nachdem Zurek und Simon ins Team zurückgekehrt sind, die Reihen sich entsprechend finden.
Vielleicht können wir dann eine Reihe mit Zurek, Wietfeldt und Lingemann bewundern?

Fans:
Am Anfang war die Stimmung eher entspannt und wenig munter. Das Spiel wirkte zunächst wie die letzte lockere Begegnung gegen Weißwasser, aber nachdem Schiri und Spielstand die Grizzlies zu ärgern begannen, kam auch die entsprechende Stimmung auf.
Spätestens in den Play-offs dürfte es dann wieder richtig heiß zugehen im Eispalast - die Mannschaft scheint in der Lage zu sein ihren Teil dazu beizutragen.mb

EHC - Lausitzer Füchse 5:2

  • Geschrieben von Martin
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Es war eine recht lässig und streckenweise auch etwas müde geführte Partie, die die rund 850 Zuschauer am bei allen Beteiligten unbeliebten Dienstagsspieltag zu sehen bekamen.
Beide Teams zeigten bei weitem nicht alles: Wolfsburg musste nicht und Weißwasser fehlte angesichts des knappen Personals offenbar die Kraft, um den vier Reihen des EHC kraftvoller entgegenzutreten.
Am Ende stand ein deutlicher Sieg der Grizzlies, der diesen den achten Platz in der Tabelle schon vier Spieltage vor Ende der Meisterrunde sicherte.
Somit ist das Wolfsburger Team endgültig in den Play-offs und hat damit die Vorgabe seitens Skoda bezüglich eines erneuten Sponsorings für die kommende Saison erfüllt.

1.Drittel
Wolfsburg startete nur sehr langsam in die Begegnung und verschlief die Anfangsminuten fast völlig.
Sowohl ein eigenes Powerplay schon in der ersten Minute als auch eine Unterzahl ab der 5.Spielminute schien die Grizzlies nicht aus ihrem Schönheitsschlaf zu wecken und so kam es zunächst, wie es kommen musste:
Nach einigen weniger zwingenden Chancen für die Gäste erzielte Lars Müller in der 9.Minute mit einen strammen, aber wenig platzierten Schuss von der blauen Linie den 0:1 Führungstreffer für die Füchse.
Dass der EHC nur anderthalb Minuten später ausgleichen konnte, war bei weitem nicht einer kollektiven Reaktion der Gastgeber zu verdanken und überraschte die Fans schon fast.
Vielmehr war es Christoph Wietfeldt, der mit einer feinen Einzelleistung für den 1:1 Ausgleich sorgte als er einen Alleingang mit einem knallharten Schuss an Elwing vorbei abschloss.
Erst dann schienen die Grizzlies bereit etwas mehr in diese Partie zu investieren und konterten wesentlich schneller als noch zu Beginn.
So ein Konter sollte bereits in der 13.Minute Früchte tragen, als Fibiger, Callander und Kosick allein auf Elwing im Füchsetor zu fuhren und Fibiger per Handgelenksschuss den Gästekeeper zum 2:1 überwinden konnte.
In der Folgezeit ließen die Wolfsburger zahlreiche Chancen aus, obwohl Weißwasser in der Defensive schon zu diesem frühen Zeitpunkt etwas kraft- und anteilnahmslos wirkte.

2.Drittel
Viel änderte sich ab dem zweiten Drittel nicht mehr:
Weißwasser wirkte nicht wirklich bemüht und äußerst müde, Wolfsburg riss sich kein Bein aus und wartete auf Fehler, die man offenbar ohne allzu großen Kraftaufwand zu nutzen gedachte.
Das klappte seitens der Grizzlies in diesem Spielabschnitt zwar nur ein einziges Mal, aber das war durchaus sehenswert.
Der recht glücklos agierende Regan hatte in Unterzahl den Puck abgefangen und traf zur Abwechslung einmal die richtige Entscheidung, als er quer auf den mitgelaufenen Kosick ablegte der mustergültig zum 3:1 einnetzte.
Außer diesem Shorthander in der 34.Minute gab es keine weiteren Torerfolge zu bejubeln.
Stattdessen gingen die Gastgeber doch recht fahrlässig mit ihren Chancen gegen schwache Lausitzer um.

3.Drittel
Die Füchse schienen sich bereits mit der Niederlage angefreundet zu haben, so dass der EHC relativ entspannt noch zwei weitere Treffer nachlegen konnte.
4:1 durch Mark Kosick, der in der 50.Minute ein Zuspiel von Callander verwertet.
5:1 durch Herbert Geisberger, der per schönem Handgelenksschuss völlig freistehend vollstreckt. (54.Min)
Sekeras Treffer per Bauerntrick zum 5:2 war da nur noch Ergebniskosmetik, da bereits die 56.Minute angebrochen war.


Mein subjektiver Eindruck:
So leicht und locker hat uns noch kein Gästeteam die Punkte überlassen.
Dass so natürlich kein hochklassiges Eishockeyspiel herauskommen konnte, ist irgendwie klar. Da unsere Jungs die Sache erst mal locker angingen und auch schnell merkten, dass sie auch mit einer Hand in der Hose die Sache nach Hause bringen können, ging´s für die Gäste noch relativ glimpflich ab.
Vermutlich war bei den Füchsen wegen personeller Engpässe in den letzten Wochen einfach der Akku leer...

Tor:
Jan Münster nur im ersten Drittel öfter gefordert, sah bei beiden Gegentreffer unglücklich aus.
Beim ersten Tor schien es, als ob er dem Puck mit dem Kopf ausweichen wollte und dabei das Fangen vergaß.
Beim zweiten Tor war es halt der alte Bauerntrick mit dem er sich erwischen ließ.

Verteidigung:
Alle etwas zu locker unterwegs - wie der Rest des Teams halt auch.
So hart das klingen mag: Gegen Weißwasser hat´s an diesem Abend locker gereicht.
Lars Brüggemann bekommt leider nach wie vor nicht viel gebacken, verliert oft den überblick, bringt kaum einen längeren Pass an den Mitspieler und von seinen Torschussversuchen fangen wir am Besten erst gar nicht an - mit Abstand der schlechteste Verteidiger der letzten Begegnungen. Egal was da los ist: Bis zu den Play-offs muss er es in den Griff bekommen, denn er kann es wesentlich besser!

Sturm:
Simon und Delisle erneut unauffällig - wenn jemand in der ersten Reihe glänzte, dann ab dem 2.Drittel Wietfeldt.
Firsanov mit gutem Einsatz, aber mit wenig Bindung zu seinen Mitspielern und mangelnder übersicht. In der vierten Reihe machte er wiederum einen besseren Eindruck...vielleicht sind unsere beiden Top-Scorer einfach im Pausen-Modus und der Junge kann da momentan einfach nichts reißen.
Ich kann mich was die zweite Reihe betrifft nur immer wieder wiederholen: Wenn Tim Regan auch nur einen Bruchteil seiner Chancen nutzen würde, wäre die Reihe perfekt!
Callander und Kosick seit einigen Spieltagen einfach nur klasse.
Die 3. und 4.Reihe spielten munter mit, Samendinger mit einem seiner auffälligeren Auftritte.
Insgesamt, trotz der etwas launigen Chancenverwertung, eine akzeptable Leistung.

Fans:
Wir waren in einem...ähem...elitären Kreis versammelt?!?
Na ja, wir haben das beste draus gemacht. Das Spiel mit "mir doch egal ob der jetzt gleich ein Tor schießt"-Momenten von Spielern beider Mannschaften hat ja auch nicht gerade gerockt.
Gegen Ende hatte man dann aber doch seinen Spaß so mitten in der Woche und die Freude über das Erreichen der Play-offs gab´s für alle besonders Treuen gratis oben drauf.mb

EHC - EV Regensburg 4:2

  • Geschrieben von Martin
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Ein zunächst eher müder Eishockeyabend verwandelte sich nach und nach doch noch in ein Fest zum Wochenausklang.
Hatte sich im ersten Drittel noch eine Fortsetzung der ernüchternden Vorstellung aus dem Freitagspiel in Bad Tölz abgezeichnet, so belehrten die Grizzlies ihre Anhänger eines Besseren und kämpften sich mit viel Einsatz und Geduld zurück in die Partie.
Nach einem furiosen zweiten Drittel stand der Eispalast geschlossen hinter seiner Mannschaft und durfte am Ende einen verdienten Sieg des EHCs bejubeln.

1.Drittel
Irgendwie wirkten die Grizzlies auf dem Eis, aber auch die auf den Rängen zu Beginn der Partie noch recht verschlafen.
Und so ließen sich die Gäste aus Regensburg auch nicht lange bitten und nutzten das kollektive Wolfsburger Nickerchen zum 1:0 bereits in der 1.Minute.
Ervin Masek schloss eine schwungvoll vorgetragene Kombination über Cermak und Heaphy zur frühen Führung ab und auch in den folgenden Minuten blieben die Eisbären das dominierende Team auf dem Eis.
Als Wolfsburg allmählich in Tritt zu kommen drohte kamen die Gäste in der 10.Minute auch noch glücklich zum nächsten Treffer im Powerplay, den der nicht immer aufmerksam leitende HSR Györgyicze gegen den lautstarken Protest der 1300 Zuschauer und vor allem Torhüter Chris Rogles gab.
Die Mehrzahl der Anwesenden hatte den Puck vor der Linie am Schlittschuh von Rogles und nicht im Kasten des EHCs gesehen - doch alles Protestieren half nichts, die Grizzlies drohten die Partie nun völlig aus der Hand zu geben.
Obwohl Wolfsburg sich bis Ende des Drittels noch in zwei überzahlspielen versuchen durfte und durchaus einige Chancen erspielen konnte, wirkten die Gäste einfach geistesgegenwärtiger und präsenter, schienen die Partie souverän im Griff zu haben.

2.Drittel
Mit viel Schwung und Einsatzbereitschaft machten die Spieler des EHCs sich nun daran die Fans im Eispalast aus ihrem Winterschlaf und der sich breit machenden Resignation zu wecken.
Die Spielanteile waren vom Start des Drittels an mindestens ausgeglichen, verschoben sich aber zusehends zu Gunsten der Gastgeber.
Nach zwei Pfostentreffern war es in der 31.Minute dann soweit: Die Begegnung ging mit dem ersten Tor für Wolfsburg in die heiße Phase.
Justin Kurtz hatte direkt nach Ablauf von zwei Strafen gegen die Eisbären von der Blauen abgezogen und der Puck war unhaltbar abgefälscht zum 1:0 hinter dem bis dahin gut agierenden Markus Janka im Regensburger Tor eingeschlagen.
Und siehe da - Mannschaft und Fans der Grizzlies hatten sofort Blut geleckt, die Halle tobte und die Grizzlies machten mächtig Druck aufs Regensburger Tor.
Ausgerechnet Tim Regan, der bis dahin eher durch das Auslassen von Großchancen aufgefallen war, stellte Gästekeeper Janka mit einem Treffer aus schier unmöglichem Winkel bloß:
Fast von der Grundlinie des Regensburger Drittels spitzelte er den Puck über die Schulter des in der richtigen Ecke stehenden Goalies zum 2:2 Ausgleich.(34.Min)
Unter dem Riesenjubel der Fans ließ sich der sichtlich erleichterte Regan von seinen Teamkollegen feiern.
Doch es kam noch besser! Nur 46 Sekunden später durfte der ab dem zweiten Drittel groß aufspielende Tobias Samendinger seinen vierten Saisontreffer bejubeln. Resolut hatte er nach einem Konter seinen eigenen Rebound am Goalie der Eisbären vorbei getragen - wie ihm das gelungen war, war im Getümmel vor dem Gästetor nicht auszumachen und so gab der HSR nach kurzem Zögern unter allgemeinem Jubel diesen Treffer und der Eispalast stand Kopf!
Regensburg wirkte deutlich angeschlagen, verlor immer häufiger die übersicht und konnte sich mit einigem Glück ohne weiteren Gegentreffer in die Pause retten.

3.Drittel
Von diesem rasanten Zwischenspurt der Gastgeber sollten die Eisbären sich nicht mehr erholen.
Man merkte den Gästen zwar das Bemühen um den Wiedereinstieg ins Spielgeschehen an, doch hatten die Grizzlies im Mitteldrittel offenbar so viel Selbstvertrauen getankt, dass sie sich durch einzelne durchaus hochkarätige Chancen der Gäste nicht mehr aus dem Tritt bringen ließen und das Geschehen im Schlussabschnitt ähnlich deutlich wie die Eisbären im Anfangsdrittel beherrschten.
Als Christoph Wietfeldt seine insgesamt hervorragende Leistung in der 51.Minute mit dem 4:2 in überzahl krönte, waren die Messen eindeutig gelesen und die Regensburger fanden auch in den Schlussminuten bei 6 gegen 4 auf dem Eis kein Mittel mehr, um die Grizzlies ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Ein sichtlich ausgelassenes und zufriedenes Team feierte im Anschluss mit ebensolchen Fans den am Ende absolut verdienten Heimsieg.


Mein subjektiver Eindruck:
Nach dem ersten Drittel habe ich mich eigentlich schon auf meine heimische Couch gewünscht. Das wirkte, als ob die Jungs gerade aus dem Bus vom Tölz-Spiel gefallen wären und dringend in die Heia müssten...
Irgendwie scheint es in der ersten Pause aber wohl die richtigen Worte zur richtigen Zeit gegeben zu haben. Auf jeden Fall fand ich es sehr überraschend mit wie viel Spaß die Mannschaft uns letztendlich in die neue Woche geschickt hat.
Bevor Regensburg im zweiten Drittel überhaupt die Zeit finden konnte die Hand aus der Hose zu nehmen, standen sie auch schon mit dem Rücken zur Wand und verloren fast komplett ihr Konzept.
Unsere Mannschaft macht Spaß und keiner will am Ende der Meisterrunde Tabellenerster sein...was will man mehr?

Tor:
Rogles fast fehlerlos mit einigen sehenswerten Aktionen. Bis auf die Kaspernummer im zweiten Drittel, als er einem anstürmenden Regensburger Spieler den Puck in die Kronjuwelen lupfte und wir nur mit viel Glück nicht doch noch einen Gegentreffer kassiert haben, eine gute Leistung.

Verteidigung:
Während des ersten Drittels im allgemeinen Tran mit einem schweren Stand.
Ab dem zweiten Drittel mit solider Vorstellung.
Kurtz, Fibiger, Frenzel und Gödtel leistungsmäßig im Soll.
Genze mit ungewohnten Wacklern und Unsicherheiten.
Brüggemann ohne die nötige übersicht, bekam teilweise Pässe über einen halben Meter nicht zum Mitspieler...

Sturm:
Nach der allgemeinen Phase des Tiefschlafs mit guter Leistung.
Wietfeldt und Samendinger am auffälligsten, zeigten viel Einsatz und in Tobis Fall ungewohnt viel Zug zum Tor.
Simon und Delisle mit verschiedenen Mitspielern, wussten nicht so zu glänzen wie in vielen der letzten Partien.
Kostyrev und Geisberger nur im ersten Drittel mit ein wenig Eiszeit, nach Firsanovs Herausnahme im zweiten Drittel nur noch Zuschauer.
Tim Regan lässt die dicksten Chancen aus und macht dann ein fast unmögliches Tor - demnächst vielleicht mal andersrum? Im Zuge der neuen Regelauslegung scheint übrigens seit einigen Spielen jedes Foul an Regan erlaubt zu sein: Kein anderer Spieler muss derart viel einstecken, ohne dass ein Gegenspieler auf die Strafbank muss.
Firsanov wird von Krinner nach einem schwachen ersten Drittel nicht nur aus der ersten Reihe, sondern KOMPLETT aus dem Spiel genommen - harte Maßnahme, aber vielleicht heilsam. Welcher Spieler hat schon die Wahl zwischen Bank und erster Reihe?

Fans:
Anfangs sehr träge. Ab dem Anschlusstreffer dann aber voll dabei und bis zum Schluss ein guter Rückhalt für das Team. Das Gesangsrepertoire ist in den letzten Wochen und Monaten allerdings ein wenig geschrumpft...Abwechslung sollte in Zukunft wieder verstärkt Trumpf sein: Da sind die "Vorsänger" gefragt - und jeder kann einer sein ;) mb

EHC - EHC Freiburg 3:2

  • Geschrieben von Martin
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Auch im zweiten Aufeinandertreffen der beiden Konkurrenten um Platz acht zog der Gast aus Freiburg in Wolfsburg deutlich den kürzeren.
Wenn das Ergebnis auch kaum Aufschluss über die Spielanteile gab, so konnte angesichts des Spielverlaufs durchaus von einer klaren Angelegenheit für die Wolfsburger gesprochen werden.
Die Gäste konnten lediglich gegen Ende der Begegnung so etwas wie Druck auf das Gehäuse von Rogles ausüben, ansonsten suchte man gelungene Spielzüge und zwingende Aktionen auf Seiten der Wölfe meist vergebens.
Damit hat der EHC mittlerweile 10 Punkte Vorsprung auf seinen direkten Verfolger aus dem Breisgau und scheint mit dem nun gewonnenen direkten Vergleich im Rücken endgültig für die Play-offs qualifiziert zu sein.

1.Drittel
Zu Beginn der Partie zeigten die Grizzlies am deutlichsten, warum die Wölfe aus Freiburg an diesem Abend keine Chance haben sollten.
Gleich in der ersten Minute musste Khaidarow für die Gäste auf die Strafbank und Wolfsburg machte mächtig Dampf in überzahl, doch der letzte zwingende Spielzug vorm Tor fehlte.
Aber auch in ihrer ersten Unterzahl sahen die Gastgeber fast besser als die Breisgauer in überzahl aus und erzielten in der 5.Minute fast den Führungstreffer, als Regan einen Konter der Grizzlies nicht erfolgreich abschließen konnte.
In der Folgezeit spielten eigentlich nur noch die Wolfsburger, die lediglich im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen ließen. Freiburg fand im ersten Drittel, zumindest offensiv, praktisch nicht statt.
In der 11.Minute war es dann der in den letzten Wochen immer stärker aufspielende Justin Kurtz, der einen schönen Querpass von Simon zum 1:0 in die Maschen jagen konnte.
Sehenswert war hierbei auch das Stellungsspiel der Wolfsburger im Angriffsdrittel, als Firsanov in die Verteidigerposition hinausrotierte, während Kurtz in Tornähe lauerte.
Die Grizzlies hielten den Druck hoch, drückten auf einen weiteren Treffer, doch zum Unvermögen im Abschluss kam dann leider auch noch Pech, als Todd in der 18.Minute in überzahl nur das Stangenkreuz traf.
So ging es unnötig knapp mit einem Tor Vorsprung in die Kabinen.

2.Drittel
Das Spiel wurde durch nachlassenden Angriffsdruck der Gastgeber offener, doch Freiburg zeigte sich nicht in der Lage die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen.
Zu harmlos blieben die Gäste vor dem Tor von Chris Rogles, so dass die Grizzlies mit Fibigers Treffer zum 2:0 in der 29.Minute wiederum den einzigen Treffer des Drittels für sich verbuchen konnten.
Vom spielerischen Niveau der Anfangsminuten war nun kaum noch etwas übrig geblieben und allein mit Kampf war auf beiden Seiten nicht sonderlich viel zu erreichen.
Die größeren Spielanteile behielten trotzdem die Wolfsburger.

3.Drittel
Mit einer aus dem zweiten Drittel noch laufenden Strafe startete der EHC ins letzte Drittel - und fing sich auch prompt nach 37 Sekunden den 2:1 Anschlusstreffer durch Markus Schröder, der den ersten wirklich schnell und gut strukturiert vorgetragenen Angriff der Freiburger in überzahl erfolgreich abschließen konnte.
Freiburg witterte sichtbar Morgenluft, drückte jetzt verstärkt auf das Grizzlygehäuse, wusste vorerst jedoch noch nicht zu gefallen.
Für Feinschmecker war das Gebotene schon lange nicht mehr und doch: Auch kämpferisch hätte man nun von Freiburger Seite einfach mehr erwartet!
Fast überraschend fiel dann in der 55.Minute auch auf Seiten der Wolfsburger der erste überzahltreffer der Partie:
Todd Simon schloss ein starkes Powerplay zum 3:1 ab, als er den Puck aus dem Rückraum an Freund und Feind vorbei ins Eck hämmerte.
Die Grizzlies wirkten allerdings weiterhin etwas gebremst, stürmten nicht um jeden Preis und boten ab der Mitte des Spiels nicht wirklich viel fürs Auge.
Doch erst als der wirklich schlecht leitende Hauptschiedsrichter Kleiner in der letzten Minute gleich zwei Grizzlies vom Eis schickte, kamen die Wölfe noch einmal richtig in Fahrt und markierten kurz vor Schluss, erneut durch Schröder, in doppelter überzahl den 3:2 Anschlusstreffer.
Mehr war aber beim besten Willen für die Gäste nicht drin und so blieb es bei der insgesamt absolut gerechten Punkteverteilung - Wolfsburg: 3 Freiburg: 0


Mein subjektiver Eindruck:
Irgendwie war das ein seltsames Spiel. Zu Beginn wirkte es wie das letzte, wirklich großartige, Heimspiel gegen die Wölfe, dann aber entwickelte sich ein absolut zerfahrenes Spiel mit immer defensiver und zahmer agierenden Gastgebern.
Jeder andere Gegner hätte spätestens im letzten Drittel, vermutlich schon eher, die Wolfsburger Selbstzufriedenheit mit Gegentreffern bestraft - Freiburg hingegen erschien einfach zu schwach in der Spielanlage, aber auch in der absoluten Bereitschaft das Ding zu drehen.
Offenbar hatte der unter der Woche gefeuerte Wölfetrainer Obresa mit seinen Aussagen bezüglich des Verpassens der Play-offs nicht so unrecht...

Tor:
Rogles fehlerlos und bei beiden Gegentreffern machtlos.
Allerdings hatte er phasenweise nicht gerade viel Chancen sich auszuzeichnen.

Verteidigung:
Einzelkritik fällt angesichts der äußerst soliden Vorstellung aller Beteiligten recht schwer.
Einzig Lars Brüggemann sollte man endlich für regenerative Maßnahmen bis zu den Play-offs freistellen. Wenn er tatsächlich noch mit Beschwerden im Knie und Tinitus im Ohr jedes Mal für uns aufläuft, so ist das aller Ehren wert - doch gesund wäre er in der entscheidenden Phase der Saison ungleich wertvoller für das Team. Er wirkt auf jeden Fall häufig gehemmt und etwas steif.

Sturm:
Nicht sonderlich effektiv und nur ein Drittel lang spielerisch überzeugend.
Die dritte und vierte Reihe fast ohne jegliche Durchschlagskraft nach vorne, dafür defensiv überzeugend. Einzig Wietfeldt wirkte mit seiner Gefährlichkeit in diesen Reihen etwas verschenkt. (Zusammensetzung variierte während der Partie)
Tim Regan entwickelt sich langsam zum personifizierten Chancentod, nahm damit der recht gut zusammenspielenden 2.Reihe einen Teil der fleißig erarbeiteten Früchte.
Die 1.Reihe wirkte nur im 1.Drittel so begeisternd, wie zuletzt.
Insgesamt wirkte die Angriffsabteilung trotz lediglich einer Partie an diesem Wochenende etwas kraftlos. Seltsam.

Fans:
Stimmung war streckenweise ganz okay. Aber die komische Spielentwicklung übertrug sich, besonders im zweiten Drittel, auch auf die Ränge. Leicht irritiert bestaunte man da schweigend das Gestochere von beiden Teams unten auf dem Eis.

Schiri:
Grottenschlecht. Als Spieler muss man sich diese Saison doch völlig verarscht vorkommen.
Der eine Schiedsrichter pfeift jede kleinste Andeutung einer Regelwidrigkeit - besonders im Bereich der verschärften Regelauslegungen.
Der andere Schiedsrichter lässt im gewohnten Rahmen weiterlaufen.
Und dann kommt HSR Kleiner und macht Sachen, die kein Mensch wirklich verstehen kann und will.
Auf beiden Seiten schien er es sich zur Aufgabe gemacht zu haben nur das zu pfeifen, was keiner gesehen hat. Wenn etwas offensichtlich ist, dann kann da ja was nicht stimmen...
Halten des gegnerischen Stocks scheint völlig in seinem Strafenkatalog zu fehlen. Beinstellen umfasst neuerdings auch das Stolpern über einen am Boden liegenden Gegner usw. usw. usw. ...
Höhepunkt der, wir hoffen das zumindest mal, Unaufmerksamkeit des Referees stellte dann die Szene nach dem 3:1 für Wolfsburg dar, als Gästekeeper Bronsard Christoph Wietfeldt nach dem Tor das Stockende auf den Kopf schlug (und ich meine schlagen, nicht berühren) - klare Matchstrafe. Es gab nicht einmal zwei Minuten, da HSR Kleiner offenbar mit seinen Gedanken schon wieder woanders war.mb

EHC - Straubing 6:2

  • Geschrieben von Martin
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Ohne fünf Spieler und mit lediglich vier Ausländern auf dem Spielberichtsbogen zeigten die Grizzlies gegen Straubing eine ihrer besten Saisonleistungen.
Die Gäste, die mit einem Kader angetreten waren, der an klanghaften Namen in der 2.Liga nicht zu überbieten ist, konnten ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden und konnten nur über kurze Abschnitte der Begegnung die Wolfsburger in Bedrängnis bringen.
Das Team des EHC hingegen begeisterte die über 1300 Zuschauer im Eispalast restlos: Bis zur letzten Minute zeigten die Schützlinge von Toni Krinner bedingungslosen Einsatz und ließen die Partie trotz hoher Führung fast nie schleifen.
Die Fans dankten es ihrer Mannschaft mit Szenenapplaus während und stehenden Ovationen nach dem Spiel.

1.Drittel
Ganze 52 Sekunden mussten die Fans des EHC warten, dann durfte auch schon das erste Mal gejubelt werden:
1:0 durch Tim Schneider, der von der Blauen einfach mal ins lange Eck schlenzte.
Das war offenbar die nötige Portion gute Laune für die Grizzlies, denn nachdem das Team kollektiv mit dem Torschützen dessen ersten Saisontreffer gefeiert hatte, spielte zunächst nur ein Team - und das war der EHC Wolfsburg.
Obwohl sich in den folgenden Minuten trotz zweier überzahlspiele kein weiterer Torerfolg für die Grizzlies einstellen wollte, zog das Spielgeschehen die Wolfsburger Fans in seinen Bann und die Stimmung war fast durchgängig bestens.
Erst als in der 8.Minute der Torschütze zum 1:0 auf die Strafbank musste und sich dort zu Tobias Samendinger gesellte, der bereits genau eine Minute dort saß, kamen die Tigers zum ersten Mal wirklich gefährlich in Schwung.
Kurz vor Ablauf der ersten Strafe hatte das Team von Toni Krinner dann auch das nötige Glück, als Elfring per Schlagschuss nur das Lattenkreuz traf.
Doch die Gastgeber überstanden diese kritische Situation, drückten anschließend wieder selber aufs Gaspedal und erspielten sich erneut ein deutliches übergewicht an Chancen.
Als die Tigers sich gerade anschickten ins Spiel zurück zu kommen war es Torjäger Delisle, der im Alleingang die gesamte Straubinger Mannschaft stehen ließ um Torhüter Bales nach einer schönen Täuschung aus Halbdistanz durch die Schoner zu schießen.
2:0 für den EHC in der 13.Minute - gerade zur rechten Zeit und extrem bitter für die Gäste, die trotz einer folgenden Strafzeit nicht mehr zum Anschluss kamen. Kosick hatte in Unterzahl für den geschlagenen Rogles auf der Linie gerettet und den Vorsprung, wieder etwas glücklich, bei zwei Toren gehalten.

2.Drittel
Und wieder ein Auftakt nach Maß: Kurz vor Ablauf der Reststrafzeit gegen Trew aus dem ersten Drittel netzte Wolfsburgs Top-Scorer Simon in überzahl zum 3:0 ein (21.Minute).
Der Eispalast tobte vor Freude, doch es blieb spannend - nicht zuletzt wegen HSR Huber.
Der Referee lief, nachdem einige Strafzeiten des ersten Durchgangs bereits bei beiden Fanlagern für Verwirrung gesorgt hatten, zu ganz großer Form auf, verteilte im Laufe des zweiten Abschnittes ganze 6 Strafen gegen Wolfsburg und 7 gegen die Gäste.
Im zweiten Drittel ging es ganze sechseinhalb Minuten mit 5-5 auf dem Eis zur Sache...
Beide Mannschaften bekleckerten sich in überzahl allerdings nicht mit Ruhm und so fiel der Treffer der Gäste zum 3:1 bei numerischem Gleichstand auf dem Eis - 20 Sekunden nachdem Gästetrainer Draisaitl mit einer Auszeit für Ordnung in den Reihen der arg gebeutelten Tigers gesorgt hatte.
Der auf Gästeseite herausragende Elfring versenkte in der 35.Minute einen Schuss aus der Drehung, der leicht abgefälscht unhaltbar hinter Rogles einschlug.
Doch die Grizzlies ließen sich von diesem recht glücklichen Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen, spielten konzentriert und mit äußerstem Einsatz weiter.
Der Lohn kam schon anderthalb Minuten später, als Xavier Delisle den zweiten überzahltreffer der Gastgeber erzielen konnte.
Eiskalt hatte er einen Querpass von Neuzugang Firsanov ins obere Eck gehämmert und entschied mit dem 4:1 die Partie frühzeitig - angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Dominanz der Grizzlies bestand daran kaum noch ein Zweifel.

3.Drittel
Ein, zumindest aus Wolfsburger Sicht, toller Eishockeyabend nahm seinen Lauf.
Die bis dahin ungewohnt kompakt in der Defensive arbeitenden Grizzlies wurden immer offensiver, erzielten in der 43.Minute dann auch gleich den nächsten Treffer:
Wietfeldt verlädt die gesamte Straubinger Hintermannschaft, scheitert an Bales und Samendinger zirkelt den Puck um den liegenden Torhüter herum zum 5:1 in die Maschen.
In der Folgezeit rannten die Wolfsburger den Gästen aus Straubing förmlich die Hütte ein und spielten die Tigers komplett an die Wand.
In doppelter überzahl gelang dann am Ende der 46.Minute auch noch das 6:1, als Kurtz einen mehrfach abgefälschten Schuss hinter Bales unterbringen konnte.
Obwohl HSR Huber im Zuge der Gleichschaltung der Strafenverteilung (am Ende 13 - 13) ab Mitte des Drittels nur noch Strafen auf Seiten der Grizzlies verteilte, gelang den Gästen lediglich der zweite Ehrentreffer zum 6:2.
Der überragende Elfring hatte zum zweiten Mal zugeschlagen und den Puck in überzahl in den Winkel genagelt. (54.Minute)
Als Grizzlytrainer Krinner die Spielart seiner Mannen zu lax wurde, beorderte er sie in der 57.Minute noch einmal zur Auszeit an die Bande, um die Verbesserung des Torverhältnisses nicht zu gefährden (Kaufbeuren ist im direkten Vergleich mit uns punkt- und torgleich).
Die Schlussoffensive der Tigers sollte dann auch nicht mehr von Erfolg gekrönt werden.
Der Rest war eine Riesenparty in Schwarz-orange!


Mein subjektiver Eindruck:
Straubing war im ersten Drittel nicht so schlecht, wie sogar ihr eigener Trainer sie anschließend darstellte. Doch nachdem man, durchaus unglücklich, mit 3:0 hinten lag, gab sich das Team der Tigers zu großen Teilen geschlagen, war ein dankbarer Gegner.
Trotzdem muss man vor der Defensivleistung unseres Teams den Hut ziehen: Das war in dieser Hinsicht die beste Partie der Saison.
Insgesamt wirkt die Mannschaft bisher geschlossener, sortierter und selbstbewusster als im vergangenen Jahr. Die Vorstellung gegen Straubing bildet da den bisherigen Höhepunkt, da der Einsatz diesmal obendrein deutlich sichtbar bei 101% lag.
Selten hat man eine Grizzlymannschaft bei 5:1 und 6:2 derart kämpfen sehen, als ob es 3:3 stehen würde!

Tor:
Rogles fehlerlos und mit einigen Glanztaten. Brachte die Leistung, die man sich von ihm erhoffen durfte und für welche die Fans auch bereit sind ihn zu feiern.
Der Konkurrenzkampf mit Münster scheint nach dessen überragender Leistung im Spiel gegen Bietigheim endlich Früchte zu tragen!

Verteidigung:
Klasse! Beste Saisonleistung. Nur Sascha Genze wirkte von den durchgängig guten Leistungen seiner Mitstreiter etwas irritiert...
Tim Schneider mit seinem ersten Saisontor eröffnete den Torreigen und wurde zu Recht von der Mannschaft gefeiert.
Kurtz und Gödtel mit viel übersicht und bedingungslosem Einsatz dabei.
Auch Frenzel und Brüggemann diesmal über die volle Distanz konzentriert, Lars mit einigen guten Ideen im Aufbauspiel.

Sturm:
Gutes Back-Checking, voller Einsatz - eine echte Hilfe für die Abwehrabteilung und dabei brandgefährlich vorm gegnerischen Tor.
Nur das überzahlspiel ist nicht wirklich vorbildlich: Gerade bei 5-3 muss einfach mehr rauskommen.
Firsanov bringt die nötige physische Komponente in die erste Sturmreihe, ist dabei aber pfeilschnell. Hat sich in seinem ersten Spiel als Grizzly förmlich zerrissen!
Xavier Delisle wird mit fortschreitender Saisondauer immer schneller und torgefährlicher - das könnten interessante Play-offs werden, wenn er die Entwicklung konsequent fortsetzt.
Regan und Callander mit schier unmenschlich hohem Arbeitsaufwand und unglaublicher Laufarbeit - ein Tor wäre mehr als verdient gewesen für diese Reihe um Mark Kosick.
Aber auch die dritte Reihe gefiel mit bedingungslosem Kampf und aufopferungsvollem Defensivverhalten, hatte sogar durch Samendinger ein Tor zu verbuchen.
Insgesamt eine grandiose Leistung der "Abteilung Attacke" rund um Top-Scorer und Raupen-Copilot Todd Simon!

Fans:
Jau. Da war Feuer drin! Das hat richtig Spaß gemacht. Wenn das Team weiterhin so beherzt kämpft und weiterhin so sichtbar an sich arbeitet, dann könnte es in dieser Saison sogar doch noch einmal so kommen, dass wir sie sogar nach einer Niederlage feiern. In Bremerhaven war´s ja schon einmal in der Fremde der Fall. Mal schaun, ob wir das auch zu Hause noch mal erleben. Wäre für mich der Gradmesser, ob doch noch "alles gut" wird.mb

EHC - ESV Kaufbeuren 2:0

  • Geschrieben von Martin
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Der EHC meldet sich zurück in den Play-off Rängen!
Rechtzeitig zum Entscheid des Hauptsponsors über ein weiteres Engagement kommen die Grizzlies zurück auf den achten Platz, der ihnen die Möglichkeit des Aufstiegs weiterhin erhält und der als Minimalziel von Skoda angegeben wurde.
Dabei endete schon zum dritten Mal eine Begegnung gegen die Joker aus Kaufbeuren mit 2:0 - glücklicherweise zum zweiten Mal hintereinander für die Wolfsburger.
Damit gelang in der Tabelle der so wichtige Platztausch mit den Gästen, den es am Sonntag zu verteidigen gilt.

1.Drittel
Der Einstieg ins Spiel gelang den Grizzlies hervorragend: Schon im ersten Powerplay gelang dem stark aufspielenden Preston Callander nach gut zwei Minuten die 1:0 Führung.
Dass es in überzahl an diesem Abend auf Wolfsburger Seite trotzdem nicht gut laufen würde, verriet allerdings schon das Zustandekommen des ersten Treffers - in Formation gelang den Gastgeber sowohl in diesem, als auch den zahlreichen kommenden Powerplays nicht all zu viel.
So hatte Callander ein langes Anspiel von Lars Brüggemann an die gegnerische blaue Linie zur Führung verwerten können. Derartige Fehler beim Reihenwechsel leisteten sich die Gäste in der Folgezeit nicht mehr.
Zwei weitere überzahlsituationen für die Grizzlies blieben im Laufe des Drittels folglich ungenutzt, Regan und Callander vergaben dabei die größten der sich bietenden Möglichkeiten, bevor Frenzel kurz vor der Pause einen Schlenzer ans Lattenkreuz setzte.
Der Gast wirkte hingegen recht harmlos und kam nur selten zu Torchancen - die Negativserie der Kaufbeurer ließ sich deutlich am Verlauf des ersten Drittels nachvollziehen.

2.Drittel
Abgesehen von einer kurzen Phase der überlegenheit für jeweils jede Mannschaft - für den EHC zu Beginn und für den ESV am Ende des Drittels - blieb dieser Spielabschnitt farblos und beide Teams wirkten verkrampft, wollten offenbar keinen Fehler begehen und vergaßen dabei ein wenig das Eishockeyspielen.
Zum Wolfsburger Leidwesen fiel im Laufe des Drittels Jan Zurek nach einem fairen, aber harten Check mit einer Schulterverletzung aus und Wietfeldt rückte für ihn in die erste Reihe.
Die wenigen Kaufbeurer Chancen machte Rogles souverän zunichte, so dass es unverändert mit 1:0 in die zweite Pause ging.
Auch die Tatsache, dass HSR Langer, völlig zu Recht, nicht eine einzige Strafzeit verteilte, offenbarte den unspektakulären Charakter dieses Drittels...

3.Drittel
Das letzte Drittel begann zur Freude der Wolfsburger Fans wieder wie das erste:
Gerade einmal anderthalb Minuten waren gespielt, da netzte erneut Callander nach 18 Sekunden überzahl zum 2:0 ein.
Auch in der Folgezeit strahlte die Reihe um Callander mit Kosick und Regan am meisten Gefahr aus. Leider blieb vor allem Tim Regan in seinen Entscheidungen ohne Glück und konnte keine seiner guten Chancen im Laufe der Begegnung verwerten.
Die Intensität der Partie nahm nun endlich zu und es wurde wieder ein packenderes Spiel als noch im zweiten Abschnitt - natürlich auch wieder mit Strafzeiten auf beiden Seiten.
Da Kaufbeuren streckenweise überfordert wirkte, wunderte es auch kaum, dass der Großteil der Strafzeiten auf das Konto der Allgäuer ging.
Doch das überzahlspiel der Grizzlies blieb dürftig und so konnte der EHC sogar zwei 5-3 Situationen nicht zu einem weiteren Torerfolg nutzen.
Die Freude über den Sieg gegen einen direkten Konkurrenten um Platz acht war nach Abpfiff natürlich groß, wenn auch nicht so euphorisch wie nach einem wirklich knappen Spiel.
Denn obwohl zwei Treffer im Eishockey nicht viel sind, schien schon das Erzielen eines einzigen Tores für die Kaufbeurer mehr als Fiktion denn als reale Möglichkeit.


Mein subjektiver Eindruck:
Beide Teams wirkten auf mich nicht, als ob sie sich der Bedeutung der Partie bewusst wären.
Wobei mich das Wolfsburger Spiel fast an die Zeiten unter Mikes erinnerte: Sehr kontrolliert und nur dann druckvoll, wenn der Gegner Schwächen offenbarte. Kaufbeuren stellte an diesem Abend jedenfalls keinen echten Prüfstein für den EHC dar - derart harmlose Gäste haben wir schon lange nicht mehr begrüßen dürfen.
Richtig mitreißend war das jedenfalls alles nicht. Spätestens bei der Raupe war den Minen der Wolfsburger Spieler deutlich zu entnehmen, dass sie auch nicht gerade begeistert von ihrer Leistung waren: Im Prinzip hätte man halt mindestens 5 oder 6 Tore machen müssen.
Statt dem möglichen Schützenfest wurde es dann aber der beschriebene eher glanzlose Arbeitssieg.

Tor:
Rogles scheint den Warnschuss aus dem Bietigheimspiel verstanden zu haben.
Am eigenen Geburtstag der Nr.2 bei einer ausgezeichneten Leistung zuzuschauen war wohl ein deutlicher Weckruf.
Voll konzentriert hielt er alles was auf den Kasten kam, wenn das auch nicht so viel Gefährliches wie sonst war...
Hatte im letzten Spiel gegen Kaufbeuren noch Münster seinen einzigen shut-out der Saison gefeiert, so war diesmal Rogles dran.

Verteidigung:
Insgesamt eine gute und fast fehlerfreie Partie unserer Abwehr. Im kreativen Spielaufbau immer noch nicht viel los.
Brüggemann mal wieder mit einer besseren Leistung, teilweise sogar brauchbare Aufbaupässe - so wie beim 1:0.
Frenzel teilweise im Reich der Träume - steht an der Bande und wartet auf den Puck, während ein Gegner in der Rundung hinterher fährt und das Teil (den Puck) mitnimmt.

Sturm:
Die erste Reihe zeigte sich sowohl mit Zurek als auch mit Wietfeldt nicht so gefährlich wie gewohnt.
Die zweite Reihe hatte eigentlich nur Regans Abschlussschwäche als negativen Aspekt zu bieten. Ansonsten schönes Zusammenspiel zwischen Kosick, Regan und Callander, der einen absoluten Sahnetag erwischte und mittlerweile wieder auf seinem vollen Leistungsniveau angekommen zu sein scheint.
Die restlichen 1,5 Reihen waren zwar kämpferisch bemüht, spielerisch hingegen enttäuschend.

Fans:
Obwohl das Spiel alles andere als rasant war, haben wir das Beste daraus gemacht und das Team gerade im letzten Drittel gut unterstützt.
Im zweiten Drittel drohte nicht nur das Geschehen auf dem Eis einzuschlafen...
Insgesamt schienen die Fans am Ende zufriedener als das Team selber - derart ernste Minen habe ich nach einem gewonnen wichtigen Spiel jedenfalls lange nicht mehr gesehen.mb

EHC - Bietigheim Steelers 2:3nV

  • Geschrieben von Martin
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Nur knapp verpassen die Grizzlies den Sprung auf Platz acht.
Nach 40 gespielten Minuten sahen die Wolfsburger gegen ersatzgeschwächte Gäste aus Bietigheim wie der Sieger aus - doch ein starkes letztes Drittel der Steelers kippte die bis dahin ausgeglichene Partie in der die Grizzlies insgesamt betrachtet leichte Vorteile verbuchen konnten.
Gerade die vielen ausgelassenen Chancen des ersten Drittels dürften den Cracks des EHC im Nachhinein einiges an Kopfzerbrechen bereiten, hatte man den Gast doch eigentlich gut im Griff gehabt und nur kurze Drangphasen der Bietigheimer zugelassen.
Gerade konditionell hatte man dann in der Verlängerung nach den harten Begegnungen vom Mittwoch und Freitag offenbar nicht mehr viel zuzulegen.

1.Drittel
Beide Teams fanden recht schnell in diese schwungvolle Partie und so bekamen die rund 1300 Zuschauer einen sehr ansehnlichen ersten Spielabschnitt zu sehen.
Während Wolfsburg über die Dauer des gesamten Drittels immer wieder gefährlich vor das von Elliott gehütete Gehäuse kam, so strahlten die Gäste weitaus seltener Gefahr für das Grizzlygehäuse aus.
Obwohl Bietigheim stets konzentriert zu Werke ging, konnten sie eine Vielzahl von Wolfsburger Chancen nicht unterbinden und gerade die erste Reihe des EHC bereitete den Steelers nicht unerhebliche Probleme.
Doch die Chancenauswertung stand, wie so oft in dieser Saison, in keinem Verhältnis zu den erspielten und erkämpften Möglichkeiten.
So fiel Delisle Führungstreffer zum 1:0 auch erst in der 18.Minute, was dem Kräfteverschleiß der Gastgeber keineswegs gerecht wurde - für den ein oder anderen Zuschauer sicherlich schon zu diesem Zeitpunkt recht bedenklich...

2.Drittel
Die Spielanteile glichen sich weiter an, doch die klareren Chancen hatten nach wie vor die Grizzlies, die allerdings erneut nur eine einzige nutzen konnten.
Nachdem die erste Reihe weiterhin gute Möglichkeiten sehenswert herausspielte und diese prompt ausließ und Tim Regan in der 30.Minute nur per Stockschlag von Campbell am Vollenden seines Alleingangs in Unterzahl gehindert werden konnte, hatten die Grizzlies wenig später bei 4 gegen 3 die Chance auf ein Powerplaytor:
Fibiger baut schnell über Delisle auf. Der passt wunderbar genau quer auf den mitgelaufenen Kosick, der Elliott wiederum keine Chance lässt - und tatsächlich 2:0 in der 31.Minute!
Bietigheim wirkte zu keinem Zeitpunkt der Partie ungefährlich, spielte durchaus ansehnlich mit, scheiterte aber immer wieder am blendend aufgelegten Münster im Tor der Gastgeber.
Auf der anderen Seite rettete nicht nur Elliott, sonder auch Latte und Pfosten die Steelers vor einem höheren Rückstand.

3.Drittel
Bietigheims Trainer stellte mit Smith nun auch den dritten Ausländer im Sturm in seine erste Reihe, wollte so den Umschwung erzwingen.
Und tatsächlich ging diese Strategie gegen konditionell sichtbar abbauende Wolfsburger vollends auf.
Schon nach zweieinhalb Minuten im letzten Drittel gelang es den Steelers den Ausgleich durch eben jene "Superreihe" zu erzielen:
2:1 Anschlusstreffer durch Jacques, der ein Anspiel von Eric Schneider aus Halbdistanz verwandeln konnte. Münster mit Super-Reaktion, erahnte den Schuss zwar, konnte ihn aber nicht ausreichend stoppen und offenbar erst hinter der Linie aus der Luft fischen.
In der 48.Minute dann sogar der Ausgleich während des einzigen überzahlspiels des gesamten Drittels:
Nachdem Genze wegen einer umstrittenen Entscheidung auf die Strafbank musste, traf sieben Sekunden vor Ablauf der Strafzeit Eric Schneider zum 2:2 Ausgleich.
Angesichts der Spielentwicklung im letzten Drittel waren die Grizzlies mit dieser Punkteteilung gut bedient, konnten froh sein, dass der Angriffswirbel der Gäste bis zur Schlusssirene etwas nachließ.
Hätte HSR Dimmers den ein oder anderen Bietigheimer Regelverstoß hinter dem eigenen Tor geahndet, so hätten die recht geschickt agierenden Grizzlies vielleicht sogar doch noch drei Punkte retten können. So ging ihnen nach und nach komplett die Puste aus.

Verlängerung
Der EHC schleppte sich förmlich durch die zusätzlichen Minuten und so dauerte es gerade einmal 2 Minuten und 17 Sekunden, da hatte erneut die erste Reihe der Steelers die träger werdenden Abwehrreihen der Gastgeber so weit auseinander gerissen, dass Jacques zum zweiten Mal in die frei gespielte Seite des Grizzlytors einnetzen konnte.
Traurig schlichen völlig erschöpfte Wolfsburger vom Eis und von den Rängen.


Mein subjektiver Eindruck:
Die Woche hat mit dem zusätzlichen Spiel am Mittwoch zu viel Kraft gefressen.
Trotzdem haben mich vor allem die Angriffsbemühungen der Grizzlies in den letzten Partien sehr überzeugt. Immer öfter kann man sich spielerisch im gegnerischen Drittel durchsetzen, wo bis vor Kurzem nur blindes Anrennen stattfand.
Insgesamt scheint mir das Team trotzdem nicht kompakt genug, um den Kampf um die Play-offs schon frühzeitig entscheiden zu können.
Das wird uns alle in den kommenden Wochen sehr, sehr viele Nerven kosten!

Tor:
Jan Münster mit seiner besten Saisonleistung! Tadellos im Stellungsspiel, fehlerfrei mit Stock- und Fanghand. Super!
Gegen Bremerhaven hätte eine solche Torwartleistung zu drei Punkten geführt...
Mutige und richtige Entscheidung des Trainers.

Verteidigung:
Brüggemann kommt seit seinem Hörsturz nicht mehr richtig in Tritt, ist oft hektisch und ohne übersicht. Sollte vielleicht unter der Woche geschont oder in irgendeiner anderen Form regeneriert werden. Der momentane Leistungsstand ist jedenfalls äußerst kritisch für einen potentiellen Leistungsträger.
Ansonsten, solange die Kräfte reichten, eine sehr gelungene Vorstellung der Abwehrabteilung.
Gödtel wackelte zu Beginn, fand dann aber ebenfalls ins Spiel.

Sturm:
Die erste Reihe mit Simon, Delisle und Wietfeldt ist echt äußerst unterhaltsam und stellt die gegnerischen Abwehrreihen vor teilweise fast unlösbare Aufgaben. Im Abschluss könnten alle Beteiligten noch etwas effektiver arbeiten - vielleicht trotzdem mal beibehalten.
Die zweite Reihe mit Callander, Kosick und Regan durchaus gefährlich, wenn auch manchmal etwas zu verspielt.
Die dritte Reihe mit solider Arbeit, aber ohne die nötige Durchschlagskraft.
Besonders Samendinger nach wie vor ohne die nötige Portion Gift unterwegs.
Geisberger und Kostyrev ohne Eiszeit - vielleicht nach Zureks Rückkehr im Vier-Reihen-System wieder mehr von ihnen zu sehen.

Fans:
öde. Alle noch kaputt von Bremerhaven, oder was? Gäste aus Bietigheim waren leider auch ungewohnt lahm und konnten so die wenigen Stimmungsbereiten auf unserer Seite auch nicht wirklich aus der Reserve locken. Insgesamt enttäuschend. mb