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EHC - Landshut Cannibals 2:4

Die erste Saisonniederlage ist vollbracht - Zeit zum Nachdenken.
Nach vierzig Minuten Vorherrschaft auf dem Eis ließen sich die Grizzlies zu Beginn des letzten Drittels komplett überrumpeln und gaben das Spiel doch noch aus der Hand.
Nach dem 2:4 für Landshut waren viele der über zwei Drittel fast durchgängig anfeuernden Fans vom mangelnden Willen der Mannschaft das Spiel herumzureißen enttäuscht.

1.Drittel
Mit Volldampf starteten die Grizzlies auf den Rängen und auf dem Eis in die Begegnung.
Mit viel Druck, aber wenig Konzentration im Abschluss, beschäftigte der EHC die Cannibals fast über die komplette Dauer des Drittels.
Aber egal wer es versuchte, ob Callander, Kosick , Zurek, Delisle oder Simon in überzahl - keinem gelang es den Puck an Cinibulk im Gästetor vorbeizuschieben.
Lediglich Christoph Wietfeldt gab den unnachgiebig anfeuernden Fans einen Grund zu jubeln:
1:0 in der 9.Minute auf Zuspiel seiner beiden Sturmpartner!
Doch das Bild auf dem Eis blieb unverändert: Wolfsburg betrieb unglaublichen spielerischen Aufwand, um sich Torchancen herauszuarbeiten. Landshut stand recht solide und konnte sich im Notfall auf Martin Cinibulk verlassen.
Der 1:1 Ausgleich in der 18.Minute durch Schinko setzte diesem erfolgfreien Anrennen dann das "Sahnehäubchen" auf.
Nach einer äußerst fragwürdigen Strafe gegen Herbert Geisberger wegen Haltens, ließen sich die Gäste nicht lange bitten und schon nach 8 Sekunden klingelte es hinter Jan Münster.
Optimistisch, aber etwas genervt, gingen die Gastgeber in die erste Pause.

2.Drittel
Anderes Drittel, anderes Bild.
Landshut jetzt ebenbürtiger, startete häufiger brandgefährliche Tempogegenstöße und setzte sich sogar zwei oder dreimal im EHC-Drittel fest.
Doch die teilweise hervorragenden Chancen der Gäste machte der bis dahin vorbildliche haltende Münster im Grizzlytor allesamt zunichte. Nicht zuletzt, da die Abwehr alle anfallenden Abpraller konsequent wegräumte.
Der Aufwand mit dem sich die Grizzlies ihre Chancen herausarbeiteten blieb allerdings weiterhin enorm, so dass die Führung in der 37.Minute fast schon herbeigequält wirkte.
2:1 durch Jan Zurek, der eine Kombination über Simon und Delisle erfolgreich abschließen konnte.
Des weiteren erwähnenswert: Auch die dritte, und in diesem Drittel einzige, überzahl der Wolfsburger in diesem Spiel blieb ungenutzt - doch es sollte noch schlimmer kommen...

3.Drittel
Der EHC verschläft den Start ins Drittel und gibt das Spiel in wenigen Augenblicken komplett aus der Hand.
2:2 nach 16 Sekunden durch Thomas Daffner, der einen Schuss von Belanger unhaltbar abfälscht.
2:3 nach 76 Sekunden durch Hundhammer, dessen Schuss Münster durch den Handschuh schlüpft.
Die Grizzlies wirkten mehr als geschockt. Angesichts der Mühen, die sie mit ihren beiden bisherigen Treffern in diesem Spiel hatten, wohl durchaus verständlich.
Wolfsburg in der Folgezeit noch komplizierter und uneffektiver vor dem gegnerischen Tor und Landshut noch konzentrierter bei der Sache als zuvor.
Beim 2:4 durch Dylla in der 46.Minute zeigte das Wolfsburger Abwehrverhalten dann auch schon erste Auflösungserscheinungen und auch Jan Münster im Tor der Grizzlies schien sich von seinen Vorderleute angesteckt zu haben - Resignation lag in der Luft.
Zwei einfache und eine fast zweiminütige doppelte überzahl gewährten die nun verbissen kämpfenden Gäste aus Landshut den Grizzlies noch - ohne wirklich Zwingendes verstrichen diese Möglichkeiten und allmählich hakte auch der optimistischste Fan auf den Rängen die Partie verärgert ab.
Zu sehr schien das Team den ausgelassenen Chancen der ersten beiden Drittel nachzutrauern.


Mein subjektiver Eindruck:
So viel Aufwand für so wenig Zählbares zerrt natürlich an den Nerven einer Mannschaft.
Trotzdem enttäuschend, wie man das Spiel nach dem 2:3 abgegeben hat.
Hätte man es in der Vorbereitung nicht anders beobachten können, wäre man fast versucht zu glauben wir hätten noch nie Powerplay trainiert. Unterirdisch, vor allem bei 5 gegen 3 !
Ich hoffe, dass die Mannschaft aus diesem Spiel lernt - und zwar, dass man sich gegen keinen Gegner in dieser Liga zu keinem Zeitpunkt eine gedankliche Auszeit nehmen kann!
Wenn´s mit dem Toreschießen nicht so recht klappt - und das kann man bisher wirklich mit Fug und Recht behaupten- dann muss man im Defensivverhalten stets 101% geben, besonders, wenn man sich eine Führung derartig hart erkämpft hat. Insgesamt ein für alle Grizzlies sehr bitterer Abend.

Tor:
Jan Münster zwei Drittel lang ein sicherer Rückhalt und besonders im zweiten Spielabschnitt mit wirklich tollen Reaktionen.
Aber dann...ich sage nur: Nerven!
Das 2:2 war sicherlich unhaltbar - doch ein Torwart darf sich auf gar keinen Fall derart nervlich anklingeln lassen, wie Jan es gestern überdeutlich gezeigt hat. Die Hektik der Mannschaft übertrug sich sofort auch auf ihn und das ist es, was einen sehr guten von einem guten Torwart unterscheidet: Der sehr gute Torwart wird in so einem Moment noch ruhiger als vorher und gibt seiner Mannschaft Halt.
Angesichts der Leistungsdichte in der 2.Liga entscheiden Fehler, wie der zum 2:3, leider häufig ganze Partien.

Verteidigung:
Zwei Drittel klasse Leistung - auch von Gödtel und Frenzel. Fibiger etwas zu unauffällig.
Im letzten Drittel phasenweise desorientiert und ohne die nötige Aufräumarbeit vor dem Tor.
Kurtz wirkte deutlich präsenter als noch gegen Essen, doch im Powerplay könnte weit mehr Gefahr von ihm ausgehen.
Trotz des enttäuschenden Ergebnis eine insgesamt gute Leistung der Verteidigung.

Sturm:
Welche ist unsere erste Reihe? Ich kann momentan keine überragende, brandgefährliche erste Reihe ausmachen. Wer eine findet - bitte am Sprechertisch abgeben...
Simon durchschnittlich, Delisle bemüht, Zurek im Wechsel mit Callander zwischen zwei Reihen, Kosick glücklos, Regan verbessert, aber ohne Effizienz vorm Tor.
Defensiv war das Ganze, besonders im letzten Drittel, allerdings echt bescheiden - wie kann man den Gegner so weit aufrücken lassen, dass die sich fast mit fünf Leuten im Kreis ums Tor aufstellen können? Da sind die Stürmer als Forechecker gefragt!
Lichtblicke:
Die Reihe mit Wietfeldt, Lingemann und Sommerfeld nimmt langsam wieder Fahrt auf.
Die vierte Reihe war, besonders im ersten Drittel, gigantisch! Einzig von Samendinger erwarte ich nach wie vor mehr Leidenschaft - das wirkt irgendwie nie wirklich aggressiv, was Tobias da anbietet.
Herbert Geisberger wirklich kolossal verbessert und bei Artjom Kostyrev frage ich mich mittlerweile, welchen Zaubertrank man dem verabreicht hat: Der einst so schüchterne Junge platzt ja fast vor Selbstbewusstsein!

Fans:
Tolle Stimmung bei nicht ganz so toll besetzten Rängen.
Offenbar muss sich unsere Mannschaft an diese konsequente Anfeuerung erst noch gewöhnen, um nicht komplett zu überdrehen ;)
Besonders die Anfeuerung für Jan Münster im 2.Drittel hat mir gut gefallen - wie dringend er sie braucht haben die letzten 20 Minuten dann ja leider gezeigt.
Am Ende hatten jedoch nur die 5-6 Fans aus Landshut was zu feiern...
Hoffen wir, dass sich das schon nächste Woche ändert.mb

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