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EHC - Tölzer Löwen 4:2

Mit einem 4:2 Heimsieg gegen die Tölzer Löwen gelang den Grizzlies, zumindest vom Ergebnis her, eine Wiedergutmachung für die zuletzt erlittene Niederlage gegen Landshut.
Spielerisch war die Partie von Tölzer Seite natürlich wie immer kein Glanzlicht und so mussten die Grizzlies fast über die gesamte Spieldauer das Spiel machen, während Tölz auf Konter lauerte.
Effektiv gestaltete sich der Wirbel, den der EHC auf dem Eis entfachte, allerdings erst im letzten Spielabschnitt, so dass die Geduld der Zuschauer erneut ein wenig leiden musste.

1.Drittel
Nach erstaunlich verhaltenem Beginn musste ein Wolfsburger Spieler, Herbert Geisberger, in der 4.Minute als Erster auf die Strafbank und die Gäste durften sich im Powerplay versuchen.
Blieb das überzahlspiel der Löwen ungefährlich, so passierte nur wenige Sekunden nach Ablauf der Strafe das, was gegen eine defensiv agierende Mannschaft wie die Tölzer Buam eigentlich nicht passieren darf: Man geriet in Rückstand.
0:1 in der 6.Minute durch Andreas Kruck, der parallel zur Torlinie stehend Rogles den Puck an den Schoner lupfte, worauf die Hartgummischeibe in einem interessanten Winkel ins Tor fiel. Verdutzte Gesichter auf dem Eis und auf den Rängen waren die Folge.
Der EHC erhöhte nun zwar merklich den Druck, aber irgendwie sah das Ganze dem Landshutspiel sehr ähnlich: Viel Aufwand, viel Verspieltheit, wenig Durchschlagskraft und Effizienz.
So war es dann auch Gästekeeper Cavallin zu verdanken, dass die Grizzlies in der 12.Minute endlich den Ausgleich erzielen konnten.
1:1 durch Simon, der den Puckverlust des Gästegoalies hinter dem eigenen Tor mit einem Gegentreffer für Bad Tölz bestraft.
Spielerisch überlegen, aber mit einem durchaus glücklichen 1:1 ging´s für das Wolfsburger Team zum ersten Mal in die Kabinen, da die Gastgeber auch weiterhin alles andere als effektiv im Drittel der Gäste agierten.

2.Drittel
Mit viel Druck und sichtbarem Willen das Spiel nun endgültig unter Kontrolle zu bringen starteten die Grizzlies in den Mittelabschnitt.
Es dauerte bis zur 26.Minute bis zumindest die Führung erzielt werden konnte.
2:1 durch Justin Kurtz, der in überzahl einen Schuss von Simon unhaltbar abfälschen kann.
Trotzdem konnte man sich beim Publikum auch in der Folgezeit nicht des Eindrucks erwehren, dass die Mängel aus der letzten Heimpartie immer noch nicht in den Griff bekommen wurden:
Der EHC betrieb einen unglaublichen Wirbel im Drittel des Gegners, kam aber viel zu selten und viel zu harmlos zum Abschluss.
Das wirkte, um es vorsichtig auszudrücken, nicht wirklich anregend auf die anwesenden Zuschauer. Trotzdem versuchten die Fans ihrem Team durchgängig den Rücken zu stärken - in der Hoffnung auf Besserung.

3.Drittel
Und die Fans wurden belohnt! Der große Auftritt des Preston Callander nahte und sorgte innerhalb weniger Minuten für Erleichterung und Feierlaune auf den Rängen.
3:1 durch Callander, der einen scharfen Querpass von Kurtz über die Linie stopft (42.Min)
4:1 durch Callander, der von Kosick auf die Reise in Richtung Tor geschickt wird, vorm Gästetor quer zieht und per Rückhand einlupft (46.Minute)
Hier sah Gästetorhüter Cavallin erneut "etwas" unglücklich aus.
Den Fans war´s egal: Die feierten den nun sicher scheinenden Sieg.
Auch wenn in der 59.Minute den Tölzern noch das 4:2 durch Holzer gelang, so fehlten den Löwen schlicht und ergreifend die spielerischen Möglichkeiten, um einen derartigen Rückstand noch einmal aufzuholen.
Glücklich, wenn auch nicht allzu euphorisch, feierten Fans und Mannschaft die gelungene Wiedergutmachung des letzten Heimspiels.


Mein subjektiver Eindruck:
Man kann von Glück sagen, dass die Tölzer nicht an Defensivleistungen vergangener Tage anknüpfen konnten. Der Kampf stimmte bei den Gästen wie eh und je, doch was die Löwen an Chancen zuließen und wie selten sie auf das gefürchtete Tölzer "Stilmittel" des Massen-Icings zurückgriffen erstaunte mich doch ein wenig.
So konnte unser Team, trotz meist engem Spielverlauf, reichlich Spielaufbau betreiben und sich weiter beim Toreschießen üben.
Trotzdem muss, meiner Meinung nach, gerade im Offensivbereich erneut überlegt werden, ob die Reihenzusammenstellung bzw. das Zusammenspiel in den Reihen durch taktische Umorientierung nicht effizienter gestaltet werden kann. Man darf nun gespannt sein, welchen Eindruck unser Team in Regensburg hinterlassen wird. Dort werden die Grizzlies zum ersten Mal in dieser noch jungen Saison weder klarer Favorit noch spielgestaltende Mannschaft sein und werden vermutlich reichlich Gelegenheit bekommen über die Qualität ihrer Abwehr und ihrer Kontereigenschaften Auskunft zu geben.

Tor:
Rogles beim ersten Gegentreffer etwas unglücklich - wenn die Schoner seitlich angeschossen werden sieht allerdings kein Torhüter gut aus.
Ansonsten gewohnt souverän und ruhig. Zeigte in den entscheidenden Momenten Super-Reflexe und entschärfte die wenigen gefährlichen Schüsse und Alleingänge auf sein Tor konsequent.

Verteidigung:
Fibiger vor heimischer Kulisse ein wenig auffälliger als zuletzt, aber immer noch etwas schüchtern ;o)
Kurtz findet immer deutlicher seinen Platz im Team und im Powerplay, mit steigender Leistungskurve.
Tim Schneider bekam endlich ein wenig Eiszeit und machte seine Sache bis auf einen Fehlpass hinterm eigenen Tor recht gut.
Genze, Frenzel und A.Geisberger mit soliden Vorstellungen.
Thomas Gödtel profitierte von der wenig komplizierten Spielanlage der Gäste und der großzügigen Regelauslegung des Schiedsrichters und wusste kämpferisch zu gefallen. Wirkt aber nach wie vor zu unbeweglich und ist mit seiner Spielanlage immer für eine überflüssige Strafzeit gut.

Sturm:
Die Reihe um Simon zeigte sich sehr spielfreudig, aber immer noch ohne letzte Durchschlagskraft vorm Tor.
Zurek hat seit der DEL-Saison tatsächlich ein robustes Körperspiel entwickelt und zeigt das bisher in jedem Spiel - sehr gut!
Die Reihe um den spielstarken, aber bisweilen zu puckverliebten Mark Kosick bleibt mir ein Rätsel: Callander verwandelt zwar endlich zwei seiner stets zahlreichen Chancen, Tim Regan bleibt aber nach wie vor irgendwie ohne richtige Bindung zum Spiel und das ist definitiv eine Schande! Bei so viel Talent in einer Reihe MUSS auf lange Sicht mehr rumkommen, als es in den ersten vier Spielen der Saison der Fall war.
Gerade weil in der dritten Reihe ein Vollstrecker für die so zahlreichen erarbeiteten Möglichkeiten fehlen wird, wenn Christoph nicht wieder einen Lauf wie in der Vorbereitung starten sollte.
Die vierte Reihe erneut TOP! Auch Tobias wirkt jetzt bissiger - ob sich wirklich etwas in diese Richtung entwickelt weiß natürlich nur er selbst.
Zu wünschen wäre es, da wir eine der besten vierten Reihen der Liga haben könnten!

Fans:
Die Stimmung war besser als die Torausbeute unseres Teams in den ersten beiden Dritteln.
Echte Euphorie konnte aber angesichts der recht einseitigen Partie kaum aufkommen - da hätte schon ein Kantersieg her gemusst. Trotzdem das beste Spiel, das eine Wolfsburger Mannschaft in den letzten Jahren gegen Tölz abgeliefert hat.
Der eine Fan aus Tölz zeigte aber genauso wie die 5 Fans aus Landshut wieder überdeutlich, was die Kritik der bayrischen Vereine an unserer Reisefreudigkeit gen Süden wert ist: Nichts! mb

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