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EHC - EHC München 1:2 nP

In einer über weite Strecken langweiligen und zerfahrenen Partie vergeigen die Grizzlies zum zweiten Mal ein Heimspiel.
Mit 1:2 nach Penaltyschießen unterliegt der EHC am Ende völlig verdient gegen die konzentriert defensiv agierenden Gäste aus München, die die Gastgeber lediglich gegen Ende der Begegnung ein wenig in Fahrt kommen ließen und nach dem Ausgleich noch einmal kurzzeitig wackelten.

1.Drittel
Der EHC startete mit der vom Landshut-Spiel bekannten schwungvollen Effizienzlosigkeit in die Partie und hielt diesen Zustand der Scheinüberlegenheit bis zum Ende des Drittels durch.
Anfängliche Konterchancen der Münchner entschärfte Rogles gewohnt sicher, bevor sich das Gästeteam fast vollständig aufs Zerstören des Wolfsburger Spielaufbaus verlegte.
Da fiel Münchens Führungstreffers zum 0:1 durch Alex Schuster im Powerplay (14.Min) fast gar nicht auf, denn irgendwie gelang es dem EHC den Zuschauern zu vermitteln: Das wird schon noch - irgendwie.
Doch außer dem unhaltbar abgefälschten Glücktreffer durch Schuster wollte für lange Zeit erst einmal nichts Zählbares geschehen...

2.Drittel
Das schlechteste Drittel der laufenden Saison. Sowohl die Grizzlies als auch die Gäste aus Bayern stolperten und stocherten sich durch den zweiten Spielabschnitt, was die knapp 1300 anwesenden Zuschauer zum ersten Mal seit sehr langer Zeit zu zahlreichen Pfiffen gegen das eigene Team am Ende des Drittels veranlasste.
HSR Klau schien das Ganze schnell hinter sich bringen zu wollen und verhängte lediglich eine Strafe gegen die Gäste - ansonsten blieb seine Pfeife bei sämtlichen strittigen Situationen für beide Parteien stumm.
über den Rest des Trauerspiels, die wenigen Torchancen außen vor gelassen, legen wir an dieser Stelle den Mantel des Schweigens.

3.Drittel
Nicht dass die Begegnung an Klasse gewann, aber als in der 52.Minute Hiemer auf Seiten der Gäste alleine(!) auf die Strafbank musste, konnte Todd Simon der Partie für kurze Zeit noch einmal Leben einhauchen:
Nach einem schönen Querpass nach 16 Sekunden Powerplay gelang es ihm die Direktabnahme von kurz hinter der Blauen zum 1:1 in den langen Winkel zu nageln.
Jetzt wachte der Eispalast zum ersten Mal an diesem Abend wirklich auf und baute die gewohnte Kulisse auf.
In den folgenden Minuten setzte der EHC zum Sturmlauf auf das von Wild gehütete Tor an, doch der Gästekeeper konnte mit guten Reflexen und dank einiger Abstimmungsprobleme im Wolfsburger Sturm einen weiteren, wahrscheinlich entscheidenden, Treffer verhindern.
Das Spiel ging, sehr zum Unmut des Grizzly-Anhangs, in die Verlängerung.

Verlängerung
Außer einer, angesichts der bis dahin nicht gegebenen Strafen, komplett unverhältnismäßig wirkenden Strafe wegen Spielverzögerung gegen Frenzel, tat sich kaum Nennenswertes vor beiden Toren.

Penaltyschießen
Rogles lässt die Schüsse von Carlson, Guidarelli und Sicinski passieren.
Auf Wolfsburger Seite trifft nur Sommerfeld.
Zwei Punkte futsch.


Mein subjektiver Eindruck:
Da haben wir die erste Partie gegen Bad Tölz so gut überstanden, dann das.
Gestocher, Fehlpässe, Eigensinnigkeiten und kaum funktionierendes Kombinationsspiel.
Nach dem Regensburgspiel hat sich, trotz aller Warnungen, offenbar etwas zuviel Zufriedenheit eingestellt.
Das wirkte satt und teilweise auch etwas wirr.
Die Reihenumstellungen im Spiel bei den Eisbären scheinen unseren Trainer auch nicht wirklich zu neuen Erkenntnissen gebracht zu haben: Mit den aus den vorherigen, nicht gerade überragenden Partien gewohnten Reihen ging´s erneut in diese Begegnung - mit dem ebenso gewohnten Ergebnis, nur schlimmer als bisher.

Tor:
Rogles blieb im Spiel fehlerlos und strahlte enorme Ruhe und übersicht aus.
Im Penaltyschießen bekam man allerdings eine Ahnung, warum die Kölner Haie in den letzten Jahren für ihre Penalty-Niederlagen berühmt wurden.

Verteidigung:
Eine der schwächeren Leistungen.
Dank Rogles und der wirklich gnadenlos schlechten Münchner Angriffsabteilung blieb es bei einem unglücklich abgefälschten Gegentreffer.
Thomas Gödtel beweglich wie ein Brückenpanzer beim Einparken in der verkehrsberuhigten Zone.
Justin Kurtz streckenweise völlig von der Rolle, dann nicht mal in der Lage einen Pass über zwei Meter sauber anzunehmen.
Frenzel mit gewohnt doofen Strafzeiten, der Rest eher unauffällig aber bemüht.

Sturm:
Da passte mal so was von gar nichts!
Die erste Reihe steht sich vor lauter Torgeilheit manchmal gegenseitig im Weg, anstatt ihre spielerische überlegenheit auszunutzen - Todd Simon wirkte in den ersten beiden Dritteln irgendwie verwirrt und konnte erst im letzten Spielabschnitt ein wenig an das letzte Spiel anknüpfen.
Jan Zurek wirkt in der ersten Reihe irgendwie genauso isoliert, wie Regan in der zweiten Reihe. Was könnte man daraus und aus dem Spiel gegen Regensburg wohl schließen?
Genau: Regan mit Zurek tauschen lassen und vielleicht endlich so was wie Zusammenspiel und Effektivität vor dem gegnerischen Tor entwickeln - Gott, ist das einfach!
Ich weiß, dass das mit der Flügelverteilung vielleicht nicht passt. Gegen die Eisbären sah es trotzdem besser aus (allerdings ohne Zurek).
Die Reihen um Wietfeldt und Samendinger arbeiten weiterhin gut und ein bisschen mehr Glück vor dem Tor wäre ihnen zu wünschen.

Fans:
Gedämpfte Stimmung zu Beginn, dann verärgertes Schweigen gefolgt von ein wenig guter Laune und Hoffnung.
Am Ende hatten so ziemlich alle die Schnauze gestrichen voll von diesem Gruselabend im Eishockeyzelt ihrer Wahl.
Bisher haben wir das teilweise unkoordinierte Anrennen vor heimischen Kulisse mit Anfeuerung unterstützt, aber so langsam wird es ZEIT FüR EINE WIRKLICH GUTE LEISTUNG im Eispalast!mb