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EHC - SERC Wild Wings 2:5

In einer nur von Schwenninger Seite ansehnlich geführten Partie unterliegen lustlos und wirr aufspielende Grizzlies zu recht mit 2:5. Nach der Gala-Vorstellung gegen den Titelaspirant aus Bietigheim sollten die bisher bescheidenen Leistungen vor heimischer Kulisse ein für alle Mal in Vergessenheit geraten - doch das Team des EHC schaffte das Unmögliche und toppte die Gruselvorstellung gegen München in nicht unerheblichem Maße.
Definitiv keine Werbung für den Eishockey-Standort Wolfsburg.

1.Drittel
Der Beginn der Begegnung wirkte recht lebendig, beide Seiten erspielten sich schnell ihre ersten Chancen und schon zu diesem Zeitpunkt deutete sich an, was später noch verheerende Folgen hatte: Die Wolfsburger Defensive machte vor eigenem Publikum erneut einen desolaten Eindruck.
Schon in der 4.Minute klingelte es hinter Rogles, als Brezina aus vollem Lauf ungestört in den Winkel schlenzen durfte - 0:1.
Die Reaktion der Gastgeber fiel, im Vergleich zum Rest der Partie, recht engagiert aus.
Bei fünf gegen fünf auf dem Eis schafften die Grizzlies es, die Gäste aus Schwenningen nach und nach in ihrem Drittel einzuschnüren und innerhalb von drei Minuten das Ergebnis zu drehen.
1:1 durch Gödtel, der Krüger mit einem Distanzschuss überwand (6.Min)
2:1 durch Genze, der, ebenfalls aus der Distanz, per Schlenzer einnetzte (9.Min)
Bei beiden Treffer konnten sich die Wolfsburger beim Ersatzkeeper der Schwäne bedanken, da keiner der Treffer unhaltbar wirkte.
Statt den sichtlich beeindruckten Krüger im Gästetor weiter unter Druck zu setzen und die Partie frühzeitig zu entscheiden, ließ der EHC die Gäste prompt zurück ins Spiel kommen und so konnte die Führung zur ersten Pause nur als glücklich bezeichnet werden.

2.Drittel
Das schlechteste Drittel des EHC in der laufenden Saison (Ich hoffe, ich muss das nicht noch öfter schreiben...).
Die Grizzlies begaben sich komplett in den Winterschlaf und nahmen ihren Goalie gleich mit.
2:2 durch Junker in der 21.Minute bei 4 gegen 4 auf dem Eis.
2:3 durch Schulz in der 23.Minute nach gerade einmal 8 Sekunden Powerplay der Schwäne.
2:4 durch Hynes in der 24.Minute.
Als in der 28.Minute Carsten Schulz nach einem Alleingang seinen 2.Treffer durch Rogles Schoner zum 2:5 vollstrecken durfte, war die Partie eigentlich bereits vorbei.
Die Schwenninger schalteten nun auf Defensive und verließen diese Marschroute bis zum Abpfiff nicht mehr. Trotzdem gelang es ihnen weiterhin die ein oder andere Torchance herauszuspielen...
Das Wolfsburger Publikum war...recht ungehalten.

3.Drittel
Die ersten fünf Minuten gehörten dem EHC und fast hätte man an eine Wende wie zuletzt in Bremerhaven glauben wollen.
Nachdem die Abwehr der Gäste aber den ersten Druck und ein Powerplay der Grizzlies unter Kontrolle behielten, war ab der 26.Minute mit der Strafe gegen Brüggemann der letzte Wille aus dem Spiel der Gastgeber gewichen.
Müde quälte sich die Begegnung zu Ende und gar nicht müde feierten die Schwenninger ihre ersten Auswärtspunkte der Saison.


Mein subjektiver Eindruck:
So spielt man die Halle leer.
In den vergangenen Jahren stets eine der heimstärksten Mannschaften, stellen die Grizzlies auf heimischen Eis mittlerweile eine Rehaklinik für angeschlagene Ligakonkurrenten dar.
Von sechs Partien im Eispalast wusste bisher nur die Begegnung gegen Bietigheim zu überzeugen. Wer mehr sehen will muss offenbar hunderte von Kilometern quer durch Deutschland reisen, um mal eine vernünftige Leistung dieser Mannschaft zu sehen. ätzend.
Außerdem scheinen viele unserer Spieler ein Motivationsproblem auszubrüten - ein Teil rackert, der andere Teil wirkt irgendwie abwesend...es sei denn es geht gegen eine Mannschaft von der Tabellenspitze. Locker flockig wurden hier drei Punkte abgegeben, die man sich gegen solide aufspielende Schwenninger hart erarbeiten hätte müssen - offenbar zuviel verlangt.

Tor:
Chris Rogles passt sich zum ersten Mal unserer Abwehr an - und siehe da: Wir gehen komplett den Bach runter.
Wirkte er von Beginn an etwas unsicher, so stellte der fünfte Gegentreffer die bisher erste echte Kappe der Saison dar. Rechts und links anbieten und dann durch die Schoner kassieren - Au weia!

Verteidigung:
Das war komplett inakzeptabel. Da helfen auch die zwei Treffer durch Genze und Gödtel nichts.
Unaufmerksam, unsicher, schlecht abgestimmt - da passte nichts.
Generell kassieren wir viel zu viele Gegentreffer angesichts der Tatsache, dass wir einen Spitzengoalie haben, der seinem Ruf bisher fast immer gerecht wurde.
Gerade unsere Topleute lassen bisher oft die nötige Abgeklärtheit und taktische Disziplin vermissen.

Sturm:
Tja. Versagt auf der ganzen Linie. Gegen die für ihre "Spitzenabwehr" bekannten Schwenninger keinen einzigen Treffer zu erzielen ist schon ein ganz besonderer Tiefpunkt. Aber halt: Den Gästen steckte ja auch noch die lange Anfahrt in den Knochen - das war natürlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Schwäne...
Und dann noch der Nachwuchsgoalie Krüger im Tor - kein Wunder das die Grizzlies reihenweise scheiterten.
In den Reihen um Simon und Kosick funktionierte fast nichts. Einziger Lichtblick die vierte Reihe und die stets verbissen kämpfenden Wietfeldt und Lingemann.

Fans:
Wenn das mal kein Anreiz war auswärts mitzufahren. Ist zwar etwas teurer, aber man sieht wenigstens Eishockey von beiden Teams.
Nach den letzten beiden Spielen hatte das Team beim Anhang natürlich Kredit und so fielen die Unmutsbekundungen noch recht moderat aus. Frech war das Dargebotene trotzdem.mb