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EHC - EV Regensburg 1:2nP

Mit gemischten Gefühlen schickten die Grizzlies ihre Fans nach dem 1:2 nach Penaltyschießen in der Partie gegen Regensburg auf den Heimweg.
Auf der einen Seite konnte der dezimierte Grizzly-Kader durch eine starke kämpferische Leistung überzeugen, auf der anderen Seite waren spielerische Elemente und Verständnis untereinander erneut eher dürftig. Angesichts der Ausfälle von mehreren Leistungsträgern und den damit verbundenen Umstellungen erschien dies aber durchaus entschuldbar - wäre es sonst nicht ähnlich...

1.Drittel
Erstaunlicherweise begegnete man den Gästen aus Regensburg vom Start weg auf Augenhöhe und die Rumpftruppe des EHC kontrollierte die Eisbären fast über das komplette Drittel.
Leider glichen die Offensiv-Bemühungen der Grizzlies dem gewohnten Bild der letzten Wochen: Viel Aufwand, wenig blindes Verständnis, keine Tore.
Aber der enorme Kampfeswille der Wolfsburger Spieler sorgte zumindest für Versöhnung auf den Rängen, wo die Fans recht schnell ihre Bereitschaft zur Unterstützung des Teams wiederfanden.
Die wenigen Chancen der Gäste entschärfte Jan Münster ebenso souverän wie sein Gegenüber Janka die hochkarätigen Möglichkeiten der Grizzlies am Ende des Drittels.
Brüggemann, Wietfeldt, Lingemann, Zurek - keinem gelang das Führungstor, welches nach dem ersten Drittel durchaus verdient gewesen wäre.

2.Drittel
Gleich zum Auftakt startete der gerade von der Strafbank zurückgekehrte Fibiger einen Alleingang Richtung Regensburger Tor, welcher aber wiederum vom überragenden Janka entschärft wurde.
Nach einigen kleinen Strafen auf beiden Seiten und einem eher zerfahrenen Verlauf des zweiten Drittels rissen die Grizzlies gegen Mitte des Spielabschnitts erneut das Ruder an sich und erspielten sich weitere gute Einschussmöglichkeiten - leider mit dem bekannten Ergebnis.
Gästetrainer Kühnhackl reagierte auf das sich entwickelnde übergewicht der Gastgeber und nahm in der 37.Minute eine Auszeit - offenkundig um den Grizzlies ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Mit mehr Erfolg, als er vermutlich selbst gedacht hätte:
Nur wenige Augenblicke später bekommt der zum Break startende Kock den Pass eines Mitspielers so günstig an die Kufen geschossen, dass sich die Scheibe genau in seinen Lauf legt und er uneinholbar davonsprinten und Münster mit einem flachen Schuss auf der Stockhand-Seite bezwingen kann.
Das 0:1 für die Eisbären in der 38.Minute konnte nur als unglücklich bezeichnet werden, hatte man doch zuvor reichlich Gelegenheit besessen selbst in Führung zu gehen.

3.Drittel
Das Spiel gestaltete sich auch im letzten Abschnitt ausgeglichen und erst gegen Ende, als die Grizzlies ihren Druck aufs Tor der Eisbären wieder verstärken konnten, ergaben sich vor allem durch Strafzeiten der Gäste wieder zwingende Möglichkeiten für den EHC.
Eine der ersten nutzte Fibiger im ersten Powerplay des letzten Drittels, um in der 56.Minute zum lautstark gefeierten 1:1 einzuschießen.
Die Gäste kamen prompt mächtig ins Schwimmen, Miller und Ancicka wanderten innerhalb von 50 Sekunden nacheinander auf die Strafbank und die Grizzlies bekamen die Chance bei über einer Minute 5 gegen 3 die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden.
Zum Entsetzen der nun unablässig anfeuernden Fans gelang den Wolfsburger bei doppelter überzahl nicht einmal das Aufstellen der Powerplayformation. Kopf- und planlos stolperten die Grizzlies ins Eisbärendrittel, nur um sofort den Puck aus dem eigenen Drittel zurückholen zu müssen.
Als bei nur noch einfacher überzahl Christoph Wietfeldt einen Bauerntrick nicht im leeren Eck unterbringen konnte, weil er in der Hektik nicht genug Druck auf die Schaufel seines Schlägers bekam, war die Verlängerung beschlossene Sache.

Verlängerung
Der EHC behielt das Geschehen weiter im Griff und drängte im Rahmen seiner Möglichkeiten auf den entscheidenden Treffer.
Eine Minute vor Ende der Verlängerung brach die Halle bereits in Jubel aus, als Zurek einen schönen Querpass unter die Latte schaufelte - doch der Treffer fand aufgrund eines vorherigen Handpasses keine Anerkennung.

Penaltyschießen
Im ersten Durchgang trafen Sommerfeld und Kosick - zwei Regensburger taten es ihnen gleich.
Im zweiten Durchgang war dann nur noch Kosick erfolgreich wohingegen auf Regensburger Seite erneut zwei Schützen trafen (Heaphy mit dem GWG).


Mein subjektiver Eindruck:
Der Einsatz der Grizzlies war 100% in Ordnung. Im Spielaufbau hätte man die sichtbaren Mängel mit dem Fehlen von 4 Leistungsträgern unter den Feldspielern erklären können - aber versuchen wir doch mal ganz ehrlich zu sein:
Wenn dieses Team vollzählig auf dem Eis stand, war es bisher fast immer meilenweit vom Zustand des "blinden Verständnis" entfernt.
Bezeichnend die 5:3 überzahl am Ende des 3.Drittels: Kein System, keine einstudierten Abläufe, keine Sicherheit durch vorgegebene Laufwege erkennbar.
Zu diesem gravierenden Defizit, das meiner Meinung nach klar auf die Kappe des Trainers geht, kommt der strategische Fehltritt in der gesamten Schlussphase der Partie keine Auszeit genommen zu haben.
Vermutlich wurden hier zwei Punkte verschenkt, die angesichts der zu diesem Zeitpunkt angeschlagenen Regensburger Mannschaft mehr als möglich erschienen.
Mein Fazit: Leslie sollte es schleunigst gelingen diesem Team Sicherheit über einstudierte Spielabläufe zu geben, ansonsten ist er einfach der falsche Mann am falschen Ort zur falschen Zeit.

Tor:
Jan Münster mit einer guten Leistung. Sein obligatorischer Klops im letzten Drittel wurde diesmal nicht mit einem Gegentreffer bestraft. An den Torhüterleistungen hapert´s bei uns aber sowieso eher selten.
Für´s Penaltyschießen sollte man ihm allerdings die Schoner zusammentapen...

Verteidigung:
Solide Leistung der gesamten Abwehr. Ich vermisse allerdings den klugen ersten Pass aus dem eigenen Drittel heraus - das Umschalten auf Angriff funktioniert dadurch oft nur stotternd.
Fibiger zeigte endlich einmal wieder seine wahre Klasse - hoffentlich bleibt/wird er fit.
Kurtz bleibt nach wie vor ein wenig hinter den Erwartungen zurück, glänzt eher durch dumme Strafzeiten als durch Schussfreude im Powerplay.
Ob es so sinnvoll war fast die Hälfte der Begegnung mit vier Verteidigern zu spielen, lasse ich jetzt mal offen...

Sturm:
Gut gekämpft, aber mit wenig übersicht und Spielfluss.
Besonders Zurek und Wietfeldt mühten sich enorm, spielten sich viele Chancen heraus, bekamen aber erneut nicht das Pech vom Schläger geschossen.
Ob langsame Spieler, wie Delisle, für kick and rush hockey geeignet sind...
Ob man Torjäger, wie Zurek, scheinbar als Grinder einsetzen sollte...
Ob Samendinger, der an Harmlosigkeit kaum zu überbieten ist, eine Alternative für die erste Reihe ist (wie gegen Kaufbeuren)...
Ich weiß nicht, ich weiß nicht...

Fans:
Wenn das Team kämpft, dann lassen wir uns auch nicht lumpen. Mit einer solchen Leistung und der daraus resultierenden Unterstützung von den Rängen, sollte ein Sieg gegen Dresden machbar sein und die Serie von Heimniederlagen endlich gestoppt werden. Hoffen wir, dass unsere Jungs sich mit verinnerlichtem Spielsystem beim nächsten Mal nicht wieder für so wenig Zählbares so sehr abrackern müssen. Die Lücken im Publikum, besonders im Fanblock, machen mich übrigens sehr traurig. Das Team und auch die anderen Fans brauchen euch jetzt am dringendsten! Das Team kämpft wieder - jetzt sind wir dran!mb 

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