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EHC - Moskitos Essen 7:4

Zweiter Heimsieg in Folge, sieben Treffer erzielt und die heimischen Fans ein wenig für die schlimme Niederlagenserie der letzten beiden Monate entschädigt.
Doch von Aufbruchsstimmung oder gar Euphorie ist man im Eispalast noch weit entfernt:
Zu offensichtlich waren die defensiven Mängel und die angeknackste Moral des Teams das besonders zu Beginn der Partie nach engagiertem Beginn ordentlich ins Schwimmen geriet und im letzten Drittel zu allem überfluss auch noch den Schlendrian vorübergehend Einzug halten ließ. Schon im nächsten Heimspiel wird man sich überzeugen können, was die beiden Heimsiege gegen den Letzen und Vorletzten der Tabelle wert waren und ob man in dieser Spielzeit doch noch so etwas wie Heimstärke entwickeln kann.

1.Drittel
Anfangs nicht gerade von überschäumender Begeisterung getragen versuchten die Grizzlies ihr Publikum für sich zu erobern und setzten Essen sogleich gut unter Druck.
Wolfsburg agierte zwar mit fast ungewohnt strukturierten Angriffsbemühungen, allerdings auch mit den gewohnten Schwächen im Abschluss.
So kam, was kommen musste: Essen begann bewusst auf Konter zu spekulieren, stellte in Unterzahl teilweise sogar einen Mann hinter die Mittellinie, um den harmlosen Gastgeber per break-away ein Gegentor einschenken zu können.
Im zweiten überzahlspiel des EHCs war es Calce, der von David im Rücken der aufgerückten Verteidiger angespielt wurde und den Alleingang erfolgreich zum 0:1 abschloss (11.Min), nachdem die Gäste schon einige sich ergebende Chancen vergeben hatten.
Die Gastgeber verloren nun komplett den Faden, wirkten teilweise wie Zuschauer und die Moskitos bauten nun ihrerseits mächtig Druck auf.
So gelang Essen knapp drei Minuten nach dem Führungstreffer sogar das 0:2 durch Houde und der Eispalast legte die Stimmung einer Leichenhalle an den Tag.
Zum Glück fanden die Grizzlies, vor allem in Person von Xavier Delisle, den Torriecher wieder und in der 17.+18.Spielminute vollstreckte eben dieser zwei wunderbare Anspiele direkt vor den Kasten von Raymond eiskalt zum 1:2 und 2:2 - die Grizzlies waren wieder im Spiel!

2.Drittel
Wolfsburg gelang es nun endlich aus der erschreckend schwachen Spielanlage der Moskitos angemessen Kapital zu schlagen und diese nicht nur entsprechend zu beherrschen.
Den Auftakt machte der an diesem Abend überragend aufspielende Christoph Wietfeldt, der sich in Unterzahl an der gegnerischen Abwehr vorbeimogeln konnte und anschließend Gästekeeper Raymond zum 3:2 narren konnte: Nachdem dieser den ersten Schuss abgewehrt hatte zirkelte Wietfeldt den Rebound von seitlicher hinter dem Tor an Raymonds Schoner von wo der Puck ins Tor trudelte. Der Eispalast erwachte endgültig aus seiner Winterstarre.
Die Moskitos gerieten nun vollständig unter die Räder und die Grizzlies dominierten nach Belieben, legten noch zwei Tore nach, hätten aber durchaus doppelt so viele Treffer gegen hilflose Gäste erzielen können.
4:2 durch Delisle, der seinen dritten Treffer wiederum in Torjägermanier erzielte, als er eine schöne Kombination in die freigespielte Ecke vollstreckte.
5:2 durch Tim Regan der seine ansteigende Form mehr und mehr in Punkte und Tore umsetzen kann.
Mit einem für Essen sehr glücklichen drei Tore Vorsprung für Wolfsburg ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Mit viel Schwung und neuem Selbstbewusstsein ging der EHC ins letzte Drittel und auch die Fans entschlossen sich die Unterstützung für ihr Team wieder verstärkt aufzunehmen.
Zwischen der 47. und 50.Minute tat sich dann auch viel Zählbares auf dem Eis:
Nach dem zwischenzeitlichen 6:2 durch Jan Zurek kehrte leider eine gewisse überheblichkeit bei den Grizzlies ein, die von den Gästen auch schnell erkannt und bestraft wurde:
6:3 durch Busch in der 49.Minute und 6:4 durch Vozar nur eine Minute später im Powerplay der Gäste.
Die Sorgenfalten auf den Gesichtern der leidgeprüften EHC-Fans, denen nach der Partie gegen Bremerhaven übles schwante, glätteten sich zum Glück schon 20 Sekunden nach dem vierten Treffer der Gäste:
Tim Regan krönte seine gute Leistung mit seinem zweiten Tor zum 7:4 Endstand.
Nach einer kurzen Ehrenrunde der Mannschaft lag schon so etwas wie Versöhnung zwischen Team und Fans in der Luft...

 

Mein subjektiver Eindruck.
Sieht man einmal von der ersten Viertelstunde ab, kann man von einem recht gelungenen Eishockeyabend sprechen. Von Heimstärke und neuem Selbstbewusstsein möchte ich allerdings erst reden, wenn die nächsten beiden Spiele ebenfalls gewonnen werden können. Besonders das nächste Heimspiel gegen Landshut wird ein echter Härtetest für unser Team.
Falls man nun doch die Kurve kriegt und eine kleine Serie starten kann, dann kann man vielleicht sogar noch von den Play-offs träumen...die Probleme in der Verteidigung bzw. die Personalpolitik in der Verteidigung machen mir da allerdings nach wie vor ernste Sorgen.

Tor:
Rogles mit guten Reflexen und gutem Stellungsspiel. Sah sich stets einer übermacht an Gegenspielern gegenüber und wurde bei den ersten drei Treffer entsprechend ausgespielt.
Gegentreffer Nr.4 war gut platziert und nahezu unhaltbar.
Ohne seine tadellose Leistung hätten wir sogar gegen einen so schwachen Gegner wie Essen ernsthafte Probleme bekommen können.

Verteidigung:
Fibiger wirkt immer noch nicht so souverän wie zu Beginn der Saison, legt hoffentlich noch zu und verbessert sein Passspiel wieder.
Kurtz, Brüggemann und Genze unauffällig...bestenfalls.
Frenzel nicht wirklich sattelfest, Gödtel unterirdisch wie immer.
Geisberger und Schneider nur Zuschauer, durften Dank der seltsamen Prioritäten unseres Trainers nicht eingreifen.
Insgesamt wenig Selbstbewusstsein in diesem Mannschaftsteil zu erkennen, selten gelungene Aufbaupässe, reagieren zu kopflos in Drucksituationen.

Sturm:
Im Gegensatz zur Abwehr machte der Sturm fast durchweg Freude und Hoffnung für kommende Aufgaben.
Delisle, Wietfeldt und Regan ganz stark und mit viel Torinstinkt unterwegs.
Simon und Zurek mit guten Leistungen, alle anderen sehr bemüht und zumindest ansatzweise torgefährlich.
Sommerfeld leider mit einer eher dürftigen Vorstellung mit wenig übersicht und insgesamt etwas überdreht.

Fans:
Tja. Die Mannschaft rennt auch zum zweiten Mal geschlossen aufs Eis - soll wohl ein glücksbringendes Ritual werden, das nach dem heutigen Sieg wohl fortgesetzt wird.
Ein Aufstellen auf dem Eis und beim Rufen des eigenen Namens kurz die Kelle heben dürfte das Ritual aber nicht zu sehr beeinflussen, oder?
So wie die Heimspiele momentan allein schon losgehen, kann das in Sachen Stimmung jedenfalls nicht wirklich was werden - mal abgesehen von der allgemein eingetretenen Tristesse.
Ich hoffe hier einfach mal auf weitere gute Vorstellungen vor heimischer Kulisse und einen leicht modifizierten Einlauf, damit die Fans das Ganze dann auch entsprechend würdigen können. Schaun mer mal, was als erstes eintritt. mb

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