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EHC - Tölzer Löwen 5:3

Das Jahr 2006 scheint ein besseres als das zurückliegende zu werden - zumindest fängt es aus Eishockeyfan-Sicht verheißungsvoll an.
Dem 5:6 Penaltysieg in Straubing ließen die Grizzlies nach der längst überfälligen Trennung von Trainer Bob Leslie und Co-Trainer Gary Clark den nächsten Sieg folgen.
Deutlicher als das Endergebnis auszudrücken vermag dominierten die heimischen Cracks die Gäste aus Bayern und schenkten dem neuen Trainer Toni Krinner einen Sieg zum Einstand in der Autostadt.

1.Drittel
Die Grizzlies wirkten vom Start weg sehr souverän, beherrschten den Gast aus Tölz vom Eröffnungsbully an und legten nach gespielten 2:07 gleich mal einen Willkommensgruß für ihren neuen Trainer ins Netz der Gäste:
1:0 per sauberem Schlagschuss von Jesse Fibiger im ersten Powerplay der Begegnung!
Die Fans zeigten sich von den ersten Spielminuten hellauf begeistert, sehnten hörbar weitere Treffer herbei, nicht zuletzt da sich die ersten beiden Reihen des EHC eine Torchance nach der nächsten erspielten. Doch zum einen war die Chancenauswertung der Wolfsburger wohl immer noch von 2005 und zum anderen die neue Regelauslegung ab der 12.Spielminute deutlich von 2006...
Die Grizzlies kassierten gleich drei Strafen in Folge, wie man sie bisher nur aus dem Dameneishockey kannte, um im Anschluss die altbekannte "Spielverzögerung" (diese Regelauslegung wurde letztes Jahr verschärft) hinten dran zu hängen.
Sage und schreibe sechseinhalb Minuten ununterbrochene Unterzahl, davon fast zwei Minuten in doppelter Unterzahl überstanden die Grizzlies unbeschadet und zeigten sich von einer ungewohnt konzentrierten Abwehrseite.
Hatten sie in der ersten Hälfte des Drittels ihre Chancen nicht ausreichend genutzt, so ergaben sich natürlich in der zweiten Hälfte kaum weitere, so dass es mit einer knappen Führung in die Kabinen ging.

2.Drittel
Nun war es an den Tölzern die neue Regelauslegung zu spüren zu bekommen.
Bis Mitte des Drittels befanden sie sich durch drei Strafzeiten nur mit kurzen Unterbrechungen in Unterzahl und die Grizzlies brannten ein Feuerwerk an Einschussmöglichkeiten ab - ohne zählbaren Erfolg!
Als im Anschluss die Tölzer ihre stärkste Phase gegen die nun eine kleine Auszeit nehmenden Wolfsburger hatten, konnte den anwesenden Fans zwischen der 30. und 35.Minute durchaus ein wenig bange werden. Die Grizzlies wirkten ein wenig ausgepowert und ratlos und die Tölzer witterten Morgenluft, setzten den Kasten der Gastgeber zum ersten Mal richtig unter Dauerdruck. Außer einem Schuss ans Lattenkreuz und einem nicht gegebenen Treffer wegen Torraumabseits kam zum Glück für den EHC nichts bei den Bemühungen der Gäste heraus.
Wie eine kalte Dusche musste den Tölzern das Tor von Thomas Gödtel folglich vorgekommen sein, als dieser in der 36.Minute von der Blauen ins Gewühl vor Cavallin feuerte und der Puck seinen Weg zum 2:0 ins Tor fand.
Die Sicherheit kehrte ins Spiel der Grizzlies umgehend zurück und das Chancenplus war wieder dort wo es die meiste Zeit war: bei den Wolfsburgern.

3.Drittel
Gerade 51 Sekunden waren gespielt, da schien bereits alles klar.
Todd Simon schlich sich im gegnerischen Drittel gekonnt hinter den Rücken eines Verteidigers, bot einen guten Passweg an und verwandelte Delisles Anspiel direkt zum 3:0!
Ein Tor zum Zungeschnalzen, das die Fans geradezu in Euphoriestürme versetzte!
Nun hätte der EHC wohl die Chance zum Kantersieg gehabt, doch unverhofft kommt oft:
Ausgerechnet Chris Rogles, der in den bisherigen Spielen ein sicherer Rückhalt seines Teams war, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt.
3:1 durch Stevens in Unterzahl: Rogles hebt den Handschuh vom am Boden liegenden Puck, Frenzel fährt einfach vorbei, Stevens schnappt sich den Puck und verwandelt per Bauerntrick.
3:2 durch Borzecki in überzahl: Die Tölzer überzahlbemühungen harmlos wie im ganzen Spiel, da zieht Borzecki von der roten Linie einfach mal ab, der Puck wird abgefälscht und... drin.
Unglaublich einfach fiel den Tölzern so der Anschluss zu - doch die Grizzlies ließen ihren Goalie nicht hängen und nahmen noch einmal einen großen Schluck aus der Zielwasserflasche.
Im Anschluss an die umgehend von Krinner genommene Auszeit gingen die Grizzlies mit noch mehr Biss und Drang zum Tor zur Sache und erzwangen letztendlich doch noch den Sieg:
4:2 in der 51.Minute durch Regan, der endlich eine seine zahlreichen Chancen nach schönem Zuspiel durch Wietfeldt sehenswert unter die Latte schlenzte.
5:2 in der 53.Minute durch Wietfeldt in überzahl
Zwar kamen die Löwen nur eine Minute später durch Curth zum 5:3 und erneut hatte der Grizzlygoalie eine unglücklich Figur abgegeben als er den Puck nicht richtig unter sich begraben konnte, doch das blieb dann auch der letzte Gegentreffer des Abends.
Als Sascha Genze dann noch kurz vor Schluss hinter dem geschlagenen Rogles einen Puck von der Linie kratzte, waren die Punkte endgültig im Sack.
Unter, verglichen mit den letzten Wochen, großem Jubel feierten Fans und Mannschaft diesen wichtigen Sieg und verließen frohen Mutes die Halle.

 

Mein subjektiver Eindruck:
Der Trainerwechsel scheint schon etwas frischen Wind in die ganze Sache gebracht zu haben.
Einige Spieler wirkten wie befreit und es gab tatsächlich eine ansehnliche Abwehrleistung zu begutachten. Wenn das so bleibt bzw. weiter ausgebaut werden kann, dann sehen unsere Stürmer vielleicht endlich wieder einen Sinn im Toreschießen.
Auch die Aussetzer von Rogles und Frenzel konnten das Team nicht von der Marschroute abbringen und wir wollen mal hoffen, dass sie in den kommenden Partien nicht mit solchen Ausnahmeklöpsen fertig werden müssen.
Das macht zunächst einmal Mut. Der Gegner allerdings hieß Tölz - das darf bei all der Freude über den Sieg nicht vergessen werden.
Ich denke in den kommenden 15 Tagen mit insgesamt 6 Spielen gegen fast ausschließlich besser platzierte Teams werden wir alle Aufschluss über unsere Chancen in dieser Saison bekommen...

Tor:
Rogles mit zwei Kappen in Straubing und klasse Leistung im Penaltyschießen.
Heute abends vermutlich mit einem seiner schlechtesten Drittel seiner Karriere.
Alle drei Tore absolut vermeidbar. Ich bin gespannt, welche Philosophie unser neuer Trainer in Sachen Torhüter verfolgt und wer nun in Regensburg im Tor stehen wird.

Verteidigung:
Justin Kurtz muss mit der neuen Regelauslegung noch ein wenig das Körperspiel üben - das sah teilweise etwas ratlos aus. Ansonsten die üblichen Puckverluste.
Fibiger teilweise völlig ausgepowert, konnte nach dem ersten Drittel (Unterzahl + überzahl) nicht mehr an die grandiosen Anfangsminuten anschließen.
Genze und Brüggemann solide und zuverlässig, machten einen guten Eindruck.
Frenzel mit einem Aussetzer beim ersten Gegentreffer und auch ansonsten nicht gerade geistesgegenwärtig unterwegs.
Thomas Gödtel macht eine komplett gute Partie!!! Da war sogar Bewegung in den Beinen, wenn der Mitspieler direkt auf ihn zugefahren kam! Selbst ohne sein Tor wäre das eine tadellose Leistung gewesen - was ist denn da los? Schaun mer mal...

Sturm:
Hier ist Tobi Samendinger offenbar der übungskandidat für die neue Regelauslegung... oder doch HSR Franz? Da bin ich mir nicht so sicher.
Eigentlich alle top. Alle engagiert und bissig, der Puck wurde zum Teil ins Angriffsdrittel gespielt statt ausschließlich hineingedroschen - nur die Chancenauswertung war zwei Drittel lang eher dürftig. Schön, wie man Rogles dann half damit er nicht zum Loser des Abends wurde.
Schade, dass Geisberger und Kostyrev keine Eiszeit bekamen, aber der Coach wollte vermutlich in seinem ersten Spiel auf Nummer sicher gehen und mit drei festen Reihen einen ersten Sieg einfahren. Hat zum Glück geklappt.

Fans:
Die althergebrachte Einlaufzeremonie machte es gleich etwas leichter die Sache mit frischen Kräften an zu gehen. Ein neuer Trainer, ein neues Jahr - o.k., aber in Sachen Einlauf fahren wir so am besten. Die Verbindung zwischen Fans und Mannschaft hat in Straubing ein erstes Pflaster bekommen und nun könnte der Patient doch noch auf den Weg der Besserung kommen.
Es wurde zumindest seit langer Zeit mal wieder richtig laut im Eispalast - wenn auch erst im letzten Drittel und gebremst durch die überflüssigen Gegentore.
Das könnte wieder was werden! Ich fange langsam wieder an mich aufs Eishockey zu freuen.mb

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