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EHC - EHC München 5:3

Die gute Laune ist endgültig in den Eispalast zurückgekehrt!
In einer von beiden Seiten sehr fair aber äußerst engagiert geführten Partie setzten sich die Grizzlies am Ende verdient gegen unaufhörlich kämpfende Gäste aus München durch.
Hauptschiedsrichter Heffler passte sich den guten Leistungen beider Mannschaften an und lieferte eine hervorragende Leistung ab, so dass ein attraktives Spiel entstehen und die rund 1300 anwesenden Fans voll mitreißen konnte.

1.Drittel
Die Grizzlies auf dem Eis ließen sich von der Stimmung auf den Rängen umgehend anstecken und starteten fast wie in guten alten Zeiten ins erste Drittel: Spielerisch überlegen, sehr kreativ und druckvoll setzten sie den Münchnern arg zu und erzielten durch die überragend spielende erste Reihe bereits nach gut drei Minuten das 1:0 durch Xavier Delisle.
Nachdem diese Reihe um Simon, Zurek und Delisle fast die gesamte Münchner Mannschaft einmal schwindelig gespielt hatte, griff allerdings wieder die alte Gewohnheit des Zu-weit-Aufrückens um sich und die Wolfsburger mussten ein Kontertor durch Guidarelli einstecken, der unwiderstehlich auf Rogles zulief und diesem nicht die geringste Chance lies: 1:1 in der 7.Minute.
Aber sowohl Team als auch Fans zeigten keine Wirkung und so stürmten die Grizzlies nach einer drei bis vierminütigen Orientierungsphase erneut auf den Kasten von Jochen Vollmer ein und nahmen diesen unter Beschuss.
Zunächst war es dann Mark Kosick, der die Gastgeber wieder in Führung schoss als er einen Alleingang sehenswert abschloss:
Von Callander schön in Szene gesetzt zog er mit einer Körpertäuschung neben das Tor, um von dort den Puck über die Goaliemaske als Bande zum 2:1 ins Tor zu befördern. (14.Min)
Sechs Sekunden nach Ablauf der einzigen Strafzeit des Drittels gegen den Münchner Eberl netzte Thomas Gödtel, wie zuletzt gegen Tölz, von der Blauen per Schlagschuss ein.
Der Eispalast feierte wie zu seinen besten Zeiten!
Traurig war allein, dass Linienrichter Peter Schindler nach dem ersten Drittel passen musste, nachdem er einen unabsichtlichen Stockstich abbekommen hatte und ab Mitte des Drittels vorerst mit einem Linienrichter weitergespielt werden musste.
In der Pause wurde er durch den anwesenden Emanuel Pupello ersetzt und umgehend ins Krankenhaus gebracht. Wir wünschen gute Besserung!

2.Drittel
Gleich in den ersten Minuten des Drittels bekamen die Gäste Gelegenheit zu zeigen, dass sie den Grizzlies zumindest in einer Disziplin überlegen waren: dem Powerplay.
Ganze vierzig Sekunden dauerte es, da durfte Wolfsburg den "Sünder" Gödtel wieder auf dem Eis begrüßen - der Münchner Neuzugang Noel-Bernier hatte einen genauen Querpass von Steingroß ins leere Tor zum 3:2 befördert, während Rogles im Gewühl des Torraums die übersicht verloren hatte.
Doch es dauerte gerade einmal drei Minuten, da schickte eben jener Thomas Gödtel Boris Lingemann vorbildlich mit einem präzisen Pass auf die Reise und jener umkurvte Vollmer und schloss eiskalt zum 4:2 ab.
Wolfsburg hatte erneut souverän geantwortet, beide Teams nutzten jeweils eine weitere überzahl nicht zum Torerfolg und so ging es mit diesem Spielstand und gut gelaunt zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Wolfsburg blieb weiter leicht überlegen, wusste immer wieder durch schöne Spielzüge zu überzeugen und kämpfte ebenso wie die Gäste um jeden Zentimeter Eis.
Nach gut fünf gespielten Minuten war es dann Rückkehrer Preston Callander, der nach zweimonatiger Pause endlich wieder durchspielen konnte und gleich sein erstes Tor nach schöner Kombination über Kosick erzielte: 5:2 für die Grizzlies.
Doch die Münchner wussten zu beeindrucken, gaben nie auf und kämpften mit allem was sie hatte um den Anschluss.
Stück für Stück arbeiteten sie sich ins Spiel zurück und konnten ab Mitte des Drittels nun ihrerseits richtig Druck aufbauen. Folgerichtig fiel der Anschlusstreffer zum 5:3 in der 52.Minute bei angezeigter Strafe für Wolfsburg - also wieder in überzahl.
Alexander Leinsle hatte ein Anspiel von Florian Zeller schön verwertet und brachte sein Team wieder zurück ins Spiel. Wolfsburg hatte zuvor in überzahl nicht zum 6:2 verwandeln können und, obwohl gerade die erste Reihe manch schöne Kombination aufs Eis zauberte, die endgültige Entscheidung somit verpasst.
Auch eine weitere überzahl in der 57.+58. Minute konnte von den Grizzlies nicht genutzt werden, so dass es bis zum Ende durchaus spannend blieb.
Doch München lies die sich ergebenden Chancen aus, traf per Fernschuss kurz vor Schluss noch einmal den Pfosten und ging letztendlich als Verlierer vom Eis.
Eine Feier, wie man sie lange nicht im Eispalast erleben durfte, schloss sich an.


Mein subjektiver Eindruck:
Irgendwie wirken Mannschaft und Fans wie verwandelt. Glückte der Start ins neue Jahr mit Ex-Trainer Leslie noch recht wackelig, so wirkt das Team von Spiel zu Spiel souveräner.
Gerade das Aufblühen spielerischer Elemente stimmt mich für die nähere Zukunft daher sehr positiv.
Aber auch mental scheint die Mannschaft befreit und gefestigt, steckt Rückschläge äußerst cool weg und hat fast immer eine Antwort parat.
Sollte es gelingen diese kleine Siegesserie weiter auszubauen, so könnte in Sachen Play-offs mit etwas Glück durchaus noch etwas drin sein.

Tor:
Rogles immer noch nicht so ruhig und sicher wie in der Vorbereitung und zu Beginn der Saison. Sah beim zweiten Gegentreffer etwas desorientiert aus. Sollte er auswärts wiederum so wie in Regensburg halten, so kann man mit dem ein oder anderen Wackler zu Hause vorerst leben.

Verteidigung:
Wird wohl nicht mehr unser Prunkstück werden. Durch individuelle Leistungssteigerungen aber mit deutlicher Aufwärtstendenz.
Immer noch konteranfällig, da man sich vom Spielfluss und Angriffsdruck des eigenen Teams mitreissen lässt - hier hat Krinner noch mit der Hurra-Philosophie seines Vorgängers zu kämpfen. Die taktische Disziplin zeigte sich zwar verbessert, aber nach wie vor noch nicht wirklich zufriedenstellend.
Alle acht Verteidiger kamen zum Einsatz und zeigten allesamt solide Leistungen. Kampf und Einsatzbereitschaft stimmten, nur das Stellungsspiel war, wie erwähnt, nicht immer akzeptabel.
Zu Thomas Gödtel noch einmal: Was ist mit dem eigentlich los? Ich habe in den letzten Jahren keinen Spieler in Wolfsburg erlebt, der seine Fähigkeiten so geschickt und langfristig verbergen konnte wie er...
Schon im zweiten Heimspiel hintereinander macht er eine klasse Partie, bewegt sich viel, passt souverän und schießt schon wieder ein Tor. Wenn das so weitergeht frage ich mich schon, was sich für ihn so Gravierendes geändert hat, denn unter Leslie hatte er schließlich ebenfalls stets recht viel Eiszeit. Seltsam, seltsam.
Lars Brüggemann ebenfalls mit stetig besser werdenden Leistungen, hat wohl bald seine Bestform wieder.

Sturm:
Die erste Reihe war ein absoluter Genuss. Schönes Kombinationsspiel und Zurek darf auch mitmachen.
Simon, im Abschluss wie Zurek etwas glücklos, zeigte Spielzüge vom Feinsten - schade, dass sein Rückhandanspiel direkt vorm Tor im zweiten Drittel nicht ankam: Das wäre das Tor des Jahres geworden...
Wenn die erste Reihe ihre Bereitschaft zum Zusammenspiel beibehält, dann könnte sie ähnlich effektiv wie die zweite in diesem Spiel werden: Kosick und Callander mit einer sehr guten Leistung!
Alle Akteure kamen zum Einsatz. Krinner machte seine Ankündigung wahr und lies alle vier Blöcke spielen. Das schuf zwar Löcher in den Druckphasen der Grizzlies, spart aber Kräfte und Strafzeiten.
Insgesamt eine schön anzuschauende Vorstellung, deren Effizienz im vertretbaren Rahmen blieb.

Fans:
Wie zu besten Zeiten rockte das Haus!
Ich hoffe, dass die nächsten Spiele dazu beitragen werden diese Saison doch noch zu einem positiven Erlebnis werden zu lassen. Vielleicht kann man die Höhen, die unser Sport zu bieten hat, in Zukunft wieder besser genießen, jetzt, da man die Tiefen gründlich durchleben musste.
Was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen, sehen wir ja seit Anfang des Jahres!
Lasst uns diesen Geist mit nach Dresden und Bremerhaven bringen - vielleicht erleben wir ja eine erstaunliche Woche...mb