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EHC - Bietigheim Steelers 2:3nV

Nur knapp verpassen die Grizzlies den Sprung auf Platz acht.
Nach 40 gespielten Minuten sahen die Wolfsburger gegen ersatzgeschwächte Gäste aus Bietigheim wie der Sieger aus - doch ein starkes letztes Drittel der Steelers kippte die bis dahin ausgeglichene Partie in der die Grizzlies insgesamt betrachtet leichte Vorteile verbuchen konnten.
Gerade die vielen ausgelassenen Chancen des ersten Drittels dürften den Cracks des EHC im Nachhinein einiges an Kopfzerbrechen bereiten, hatte man den Gast doch eigentlich gut im Griff gehabt und nur kurze Drangphasen der Bietigheimer zugelassen.
Gerade konditionell hatte man dann in der Verlängerung nach den harten Begegnungen vom Mittwoch und Freitag offenbar nicht mehr viel zuzulegen.

1.Drittel
Beide Teams fanden recht schnell in diese schwungvolle Partie und so bekamen die rund 1300 Zuschauer einen sehr ansehnlichen ersten Spielabschnitt zu sehen.
Während Wolfsburg über die Dauer des gesamten Drittels immer wieder gefährlich vor das von Elliott gehütete Gehäuse kam, so strahlten die Gäste weitaus seltener Gefahr für das Grizzlygehäuse aus.
Obwohl Bietigheim stets konzentriert zu Werke ging, konnten sie eine Vielzahl von Wolfsburger Chancen nicht unterbinden und gerade die erste Reihe des EHC bereitete den Steelers nicht unerhebliche Probleme.
Doch die Chancenauswertung stand, wie so oft in dieser Saison, in keinem Verhältnis zu den erspielten und erkämpften Möglichkeiten.
So fiel Delisle Führungstreffer zum 1:0 auch erst in der 18.Minute, was dem Kräfteverschleiß der Gastgeber keineswegs gerecht wurde - für den ein oder anderen Zuschauer sicherlich schon zu diesem Zeitpunkt recht bedenklich...

2.Drittel
Die Spielanteile glichen sich weiter an, doch die klareren Chancen hatten nach wie vor die Grizzlies, die allerdings erneut nur eine einzige nutzen konnten.
Nachdem die erste Reihe weiterhin gute Möglichkeiten sehenswert herausspielte und diese prompt ausließ und Tim Regan in der 30.Minute nur per Stockschlag von Campbell am Vollenden seines Alleingangs in Unterzahl gehindert werden konnte, hatten die Grizzlies wenig später bei 4 gegen 3 die Chance auf ein Powerplaytor:
Fibiger baut schnell über Delisle auf. Der passt wunderbar genau quer auf den mitgelaufenen Kosick, der Elliott wiederum keine Chance lässt - und tatsächlich 2:0 in der 31.Minute!
Bietigheim wirkte zu keinem Zeitpunkt der Partie ungefährlich, spielte durchaus ansehnlich mit, scheiterte aber immer wieder am blendend aufgelegten Münster im Tor der Gastgeber.
Auf der anderen Seite rettete nicht nur Elliott, sonder auch Latte und Pfosten die Steelers vor einem höheren Rückstand.

3.Drittel
Bietigheims Trainer stellte mit Smith nun auch den dritten Ausländer im Sturm in seine erste Reihe, wollte so den Umschwung erzwingen.
Und tatsächlich ging diese Strategie gegen konditionell sichtbar abbauende Wolfsburger vollends auf.
Schon nach zweieinhalb Minuten im letzten Drittel gelang es den Steelers den Ausgleich durch eben jene "Superreihe" zu erzielen:
2:1 Anschlusstreffer durch Jacques, der ein Anspiel von Eric Schneider aus Halbdistanz verwandeln konnte. Münster mit Super-Reaktion, erahnte den Schuss zwar, konnte ihn aber nicht ausreichend stoppen und offenbar erst hinter der Linie aus der Luft fischen.
In der 48.Minute dann sogar der Ausgleich während des einzigen überzahlspiels des gesamten Drittels:
Nachdem Genze wegen einer umstrittenen Entscheidung auf die Strafbank musste, traf sieben Sekunden vor Ablauf der Strafzeit Eric Schneider zum 2:2 Ausgleich.
Angesichts der Spielentwicklung im letzten Drittel waren die Grizzlies mit dieser Punkteteilung gut bedient, konnten froh sein, dass der Angriffswirbel der Gäste bis zur Schlusssirene etwas nachließ.
Hätte HSR Dimmers den ein oder anderen Bietigheimer Regelverstoß hinter dem eigenen Tor geahndet, so hätten die recht geschickt agierenden Grizzlies vielleicht sogar doch noch drei Punkte retten können. So ging ihnen nach und nach komplett die Puste aus.

Verlängerung
Der EHC schleppte sich förmlich durch die zusätzlichen Minuten und so dauerte es gerade einmal 2 Minuten und 17 Sekunden, da hatte erneut die erste Reihe der Steelers die träger werdenden Abwehrreihen der Gastgeber so weit auseinander gerissen, dass Jacques zum zweiten Mal in die frei gespielte Seite des Grizzlytors einnetzen konnte.
Traurig schlichen völlig erschöpfte Wolfsburger vom Eis und von den Rängen.


Mein subjektiver Eindruck:
Die Woche hat mit dem zusätzlichen Spiel am Mittwoch zu viel Kraft gefressen.
Trotzdem haben mich vor allem die Angriffsbemühungen der Grizzlies in den letzten Partien sehr überzeugt. Immer öfter kann man sich spielerisch im gegnerischen Drittel durchsetzen, wo bis vor Kurzem nur blindes Anrennen stattfand.
Insgesamt scheint mir das Team trotzdem nicht kompakt genug, um den Kampf um die Play-offs schon frühzeitig entscheiden zu können.
Das wird uns alle in den kommenden Wochen sehr, sehr viele Nerven kosten!

Tor:
Jan Münster mit seiner besten Saisonleistung! Tadellos im Stellungsspiel, fehlerfrei mit Stock- und Fanghand. Super!
Gegen Bremerhaven hätte eine solche Torwartleistung zu drei Punkten geführt...
Mutige und richtige Entscheidung des Trainers.

Verteidigung:
Brüggemann kommt seit seinem Hörsturz nicht mehr richtig in Tritt, ist oft hektisch und ohne übersicht. Sollte vielleicht unter der Woche geschont oder in irgendeiner anderen Form regeneriert werden. Der momentane Leistungsstand ist jedenfalls äußerst kritisch für einen potentiellen Leistungsträger.
Ansonsten, solange die Kräfte reichten, eine sehr gelungene Vorstellung der Abwehrabteilung.
Gödtel wackelte zu Beginn, fand dann aber ebenfalls ins Spiel.

Sturm:
Die erste Reihe mit Simon, Delisle und Wietfeldt ist echt äußerst unterhaltsam und stellt die gegnerischen Abwehrreihen vor teilweise fast unlösbare Aufgaben. Im Abschluss könnten alle Beteiligten noch etwas effektiver arbeiten - vielleicht trotzdem mal beibehalten.
Die zweite Reihe mit Callander, Kosick und Regan durchaus gefährlich, wenn auch manchmal etwas zu verspielt.
Die dritte Reihe mit solider Arbeit, aber ohne die nötige Durchschlagskraft.
Besonders Samendinger nach wie vor ohne die nötige Portion Gift unterwegs.
Geisberger und Kostyrev ohne Eiszeit - vielleicht nach Zureks Rückkehr im Vier-Reihen-System wieder mehr von ihnen zu sehen.

Fans:
öde. Alle noch kaputt von Bremerhaven, oder was? Gäste aus Bietigheim waren leider auch ungewohnt lahm und konnten so die wenigen Stimmungsbereiten auf unserer Seite auch nicht wirklich aus der Reserve locken. Insgesamt enttäuschend. mb