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EHC - Straubing 6:2

Ohne fünf Spieler und mit lediglich vier Ausländern auf dem Spielberichtsbogen zeigten die Grizzlies gegen Straubing eine ihrer besten Saisonleistungen.
Die Gäste, die mit einem Kader angetreten waren, der an klanghaften Namen in der 2.Liga nicht zu überbieten ist, konnten ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden und konnten nur über kurze Abschnitte der Begegnung die Wolfsburger in Bedrängnis bringen.
Das Team des EHC hingegen begeisterte die über 1300 Zuschauer im Eispalast restlos: Bis zur letzten Minute zeigten die Schützlinge von Toni Krinner bedingungslosen Einsatz und ließen die Partie trotz hoher Führung fast nie schleifen.
Die Fans dankten es ihrer Mannschaft mit Szenenapplaus während und stehenden Ovationen nach dem Spiel.

1.Drittel
Ganze 52 Sekunden mussten die Fans des EHC warten, dann durfte auch schon das erste Mal gejubelt werden:
1:0 durch Tim Schneider, der von der Blauen einfach mal ins lange Eck schlenzte.
Das war offenbar die nötige Portion gute Laune für die Grizzlies, denn nachdem das Team kollektiv mit dem Torschützen dessen ersten Saisontreffer gefeiert hatte, spielte zunächst nur ein Team - und das war der EHC Wolfsburg.
Obwohl sich in den folgenden Minuten trotz zweier überzahlspiele kein weiterer Torerfolg für die Grizzlies einstellen wollte, zog das Spielgeschehen die Wolfsburger Fans in seinen Bann und die Stimmung war fast durchgängig bestens.
Erst als in der 8.Minute der Torschütze zum 1:0 auf die Strafbank musste und sich dort zu Tobias Samendinger gesellte, der bereits genau eine Minute dort saß, kamen die Tigers zum ersten Mal wirklich gefährlich in Schwung.
Kurz vor Ablauf der ersten Strafe hatte das Team von Toni Krinner dann auch das nötige Glück, als Elfring per Schlagschuss nur das Lattenkreuz traf.
Doch die Gastgeber überstanden diese kritische Situation, drückten anschließend wieder selber aufs Gaspedal und erspielten sich erneut ein deutliches übergewicht an Chancen.
Als die Tigers sich gerade anschickten ins Spiel zurück zu kommen war es Torjäger Delisle, der im Alleingang die gesamte Straubinger Mannschaft stehen ließ um Torhüter Bales nach einer schönen Täuschung aus Halbdistanz durch die Schoner zu schießen.
2:0 für den EHC in der 13.Minute - gerade zur rechten Zeit und extrem bitter für die Gäste, die trotz einer folgenden Strafzeit nicht mehr zum Anschluss kamen. Kosick hatte in Unterzahl für den geschlagenen Rogles auf der Linie gerettet und den Vorsprung, wieder etwas glücklich, bei zwei Toren gehalten.

2.Drittel
Und wieder ein Auftakt nach Maß: Kurz vor Ablauf der Reststrafzeit gegen Trew aus dem ersten Drittel netzte Wolfsburgs Top-Scorer Simon in überzahl zum 3:0 ein (21.Minute).
Der Eispalast tobte vor Freude, doch es blieb spannend - nicht zuletzt wegen HSR Huber.
Der Referee lief, nachdem einige Strafzeiten des ersten Durchgangs bereits bei beiden Fanlagern für Verwirrung gesorgt hatten, zu ganz großer Form auf, verteilte im Laufe des zweiten Abschnittes ganze 6 Strafen gegen Wolfsburg und 7 gegen die Gäste.
Im zweiten Drittel ging es ganze sechseinhalb Minuten mit 5-5 auf dem Eis zur Sache...
Beide Mannschaften bekleckerten sich in überzahl allerdings nicht mit Ruhm und so fiel der Treffer der Gäste zum 3:1 bei numerischem Gleichstand auf dem Eis - 20 Sekunden nachdem Gästetrainer Draisaitl mit einer Auszeit für Ordnung in den Reihen der arg gebeutelten Tigers gesorgt hatte.
Der auf Gästeseite herausragende Elfring versenkte in der 35.Minute einen Schuss aus der Drehung, der leicht abgefälscht unhaltbar hinter Rogles einschlug.
Doch die Grizzlies ließen sich von diesem recht glücklichen Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen, spielten konzentriert und mit äußerstem Einsatz weiter.
Der Lohn kam schon anderthalb Minuten später, als Xavier Delisle den zweiten überzahltreffer der Gastgeber erzielen konnte.
Eiskalt hatte er einen Querpass von Neuzugang Firsanov ins obere Eck gehämmert und entschied mit dem 4:1 die Partie frühzeitig - angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Dominanz der Grizzlies bestand daran kaum noch ein Zweifel.

3.Drittel
Ein, zumindest aus Wolfsburger Sicht, toller Eishockeyabend nahm seinen Lauf.
Die bis dahin ungewohnt kompakt in der Defensive arbeitenden Grizzlies wurden immer offensiver, erzielten in der 43.Minute dann auch gleich den nächsten Treffer:
Wietfeldt verlädt die gesamte Straubinger Hintermannschaft, scheitert an Bales und Samendinger zirkelt den Puck um den liegenden Torhüter herum zum 5:1 in die Maschen.
In der Folgezeit rannten die Wolfsburger den Gästen aus Straubing förmlich die Hütte ein und spielten die Tigers komplett an die Wand.
In doppelter überzahl gelang dann am Ende der 46.Minute auch noch das 6:1, als Kurtz einen mehrfach abgefälschten Schuss hinter Bales unterbringen konnte.
Obwohl HSR Huber im Zuge der Gleichschaltung der Strafenverteilung (am Ende 13 - 13) ab Mitte des Drittels nur noch Strafen auf Seiten der Grizzlies verteilte, gelang den Gästen lediglich der zweite Ehrentreffer zum 6:2.
Der überragende Elfring hatte zum zweiten Mal zugeschlagen und den Puck in überzahl in den Winkel genagelt. (54.Minute)
Als Grizzlytrainer Krinner die Spielart seiner Mannen zu lax wurde, beorderte er sie in der 57.Minute noch einmal zur Auszeit an die Bande, um die Verbesserung des Torverhältnisses nicht zu gefährden (Kaufbeuren ist im direkten Vergleich mit uns punkt- und torgleich).
Die Schlussoffensive der Tigers sollte dann auch nicht mehr von Erfolg gekrönt werden.
Der Rest war eine Riesenparty in Schwarz-orange!


Mein subjektiver Eindruck:
Straubing war im ersten Drittel nicht so schlecht, wie sogar ihr eigener Trainer sie anschließend darstellte. Doch nachdem man, durchaus unglücklich, mit 3:0 hinten lag, gab sich das Team der Tigers zu großen Teilen geschlagen, war ein dankbarer Gegner.
Trotzdem muss man vor der Defensivleistung unseres Teams den Hut ziehen: Das war in dieser Hinsicht die beste Partie der Saison.
Insgesamt wirkt die Mannschaft bisher geschlossener, sortierter und selbstbewusster als im vergangenen Jahr. Die Vorstellung gegen Straubing bildet da den bisherigen Höhepunkt, da der Einsatz diesmal obendrein deutlich sichtbar bei 101% lag.
Selten hat man eine Grizzlymannschaft bei 5:1 und 6:2 derart kämpfen sehen, als ob es 3:3 stehen würde!

Tor:
Rogles fehlerlos und mit einigen Glanztaten. Brachte die Leistung, die man sich von ihm erhoffen durfte und für welche die Fans auch bereit sind ihn zu feiern.
Der Konkurrenzkampf mit Münster scheint nach dessen überragender Leistung im Spiel gegen Bietigheim endlich Früchte zu tragen!

Verteidigung:
Klasse! Beste Saisonleistung. Nur Sascha Genze wirkte von den durchgängig guten Leistungen seiner Mitstreiter etwas irritiert...
Tim Schneider mit seinem ersten Saisontor eröffnete den Torreigen und wurde zu Recht von der Mannschaft gefeiert.
Kurtz und Gödtel mit viel übersicht und bedingungslosem Einsatz dabei.
Auch Frenzel und Brüggemann diesmal über die volle Distanz konzentriert, Lars mit einigen guten Ideen im Aufbauspiel.

Sturm:
Gutes Back-Checking, voller Einsatz - eine echte Hilfe für die Abwehrabteilung und dabei brandgefährlich vorm gegnerischen Tor.
Nur das überzahlspiel ist nicht wirklich vorbildlich: Gerade bei 5-3 muss einfach mehr rauskommen.
Firsanov bringt die nötige physische Komponente in die erste Sturmreihe, ist dabei aber pfeilschnell. Hat sich in seinem ersten Spiel als Grizzly förmlich zerrissen!
Xavier Delisle wird mit fortschreitender Saisondauer immer schneller und torgefährlicher - das könnten interessante Play-offs werden, wenn er die Entwicklung konsequent fortsetzt.
Regan und Callander mit schier unmenschlich hohem Arbeitsaufwand und unglaublicher Laufarbeit - ein Tor wäre mehr als verdient gewesen für diese Reihe um Mark Kosick.
Aber auch die dritte Reihe gefiel mit bedingungslosem Kampf und aufopferungsvollem Defensivverhalten, hatte sogar durch Samendinger ein Tor zu verbuchen.
Insgesamt eine grandiose Leistung der "Abteilung Attacke" rund um Top-Scorer und Raupen-Copilot Todd Simon!

Fans:
Jau. Da war Feuer drin! Das hat richtig Spaß gemacht. Wenn das Team weiterhin so beherzt kämpft und weiterhin so sichtbar an sich arbeitet, dann könnte es in dieser Saison sogar doch noch einmal so kommen, dass wir sie sogar nach einer Niederlage feiern. In Bremerhaven war´s ja schon einmal in der Fremde der Fall. Mal schaun, ob wir das auch zu Hause noch mal erleben. Wäre für mich der Gradmesser, ob doch noch "alles gut" wird.mb

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