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EHC - EV Regensburg 4:2

Ein zunächst eher müder Eishockeyabend verwandelte sich nach und nach doch noch in ein Fest zum Wochenausklang.
Hatte sich im ersten Drittel noch eine Fortsetzung der ernüchternden Vorstellung aus dem Freitagspiel in Bad Tölz abgezeichnet, so belehrten die Grizzlies ihre Anhänger eines Besseren und kämpften sich mit viel Einsatz und Geduld zurück in die Partie.
Nach einem furiosen zweiten Drittel stand der Eispalast geschlossen hinter seiner Mannschaft und durfte am Ende einen verdienten Sieg des EHCs bejubeln.

1.Drittel
Irgendwie wirkten die Grizzlies auf dem Eis, aber auch die auf den Rängen zu Beginn der Partie noch recht verschlafen.
Und so ließen sich die Gäste aus Regensburg auch nicht lange bitten und nutzten das kollektive Wolfsburger Nickerchen zum 1:0 bereits in der 1.Minute.
Ervin Masek schloss eine schwungvoll vorgetragene Kombination über Cermak und Heaphy zur frühen Führung ab und auch in den folgenden Minuten blieben die Eisbären das dominierende Team auf dem Eis.
Als Wolfsburg allmählich in Tritt zu kommen drohte kamen die Gäste in der 10.Minute auch noch glücklich zum nächsten Treffer im Powerplay, den der nicht immer aufmerksam leitende HSR Györgyicze gegen den lautstarken Protest der 1300 Zuschauer und vor allem Torhüter Chris Rogles gab.
Die Mehrzahl der Anwesenden hatte den Puck vor der Linie am Schlittschuh von Rogles und nicht im Kasten des EHCs gesehen - doch alles Protestieren half nichts, die Grizzlies drohten die Partie nun völlig aus der Hand zu geben.
Obwohl Wolfsburg sich bis Ende des Drittels noch in zwei überzahlspielen versuchen durfte und durchaus einige Chancen erspielen konnte, wirkten die Gäste einfach geistesgegenwärtiger und präsenter, schienen die Partie souverän im Griff zu haben.

2.Drittel
Mit viel Schwung und Einsatzbereitschaft machten die Spieler des EHCs sich nun daran die Fans im Eispalast aus ihrem Winterschlaf und der sich breit machenden Resignation zu wecken.
Die Spielanteile waren vom Start des Drittels an mindestens ausgeglichen, verschoben sich aber zusehends zu Gunsten der Gastgeber.
Nach zwei Pfostentreffern war es in der 31.Minute dann soweit: Die Begegnung ging mit dem ersten Tor für Wolfsburg in die heiße Phase.
Justin Kurtz hatte direkt nach Ablauf von zwei Strafen gegen die Eisbären von der Blauen abgezogen und der Puck war unhaltbar abgefälscht zum 1:0 hinter dem bis dahin gut agierenden Markus Janka im Regensburger Tor eingeschlagen.
Und siehe da - Mannschaft und Fans der Grizzlies hatten sofort Blut geleckt, die Halle tobte und die Grizzlies machten mächtig Druck aufs Regensburger Tor.
Ausgerechnet Tim Regan, der bis dahin eher durch das Auslassen von Großchancen aufgefallen war, stellte Gästekeeper Janka mit einem Treffer aus schier unmöglichem Winkel bloß:
Fast von der Grundlinie des Regensburger Drittels spitzelte er den Puck über die Schulter des in der richtigen Ecke stehenden Goalies zum 2:2 Ausgleich.(34.Min)
Unter dem Riesenjubel der Fans ließ sich der sichtlich erleichterte Regan von seinen Teamkollegen feiern.
Doch es kam noch besser! Nur 46 Sekunden später durfte der ab dem zweiten Drittel groß aufspielende Tobias Samendinger seinen vierten Saisontreffer bejubeln. Resolut hatte er nach einem Konter seinen eigenen Rebound am Goalie der Eisbären vorbei getragen - wie ihm das gelungen war, war im Getümmel vor dem Gästetor nicht auszumachen und so gab der HSR nach kurzem Zögern unter allgemeinem Jubel diesen Treffer und der Eispalast stand Kopf!
Regensburg wirkte deutlich angeschlagen, verlor immer häufiger die übersicht und konnte sich mit einigem Glück ohne weiteren Gegentreffer in die Pause retten.

3.Drittel
Von diesem rasanten Zwischenspurt der Gastgeber sollten die Eisbären sich nicht mehr erholen.
Man merkte den Gästen zwar das Bemühen um den Wiedereinstieg ins Spielgeschehen an, doch hatten die Grizzlies im Mitteldrittel offenbar so viel Selbstvertrauen getankt, dass sie sich durch einzelne durchaus hochkarätige Chancen der Gäste nicht mehr aus dem Tritt bringen ließen und das Geschehen im Schlussabschnitt ähnlich deutlich wie die Eisbären im Anfangsdrittel beherrschten.
Als Christoph Wietfeldt seine insgesamt hervorragende Leistung in der 51.Minute mit dem 4:2 in überzahl krönte, waren die Messen eindeutig gelesen und die Regensburger fanden auch in den Schlussminuten bei 6 gegen 4 auf dem Eis kein Mittel mehr, um die Grizzlies ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Ein sichtlich ausgelassenes und zufriedenes Team feierte im Anschluss mit ebensolchen Fans den am Ende absolut verdienten Heimsieg.


Mein subjektiver Eindruck:
Nach dem ersten Drittel habe ich mich eigentlich schon auf meine heimische Couch gewünscht. Das wirkte, als ob die Jungs gerade aus dem Bus vom Tölz-Spiel gefallen wären und dringend in die Heia müssten...
Irgendwie scheint es in der ersten Pause aber wohl die richtigen Worte zur richtigen Zeit gegeben zu haben. Auf jeden Fall fand ich es sehr überraschend mit wie viel Spaß die Mannschaft uns letztendlich in die neue Woche geschickt hat.
Bevor Regensburg im zweiten Drittel überhaupt die Zeit finden konnte die Hand aus der Hose zu nehmen, standen sie auch schon mit dem Rücken zur Wand und verloren fast komplett ihr Konzept.
Unsere Mannschaft macht Spaß und keiner will am Ende der Meisterrunde Tabellenerster sein...was will man mehr?

Tor:
Rogles fast fehlerlos mit einigen sehenswerten Aktionen. Bis auf die Kaspernummer im zweiten Drittel, als er einem anstürmenden Regensburger Spieler den Puck in die Kronjuwelen lupfte und wir nur mit viel Glück nicht doch noch einen Gegentreffer kassiert haben, eine gute Leistung.

Verteidigung:
Während des ersten Drittels im allgemeinen Tran mit einem schweren Stand.
Ab dem zweiten Drittel mit solider Vorstellung.
Kurtz, Fibiger, Frenzel und Gödtel leistungsmäßig im Soll.
Genze mit ungewohnten Wacklern und Unsicherheiten.
Brüggemann ohne die nötige übersicht, bekam teilweise Pässe über einen halben Meter nicht zum Mitspieler...

Sturm:
Nach der allgemeinen Phase des Tiefschlafs mit guter Leistung.
Wietfeldt und Samendinger am auffälligsten, zeigten viel Einsatz und in Tobis Fall ungewohnt viel Zug zum Tor.
Simon und Delisle mit verschiedenen Mitspielern, wussten nicht so zu glänzen wie in vielen der letzten Partien.
Kostyrev und Geisberger nur im ersten Drittel mit ein wenig Eiszeit, nach Firsanovs Herausnahme im zweiten Drittel nur noch Zuschauer.
Tim Regan lässt die dicksten Chancen aus und macht dann ein fast unmögliches Tor - demnächst vielleicht mal andersrum? Im Zuge der neuen Regelauslegung scheint übrigens seit einigen Spielen jedes Foul an Regan erlaubt zu sein: Kein anderer Spieler muss derart viel einstecken, ohne dass ein Gegenspieler auf die Strafbank muss.
Firsanov wird von Krinner nach einem schwachen ersten Drittel nicht nur aus der ersten Reihe, sondern KOMPLETT aus dem Spiel genommen - harte Maßnahme, aber vielleicht heilsam. Welcher Spieler hat schon die Wahl zwischen Bank und erster Reihe?

Fans:
Anfangs sehr träge. Ab dem Anschlusstreffer dann aber voll dabei und bis zum Schluss ein guter Rückhalt für das Team. Das Gesangsrepertoire ist in den letzten Wochen und Monaten allerdings ein wenig geschrumpft...Abwechslung sollte in Zukunft wieder verstärkt Trumpf sein: Da sind die "Vorsänger" gefragt - und jeder kann einer sein ;) mb

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