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EHC - Lausitzer Füchse 5:2

Es war eine recht lässig und streckenweise auch etwas müde geführte Partie, die die rund 850 Zuschauer am bei allen Beteiligten unbeliebten Dienstagsspieltag zu sehen bekamen.
Beide Teams zeigten bei weitem nicht alles: Wolfsburg musste nicht und Weißwasser fehlte angesichts des knappen Personals offenbar die Kraft, um den vier Reihen des EHC kraftvoller entgegenzutreten.
Am Ende stand ein deutlicher Sieg der Grizzlies, der diesen den achten Platz in der Tabelle schon vier Spieltage vor Ende der Meisterrunde sicherte.
Somit ist das Wolfsburger Team endgültig in den Play-offs und hat damit die Vorgabe seitens Skoda bezüglich eines erneuten Sponsorings für die kommende Saison erfüllt.

1.Drittel
Wolfsburg startete nur sehr langsam in die Begegnung und verschlief die Anfangsminuten fast völlig.
Sowohl ein eigenes Powerplay schon in der ersten Minute als auch eine Unterzahl ab der 5.Spielminute schien die Grizzlies nicht aus ihrem Schönheitsschlaf zu wecken und so kam es zunächst, wie es kommen musste:
Nach einigen weniger zwingenden Chancen für die Gäste erzielte Lars Müller in der 9.Minute mit einen strammen, aber wenig platzierten Schuss von der blauen Linie den 0:1 Führungstreffer für die Füchse.
Dass der EHC nur anderthalb Minuten später ausgleichen konnte, war bei weitem nicht einer kollektiven Reaktion der Gastgeber zu verdanken und überraschte die Fans schon fast.
Vielmehr war es Christoph Wietfeldt, der mit einer feinen Einzelleistung für den 1:1 Ausgleich sorgte als er einen Alleingang mit einem knallharten Schuss an Elwing vorbei abschloss.
Erst dann schienen die Grizzlies bereit etwas mehr in diese Partie zu investieren und konterten wesentlich schneller als noch zu Beginn.
So ein Konter sollte bereits in der 13.Minute Früchte tragen, als Fibiger, Callander und Kosick allein auf Elwing im Füchsetor zu fuhren und Fibiger per Handgelenksschuss den Gästekeeper zum 2:1 überwinden konnte.
In der Folgezeit ließen die Wolfsburger zahlreiche Chancen aus, obwohl Weißwasser in der Defensive schon zu diesem frühen Zeitpunkt etwas kraft- und anteilnahmslos wirkte.

2.Drittel
Viel änderte sich ab dem zweiten Drittel nicht mehr:
Weißwasser wirkte nicht wirklich bemüht und äußerst müde, Wolfsburg riss sich kein Bein aus und wartete auf Fehler, die man offenbar ohne allzu großen Kraftaufwand zu nutzen gedachte.
Das klappte seitens der Grizzlies in diesem Spielabschnitt zwar nur ein einziges Mal, aber das war durchaus sehenswert.
Der recht glücklos agierende Regan hatte in Unterzahl den Puck abgefangen und traf zur Abwechslung einmal die richtige Entscheidung, als er quer auf den mitgelaufenen Kosick ablegte der mustergültig zum 3:1 einnetzte.
Außer diesem Shorthander in der 34.Minute gab es keine weiteren Torerfolge zu bejubeln.
Stattdessen gingen die Gastgeber doch recht fahrlässig mit ihren Chancen gegen schwache Lausitzer um.

3.Drittel
Die Füchse schienen sich bereits mit der Niederlage angefreundet zu haben, so dass der EHC relativ entspannt noch zwei weitere Treffer nachlegen konnte.
4:1 durch Mark Kosick, der in der 50.Minute ein Zuspiel von Callander verwertet.
5:1 durch Herbert Geisberger, der per schönem Handgelenksschuss völlig freistehend vollstreckt. (54.Min)
Sekeras Treffer per Bauerntrick zum 5:2 war da nur noch Ergebniskosmetik, da bereits die 56.Minute angebrochen war.


Mein subjektiver Eindruck:
So leicht und locker hat uns noch kein Gästeteam die Punkte überlassen.
Dass so natürlich kein hochklassiges Eishockeyspiel herauskommen konnte, ist irgendwie klar. Da unsere Jungs die Sache erst mal locker angingen und auch schnell merkten, dass sie auch mit einer Hand in der Hose die Sache nach Hause bringen können, ging´s für die Gäste noch relativ glimpflich ab.
Vermutlich war bei den Füchsen wegen personeller Engpässe in den letzten Wochen einfach der Akku leer...

Tor:
Jan Münster nur im ersten Drittel öfter gefordert, sah bei beiden Gegentreffer unglücklich aus.
Beim ersten Tor schien es, als ob er dem Puck mit dem Kopf ausweichen wollte und dabei das Fangen vergaß.
Beim zweiten Tor war es halt der alte Bauerntrick mit dem er sich erwischen ließ.

Verteidigung:
Alle etwas zu locker unterwegs - wie der Rest des Teams halt auch.
So hart das klingen mag: Gegen Weißwasser hat´s an diesem Abend locker gereicht.
Lars Brüggemann bekommt leider nach wie vor nicht viel gebacken, verliert oft den überblick, bringt kaum einen längeren Pass an den Mitspieler und von seinen Torschussversuchen fangen wir am Besten erst gar nicht an - mit Abstand der schlechteste Verteidiger der letzten Begegnungen. Egal was da los ist: Bis zu den Play-offs muss er es in den Griff bekommen, denn er kann es wesentlich besser!

Sturm:
Simon und Delisle erneut unauffällig - wenn jemand in der ersten Reihe glänzte, dann ab dem 2.Drittel Wietfeldt.
Firsanov mit gutem Einsatz, aber mit wenig Bindung zu seinen Mitspielern und mangelnder übersicht. In der vierten Reihe machte er wiederum einen besseren Eindruck...vielleicht sind unsere beiden Top-Scorer einfach im Pausen-Modus und der Junge kann da momentan einfach nichts reißen.
Ich kann mich was die zweite Reihe betrifft nur immer wieder wiederholen: Wenn Tim Regan auch nur einen Bruchteil seiner Chancen nutzen würde, wäre die Reihe perfekt!
Callander und Kosick seit einigen Spieltagen einfach nur klasse.
Die 3. und 4.Reihe spielten munter mit, Samendinger mit einem seiner auffälligeren Auftritte.
Insgesamt, trotz der etwas launigen Chancenverwertung, eine akzeptable Leistung.

Fans:
Wir waren in einem...ähem...elitären Kreis versammelt?!?
Na ja, wir haben das beste draus gemacht. Das Spiel mit "mir doch egal ob der jetzt gleich ein Tor schießt"-Momenten von Spielern beider Mannschaften hat ja auch nicht gerade gerockt.
Gegen Ende hatte man dann aber doch seinen Spaß so mitten in der Woche und die Freude über das Erreichen der Play-offs gab´s für alle besonders Treuen gratis oben drauf.mb