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EHC - ESC Dresden 5:3

Vor 1329 Zuschauern, darunter über 100 Fans aus Dresden, besiegten die Grizzlies die Eislöwen mit einem am Ende absolut verdienten Zwei-Tore-Vorsprung.
Beide Teams waren stark ersatzgeschwächt angetreten, wobei Wolfsburg die gravierenderen Ausfälle zu verkraften hatte: Ohne Simon und Zurek trat die Mannschaft von Toni Krinner mit lediglich vier Kontingentspielern an, wohingegen die Gäste durch den Ausfall von Mastic im Tor mit Buchal als zusätzlichem Ausländer im Sturm sechs Kontingentspieler aufbieten konnten.
Zusätzlich fehlten auf Wolfsburger Seite Boris Lingemann, Sascha Genze und Tim Schneider, auf Dresdener Seite fehlten des weiteren Burmann, Hoffmann, Zille, Henkel und Glück.
So geschwächt entwickelte sich ein munteres Spiel, das nur wenig von taktischem Kalkül geprägt war.

1.Drittel
Beide Teams zeigten von Beginn an wenig taktische Disziplin und stürmten mal mehr mal weniger sortiert aufs gegnerische Tor.
Dass die Gäste noch um das Heimrecht in den Play-offs kämpften, fiel dabei eigentlich nur bedingt auf - der Spielaufbau lief auf beiden Seiten zumindest recht unbekümmert ab.
In der 8.Minute war es dann der Kapitän der Grizzlies, der den Führungstreffer im ersten Powerplay der Begegnung markierte.
Lars Brüggemann überwand Pascha im Tor der Gäste mit einem knallharten Schlagschuss von der blauen Linie, den der Gästekeeper nur unzureichend mit seinen Schonern bremsen konnte - langsam, aber unaufhaltsam kullerte der Puck hinter ihm aus den Schonern zum 1:0 ins Tor.
Die Partie blieb flott und ansehnlich, wenn auch (oder gerade weil) die Abwehrreihen nicht durch Höchstleistungen zu glänzen wussten.
So war es auch eine Unaufmerksamkeit eines Wolfsburger Verteidigers, die zum 1:1 in der 15.Minute bei 4 gegen 4 auf dem Eis führte.
Fibiger und Kaufmann saßen auf der Strafbank, als Greg Schmidt über linksaußen ungestört an Gödtel vorbeifahren und den Puck im Alleingang gegen Rogles versenken konnte.
Mit diesem Zwischenstand ging es dann auch zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Es waren gerade einmal zwei Minuten gespielt, da vernaschte der Ex-Wolfsburger Andrej Kaufmann die komplette Wolfsburger Hintermannschaft und überwand letztendlich auch Rogles zum 1:2 für die Eislöwen. Ein Tor zum Zungeschnalzen!
Danach nahm der Druck der Gastgeber allerdings sichtbar zu und Dresden musste sich immer mehr auf Konter verlegen.
In der 28.Minute war es dann erneut eine überzahl, die, wenn auch etwas glücklich, den Ausgleich für den EHC brachte:
Firsanov hatte sich auf dem rechten Flügel in Schussposition gebracht und einen mäßig platzierten Schuss abgefeuert, den der Goalie der Gäste mit der Stockhand in die eigenen Maschen lenkte - 2:2 Ausgleich!
Noch waren die Spielanteile recht ausgeglichen, doch die Dominanz der Wolfsburger nahm sichtlich zu und sollte auch im weiteren Verlauf der Partie weiter zulegen.
Bis zum Ende des Drittels ließen beide Torhüter allerdings keine weiteren Treffer zu, wobei Rogles eine Minute vor Drittelende mit einer besonderen Rettungstat gegen Sochan glänzen konnte, als er diesem mit Geduld und gutem Stellungsspiel einen Alleingang vermiesen konnte.

3.Drittel
Die Grizzlies gewannen nun immer deutlicher die Oberhand, arbeiteten zwar immer noch nicht hundertprozentig nach hinten, aber hatten ein deutliches Chancenplus zu verzeichnen.
Tore fielen jedoch erst wieder ab der 50.Minute:
Zunächst war es Callander, der mit dem dritten Powerplaytreffer für die Gastgeber die 3:2 Führung erzielen konnte.
Doch in der 54.Minute konnten die Gäste aus Dresden zum Leidwesen der Grizzlyfans Kapital aus einer der zahlreichen Linienrichter-Fehlentscheidungen schlagen:
Ein Dresdner Spieler war vor dem Puck ins Drittel des EHC gefahren und hatte diesen dann in seinem Rücken "nachgeholt" - keine Reaktion beim Linesman.
In der anschließenden Situation vor dem Tor der Grizzlies behielt Sikora die Oberhand gegen Rogles und versenkte den Puck zum 3:3 Ausgleich.
Wolfsburg reagierte wütend, forcierte die Angriffsbemühungen noch ein weiteres Mal und konnte schon zwei Minuten später diesen irregulären Treffer beantworten.
Regan schloss die sehenswert herausgespielte Einschussmöglichkeit erfolgreich zum 4:3 für die Grizzlies ab und versetzte die Anhänger des EHCs in ausgelassene Freudenstimmung.
Die Gastgeber beherrschten das Spielgeschehen fortan souverän und beantworteten die Schlussoffensive der Gäste mit einem empty-net goal in der letzten Minute, nachdem diese den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers hinausgenommen hatten.
Somit setzte Justin Kurtz mit dem 5:3 ins leere Tor den Schlusspunkt unter eine abwechslungsreiche und durchaus unterhaltsame Partie.
Die Gäste aus Dresden haben als Konsequenz aus dieser Niederlage die letzte Möglichkeit auf das Heimrecht in den Play-offs verspielt und die Grizzlies dürfen immer noch ein wenig auf Platz sieben spekulieren.

 

Mein subjektiver Eindruck:
Was ich wirklich bemerkenswert finde ist, dass unser Team trotz des relativ sicher feststehenden Tabellenplatzes deutlich zu verstehen gibt, dass sie keine Lust haben auch nur eine einzige Begegnung zu verlieren.
Natürlich ging man personell reduziert in die beiden letzten Partien.
Natürlich wirkte manches seit der Vorsprung auf Platz 9 und 10 recht groß ist etwas sorglos und undiszipliniert...doch irgendwie scheint der Siegeswille in diesem Team momentan enorm groß zu sein.
Hoffentlich können sie diese Einstellung noch ein paar Wochen konservieren!
Mittlerweile sehe ich den Play-offs jedenfalls frohen Mutes entgegen - vor wenigen Wochen war das für mich noch undenkbar.

Tor:
Rogles ohne Fehler und mit einigen schönen Saves. Mit einer etwas konzentrierter arbeitenden Abwehr hätte er noch wesentlich besser dastehen können...

Verteidigung:
Insgesamt war unsere Verteidigung gegen die spielstarken Dresdner nicht immer Herr der Lage.
Besonders Thomas Gödtel erwischte seit längerer Zeit mal wieder einen rabenschwarzen Tag und pennte beim ersten Gegentreffer bzw. versuchte beim zweiten Gegentor ernsthaft Kaufmann(!) den Puck von der Kelle zu holen, anstatt ihn zu checken oder zu sperren.
Lars Brüggemann mit seiner besten Partie seit langem, sogar mit einem überzahltreffer per hartem Schlagschuss. Auffällig allerdings wie oft Brüggemann im Laufe des Spiels freistand und trotzdem nicht angespielt wurde - offenbar muss er nicht nur mich von seiner ansteigenden Form überzeugen...

Sturm:
Mit lediglich einer eingespielten Top-Reihe (Callander - Kosick - Regan) machte der EHC eigentlich eine gute Figur.
Besonders im Powerplay war die Effizienz gut wie selten zuvor - dass könnte in den Play-offs der entscheidende Faktor sein.
Bleibt zu hoffen, dass, nachdem Zurek und Simon ins Team zurückgekehrt sind, die Reihen sich entsprechend finden.
Vielleicht können wir dann eine Reihe mit Zurek, Wietfeldt und Lingemann bewundern?

Fans:
Am Anfang war die Stimmung eher entspannt und wenig munter. Das Spiel wirkte zunächst wie die letzte lockere Begegnung gegen Weißwasser, aber nachdem Schiri und Spielstand die Grizzlies zu ärgern begannen, kam auch die entsprechende Stimmung auf.
Spätestens in den Play-offs dürfte es dann wieder richtig heiß zugehen im Eispalast - die Mannschaft scheint in der Lage zu sein ihren Teil dazu beizutragen.mb