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EHC - REV Bremerhaven 2:5

Vor der Saisonrekordkulisse von 2117 Zuschauern unterlagen die Grizzlies dem Tabellenführer aus Bremerhaven deutlich mit drei Toren Unterschied.
Wolfsburg war ohne die Center der ersten beiden Reihen (Simon und Kosick) und ohne Fibiger und Gödtel in der Verteidigung angetreten. Des weiteren fehlten den Gastgebern Artjom Kostyrev und Back-up Goalie Jan Münster.
Da die Grizzlies sich durch einen Sieg die Viertelfinal-Paarung gegen Landshut hätte einbrocken können, versuchte der reduzierte Kader offenkundig den Drahtseilakt zwischen "nicht zu viel aufwand betreiben" und "nicht die zahlreichen Zuschauer verprellen".
So sah dann auch fast die gesamte Begegnung aus - die Gäste nahmen die Einladung dankend an und fuhren einen ungefährdeten Sieg ein.

1.Drittel
Schon früh wurde deutlich, dass man auf Seiten des EHCs nicht mit letzter Konsequenz zur Sache gehen wollte. Lediglich die Aussicht, die ungewohnt umfangreiche Eiszeit zur Eigenwerbung in Sachen Vertragsverlängerung zu nutzen, schien einige Wolfsburger Akteure zu hundertprozentiger Leistung zu motivieren.
So verwunderte es kaum, dass Chris Rogles von Beginn an zum meist beschäftigten Mann auf dem Eis avancierte.
Allzu oft durften die Pinguins im Wolfsburger Drittel walten und schalten wie es ihnen gefiel und so konnten sie in der 12.Minute aus eben solch einer Situation das 0:1 durch Röthke herausspielen.
Als drei Minuten später der überragende Krestan auch noch in Unterzahl einen Konter mit dem 0:2 abschließen konnte, da schien der Drops für die Gastgeber bereits gelutscht.
Zu teilnahmslos hatten die beiden EHC-Verteidiger Genze und Brüggemann den Antritt von Krestan beobachtet, bevor man sich bequemte dem Bremerhavener Stürmer zu folgen.
Das stimmte das heimische Publikum hörbar nachdenklich...
Zwar durfte der Grizzlyanhang in der 16.Minute auch einmal jubeln, als Christoph Wietfeldt einen schönen Angriff der Wolfsburger im Nachschuss mit dem 1:2 Anschlusstreffer krönen konnte, doch schon zwei Minuten später war der alte Abstand von zwei Toren wieder hergestellt.
Gyori vollendete nach erneut schönem Passspiel und erneut recht unbedrängtem Aufbau der Bremerhavener zum 1:3 - die rund 600 mitgereisten Anhänger tobten auf den Rängen angesichts der Dominanz und der deutlich erkennbaren Spielfreude ihres Teams.

2.Drittel
Die Gäste blieben überlegen, gerieten nur selten in Bedrängnis und konnten in der 34.Minute mit dem 1:4 durch Pinizzotto den einzigen Torerfolg des Drittels verbuchen.
Die weniger werdenden Chancen konnten ansonsten auf beiden Seiten nicht genutzt werden und so verlor die Partie nach und nach auch den letzten Rest Feuer.

3.Drittel
Gemütlich wurde das Ganze zu Ende gespielt und beide Teams konnten noch einmal einen Torerfolg bejubeln:
1:5 durch Gyori in der 51.Minute bei 5-3 überzahl
2:5 durch Genze in der 53.Minute
Justin Kurtz holte sich pflichtgemäß die dritte 10er Strafe der Saison ab und ist zur ersten Play-off Partie unbelastet wieder dabei, ansonsten blieben die wenigen Chancen für zusätzliche Aufreger zu sorgen auf beiden Seiten ungenutzt.
So bekamen beide Teams am Ende das, was sie offenbar wollten...


Mein subjektiver Eindruck:
Man kann sicherlich dezenter verlieren, aber was soll´s?!
Wenn man einer derart gut aufgelegten Truppe wie Bremerhaven ernsthaft die Stirn bieten will, dann muss alles stimmen - ohne zwei Center und mit vier Kontingentspielern ist das, jedenfalls bei uns, nicht möglich.
Und zu welchem Preis hätte man sich derart ins Zeug gelegt? Eine Viertelfinalbegegnung gegen Landshut als Anreiz? Wohl kaum...
Wenn nicht alles am letzten Spieltag schief geht, dann können wir uns auf kurze Auswärtsfahrten und lustige gemeinsame Feiern mit den Bremerhavenern freuen.
Ohne den Druck unbedingt dieses Jahr aufsteigen zu müssen, könnten die Play-offs jedenfalls eine äußerst ausgelassene Veranstaltung werden.

Tor:
Rogles mit Licht und Schatten und vor allem häufig ohne Abwehr vor sich...

Verteidigung:
Die verbliebenen sechs Verteidiger rissen sich kein Bein aus, ein paar schöne Checks - viel mehr gab´s nicht zu bestaunen.
Das Gegentor bei eigener überzahl war allerdings auch unter den gegebenen Umständen mehr als peinlich und erwies sich insgesamt als absoluter Stimmungskiller.

Sturm:
Ohne Simon, Kosick und Kostyrev traten die Grizzlies mit keiner einzigen eingespielten Sturmreihe an. Das sah man streckenweise sehr deutlich.
Samendinger nutzte die ungewohnt üppige Eiszeit zu einer seiner besseren Vorstellungen, blieb dabei aber immer noch zu ungefährlich.
Firsanov mühte sich nach Kräften, hatte aber von allen Beteiligten zusammen mit Regan am meisten unter HSR Kleiner zu leiden, der ihn sogar nach einem Stockendenstoß GEGEN ihn auf die Strafbank schickte...

Fans:
Im ersten Drittel war´s noch recht lustig im Fan-Block. Anschließend zog uns der absehbare Spielverlauf doch hörbar den Zahn.
Unsere zahlreich angereisten Gäste feierten dafür umso ausgiebiger ihr Team und die, von uns durchaus begrüßte, Tabellenführung.
Man sieht sich in den Play-offs...und ich freue mich echt