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Saison 2006/2007

PlayOff-Halbfinale Spiel 2: EHC - EV Landshut 4:0

  • Geschrieben von Martin
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Der große Traum vom (Wieder)Aufstieg in die DEL nimmt immer mehr Gestalt an. Durch eine hochkonzentrierte Leistung im dritten PlayOff-Spiel der Halbfinalserie gelang den Grizzlies auch gegen ihren zweiten Finalrundengegner ein Sweep. Genau wie zuvor Essen versuchte auch Landshut bis zum letzten Spiel alles, um doch noch ein Erfolgserlebnis gegen das Team des EHC zu verbuchen. Mit dem gleichen Ergebnis. Besonders in diesem letzten Halbfinalspiel zeigten die Gastgeber ihre verbesserten Defensivkünste und unterstützten ihren Torhüter tatkräftig bei seinem zweiten shut-out in den PlayOffs.

1.Drittel
Schon zu Beginn zeigte die Partie ihren verbissenen Charakter. Beide Teams erspielten sich dank hervorragender Verteidigungsarbeit kaum hundertprozentige Chancen. Auch in überzahl mussten vor allem die Powerplayformationen der Wolfsburger die vorläufige überlegenheit der Landshuter Defensivkünste anerkennen.
Selbst als die Grizzlies in der 8.Minute ca. 30 Sekunden in doppelter überzahl agieren durften, wollte kein Tor fallen.
Auf der anderen Seite konnten die Cannibals ihren offenkundigen Spielplan ebenfalls nicht vollständig umsetzen: Die gewünschten Kontertore wollten nicht fallen. Selbst bei einer drei auf eins Situation ließ Grizzlygoalie Chris Rogles sich nicht überwinden.
Das Spiel wogte also im besten PlayOff-Charakter hin und her, bis ein Landshuter Spieler mit der allgegenwärtigen gesunden Härte doch ein wenig zu weit ging: Während eines Wechsels hatte Gästestürmer Zareba sein Temperament offenbar nicht mehr unter Kontrolle und versetzte Preston Callander im Vorbeifahren einen Stockcheck gegen den Kopf. Als dieser nun benommen liegen blieb kam HSR Vogl offenbar nicht um das Aussprechen einer 5+Spieldauerstrafe herum, so dass die Grizzlies ab der 19.Spielminute für ganze fünf Minuten ihr Powerplay ausprobieren durften. Mit mäßigem Erfolg, allerdings...

2.Drittel
...denn auch nach Ablauf der ersten dreieinhalb Minuten des zweiten Spielabschnitts, war den Gastgebern immer noch kein Treffer gelungen.
Zwar wusste die strategische Ausrichtung der Landshuter weiterhin zu begeistern, doch schlichen sich nun langsam kleine Fehler ein, die auf erste Ermüdung bei den Gästen hindeuteten. Die vielen Unterzahlspiele, die aufgrund der rustikalen Gangart der Cannibals durchaus folgerichtig waren, forderten allmählich ihren Tribut.
Auch wenn der Referee zunächst weitere Vergehen der Gäste äußerst milde ahndete (Suchan und später Regan mussten jeweils nach hohem Stock eines Cannibals im Gesicht blutend kurz behandelt werden) und lediglich einmal zwei Minuten vergab, so gaben die Grizzlies in der 34.Minute endlich die richtige Antwort.
Bei vier gegen vier auf dem Eis konnte Wikström schließlich seinen Kapitän Tim Regan in Szene setzen, der mit einem harten halbhohen Schuss den Gästekeeper zum ersten Mal überwinden konnte.
Das 1:0 hatte nicht nur eine explosionsartige und lautstarke Entladung auf den Rängen zur Folge, sondern förderte die Spiellaune des Wolfsburger Teams deutlich erkennbar zu Tage.
Vier Minuten später schlug es hinter dem bis dahin gut haltenden Martinovic an der gleichen Stelle erneut ein. Michael Henrich war auf das Gehäuse der Gäste gestürmt und hatte im letzten Moment den Puck hinter sich abgelegt - Todd Simon bedankte sich mit einem knallharten Hammer, der auf der Stockhandseite zum 2:0 einschlug!
Mit diesem erfreulichen Zwischenstand ging es auch in die zweite Pause.

3.Drittel
Das Spiel blieb verbissen, doch Landshut war jetzt in der Rolle der spielgestaltenden Mannschaft und vermochte diese nicht annähernd so gut auszufüllen wie die bis dahin durchgezogene Marschroute.
Bis auf einige prekäre Situationen, in denen der glänzend aufgelegte Chris Rogles energisch eingreifen musste, hatten die Grizzlies die Partie nun deutlicher unter Kontrolle. Einzig das überzahlspiel der Gastgeber zeigte sich weiterhin als das Sorgenkind der PlayOffs.
So konnte der EHC auch zwei weitere Powerplaysituationen nicht nutzen und machte den Sieg schließlich bei 5-5 wasserdicht:
Suchan schaltete nach einem Beslagic Schlagschuss am schnellsten und verwandelte den Rebound zum euphorisch gefeierten 3:0! (52.Min)
Die Zeit rannte dem EVL nun davon und so galt es für die Grizzlies bald nur noch den shut-out für Chris Rogles zu sichern.
Als in der 56. und 58.Minute dann nacheinander Genze und Wikström für die Wolfsburger auf der Strafbank Platz nahmen und die Gäste ihren Goalie für einen Feldspieler vom Eis nahmen, geriet die weiße Weste des Wolfsburger Torhüters tatsächlich noch einmal in Gefahr.
Doch anstatt des Ehrentreffers für die Cannibals, gab es 31 Sekunden vor Schluss noch das 4:0 durch Todd Simon, der in das verlassene Tor der Gäste vollendete. Auch eine kurzfristige 6-3 Situation hatte den Landshutern nicht zu einem Treffer verholfen und somit mussten die Cracks des EVL ohne letztes Erfolgserlebnis die Heimreise in die Sommerpause antreten.
Die Gastgeber hingegen feierten mit ihren Fans den Einzug ins Finale, zeigten aber deutlich, dass die Konzentration hochgehalten werden soll. Völlige Ausgelassenheit wird sich dieses Team wohl erst nach dem Aufstieg gönnen - die richtige Einstellung!

Mein subjektiver Eindruck:
Ich bin einigermaßen beeindruckt. Die Grizzlies haben mit diesem Spiel den letzten Nachweis ihrer Klasse erbracht, da sie die Situation allesamt sofort richtig einordneten und sich keine Leichtsinnsphasen erlaubten. Ein oder zwei Gegentreffer im ersten Drittel hätten die Begegnung wohl andersherum laufen lassen...
Wenn man das überzahlspiel wieder in den Griff bekommt, braucht man dem Vergleich mit Kassel nicht allzu nervös entgegen blicken. Ob man wirklich eine Chance gegen die in dieser Saison schier übermächtig erscheinenden Huskies haben wird, kann man wahrscheinlich nicht einmal nach dem ersten Spiel wirklich beurteilen - beide Mannschaften können nach einer derartigen Siegesserie auch einmal einen Durchhänger bekommen.

Tor:
Rogles wunderbar. Der Wolfsburger Goalie wird mehr und mehr zum spielentscheidenden Faktor, profitierte natürlich auch von der durchgängigen Konzentration seiner Vorderleute. Wenn doch mal was schief läuft ist Chris jedenfalls voll da!

Verteidigung:
Bis auf eine Szene in der sich zwei Verteidiger gegenseitig über den Haufen fuhren (auf die Namen verzichten wir an dieser Stelle mal...), machte die Defensivabteilung einen sehr guten Job.
Elvis hatte sich wesentlich besser unter Kontrolle als noch zuletzt und Schutte überzeugte bei seinem ersten PlayOff-Einsatz voll und ganz. Es bleibt aber nach wie vor traurig mit anzusehen, wie Fibiger das Wolfsburger Powerplay ausbremst. Mehr als Puckweiterreichen kommt da nicht - Spielverständnis ist völlige Fehlanzeige und ein einziger Schuss war zu verzeichnen. Offenbar geht unser Trainer aber davon aus, dass er es irgendwann doch noch lernt...oder was auch immer. Gegen Gegner von der Klasse der Cannibals muss jedenfalls jeder in der überzahlformation den Blick für die Situation und die ableitbaren Möglichkeiten haben und gegen die Huskies wird dieser Anspruch noch höher werden!
Als Abräumer macht Jesse hingegen keiner so leicht was vor, was er auch in dieser Begegnung zum wiederholten Male bewies.

Sturm:
Simon in Galaform - das ist häufig schon die halbe Miete für seine Reihe. Suchan und Henrich etablieren sich weiter als PlayOff-Monster und auch die Reihe um Kapitän Regan bleibt einigermaßen in Schwung.
Kaufmann kommt erst langsam wieder in die Gänge, aber unsere "Torfabrik" wird schon noch ein oder zwei ganz wichtige Tore schießen - das habe ich irgendwie im Urin.
Wietfeldt und Dylla fleißig, aber etwas glücklos. Dasselbe kann man von unsere vierten Reihe behaupten.
Jan Zurek bleibt Zuschauer - ein Luxus von dem man bis vor kurzem nur träumen konnte!

Fans:
Ich bin erfreut und natürlich auch ein wenig erleichtert, dass meine Theorie bezüglich der Stimmung im Publikum einigermaßen zutraf. Zum ersten mal konnte man auf heimischem Eis in dieser Saison ein "echtes" PlayOff-Spiel bestaunen - und die Spannung ergriff die heimischen Zuschauer prompt. Das hat doch wirklich Spaß gemacht, oder?!
Was die fröhliche, aber nicht ausgelassene Stimmung bei unserer Mannschaft nach dem Abpfiff betrifft, habe ich mich ja schon weiter oben geäußert: Die wollen die Anspannung hoch halten und sich erst am Ende der Saison mit einem richtigen Knall verabschieden - und genau das wollen wir doch auch alle! Es bleibt spannend. mb

PlayOff-Finale Spiel 2: EHC - EC Kassel Huskies 3:2

  • Geschrieben von Martin
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Mit dem guten Gefühl des Auftaktsiegs aus Spiel 1 in Kassel ging es für die Grizzlies nun vor heimischer Kulisse richtig zur Sache. Genau wie im ersten Finalspiel entwickelte sich auch diesmal ein äußerst intensives, absolut hochklassiges Eishockeyspiel, das der Bezeichnung "PlayOff-Begegnung" mehr als gerecht wurde. Zur Freude der Wolfsburger, die sich dank großzügiger Gästefan-Reiseplanung des EHCs einem ca. 1000köpfigen Kassler Fanblock gegenüber sahen, ging dieses Aufeinandertreffen erneut mit einem Tor Vorsprung an die Männer von Coach Toni Krinner.
Schon am Dienstag treffen die beiden Kontrahenten wiederum in Kassel aufeinander, um den Fortgang oder das Ende der Serie zu entscheiden. Wolfsburg hat nun drei "Matchbälle" zur Meisterschaft.

1.Drittel
Der Auftakt erinnerte zunächst an das erste Spiel der Serie, als die Huskies vom Start weg versuchten die Grizzlies zu überrollen und einen frühen Treffer zu erzwingen. Auch eine frühe Strafe gegen Harney (1.Minute) nahm den Gästen nicht wirklich den Wind aus den Segeln, so dass sie in der Folgezeit trotz drei weiterer Strafzeiten das Drittel mehr als offen gestalten konnten. Während die Gastgeber ihre Chancen im überzahlspiel nicht nutzen konnten, vergaben auf der anderen Seite die Kassler ihre durchaus ansehnlichen Chancen bei 5-5, so dass es gewohnt knapp in die erste Unterbrechung ging. Bis dahin sorgte vor allem HSR van Gameren für Zündstoff auf den Rängen, da seine Entscheidungen bei keinem der Fanlager auch nur annähernd auf Verständnis stießen. Haderten die Gästefans vor allem mit den ausgesprochenen Strafen, so brachte die Heimfans neben einer angeblichen Kaufmann-Schwalbe nach einem klaren Stockschlag folgende Szene zum ersten Mal komplett auf die Palme:
Nachdem ein Husky den Puck über die Bande befördert hatte, war die 2-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung bereits in der Uhr, als das Unvermeidliche in Person von Gästekapitän Wayne Hynes seinen Lauf zu nehmen schien. In seiner gewohnt geschwätzigen Art plauderte der deutsch-kanadische "Modellathlet" in Kassler Diensten mit dem schwer interessierten Referee über die Begleitumstände des Vorfalls, die schwere Kindheit des Missetäters und die weltpolitische Großwetterlage im Allgemeinen. Mit dem Ergebnis, dass der HSR ein Einsehen hatte und die Strafe wieder aus der Uhr nahm!
überflüssig zu erwähnen, dass die Freude über diese großherzige Entscheidung auf Seiten der Grizzlies keine Grenzen kannte...

2.Drittel
Die Torlosigkeit dieser Finalpaarung sollte mit dem Mitteldrittel endgültig zu den Akten kommen, die Spannung hingegen nahm nun kontinuierlich zu.
Nach nur 20 Sekunden nahm Todd Simon auf Seiten der Grizzlies wegen Stockschlag auf der Strafbank Platz. Im Abstand von 10 und 50 Sekunden folgten ihm allerdings die Kassler Harney und Rau, so dass der Wolfsburger Spielmacher die Wartezeit nicht mit Sorgen, sondern offenbar mit Plänen verbringen konnte. Es folgte Großes vom kleinen Genie mit der Nummer 9.
Zunächst "begnügte" Simon sich allerdings noch mit einem abgefälschten Schuss in überzahl zum frenetisch gefeierten 1:0 in der 23.Spielminute. Der Jubel der Wolfsburger Fans war kaum verklungen, da war anderthalb Minuten später bereits der Ausgleich gefallen. Danner war wegen angeblich absichtlichem Torverschieben auf die Sünderbank gewandert und nach rund einer Minute trug das zähe Powerplay der Gäste doch noch Früchte. Pellegrims hatte den Puck zum 1:1 an Rogles vorbeigestochert und während die Huskies den Ausgleich feierten, war Beslagic damit beschäftigt dem Schiedsrichter die Frisur zurecht zu brüllen. Der Wolfsburger Verteidiger, der vor dem Gegentreffer einen saftigen Crosscheck hinnehmen musste, wanderte nur knapp an einer Disziplinarstrafe vorbei und war von seinen Mannschaftskameraden kaum zu beruhigen.
Was folgte war eine nochmalige Verschärfung der Gangart auf beiden Seiten, die zu vielen Strafzeiten führte - wenn der weiterhin unglücklich wirkende van Gameren auch häufig die falschen Situationen ahndete...
Als die Grizzlies schließlich von der 30. bis 32.Minute in doppelter Unterzahl den Bemühungen der Gäste standhielten, kochte die Atmosphäre in der Halle endgültig nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen.
Der Rest des Drittels förderte dann weiter die Schwäche der Powerplayformationen auf beiden Seiten zu Tage, was sich eindeutig mit der qualitativ hochwertigen Unterzahlarbeit beider Teams erklären ließ.

3.Drittel
Crunch-Time! Die Zeit der Entscheidung war gekommen und einer war nun hellwach: Todd Simon!
Nach erneut vergebener Powerplaygelegenheit griff dieser sich anschließend in Unterzahl ein Herz, stürmte mit Rainer Suchan Richtung Elwing und versenkte das Zuspiel seines Sturmpartners per Shorthander zur 2:1 Führung. Ein explosionsartiger Aufschrei ging durch die Halle - die rund 3500 heimischen Anhänger wollten ihren Augen nicht trauen: Ein Treffer mitten ins Herz der besten Powerplayformation der Liga! Im Finale! Die Gäste aus Kassel wirkten in der Folgezeit spürbar angeschlagen und gerieten zusehends unter Druck. Mit fortschreitender Dauer der Partie stieg, welch überraschung, auch der Gesprächsbedarf des Kassler Kugelblitzes mit dem C auf der Brust - Verschnaufpausen waren jetzt bei den Gästen schwer gefragt und der arglose Hauptschiedsrichter gewährte diese wiederum generös.
Als sich den Grizzlies ab der 49.Minute die Chance einer doppelten überzahl bot, griffen diese glücklicherweise beherzter zu, als die Gäste im ersten Durchgang.
Die Huskies begingen den folgenschweren Fehler Todd Simon freie Schussbahn und die nötige Zeit zum Zielen von der blauen Linie einzuräumen, was dieser mit einem exakten Schlagschuss in den Winkel zu honorieren wusste. 3:1 in der 50.Minute und eine Eisarena, die einem Tollhaus glich waren die Folgen.
Doch Kassel war längst nicht besiegt. Mit Wayne Hynes sorgte in der 56.Minute der Chef persönlich für den Anschlusstreffer zum 3:2. Ob nach dem deutlichen Schlittschuhkick noch einmal der Schläger den Puck berührte, weiß wohl auch nur der Kassler Kapitän mit letzter Gewissheit...
Den letzten Spannungsschub verpasste dann das Pärchen des Abends der Partie: Während einer Spielunterbrechung zwei Minuten vor Schluss sah man das dynamische Duo Hynes/van Gameren wieder im angeregten Gespräch, was eine nachträgliche Strafe gegen Wolfsburg zur Folge hatte. Kopfschütteln in orange überall.
Doch auch ohne Torhüter und mit 6 gegen 4 Feldspieler waren die Gastgeber nicht mehr um den verdienten Lohn ihrer Mühen zu bringen, so dass am Ende die 2-0 Führung für den EHC besiegelt war.
Trotz überschwänglicher Freude auf den Rängen wirkten die Spieler der Grizzlies zwar frohen Mutes, doch zeigten sie auch angesichts dieses Triumphs die gewohnt zielgerichtete Konzentration gepaart mit dem ein oder anderen verständlichen Grinsen...die Hoffnung auf die Rückkehr in die DEL bleibt lebendiger den je!

Mein subjektiver Eindruck:
Geiles Spiel, purer Nerventerror. So kennt und liebt/hasst man die PlayOffs - je nach Gemüt.
Da war alles und noch mehr drin. Bisher zeigt sich die Serie von den Teamleistungen her als unglaublich ausgeglichen. Wenn man überhaupt einen erkennbaren Vorteil auf Seiten der Grizzlies (außer den geschossenen Toren) ausmachen möchte, dann ist es wohl das hammergeniale Unterzahlspiel. Ein reguläres Tor ist den Kasslern im Powerplay bisher jedenfalls nicht gelungen. Die Fans des EHC werden sich nun also zum zweiten Mal auf den Weg nach Kassel machen und werden für den Fall der Fälle gerüstet sein (Krankmeldung, Urlaub etc. für Mittwoch..).

Tor:
Rogles weiterhin in Galaform. Besonders sein hellwaches Stellungsspiel räumt den Huskies keine zusätzlichen Einschusschancen ein. Im dritten Spiel wird´s wohl aber wieder einige Monstersaves brauchen, um am Ende die Oberhand zu behalten.

Verteidigung:
Der EHC, wie in Spiel Nr.1, ohne Genze nur mit 6 Verteidigern am Start.
Vor Gödtel, Wilhelm und Danner kann man eigentlich nur den Hut ziehen! Hammervorstellung unserer U23-Fraktion gegen die routinierten Stürmer der Huskies.
Beslagic machte ein gutes Spiel, fast komplett ohne Schlendrian und mit einigen Offensivakzenten.
Pudlick der mittlerweile gewohnt sichere und ordnende Rückhalt in Krisensituationen - mit Abstand bester Verteidiger in der PlayOff-Phase der Saison.
Fibiger räumt im eigenen Drittel gnadenlos auf, verliert seinen Schrecken mit dem überschreiten der eigenen blauen Linie und mutiert dann zur Spielaufbaubremse. Warum der im Powerplay zusammen mit Pudlick an die Blaue darf - keine Ahnung. Momentan würde ich fast sagen: Weil wir keine Wahl haben, aber - da war doch noch was...

Sturm:
Einzelkritik fast überflüssig. Kämpferisch topp, jeder nimmt seine Defensivaufgaben 110%ig wahr und trägt somit seinen Teil zum Erfolg bei. Vor dem Tor lassen die Schlittenhunde erwartungsgemäß nicht viel zu, da heißt es arbeiten, arbeiten, arbeiten.
Todd Simon mit Hattrick - was soll man beim Endstand von 3:2 noch groß schreiben? Er machte letztlich, bei allem Kampf auf beiden Seiten, den Unterschied. Es sieht so aus, als ob Mr. Simon doch noch eine weitere Saison für uns aufs Eis möchte. Die Vertragsverhandlungen dürften damit eröffnet sein - mal schauen, ob er am Ende der Serie noch ein paar gewichtige Argumente mehr in die Waagschale werfen kann.

Fans:
Dank der lausigen Schallverteilung in der Halle müssen sich beide Fanlager schon mächtig reinhängen, um sich gegenseitig beeindrucken zu können (falls gewünscht). Trotzdem war nicht nur das Spiel, sondern auch die Kulisse absolut playoff-würdig. Als am Ende die Sitzplätze der Familietribüne nicht nur klatschend, sondern auch stimmlich voll einstiegen, war das schon sehr, sehr geil. In Kassel wird es nun natürlich je nach Spielverlauf mehr oder weniger schwierig werden sich bemerkbar zu machen. Ein Heimspiel konnten wir während der Saison allerdings auch dort schon verbuchen. mb

PlayOff-Halbfinale Spiel 1: EHC - EV Landshut 5:3

  • Geschrieben von Martin
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Der EHC ist auch von Landshut nicht zu stoppen! Trotz einiger eklatanter Konzentrationsschwächen konnten die Gastgeber auch diese Partie, ähnlich dem letzten Heimspiel gegen Essen, zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.
Erneut hatte sich nach einer schnellen Führung der Schlendrian eingeschlichen und was zuvor noch genial war, erschien vorübergehend eher wahnsinnig...
Am Ende hatten die über 3000 Zuschauer endlich das erste Play-off Heimspiel des Jahres 2007 gesehen, das seinen Namen auch verdient hatte und obendrein auch Anlass zur Vorfreude auf die kommenden Begegnungen machte.

1.Drittel
Zum Auftakt der zunächst sehr ausgeglichenen Partie deutete HSR Jablukow erst einmal an, welche Marschrichtung er für die kommenden 60 Spielminuten vorgesehen hatte. Erstes "Opfer" dieser äußerst kleinlichen, aber regelkonformen Vorgehensweise war EHC-Verteidiger Jesse Fibiger, der wegen Behinderung schon nach 39 gespielten Sekunden der Strafbank einen zweiminütigen Besuch abstattete.
Doch weder die Cannibals, noch die Grizzlies konnten ihre ersten überzahlgelegenheiten nutzen - Chance um Chance ließen beide Seiten aus, bis rund die Hälfte des Drittels gespielt war. Dann leitete Gästekeeper Horneber mit einem kapitalen Bock in eigener überzahl die vermeintliche Vorentscheidung der Begegnung ein:
Während Gödtel auf der Strafbank schmorte, attackierten die Grizzlies auch in Unterzahl frech die um Spielaufbau bemühten Landshuter in deren Drittel und die viele Laufarbeit sollte belohnt werden! Wikström erntete nach einem erfolgreichen Störversuch gegen Horneber die Früchte der Mühen und netzte einen abgefangenen Pass postwendend zum 1:0 ein (12.Min).
Die Cannibals gerieten nun sichtbar ins Straucheln, kassierten in der Folgezeit nicht nur eine Strafzeit - ebenfalls in eigener überzahl - sondern eine Minute nach dem Führungstreffer gleich das 2:0 hinterher. Wietfeldt hatte einen unglücklichen Abpraller des Kannibalentorhüters vollstreckt und durfte wenig später mit seinen Mannschaftskameraden auch noch das 3:0, erneut durch Wikström, auf der Bank bejubeln. Nach Unterzahl und 4-4 hatte der EHC nun auch den ersten Treffer in überzahl verbucht und die Partie schien innerhalb von 133 Sekunden bereits entschieden zu sein.
Doch dann folgte, was schon im letzten Heimspiel gegen Essen zu beobachten war - die Grizzlies verloren kurzfristig den Respekt vorm Gegner und stürmten ohne Sinn und Ordnung Richtung Cannibalstor...mit den bereits bekannten Folgen.
Das 3:1 durch Toupal kündigte sich für den leichtsinnserprobten Beobachter bereits im Anschluss an den dritten Grizzlytreffer an. Die Landshuter hatten sich einigermaßen gefangen, doch die Wolfsburger wollten darauf nicht so recht eingehen und weiter munter nach vorne spielen - gegen den gut herausgespielten Gegentreffer hatte Rogles folglich keine Chance.
Die folgenden zwei Unterzahlsituationen überstanden die Grizzlies zwar unbeschadet, doch das Momentum war am Ende des Drittels spürbar verflogen.

2.Drittel
Die Gäste starteten fast ohne Anlauf in ihre beste Phase der Partie und zeigten sich in der Folgezeit zunehmend dominanter gegen Grizzlies, die im Gegensatz dazu nicht wieder in die Gänge kamen.
Eine doppelte Strafzeit in der 29.Minute sorgte schließlich für den zweiten äußerst ereignisreichen Abschnitt dieser Begegnung. Callander hatte bei angezeigter Strafe gegen Wikström die Situation mit einem weiteren Foul beendet und so kamen die Gäste in den Genuss einer doppelten überzahl. Nach fünf Sekunden schlug der Puck bereits per Schlagschuss zum 3:2 in Rogles´ Kasten ein...33 Sekunden später wanderte mit Christoph Wietfeldt der nächste Grizzly wegen Spielverzögerung auf die Strafbank, wieder 5-3 überzahl für Landshut, wieder ein Schlagschuss von der blauen Linie, wieder ein Tor für die Cannibals zum 3:3 Ausgleich.
Geipel und St.Croix hatten gegen die schlecht verteidigende Unterzahlformationen der Gastgeber ihre Freiheiten an der Blauen genutzt und das Spiel begann praktisch bei Null.
Doch das Momentum sprach nun deutlich gegen die Gastgeber, die mit Suchan wenig später den nächsten Spieler Richtung Strafbank verloren (Spielverzögerung) und somit erneut, wenn auch nur einige Sekunden, in doppelter Unterzahl um Schadensbegrenzung kämpfen mussten.
Doch die Kannibalen konnten den Druck nicht aufrecht erhalten und behielten lediglich ein übergewicht, das sie nicht in Zählbares verwandeln konnten. Im Gegenteil: Der EHC konnte in der 34.Spielminute in dieser Phase der Gäste durch die 4.Reihe(!) sogar die Führung zurückerobern! Wilhelm war energisch ins Landshuter Drittel gefahren, packte den Hammer aus und Horneber im Gästetor musste prallen lassen - der aggressiv in den Slot aufgerückte Reiss sagte "Danke" und ließ die heimischen Fans gründlich durchatmen und natürlich ebenso befreit jubeln.
Neben einem Lattenkracher durch den ansonsten häufig desorientiert wirkenden Beslagic, war vor allem die Trendwende auf dem Eis zu verzeichnen - die Gastgeber hatten das Ruder wieder in der Hand, die Ruhe und übersicht kehrten ins Spiel der Grizzlies zurück. Die folgenden überzahlspiele konnten sie trotzdem nicht verwerten...

3.Drittel
Das Heimteam war nun wieder deutlich als solches zu erkennen und die Gäste konnten ihren mitgereisten Fans nur leidlich Hoffnung auf einen Auswärtssieg vermitteln. Das 5:3 durch Wikström besiegelte das Schicksal der Cannibals für diesen Abend dann endgültig (45.Min).
Nach diesem Treffer bei doppelter überzahl zeigte Landshut zwar deutlich den Willen noch einmal diese wichtige erste Partie für sich zu entscheiden, doch es wurde schnell deutlich, dass es den Cannibals wohl auch in den künftigen Begegnungen wohl gegen konzentriert verteidigende Grizzlies sehr schwer fallen wird "das Spiel zu machen".
Das Chancenplus blieb trotz eher defensiver Ausrichtung bei den Grizzlies.
Auch die Bemühungen der Gäste bei eigener überzahl zum Spielende noch einmal den Torwart herunter zu nehmen wurden durch Verfehlungen Landshuter Spieler zum Scheitern verurteilt - was in zwei Strafzeiten gegen die Cannibals gipfelte und somit den Vorteil eines zusätzlichen Feldspielers auslöschte.
Der erste Sieg der Serie blieb somit in Wolfsburg!

Mein subjektiver Eindruck:
Ich hoffe unseren Spielern sind nach dem 3:3 mal richtig die Hosen geflattert! Der gleiche Mist wie in der Anfangsphase beim 9:4 gegen Essen. Wie kann man ein so wichtiges Spiel wieder auf den Markt schmeißen, wenn man bereits 3:0 führt und der gegnerische Goalie den Torraum gelb färbt?
Es muss doch irgendwie möglich sein, dass dieses Team bei einer schnellen und hohen Führung nicht gleich die Bierkisten unter der Spielerbank hervorholt und anfängt planlos dem Gegner die Bude einzurennen. Anstatt die Führung zu verteidigen jagen die jetzt schon zum zweiten Mal in den Play-offs die Ordnung zum Teufel und spielen vogelwild auf!
Genug geschimpft. Unsere Jungs kamen fast erschreckend selbstverständlich in die Begegnung zurück - darüber sollte man sich in Landshut über Nacht mal Gedanken machen...

Tor:
Rogles bei Treffer Nr.1 chancenlos. Die beiden weiteren Gegentreffer waren fast identisch - da hätte er im zweiten Anlauf mal hingreifen dürfen.
Angesichts der Narrenfreiheit der gegnerischen Verteidiger an der Blauen (bei 3-5) kann man ihm aber keinen Vorwurf machen.

Verteidigung:
Pudlick, Genze und Wilhelm mit guter Vorstellung. Gödtel und vor allem Danner etwas nervös, aber ansonsten i.O..
Fibiger bleibt mir weiterhin ein Rätsel: Er räumt im eigenen Drittel rustikal auf, arbeitet ordentlich an der Bande - das war´s. Kein vernünftiges Aufbauspiel, biedere Pässe, kein Schuss, zu langsam bei Kontern des Gegners - aber im Powerplay offenbar neben Pudlick gesetzt. WAS SOLL DAS??? Beim Gedanken, dass wir einen spielstarken und defensiv nahezu ebenbürtigen Defender seit 5 Play-off Spielen auf der Tribüne versauern lassen, bekomme ich Ausschlag!!! Der Shooter hat sich dermaßen auf die Play-offs gefreut und jetzt darf er Herrn Fibiger beim Passspiel für Anfänger zuschauen...
Elvis mit seinem negativen Saisonhighlight - bekommt Pässe über 5-6 Meter nicht an den Mann und lässt sich in übersichtlichen Situationen zweimal den Puck im eigenen Drittel im Vorbeigehen abnehmen usw., usw., usw....zum Glück weiß man bei ihm, dass das im nächsten Spiel schon wieder ganz anders aussehen kann.

Sturm:
Simon und Suchan sahen diesmal nicht so glücklich wie zuletzt aus. Das lag allerdings nicht unbedingt am Zurek-Comeback, der eine insgesamt unauffällige Vorstellung gab. Die beiden hatten vor allem in den Specialteams ihre nicht so gelungenen Momente.
Regan und Callander etwas zu unauffällig, aber...
Wikström in absoluter Galaform: Drei Tore (4-5, 5-4 und 5-3 Situation) und mit genialem Einsatz. Ein Schlitzohr vor dem Herrn obendrein!
Wietfeldt, Dylla und Henrich mal wieder eher mit kämpferischen als mit spielerischen Highlights. Wobei Henrich sich zum absoluten Play-off Monster entwickelt - diese Schnelligkeit gepaart mit derartiger körperlicher Präsenz dürfte in der Liga wohl einmalig sein. Die gegnerischen Verteidiger sehen neben ihm häufig wie völlig überforderte Juniorenspieler aus - bei manchem Ligakonkurrenten sind sie es allerdings auch...
Vierte Reihe mit gewohntem Einsatz und dem spielentscheidenden Treffer - was will man mehr?
Andy Reiss scheint sich mittlerweile auch ein wenig besser im Griff zu haben. Gut für die Gesundheit der Gegner und gut für unsere Nerven.

Fans:
Hm. Die Stimmung war sicherlich etwas besser als gegen Essen (Spannung gab´s diesmal ja zur Abwechslung), doch die Gesänge halten sich einfach nicht in der Halle. Warum kann man eigentlich nicht einfach mal wieder ein Spiel durchfeiern? Grund dazu gibt uns das Team genug - Zeit etwas zurück zu geben! mb

PlayOff-Spiel 3: EHC - ESC Essen 9:4

  • Geschrieben von Martin
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Der EHC marschiert weiter ungerührt Richtung Halbfinale. In einer Partie, die zu Beginn durch Wolfsburger Nachlässigkeiten unnötig spannenden verlief, setzten die Grizzlies sich in der mittlerweile gewohnten Souveränität auch dieses Mal gegen Essen durch. Am Ende stand ein deutlicher Sieg für die Gastgeber in einem über weite Strecken einseitigen Spiel. Mit einem weiteren Sieg am kommenden Freitag und dem damit verbundenen "sweep" (4:0) könnte das Team von Toni Krinner das Weiterkommen nun endgültig sichern.

1.Drittel
Für die Gäste aus dem Ruhrgebiet begann die Begegnung denkbar ungünstig. Kaum war das Spiel angepfiffen, da durfte Gästegoalie Gage schon zum wiederholten Male hinter sich greifen. Gleich zweimal hatten die Grizzlies in der 3.Spielminute zugeschlagen - die Essener Spieler weilten offenbar geistig noch im Mannschaftsbus.
Seyllers trockenem Halbdistanzschuss zum 1:0 ließ wenige Sekunden später Geisberger den zweiten Treffer für Wolfsburg folgen. Essen war in der Rückwärtsbewegung komplett aus den Positionen gelaufen und bot den Gastgebern unglaubliche Freiräume. Die Partie schien bereits gelaufen, doch die Grizzlies wurden prompt übermütig, spielten fortan ihrerseits fast ohne jegliche Abwehrarbeit und wollten allesamt nur noch scoren...gegen die Moskitos eigentlich ein Vorhaben mit vorhersehbaren Konsequenzen.
2:1 Anschlusstreffer durch Ex-Grizzly Boris Lingemann (8.Min), der von den Wolfsburger Fans wie beim Auswärtsspiel gefeiert wurde.
2:2 Ausgleich nur eine Minute später durch Tyson Mulock.
Erste Versuche das Spiel wieder in den Griff zu bekommen machte zunächst ein weiteres, äußerst kurioses, Tor der Gäste zunichte:
Grein hatte auf Höhe der Torlinie den Puck an die Hinterseite von Rogles Schoner geschossen und somit nach knapp 12 Minuten das 2:3 für die Moskitos erzielt.
Angesichts der unverschämten Schlampigkeit der Grizzlies im Abwehrverhalten konnte sich auch der ein oder andere Wolfsburger Fan ein Grinsen nicht verkneifen - das fiel einfach zu sehr in die Kategorie "übermut".
Doch was folgte zeigte nur einmal mehr, wie sehr der EHC dem Gast aus Essen während dieser Serie bisher überlegen war. Nach einer kurzen Phase der Ungläubigkeit nahmen die Gastgeber die Arbeit wieder auf und konnten bereits in der 16.Minute durch Michael Henrich den 3:3 Ausgleich verbuchen. Im zweiten Nachschuss beförderte der völlig aufgedreht spielende Flügelstürmer den Puck über die Linie, nachdem es keinem Essener gelungen war ihn oder den Puck aus der Gefahrenzone zu befördern.
Die Kabinenpredigt wartete schon...

2.Drittel
Was ein Trainer von derartigem Schlendrian hält, dürfte wohl nur unschwer zu erraten sein. So zeigte die Konzentrationskurve der Grizzlies nach der Pause wieder deutlich nach oben. Eine "Hallodri-Aktion" erlaubten sich die Schützlinge von Toni Krinner trotzdem noch: Beim vierten Treffer der Gäste war auf beiden Seiten je ein Spieler von der Strafbank zurückgekehrt, die Gastgeber mit 5-4 in überzahl verloren umgehend den Puck an den auf und davon stürmenden Beuker, der den Puck hinterm erneut unglücklich aussehenden Rogles versenkte (28.Min).
Glücklicherweise hatte der EHC zuvor schon zweimal seinerseits zugeschlagen und die Essener Abwehrschwächen gnadenlos aufgezeigt. Geisberger (24.) und Danner (26.) hatten schöne Kombinationen ihrer Mitspieler erschreckend unbehelligt abschließen können, so dass der wiederholt völlig überflüssige Gegentreffer zum 5:4 nicht sonderlich weh tat.
Als Kaufmann eine Minute nach Beukers Tor das 6:4 als Antwort der Grizzlies servierte war es dann auch endgültig vorbei mit der laschen Gangart der Wolfsburger.
Endlich kehrte die gewohnte Kontrolle in die Reihen der Grizzlies zurück, die wie bereits in den beiden vorangegangenen Partien den Moskitos in der Folgezeit die Luft aus den Lungen pressten.

3.Drittel
Essen blieb im letzten Drittel gewohnt chancenlos, die Begegnung verlor durch die entstehende Einseitigkeit leider deutlich an Reiz.
7:4 durch Michael Henrich, der einen schönen Pass von Wietfeldt nur einschieben musste (48.Min).
8:4 durch Wietfeldt (50.Min)
9:4 nach einem unwiderstehlichen Alleingang von Henrich (55.Min)
Das waren auch schon die Highlights einer längst entschiedenen Partie.
Zwei Unterzahlsituationen überstand der EHC weitestgehend ungefährdet - der Drops war gelutscht, das Halbfinale in greifbarer Nähe.

Mein subjektiver Eindruck:
Schon ein bisschen seltsam, wenn man sich über ausgemachte Dummheiten und grobe Nachlässigkeiten der eigenen Mannschaft nicht so richtig ärgern kann - und das auch noch in den Play-offs! Aber irgendwie macht mir dieses Essener Team so gar keine Angst. Selbst wenn unsere Jungs teilweise ohne Pflichtbewusstsein in der Defensive übers Eis flitzten, hatten sie jederzeit die Fähigkeiten und die mentale Stärke das Spiel wieder unter Kontrolle zu bringen. Das hat mir ein wenig den Reiz an der Begegnung genommen...

Tor:
Rogles beim dritten und vierten Gegentreffer mal mehr, mal weniger neben der Spur. Sein schlechtester Auftritt in den letzten Wochen. Offenbar übertrug sich der Spannungsverlust seiner Vorderleute unmittelbar auf unseren Goalie - fand, genau wie das Team, zu seiner Konzentration zurück.

Verteidigung:
In den ersten zehn Minuten der Begegnung hielt sich kaum jemand mit so nervigen Dingen wie "Abwehrarbeit" und "Positionstreue" auf und es wurde gestürmt, dass die Kufen knirschten.
Nach mehreren Nackenschlägen fand man dann doch wieder in die vorgegebene taktische Marschroute zurück und ließ ab Spielmitte nicht mehr viel zu.
Betrachtet man die bisherigen drei Begegnungen, so fallen mir eigentlich keine Gründe ein, warum Schutte nur zuguckt! Der shutout in Essen war jedenfalls nicht der Verdienst unserer Verteidigung. Wobei ich an dieser Stelle Thomas Gödtel erneut positiv hervorheben möchte - Lauftechnik, Schnelligkeit, Stickhandling, Spielübersicht...in jedem Aspekt zeigt der Abwehrhüne sich wiederholt enorm verbessert und empfiehlt sich damit auch für einen ü23 Platz im Kader der kommenden Saison!

Sturm:
Geisberger war in zwei Reihen aktiv und machte auch mit beiden Reihen ein Tor - GEIL!
Regan und Wikström etwas unauffälliger, spielten mit Herbert aber bereits recht ansehnlich zusammen.
Die zweite Reihe agierte weiterhin sehenswert und zeigte auf allen Positionen viel Biss.
Spielentscheidend war diesmal aber die dritte Reihe (bei 5 Treffern auf dem Eis) um einen immer wilder stürmenden und arbeitenden Henrich, der seine individuellen Fähigkeiten gegen die Essener "Abwehr" natürlich besonders zur Geltung bringen konnte und gleich drei Treffer erzielte.
Insgesamt eine Bombenleistung, wenn...ja, wenn da nicht die Schlendrianphasen des gesamten Teams gewesen wären, die gegen einen anderen Gegner wohl heftig ins Auge gegangen wären.
Der Gegner hieß jedoch Essen.

Fans:
Wenn Tore derart an Bedeutung verlieren, weil man sich zwischenzeitlich beim Handball wähnt...dann wundert es mich jetzt auch nicht so sehr, dass nicht gerade das Dach von der Halle fliegt. Befänden wir uns in der Serie im Rückstand oder wäre es sonst eher knapp zugegangen, dann hätte der hohe Sieg sicherlich ganz andere Emotionen freigesetzt.
Spiele mit stark erhöhtem Herzschlag werden wir vielleicht noch mehr als gewünscht bekommen - also was soll´s. mb

PlayOff-Spiel 1: EHC - ESC Essen 6:4

  • Geschrieben von Martin
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In den diesjährigen Play-offs erwischte das Team von Toni Krinner einen Auftakt nach Maß. In einer sehr torreichen Partie setzten die Grizzlies sich am Ende verdient durch und liegen nun mit 1:0 Siegen in der Serie gegen Essen in Führung. In der mit 2762 Zuschauern (3300 hätte man auch glauben können...) gut gefüllten Halle sahen die Anwesenden eine Gästemannschaft, die den Grizzlies zunächst auf Augenhöhe begegnete, aber sowohl ihre fast hundertprozentige Chancenausbeute als auch das hohe Anfangstempo nicht über die volle Distanz halten konnte.

1.Drittel
Zur Freude der Zuschauer verzichteten beide Mannschaften auf ein längeres Abtasten und Belauern und legten sofort stürmisch los.
Nach guten Einschusschancen auf beiden Seiten eröffneten die Hausherren in der 4.Spielminute den folgenden Torreigen dieser Begegnung - Andrej Kaufmann nutzte seine zweite große Chance und netzte zum 1:0 für Wolfsburg ein. Schon in dieser Situation deutete die Reihe um Ex-Moskito Todd Simon an, dass sie an diesem Abend Großes vorhatte.
Doch nur drei Minuten später nutzten die Gäste ihre erste Powerplaygelegenheit und glichen zum 1:1 aus. Matt Hubbauer fälschte einen verdeckten Schlagschuss von Albrecht unhaltbar ins Gehäuse der Grizzlies ab.
Die Wolfsburger reagierten leicht beeindruckt, aber doch energisch genug um die Partie nicht entgleiten zu lassen. Einen wirklichen Vorteil konnten die Gastgeber sich allerdings nicht herausspielen - immer wieder unterbrach das Schiedsrichtergespann ihre Bemühungen durch teils fragwürdige bzw. nervöse Entscheidungen. Dies ging soweit, dass ein Linesman eine Situation abpfiff ohne die Berechtigung dazu zu haben (hoher Stock), worauf er sich eine sichtbar deftige Ansprache des Hauptschiedsrichters Vogl einhandelte. Leider hatte aber auch dieser, besonders im ersten Drittel, seine liebe Not mit der Partie und fiel zudem gleich zweimal auf Gästestürmer Albrecht herein, der sich wiederholt theatralisch an der Bande danieder legte. Nach Spielunterbrechung bzw. Strafe für Wolfsburg erfolgte dann die zweimalige "Wunderheilung"...
Offenbar hatte HSR Vogl dies im zweiten Anlauf dann registriert, woraufhin er zwei völlig unerklärliche Strafen gegen die Moskitos aussprach. Heim- und Gästefans gingen während der ersten Pause gleichermaßen kopfschüttelnd Richtung Getränkestände.

2.Drittel
Der zweite Abschnitt startete folglich mit einer 4-3 überzahl der Gastgeber, die ihre wenigen überzahlgelegenheiten gegen das fairste Team der Hauptrunde leider nicht zu nutzen wussten.
So herrschte in der 24.Minute dann auch wieder personeller Gleichstand auf dem Eis, als Todd Simon mit seinem ersten Tor des Abends das 2:1 markierte. Die Grizzlies waren in dieser Situation sogar nur zu viert ins gegnerische Drittel gefahren, da Verteidiger Beslagic im Mittelkreis lag und sich nach einem Stockschlag in die Kniekehle vor Schmerzen auf dem Eis krümmte. Zum ärger der Grizzlyfans hatte HSR Vogl nicht einmal eine Strafe angezeigt, sondern einfach weiterspielen lassen. Während seine Kollegen sich beim Torjubel in den Armen lagen, wurde Elvis vom Teamarzt zur Bank geführt und konnte zur allgemeinen Erleichterung aber nach kurzer Pause weiterspielen.
Ein offener Schlagabtausch bahnte sich an - die Torszenen häuften sich, ebenso die Unaufmerksamkeiten der Abwehrreihen auf beiden Seiten.
In der 27.Minute wanderte schließlich Wikström nach einer angeblichen Behinderung eines Gegenspielers auf die Strafbank. Die Essener ließen sich nicht zweimal bitten und verwandelten ihre erste und einzige überzahlsituation in diesem Drittel zum 2:2 durch Dean Beuker. Nach einem feinen Spielzug vollstreckte Essens zweitbester Scorer gnadenlos zum Ausgleich.
Gut zwei Minuten später war es dann Wikström, der mit seinem 3:2 die Massen in Euphorie versetzte, doch dieses Glücksgefühl währte kaum eine Minute, da hatte der Top-Scorer der Liga für seine Farben zum 3:3 Ausgleich eingenetzt. Tyson Mulock hatte einen Spielzug seiner Nebenleute vollendet, der die Grizzlyabwehr wahrlich nicht gut aussehen ließ...
Doch die Grizzlies blieben am Drücker, ließen sich durch die geradezu phantastische Verwertungsquote der Moskitos nicht aus dem Tritt bringen und entschieden die Partie mit einem Doppelschlag in der 33. und 34.Minute.
Zunächst schlug erneut Wikström zum 4:3 zu, dann gönnte sich, von den Fans angestachelt, Todd Simon beim 5:3 seinen zweiten Treffer in dieser Begegnung.

3.Drittel
Hier offenbarte die Wolfsburger Mannschaft deutlich ihre Kondition, die sicherlich auch mit der mittlerweile verbesserten Tiefe des Kaders zusammenhängt. Essen hatte mit zunehmender Spieldauer immer weniger entgegen zu setzen und musste den Grizzlies die Initiative überlassen. Absurderweise fielen die einzigen Treffer dieses Drittels, trotz bester Gelegenheiten auf Wolfsburger Seite, beide in Unterzahl.
Für Wolfsburg war zunächst Michael Henrich mit einem sehenswerten Solo zum entscheidenden 6:3 erfolgreich (50.Min). Auf Essener Seite konnte Markus Busch einen sogenannten "shorthander" zum 6:4 Endstand verzeichnen.
Angesichts der vielen Wolfsburger Chancen und einiger Pfostentreffer waren die Gäste am Ende mit diesem Ergebnis durchaus gut bedient - trotz der wirklich starken ersten Spielhälfte.

Mein subjektiver Eindruck:
Essen ist der erwartet offensivstarke Gegner, der ein Garant für attraktive Spiele zu sein scheint. In dieser Serie dürfte wohl jedes Spiel eine Reise wert sein - egal wer am Ende als Sieger vom Eis geht. Bei Callanders Rückkehr dürfte die Ausgeglichenheit der beiden Teams aber wohl endgültig zu unseren Gunsten kippen, da man deutlich merkte, dass Essen nicht die Kondition und die Tiefe im Kader vorweisen kann, um uns in Bestbesetzung zu stoppen. Ich kann mir auch ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Moskitos eine derart hohe Trefferquote wie in diesem Spiel beibehalten können. Das ist aber alles reiner Spekulatius, da man nach einem einzigen Spiel nur wenig Tendenzen ableiten kann - auch was unser Team betrifft. Obwohl der 10.Sieg in Folge sicherlich eine eigene Sprache spricht...

Tor:
Rogles ohne Fehler, hatte leider nicht immer die wünschenswerte Unterstützung seiner Vorderleute. Strahlt die nötige Ruhe aus.

Verteidigung:
Das Experiment Fibiger ist zunächst fehlgeschlagen. Stand bei der Hälfte der Gegentreffer auf dem Eis und verlor in Drucksituationen zu oft die Orientierung. Die Entscheidung ihn am Sonntag wieder aufzustellen ist sicherlich mutig und in sofern sinnvoll, dass er Spielpraxis braucht um wieder an alte Leistungen anknüpfen zu können. Fraglich bleibt jedoch, ob man sich einen momentan doch eher wackeligen Ausländer in der Verteidigung leisten kann, wenn der Gegner soviel Offensivpower mitbringt. Selbst in Bestform sehe ich einen Fibiger jedoch höchstens auf einer Ebene mit Schutte, der in seinen Einsätzen bisher fast immer überzeugte und vor allem sehr gut mit Pudlick harmonierte.
Eben jener Pudlick zeigte sich zudem, wie in längst vergessen geglaubten Zeiten, verunsichert und nur streckenweise in gewohnter Form. Man kann nur hoffen, dass diese Aufbaumaßnahme nicht unangenehme Folgen für unser Team hat.
Beslagic und Genze solide. Danner, Wilhelm und Gödtel starten überraschend souverän in die Play-offs.

Sturm:
Die erste Reihe brauchte fast die Hälfte des Spiels, um Geisberger als Callander-Ersatz zu integrieren. Erst als die Kräfte bei den Gästen schwanden kamen sie besser ins Spiel.
Die zweite Reihe lieferte die ganz große Show: Simon in unglaublicher Form, Kaufmann platzt teilweise vor Selbstbewusstsein und Suchan verhindert im Rückwärtsgang fast mehr Tore als die Verteidiger! Das Zusammenspiel funktionierte derart gut, dass keine Essener Reihe auch nur annähernd gut gegen diese Jungs aussah. Spaß pur für die Fans.
Die dritte Reihe stets bemüht, doch nicht wirklich effektiv. Allein Henrich konnte das ein oder andere Highlight einbauen und zeigte sich, nicht nur wegen seines schönen Unterzahltors, in blendender Play-off Form.

Fans:
Der Fan-Block machte eigentlich das ganze Spiel über irgendetwas in Sachen Stimmung - doch die Unterstützung von der "Sitzschalenfraktion" blieb leider eher dürftig, so dass es nicht die Party wurde, die möglich gewesen wäre. Der letzte Essener Treffer fiel dann auch während eines vielversprechenden Anlaufs zur Welle...irgendwie alles etwas unglücklich. Wird aber sicherlich noch. Mal schauen mit wie viel Leuten wir am Sonntag in Essen sind und was da so geht. mb
 

EHC - ES Weißwasser 6:0

  • Geschrieben von Martin
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Vor einer erstaunlich großen Kulisse zeigten die Grizzlies auch im letzten Heimspiel der Hauptrunde keine Schwäche. Obwohl es für beide Kontrahenten praktisch um nichts mehr ging (Wolfsburg unveränderbar Zweiter, Weißwasser abgeschlagen Vorletzter), wollten über 2200 Zuschauer die ungleiche Begegnung sehen. Und was sie geboten bekamen schürte weiter die Vorfreude auf die nun anstehenden entscheidenden Wochen der Saison.

1.Drittel
Zunächst gestaltete sich das Spielgeschehen eher mäßig aufregend. Weißwasser deutete sofort die auf Schadensbegrenzung ausgerichtete Marschroute ihres Trainers an und verweigerte den kreativen Spielaufbau und fast jegliches Risiko konsequent.
Als die Grizzlies jedoch gleich ihre erste überzahl zum Führungstreffer nutzen konnten, schien zumindest bei den Gastgebern die Spielfreude Einzug zu halten.
Der Treffer ging nach schönem Schlagschuss von Pudlick auf das Konto des geschickt abfälschenden Preston Callander, der mit dem 1:0 seinen 20.Saisontreffer verbuchen konnte (7.Min).
Als Suchan gut zwei Minuten später eine schöne Kombination seiner Reihe zum 2:0 abschloss, schien den Füchsen aus Weißwasser ein deftiges Debakel ins Haus zu stehen - doch das Schussglück war dem EHC nicht unbedingt wohl gesonnen...
Von den zahlreichen Chancen konnte Andrej Kaufmann die sehenswerteste leider nicht verwerten, als er zwei Gegenspieler und den Gästetorwart umkurvte und den Puck mit der Rückhand nicht mehr versenken konnte.
So blieb es trotz zwei weiterer überzahlmöglichkeiten beim 2:0

2.Drittel
Um es vorweg zu nehmen: Die Gäste wurde in diesem Spielabschnitt teilweise äußerst locker vorgeführt und hatten zudem so gut wie keine richtige Torchance.
3:0 durch Herbert Geisberger, der nach seiner Verletzungspause zusehends Fahrt aufnimmt und in der 32.Minute ein schönes Solo mit seinem ersten Treffer nach der Regeneration abschloss.
4:0 in der 33.Min durch Beslagic, der bei angezeigter Strafe gegen Weißwasser vollstreckt.
5:0 durch Henrich, der nach einem wunderschönen Alleingang den Puck im Fallen an Gästekeeper McDonald vorbeizirkelte.
Und die Gäste waren mehr als gut bedient...zum Ende des Drittels hätte es durchaus zweistellig stehen können.
Einzig die 36.Minute verdarb den Fans der Grizzlies ein wenig die Feierlaune: Preston Callander war nach einem fairen Hüftcheck seines Gegenspielers mit einer Verletzung ausgeschieden und bei den verletzungsgeprüften Gastgebern rechnete man mittlerweile fast wie selbstverständlich mit dem Schlimmsten.
Kurz nach Spielende gab es zum Glück die erste Entwarnung bezüglich eines Bänderschadens - offenbar lag nur eine Prellung im Kniebereich vor.

3.Drittel
Der letzte Abschnitt wurde entsprechend der Ausgangssituation nach 40 Minuten von beiden Teams eher verhaltener zuende gespielt. Die Füchse waren heilfroh nur noch einen Treffer schlucken zu müssen und die Grizzlies wollten wohl keine weiteren Verletzungen riskieren, schraubten die Entschlossenheit in der Vorwärtsbewegung ein wenig zurück.
Der EHC nutzte also nur noch in doppelter überzahl (52.Min) eine seiner nach wie vor zahlreichen Chancen zum 6:0 Endstand und sicherte im Gegenzug mit viel Umsicht Jan Münster in seinem ersten Einsatz von Beginn an gleich einen shut-out.
Kapitän Regan hatte sich als letzter in die Torschützenliste eingetragen und damit nunmehr seinen 30.Treffer in dieser Spielzeit verbuchen können.
Todd Simon holte sich kurz vor Schluss noch seine dritte 10 Minute-Strafe ab, um unbelastet in die Play-offs zu gehen - das war es dann auch schon.
Nach der Siegesfeier auf dem Eis, traf die Mannschaft auch bei der Play-off Party im Fan-Treff ein und beantwortete beim ein oder anderen Getränk die Fragen der Fans und gab natürlich auch zahlreiche Autogramme.

Mein subjektiver Eindruck:
Viele Erkenntnisse konnte man aus dieser Begegnung wohl kaum gewinnen. Die Gäste wirkten wie das Kaninchen vor der Schlange, ließen angesichts ihrer Tabellensituation natürlich auch eine gehörige Portion Motivation vermissen.
Positiv hervorheben möchte ich dennoch die Disziplin der Mannschaft, die ihrem Rückkehrer im Tor einen shut-out ermöglichten und auf kopfloses Anrennen zur Aufbesserung der persönlichen Bilanz verzichteten.
Trotzdem blieb die Partie ohne wirkliche Aussagekraft darüber, ob das maximale Leistungsniveau erreicht oder gehalten werden konnte.

Tor:
Münster hatte einen ruhigen Abend. Die wenigen gefährlichen Aktionen der Gäste entschärfte er souverän bzw. wurden von den beherzt eingreifenden Verteidigern zunichte gemacht.
Insgesamt natürlich ein gelungenes Comeback.

Verteidigung:
Unauffällig und solide, machte das Nötige, um den shut-out nicht in Gefahr zu bringen.
über die Belastbarkeit der einzelnen Verteidigerpaare (Genze fehlte, dafür 3 ausländischen Verteidiger) konnte dieses Spiel allerdings keinen Aufschluss geben.

Sturm:
Alle vier Reihen hatten ihre glanzvollen Auftritte, wobei die Reihe um Kaufmann, Simon und Suchan den Gegner mit ihrer Spielkultur hin und wieder geradezu demütigte. Andrej Kaufmann strahlt mittlerweile ein ganz anderes Selbstbewusstsein aus, als zu Beginn der Saison. Folglich wirkte er angesichts des Ausbleibens eines Torerfolgs kaum gehemmt und spielte bis zum Schluss munter drauf los.
Falls Callander nicht doch eine ernstere Verletzung davon getragen haben sollte, bleibt der Ausblick auf torreiche Play-offs mit drei gefährlichen Reihen erhalten. Nicht zu vergessen unsere vierte Reihe, die von einem stetig stärker werdenden Geisberger spürbar profitiert.

Fans:
Das war eine schöne Gelegenheit sich für die Play-offs aufzuwärmen. Dank des munteren Spiels kam sogar trotz Bedeutungslosigkeit ein wenig Stimmung auf, die sicher keinen der anwesenden Zuschauer vergrault haben dürfte. Hoffen wir, dass wir die Humba noch das ein oder andere Mal zu sehen bekommen. Eine Bitte von mir an dieser Stelle: Erklärt bitte möglichst vielen Leuten, dass in den Play-offs die Mannschaften nicht noch einmal aus der Kabine kommen und sich nach dem Spiel auch nicht die Hand geben. Beides geschieht erst nach dem entscheidenden Spiel einer Serie! mb

EHC - Schwenninger Wild Wings 6:2

  • Geschrieben von Martin
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Die Zeichen verdichten sich, dass das Jahr 2007 ein wirklich gutes für den EHC Wolfsburg und seine Fans werden könnte. Nach den beiden letzten Jahren mit Zwangsabstieg, Restemannschaft und jeder Menge Personalsorgen, scheint das Glück allmählich in den Allerpark zurückzukehren. Mit dem nun siebten Sieg in Folge (das Nachholspiel gegen Crimmitschau mitgerechnet) untermauerten die Grizzlies ihre brillante Form und dürfen mittlerweile nicht nur auf dem Papier und in Presseerklärungen ernsthafte Aufstiegsambitionen anmelden.
Auf beeindruckende Art und Weise bekamen auch die Gäste aus Schwenningen, die in den letzten Wochen ebenfalls einen starken Lauf hatten, eben diese Form zu spüren.

1.Drittel
Zunächst deuteten die Wild Wings zumindest an, warum sie nicht nur bei ihrem letzten Gastspiel in Wolfsburg, sondern seit Anfang Februar auch in der gesamten Liga für anerkennende Stimmen gesorgt hatten. Man begegnete dem EHC weitestgehend auf Augenhöhe, hatte aber zu Beginn erst einmal zwei Strafzeiten zu überstehen - was nicht ganz gelang.
Bereits in der 6.Minute brachte Michael Henrich die Gastgeber mit 1:0 in Führung - das Spiel schien seinen gewohnten Lauf zu nehmen.
Die Wild Wings gerieten weiter unter Druck, konnten aber stets auf ihren starken Schlussmann Haas bauen, der sie trotz Chancenplus für die Grizzlies in der Partie halten konnte. Auf der Gegenseite war aber auch Chris Rogles nicht beschäftigungslos - wenn auch nicht annähernd so konstant gefordert. In der 12.Minute wurde es dann kurios: Wie aus dem Nichts jubelten plötzlich die Spieler des EHC, als nach einer eher unscheinbaren Situation hinter dem Gästetor plötzlich der Puck im Netz lag. HSR Schütz entschied zur Freude aller Heimfans auf Tor, ließ sich dann aber von den Schwenninger Spielern die Entstehung des Tors demonstrieren und entschied sich schließlich doch anders. Was war passiert? Der Puck war unter der Bodenstange des Tors hindurch gerutscht, als ein Schwenninger Verteidiger ihn hinter dem eigenen Tor führte. Nach gründlicher Befestigung des Tors ging´s dann mit unverändertem Spielstand weiter.
Schwenningen machte nun den wacheren Eindruck und überzeugte mehr und mehr in der Offensive, die Grizzlies hingegen kassierten in der Folgezeit gleich zwei Strafzeiten und brachten sich zusätzlich in Schwierigkeiten.
ärgerlich: Direkt nach Ablauf der Strafen (doppelte und einfache Unterzahl) schlug es doch noch im Kasten der Wolfsburger ein. Die Frankfurter Leihgabe Radek Kresztan konnte sich in der 17.Min nun schon zum 8.Mal im 9.Spiel als Torschütze in den Spielberichtsbogen eintragen lassen. Mit 1:1 ging es dann auch zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Nachdem die Grizzlies eine überzahl (Ende des ersten Drittels) nicht nutzen konnten und postwendend ihrerseits in der 22.Minute auf Sascha Genze wegen Hakens verzichten mussten, standen die Zeichen für einen spannenden Spielverlauf eigentlich sehr günstig - eigentlich...
Mit einem kapitalen Bock bei eigener überzahl verschaffte der bis dahin hervorragend haltende Rostislav Haas den Gastgebern den spielentscheidenden Vorteil:
Haas will Simons Befreiungsschuss neben seinem Tor annehmen und neu aufbauen, der Puck springt ihm allerdings unglücklich von der Kelle und der beherzt nachsetzende Suchan darf die Früchte seiner fleißigen Laufarbeit ohne Gegenwehr ins leere Tor zum 2:1 verwandeln. Ein Tor in Unterzahl, ein sogenannter shorthander, verfehlt beim betroffenen Team meist nicht seine Wirkung - so auch an diesem Abend.
Die Grizzlies nahmen das fallengelassene Zepter dankend auf und setzten zum Sturmlauf auf den verunsicherten Gast an:
3:1 in überzahl durch Wikström, der den zweiten Rebound verwertete. (27.min)
4:1 durch Andrej Kaufmann (Torfabrik), der ein Zuspiel von Suchan herrlich in den Winkel schlenzte (34.Min).
5:1 eine Minute später durch Wikström, der den Puck über den hockenden Gästekeeper in den Giebel spitzelte.
Ein kleiner Funke reicht zur Zeit offenbar, um das große EHC-Feuerwerk zu zünden.
Als die Gäste dann kurz vor Drittelpause Rogles einzigen Fehler nicht nutzen konnten und selbst das leere Tor nicht trafen, war der Drops gelutscht.

3.Drittel
Strafe WOB, nicht gegebenes Abseits, wieder Strafe gegen WOB, nicht gegebenes Abseits, Tor zum 5:2 durch Whitecotton - so begann der letzte Abschnitt.
Mehr ärgerliches gab es aus Grizzly-Sicht allerdings nicht mehr zu verzeichnen. Sascha Genze holte sich dreißig Sekunden vor Schluss noch die dritte 10 Minuten-Strafe ab und ist gegen Weißwasser gesperrt. Kurz zuvor hatte Todd Simon zum 6:2 getroffen und damit den Endstand hergestellt.

Mein subjektiver Eindruck:
Nach anfänglichen Ladehemmungen reichte ein Aussetzer der Gäste, um diese komplett auseinander zu nehmen. Die Mannschaft präsentiert sich, im Gegensatz zur ersten Saisonhälfte, äußerst nervenstark und behält fast immer die Kontrolle über das Spielgeschehen.
Sehr schön - bitte weitermachen.

Tor:
Bis auf den unbestraften Aussetzer in der 40.Minute tadellose Leistung unserer Nr.45!

Verteidigung:
Pudlick, Beslagic und Genze mit guten Leistungen.
Fibiger noch im Aufbau - nach wie vor der Schwächste der drei Ausländer in der Verteidigung.
Danner und Gödtel leider etwas grenzwertig im Duett - auf keinen Fall eine Idealkombination.

Sturm:
Erste Reihe gefährlich, zweite Reihe brandgefährlich, dritte Reihe wird wieder gefährlicher, vierte Reihe ohne Durchschlagskraft vorm Tor, aber extrem unangenehm für den Gegner.
Herausheben kann man eigentlich nur Andrej Kaufmann, der seine Serie weiter ausbaut - 6 Tore in 4 Spielen. Genial.

Fans:
Stimmungsmäßig eher durchwachsen - man merkt, dass es endlich um etwas gehen muss. Wenn in den Play-offs mehr als nur drei Punkte auf dem Spiel stehen, wird die Stimmung sicherlich noch einmal einen kräftigen Schub bekommen. Gegen Weißwasser könnte man ja noch einmal völlig grundlos feiern, bevor es dann den ein oder anderen wichtigen Grund geben sollte. mb

EHC - ETC Crimmitschau 5:0

  • Geschrieben von Martin
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Vor erwartungsgemäß dünner Kulisse konnte nun also endlich das Nachholspiel vom 18.Spieltag über die Bühne gebracht werden. Die Eispiraten aus Crimmitschau, die lange Zeit am grünen Tisch versucht hatten die Punkte zu bekommen, zeigten sich im Vergleich zu den bisherigen Begegnungen nicht annähernd als ebenbürtiger Gegner. Trotz einiger "entspannter" Phasen der Gastgeber musste der Wolfsburger Goalie bis zum Schluss nicht ein einziges Mal hinter sich fassen.

1.Drittel
Unter Ausblendung der anwesenden Zuschauer hätten die Anfangsminuten locker als Trainingsspiel durchgehen können. Lediglich die durch Wolfsburger Nachlässigkeit entstehenden Kontermöglichkeiten der Gäste konnten diesem Auftakt ein wenig Wettkampfcharakter verleihen.
Doch die Eispiraten wirkten gehemmt, konnten beste Gelegenheiten einfach nicht überzeugend abschließen und ließen somit ihre einzige aussichtsreiche Phase der Begegnung ohne Zählbares verstreichen. Besonders im Powerplay waren die Sachsen an Erbärmlichkeit bestenfalls noch durch die Kaufbeurer Auftritte dieser Saison zu überbieten...
Nachdem Rogles unter anderem eine penaltyähnliche (!) Situation gegen Stähle bereinigt hatte, fuhren die Grizzlies ungefähr ab der Hälfte des Drittels ein wenig ihre Krallen aus.
Ein wilder Kampf wurde es allerdings kaum - fast wie selbstverständlich erzielten die Wolfsburger bis zum Pausenpfiff zwei Treffer, die das Spiel schon fast vorzeitig entschieden.
Das 1:0 fiel in 4-3 überzahl durch Tim Regan, der nach fast 16 gespielten Minuten am langen Pfosten stehend den Puck diagonal unter den Giebel zirkelte.
Nur eine halbe Minute später schlug Andrej Kaufmann zum 2:0 zu und setzte erneut ein Ausrufezeichen hinter seinen offenkundig zurückkehrenden Torinstinkt.

2.Drittel
Die Grizzlies spulten ihr Pensum ohne größeren Aufwand herunter, übten noch ein wenig Unterzahl und hinterließen nach dem zweiten Spielabschnitt einen deutlich deprimierten Leidborg an der Gästebande. Hatte sein Team in den letzten Aufeinandertreffen noch durch eine gewisse Kompaktheit und Sperrigkeit überzeugen können, so war die Crimmitschauer Vorstellung, auch an den Maßstäben eines Play-Down Teilnehmers gemessen, von äußerst erschreckender Harmlosigkeit. Der EHC nahm dieses Geschenk zwar nur bedingt an, erzielte durch erneut Kaufmann in der 32.Minute lediglich noch das 3:0, konnte aber wichtige Kraftreserven unangetastet lassen.

3.Drittel
Der ETC konnte einem fast leid tun - aber eben nur fast, denn wer den allerletzten Biss vermissen lässt darf sich momentan gegen die Grizzlies einfach nichts ausrechnen. Mühe- und glanzlos konnten die Gastgeber das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben, ohne dass die Fans nun vor Euphorie zu platzen drohten...
Das 4:0 besorgte Kapitän Regan, der damit bereits seinen 28.Saisontreffer verbuchen konnte, erneut in überzahl (48.Min), das 5:0 ging auf das Konto von "Sir" Wietfeldt (58.Min).
Dank des am Ende doch recht deutlichen Ergebnis zeigten sich die Zuschauer der nicht nur vom Wochentag her unattraktiven Begegnung deutlicher anerkennender, als die tatsächliche Leistung der Grizzlies es wohl an diesem Abend gerechtfertigt hätte.

Mein subjektiver Eindruck:
Gähn. Ich fand´s eigentlich eher traurig, wie wenig die Eispiraten zu bieten hatten. Einerseits konnte unser Team einen deutlichen Kräftenachteil für die Wochenend-Partien verhindern. Andererseits bleibt zu hoffen, dass sich da keiner unserer Spieler einbildet, dass diese Vorstellung irgendetwas Akzeptables darstellen würde. Pflicht erfüllt - jetzt aber schnell wieder zwei Gänge höherschalten! Mit Landsberg und Schwenningen erwarten uns nicht nur ungleich stärkere Gegner, sondern zwei Mannschaften für die es in diesen Spielen um weit mehr geht als für Crimmitschau, die sich bereits in der Play-Down Vorbereitung befinden (wie auch immer die aussehen mag).

Tor:
Rogles fehlerlos und mit einigen sehr starken Aktionen. Begünstigt durch die mangelnde Durchschlagskraft der Gästestürmer konnte er seinen dritten shutout feiern. Angesichts der teilweise laxen Einstellung seiner Vorderleute stellte dies trotzdem eine bemerkenswerte Leistung dar.

Verteidigung:
Man darf die Crimmitschauer schon ernst nehmen...teilweise wirklich ein wenig frech, was da an Offensivmanövern vorgeführt wurde. Da es nicht ein einziges Mal bestraft wurde, muss nun der Trainer ein wachsames Auge auf einige Kandidaten haben - das darf sich nicht einschleichen!
Hervorheben möchte ich lediglich Fibiger, der sich weiterhin auf einem guten Weg zeigte, und Gödtel, der gerade in Sachen Beweglichkeit in letzter Zeit Erstaunliches offenbart.

Sturm:
Was mich ehrlich erstaunte war, dass mir Henrichs Fehlen in der dritten Reihe tatsächlich auffiel. Aufgrund der Zeit, die diese Reihe nun im Laufe der Saison schon miteinander auf dem Eis stand, vielleicht nicht ganz so verwunderlich und trotzdem...
Reiss machte seine Sache allerdings auch ganz ordentlich, kämpfte wie immer vorbildlich.
Geisberger wirkte in der vierten Reihe noch reichlich gebremst, auch wenn er sich offenbar immer wieder mit zu Ende gefahrenen Checks selbst anheizen wollte.
Die erste Reihe zeigte das gewohnte Spielverständnis, wäre neben Regans Treffern durchaus für zwei bis drei weitere Tore gut gewesen.
Was natürlich (zumindest mir) besonders viel Freude macht, ist die zweite Reihe. Hier scheint Andrej Kaufmann, wenn auch spät, endlich in Wolfsburg angekommen zu sein. Simon steigert sich langsam aber sicher Richtung Play-offs und Suchan sorgt mit seiner Schnelligkeit und dem nötigen Spielverständnis für eine insgesamt sehr positive Perspektive, was die weitere Entwicklung dieser Reihe betrifft.

Fans:
OK. War kein Kracher. War eher eine kurze Stippvisite, bevor es dann am Wochenende gegen Schwenningen wieder richtig zur Sache gehen wird. Ich freu mich jedenfalls weiterhin wie´n Schnitzel auf die kommenden Wochen. mb

EHC - ESC Dresden 10:4

  • Geschrieben von Martin
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Nachdem die Grizzlies zuletzt Wiedergutmachung gegen Kassel und Essen betrieben und die hohen Niederlagen aus den Dezemberspielen fast in gleicher Höhe heimgezahlt hatten, gelang gegen Dresden nun die dritte Revanche in Folge. Zwar waren gegen die Eislöwen bisher keine spektakulären Niederlagen zu verzeichnen, doch das erste Aufeinandertreffen in der Eisarena durfte zurecht als Skandalspiel bezeichnet werden. Nicht nur, dass Ex-Grizzly Mastic mit einer Showeinlage seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Wietfeldt eine (später durch Videobeweis revidierte) Matchstrafe einbrockte - nein: Die Eislöwen durften die letzten 30 Sekunden der Begegnung sogar mit sieben Spielern auf den Ausgleich drängen und diesen auch erzielen, da die anwesenden Schiedsrichter urplötzlich das kleine Einmal-eins verlernt hatten. Besonders Mastic bekam seine unschöne Aktion von den Fans der Grizzlies lautstark zurückgezahlt und dürfte diesen Abend wohl nicht so schnell vergessen. Zumal die erbärmliche Leistung seiner Vorderleute den Wolfsburger Fans immer wieder Munition verschaffte...

1.Drittel
Der bedächtige Auftakt der Grizzlies täuschte zunächst über das tatsächliche Leistungsgefälle zwischen den beiden Teams hinweg. Doch die Gäste aus Dresden sollten aus dieser Phase des Abtasten nie herauskommen...
Es dauerte immerhin bis zur 10.Minute bis der erste Treffer von Preston Callander das folgende Unheil über die Gäste hereinbrechen ließ.
War das 1:0 noch ein Produkt energischen Nachstocherns vor dem Gästetor, so fiel das 2:0 gut zwei Minuten später weitaus sinnbildlicher für den weiteren Spielverlauf:
Andrej Kaufmann darf bis auf Halbdistanz vors Eislöwentor marschieren und genüsslich den Puck im Netz platzieren, während Dresdens Spieler staunend Spalier stehen.
Martin Sekera startete in dieser Situation zeitgleich seine längere Versuchskette, während der er sich bemühte in Mastics Fußstapfen zu treten - 5,8 in der B-Note. Allerdings blieb der recht nachsichtig leitende HSR van Gameren durchweg unbeeindruckt von den Hollywoodambitionen des Gästestürmers und ließ diesen ein ums andere Mal fluchend zur Bank zurück fahren.
Grund zum Jubeln hatte indes nur der EHC. Erneut Kaufmann traf in der 16.Minute zum 3:0 und verwandelte dabei im Powerplay ein schönes Anspiel seines Sturmkollegen Simon.

2.Drittel
Die Eislöwen gerieten nun zusehends in die Rolle eines überforderten Sparringspartners. Reihenweise wanderten die Spieler der Gäste nun auf die Strafbank, da sie die zahlreichen Chancen der Wolfsburger kaum mehr mit fairen Mitteln verhindern konnten.
Trotzdem fiel der nächste Treffer des EHC bei numerischer Gleichzahl - Henrich hatte, fast von der Grundlinie, aus spitzem Winkel genial verwandelt und in der 25.Minute auf 4:0 erhöht.
Es dauerte im Anschluss ganze acht Minuten, bis die Grizzlies ihre zahlreichen überzahlsituationen endlich nutzten. Per Doppelschlag erhöhten sie in der 33. und 34.Minute zur vorzeitigen Entscheidung.
5:0 durch Rainer Suchan, der einen Kaufmann-Pass schön verwandelte.
6:0 durch Callander, der bei angezeigter Strafe Dresdens Goalie Mastic eiskalt verlud.
Dieser hatte das Scheibenschießen auf seinen Kasten und wohl auch die variierenden Schmähgesänge der Wolfsburger Fans endgültig satt und ließ sich gegen Lakosil auswechseln.
Dreißig Sekunden vor Drittelende musste dann leider auch Chris Rogles einmal hinter sich greifen - Wietfeldts Pass in den eigenen Slot war beim Gegner gelandet und nach einer schnellen Kombination ließ Balazs dem Wolfsburger Keeper keine Chance - 6:1.

3.Drittel
Die Wolfsburger Fans feierten, die Dresdener Fans schmollten in oder bereits vor der Halle und der EHC gönnte sich den Bob-Leslie-Gedächtnis-5-Mann-Sturm. So kamen die Gäste letztlich doch noch in den Genuss von drei weiteren Treffern...die die Grizzlies mit vieren ihrerseits beantworteten. Schade bloß, das mit Jan Münster ein viel umjubelter Rückkehrer diese drei Gegentreffer kassieren musste, die allesamt aus Wolfsburger Leichtsinnigkeiten entstanden waren.
7:1 durch Wietfeldt (43.Min).
8:1 durch Suchan, der erneut von Kaufmann in Szene gesetzt wurde (45.Min).
8:2 "Anschlusstreffer" in Unterzahl durch Sekera, der nach einem Beslagic-Patzer von Hruby schön bedient wurde (48.Min).
9:2 durch Regan, der in der 52.Minute in vollem Lauf an Lakosil vorbeiflitzte und aus spitzem Winkel hinter diesem einnetzte.
10:2 durch Pudlick, der eine erneut starke Leistung in der 55.Minute mit einem überzahltreffer krönte.
10:3 durch Menge - erneut in Unterzahl und nach einem Abspielfehler der Grizzlies (57.Min).
10:4 durch Pavel Vit nach einer sehenswerten Kombination (60.Min).
Man hatte zwischenzeitlich den Eindruck, dass die Gastgeber im Rausch der hohen Führung und des zehnten Tors jegliche Vorsicht im Abwehrbereich drangegeben hätten - ansonsten wäre es wohl bei dem einen unglücklichen Gegentreffer geblieben.

Mein subjektiver Eindruck:
Die Verletzten kehren zurück und die Leistungen der Grizzlies explodieren. Wenn man diese Form auch nur annähernd konservieren kann, dann ist mit uns dieses Jahr noch mächtig zu rechnen!
Geschlossen, kämpferisch und in allen Mannschaftsteilen torgefährlich - die Mannschaft zeigt momentan das reale Gegenbild der Idealvorstellung, die man sich anhand der Namen im Kader ausmalen konnte.
Dresden kam in keiner Phase der Begegnung auch nur annähernd über den Status eines Opfers hinaus und muss sich nun ernsthafte Sorgen um den Klassenerhalt machen. Ich kann und will immer noch nicht glauben, dass unser Team den Konkurrenten derart überlegen ist...vielleicht stecken die alle in den Play-off Vorbereitungen, oder in den Play-Down Vorbereitungen, sind grippekrank oder was weiß ich...

Tor:
Rogles granatenstark - die unumstrittene Nummer eins.
Münster nach einjähriger Pause endlich wieder dabei, erwischte die Hurra-Phase der Grizzlies und hatte somit ein wenig Pech, dass er nicht viel Haltbares auf den Kasten bekam.
Die Fans drückten ihm hörbar die Daumen und an dieser Stelle noch ein (nicht ganz ernstgemeinter) Tipp von mir: Penalties trainieren! - Das lernt der Rogles auch mit viel gutem Willen nicht mehr und ist eine echte Kompetenzlücke im Team.
Willkommen zurück, Jan!

Verteidigung:
Fast ausnahmslos gute Vorstellung aller Beteiligten. Fibiger feierte ein gelungenes Comeback und wusste trotz mangelnder Spielpraxis zu überzeugen. Gödtel und Pudlick besonders überzeugend.
Einzig Beslagic schockte mit Harakiri-Aktionen und vereinzelten Ausrutschern. Bei derart hoher Führung sei es unserem Top-Scorer unter den Verteidigern allerdings verziehen, dass er seinen unbändigen Tordrang nicht ganz unter Kontrolle hatte...

Sturm:
Alle Reihen funktionierten - was will man mehr? Die streckenweise bemitleidenswerten Dresdner wussten gar nicht welchen Brand sie zuerst löschen sollten. Die Dauerbedrohung durch drei torgefährliche und eine kämpfende Reihe machte sich entsprechend an der Anzeigentafel bemerkbar.
Besonders erfreulich ist dabei, dass sich mit Andrej Kaufmann ein weiterer Torjäger in die Reihe der Wolfsburger Scharfschützen eingereiht hat, der in den Play-offs durchaus das ein oder andere Mal den Unterschied machen könnte.

Fans:
Dank des erfreulichen Spielverlaufs war durchweg fröhliche Stimmung mit abschließender Party auf dem Eis und den Rängen angesagt. Schön, dass man so langsam etwas aus den letzten Auswärtsspielen in die Eisarena herübertragen konnte. Eine Sache empfand ich allerdings als zu einseitig: Während auf der einen Seite keine Gelegenheit ungenutzt blieb, um gegen Marek zu singen, so verpasste man es besonders im ersten Drittel unserem aufblühenden Torjäger Andrej Kaufmann entsprechend zu huldigen. Wer weiß, was mit ein wenig positiver Aufmerksamkeit bei unserem Andrej noch geht! Ansonsten steigt bei mir langsam aber sicher das Play-off Fieber und es wird wohl Zeit den entsprechenden Urlaub einzureichen... mb  

EHC - ETC Crimmitschau 4:1

  • Geschrieben von Martin
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Der Abend stand ganz klar im Zeichen des Abschieds eines Wolfsburger Eishockeydenkmals. Karl-Heinz Lorenz, seit 10 Jahren mit dem EHC in verantwortlicher Position verbunden, wurde vom Skoda-Vorstandsvorsitzenden Detlef Wittig in den Ruhestand verabschiedet. Wenn dieser Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben auch (noch) nicht im Sinne des Betroffenen war, so merkte man dem langjährigen Geschäftsführer der Grizzlies deutlich an, dass die erste Betroffenheit über diesen Vorgang schon ein wenig einer Mischung aus Erleichterung und Wehmut gewichen war. Nicht zuletzt die anerkennenden Worte des ehemaligen Vorgesetzten, aber vor allem die deutlichen Signale der Fans im Internet und an diesem Abend auch auf der Tribüne hatten ihren Teil dazu beigetragen, dass "Mr.EHC" die Ehrenmitgliedschaft im Aufsichtsrat der Grizzlies und den vorzeitigen Ruhestand bei VW offenbar schon wieder zumindest mit einem lachenden Auge betrachten konnte.
Die folgende Eishockeypartie, bei der zum ersten Mal der neue Sportdirektor "Charly" Fliegauf zusammen mit Coach Krinner hinter der Bande stand, gestaltete sich dann weitaus weniger emotional und riss die Zuschauer lediglich im Mittelabschnitt von den Sitzen.

1.Drittel
Schwungvoll startete der EHC in die erste Partie nach der Länderspielpause und setzte die Gäste umgehend unter Druck. Nachdem der erste Ansturm und zwei fruchtlose überzahlspiele vorüber waren, zeichnete sich allerdings das bereits bekannte Bild einer Begegnung mit den Eispiraten ab: Die Grizzlies stürmen, haben ein nahezu erdrückendes Chancenübergewicht...und kommen nicht an DesRochers vorbei.
Als die Gäste dann auch in den Genuss von überzahlsituationen kamen, verflachte die Partie zusehends. Crimmitschau brachte kaum etwas zustande und die Gastgeber konnten dank ihres überragenden Stellungsspiels zumindest hin und wieder die Zuschauer mit einem gefährlichen Konter wecken. Wirklich Zwingendes gab es in der zweiten Hälfte des Auftaktdrittels jedoch nur einmal zu begutachten, als Eispiraten-Neuzugang Mikulik einen schönen Alleingang gegen Rogles nicht erfolgreich abschließen konnte. Ein Gegentreffer zu diesem Zeitpunkt (16.Min) und in Unterzahl der Gäste wäre vermutlich pures Gift für den weiteren Spielverlauf gewesen. So blieb es bis zur ersten Pause beim 0:0 und lediglich die geniale Vorstellung beider Torhüter konnte einigermaßen begeistern.

2.Drittel
Dieser Spielabschnitt hat sich mittlerweile vom Alptraumdrittel zum stärksten Drittel der Grizzlies gemausert.
Die Gastgeber traten jetzt endlich mit der nötigen Verbissenheit vorm gegnerischen Tor auf, setzten vermehrt auf Abfälscher im Slot und hatten mit dieser Strategie zur Freude ihrer Anhänger den gewünschten Erfolg!
Ganze 67 Sekunden waren gespielt, da klingelte es endlich hinter DesRochers, der auf einen von Kaufmann abgefälschten Genze-Schuss nicht mehr reagieren konnte. Die Erleichterung bei Wolfsburgs verhindertem Torjäger und auf den Rängen war merklich groß...
Und Wolfsburg drückte weiter auf die Tube, brachte die Crimmitschauer Hintermannschaft von einer Verlegenheit in die nächste, was zwei Strafzeiten gegen die leicht überforderten Eispiraten nach sich zog.
Die folgende Powerplay-Gelegenheit konnte in der 27.Minute dann in doppelter überzahl vom stark spielenden Pudlick zum 2:0 genutzt werden. Einen Querpass von Simon nagelte der EHC-Verteidiger humorlos ins untere rechte Eck und ließ dem Gästekeeper nicht den Hauch einer Chance.
Mit der eingangs beschriebenen Strategie gelang den Gastgeber nur anderthalb Minuten später sogar der dritte Treffer - diesmal hatte Henrich einen Schuss von Wilhelm zum 3:0 ins Crimmitschauer Tor gelenkt, so dass die Partie scheinbar entschieden war.
Als die Fans dann wenige Sekunden später sogar das vermeintliche 4:0 durch Wikström bejubelten, deutete alles auf das vorzeitige K.o. der Gäste hin - doch der Treffer fand wegen angeblichen hohen Stocks keine Anerkennung (28.Min). Da es schien, als ob der Schläger erst nach dem Abfälschen des Pucks eine regelwidrige Höhe erreichte, blieb diese Entscheidung äußerst umstritten.
So wurde es fast noch einmal spannend, als Tom Herman in der 35.Minute eine schöne Kombination seiner Reihe zum 3:1 abschloss. Vorangegangen war ein zu zögerliches Klären im eigenen Drittel durch Stefan Wilhelm, das in einem völlig überflüssigen Puckverlust der Grizzlies endete.
Doch rund zwei Minuten vor der Pausensirene des Drittels stellte Eric Dylla mit dem 4:1 den alten Abstand wieder her, als er einen herrlich genauen Pass von Thomas Gödtel im Gehäuse der Piraten unterbringen konnte. Ebenfalls sehenswert war die vorangegangene Puckeroberung durch Wietfeldt und Gödtel, der den freigestocherten Puck gedankenschnell aufnahm und zum Konter davonfuhr.

3.Drittel
Was nun folgte war eher ein munteres Trainingsspielchen. Wolfsburg vernachlässigte die Verteidigung phasenweise schon fast unverschämt - wurde aber selbst bei 3 auf 1 Situationen von den harmlosen Gästen nicht bestraft und hätte im Gegenzug sicherlich noch den ein oder anderen Treffer verbuchen müssen. Die Ernsthaftigkeit des Mitteldrittels war verflogen und das Spiel zockte sich nun seinem Ende entgegen. Die Gedanken der Grizzlies schweiften wohl, nicht nur auf dem Eis, schon Richtung Kassel und dem anstehenden Spitzenspiel gegen den unumstrittenen Tabellenführer.

Mein subjektiver Eindruck:
Wie in allen bisherigen Aufeinandertreffen mit den Eispiraten gestaltete sich die Begegnung streckenweise enorm zäh. Der Gedanke ans Nachholspiel lässt mich zumindest nicht in Euphorie ausbrechen...
Meine Vorfreude auf das Spiel in Kassel konnte diese durchwachsene Vorstellung jedoch nicht im Geringsten trüben - viel zu oft hat man vermeintlich leichte Begegnungen vor einem Gipfeltreffen schon vergeigt...da sind die drei Punkte gegen Crimmitschau schon eine Menge wert!
Dass gegen die Huskies eine derartige Leistung nicht reichen wird, ist wohl allen Beteiligten klar. Da vieles aber durchaus entspannt wirkte, kann man am Sonntag wohl mit deutlich mehr Action von unseren Grizzlies rechnen.

Tor:
Rogles fehlerlos, mit einigen sehr schönen Saves und einer lustigen Puckjonglage im ersten Drittel. Schade, dass er einen individuellen Fehler der Verteidigung mit dem shut-out bezahlen musste.

Verteidigung:
Das Duo Schutte und Pudlick überzeugt weiterhin mit souveränen Vorstellungen.
Genze und vor allem Beslagic wirkten deutlich erholt und strahlten wieder die gewohnte Sicherheit aus.
Gödtel mit einer sehr guten Partie - gutes Stellungsspiel, immer aufmerksam für einen Konter und mit schönem Pass zum vierten Treffer. Der Aufwärtstrend setzt sich bei ihm ungebrochen fort!
Schneider gewohnt zurückhaltend, bekam relativ viel Eiszeit, dürfte aber mit seiner schüchternen Art in den Play-offs keinerlei Rolle spielen.
Wilhelm bleibt das Sorgenkind der Abwehr. Offensiv mit guten Akzenten, stellt er im eigenen Drittel auch nach der kurzen Pause eine echte Gefahr fürs eigene Team dar. Nach dem Bock zum 3:3 gegen Landshut, leitete er mit einer zögerlichen Aktion erneut einen Gegentreffer ein. Ich frage mich, ob man ihn gegen Spitzenteams wie Kassel mittlerweile noch bedenkenlos einsetzen kann - so hart das jetzt klingt, aber spätestens in den Play-offs können seine Aussetzer richtig teuer werden...

Sturm:
Die erste Reihe ohne den oft gesehenen Spielwitz, lediglich Callander überzeugte mit schönen Einzelaktionen - aber das war und ist nicht die eigentliche Stärke dieser Reihe. Regan und Wikström (langsam!) blieben zu blass.
Die zweite Reihe kommt langsam in Schwung. Kaufmann, Simon und Suchan bleiben aber einiges an Durchschlagskraft schuldig.
Mit Wietfeldt und Dylla hatte die dritte Reihe das gewohnt gut harmonierende Duo, an dessen Seite der wohl best bezahlte Arbeiter ohne Spielanbindung der gesamten Liga seine Kreise zieht. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden: Henrich zeigt eine absolut vorbildliche Arbeitsmoral - aber bei einer Rückkehr von Fibiger sollte ihm der Platz auf der Tribüne eigentlich nicht zu nehmen sein. Spielerisch ist er leider total abkömmlich - was für einen Kontingentspieler im Sturm normalerweise das Aus bedeutet.
Guggemos, Seyller und Reiss mit viel Herz und tollem Einsatz gerade in Unterzahl - weiter so!

Fans:
Wir haben Karl noch einmal deutlich gezeigt, dass wir seine herzliche und leidenschaftliche Art sehr zu schätzen wissen. Es bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass die einst so enge Verbindung zwischen Verantwortlichen und Fans sich nicht komplett in Luft auflöst. Herr Fliegauf ist hier ausdrücklich gefordert und wird, wie man bisher erkennen konnte, von den Fans sicherlich eine faire Chance bekommen.
Ansonsten war es gerade zu Beginn des Spiels erstaunlich munter auf den Rängen. Das letzte Drittel hat dann aber die zwischenzeitlich aufkeimende Partylaune deutlich gedämpft...schaun wir mal, ob wir in Kassel etwas zu feiern haben werden. mb