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EHC - Landsberg 2000 4:5

Mit einer katastrophalen Leistung in den ersten beiden Dritteln der Begegnung ließ sich der EHC zum zweiten Mal in Folge vor heimischer Kulisse gnadenlos vorführen.
Besonders das Mitteldrittel scheint es dabei den Spielern der Grizzlies angetan zu haben:
Fast teilnahmslos ließen große Teile der Mannschaft zu, dass man vor heimischer Kulisse geradezu abgeschlachtet wurde.
Da half auch die Aufholjagd im letzten Drittel nichts mehr - im Gegenteil: Beim ein oder anderen Fan hinterließ diese enorme Leistungssteigerung eher zusätzliche Fragezeichen ob der Leistung in den ersten 40 Minuten.
So gingen die drei Punkte am Ende verdient an den Aufsteiger aus dem Süden und Wolfsburg tritt sowohl punktetechnisch als auch spielerisch weiter auf der Stelle.

1.Drittel
Gelang der Start in die Partie noch halbwegs und die Grizzlies konnten den aufgebauten Druck lediglich nicht konsequent in Tore umsetzten, so sorgte ausgerechnet eine Wolfsburger überzahl in der 9.Minute für den Wendepunkt der Begegnung.
McPherson eroberte den Puck, gab zu Wycisk, der keinesfalls in aussichtreicher Konterposition stand und dann...sah Kaufmann äußerst ungeschickt aus, Simon gelang es als letzter Mann nur dürftig den Landsberger neben das Tor zu drängen und Wycisk kann aus der Drehung Kotyk den Puck zum 0:1 durch die Schoner schieben.
Das Publikum war nur kurzzeitig geschockt, hoffte auf eine Trotzreaktion der Grizzlies und trieb das Team weiter nach vorne. Doch schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich kein erfreulicher Eishockeyabend ab - zu lasch wirkte die Spielweise der Gastgeber.
Zwar gelang in der 16.Minute Wikström das 1:1 in überzahl, doch schon zwei Minuten später konnte der Gast durch Vogl mit 1:2 wieder in Front gehen.
Wobei diese Führung in doppelter überzahl für Landsberg zustande kam und die beiden Strafen für Wilhelm und Henrich wegen Spielverzögerung in die Kategorie Dummheit pur fielen.
Ernüchtert ging´s für den EHC in die erste Pause.

2.Drittel
Bedenklich, dass schon so früh in der Saison einem die Superlative aus zu gehen drohen.
Nach dem bescheidenen Auftritt gegen Bremerhaven, stellte der zweite Spielabschnitt gegen Landsberg den kaum für möglich gehaltenen neuen Tiefpunkt der Saison dar.
Große Teile der Mannschaft präsentierten sich in gemeinschaftlicher Urlaubsstimmung und zelebrierten ein Feuerwerk an körperlosem Spiel gepaart mit mangelnder Laufbereitschaft und katastrophalem Zusammenspiel.
Die Chronik dieses traurigen Highlights:
1:3 Grimm darf in überzahl den Puck ins Tor stochern - 23.Min
1:4 Huhn schnappt sich von der Strafbank kommend einen Fehlpass von Beslagic, ab in den Winkel - 25.Min
1:5 McPherson nach ganzen 11 Sekunden überzahl
Kein Torwartwechsel, keine Auszeit, kein Aufbäumen beim EHC.
In der 37.Min offenbarten die Grizzlies dann beim 2:5 durch Kosick wenigstens einen Lichtblick in dieser grausamen Begegnung: Das Powerplay funktionierte bis dahin als eine der wenigen Sachen beim EHC recht respektabel.
Unter Pfiffen schlichen die Wolfsburger Spieler zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Nachdem das Spiel zunächst so weiterging, wie es im 2.Drittel geendet hatte, kämpfte(!) der EHC sich tatsächlich wieder zurück in die Partie.
Kotyk entschärfte zunächst einige sehenswerte Chancen der Gäste, bevor die Grizzlies ordentlich Schwung aufbauen konnten.
ärgerlich: Nach Kaufmanns vielumjubelten 3:5 in den Winkel des Landsberger Tors versauten nur eine Minute später (50.Min) Simon und Brüggemann dem EHC durch überflüssige, in Brüggemanns Fall absolut fragwürdige Strafen die Aufholjagd.
Der "Bandencheck" Brüggemanns gegen einen Nachwuchsspieler der Gäste fiel da wohl eher in die Kategorie Welpenschutz, als in irgendeinen Paragraphen des Regelwerks.
Doch, objektiv betrachtet, hatte der EHC an diesem Abend einfach nicht einen einzigen Punkt verdient.
Die doppelte Unterzahl wurde souverän überstanden, das 4:5 durch Wietfeldt in der 55.Minute ließ noch einmal Hoffnung aufkeimen, doch am Ende wirkten die Gastgeber erneut zu wirr und zahnlos, um ohne Torhüter bei 6-5 noch etwas zu bewirken.
Ein äußerst peinlicher Eishockeyabend fand sein unrühmliches Ende.

Mein subjektiver Eindruck:
Die 10.-40. Spielminute stellten eine bodenlose Frechheit am zahlenden Publikum und allen die Eishockey in Wolfsburg lieben dar.
Emotionsloses Robotereishockey gepaart mit dem Körperspiel einer männlichen Cheerleadertruppe - ich könnte einfach nur noch kotzen!
Selbst als man doch mal das Tütü aufraffte und sich reinhängte meinten wohl einige im Team, dass sie das nichts angeht bzw. es wirkte schon fast wie Sabotage am eigenen Team.
Ich habe echt lange gewartet, bis ich diesen Spielbericht verfasst habe, aber sorry: Das macht´s nicht besser!
Es gab sicher auch Lichtblicke, dazu gleich mehr...
Insgesamt eine mir unerklärliche Leistung - vielleicht sind die Jungs einfach zu erschöpft von der langen und reiseintensiven Vorbereitung und haben momentan ein Konditionsloch (besser jetzt, als später) - ich weiß es nicht.

Tor:
Tja. Eine wirklich faire Chance bekommt er von diesem Team nicht. Man muss es so hart sagen.
Bei zwei Treffern sah er wahrlich nicht gerade glänzend aus. Vor allem der erste Gegentreffer knackste offenbar sowohl seine, als auch die Psyche der Mannschaft zu sehr an.
Ansonsten dürfte Rogles Vorfreude auf seine Rückkehr seit gestern ein wenig kleiner geworden sein.
Warum Agricola nicht reindurfte, wird mir allerdings ein absolutes Rätsel bleiben...

Verteidigung:
Totalausfall. Zu lahm, zu schlaff, ohne Herz und Spielaufbau.
Besonders Elvis und Pudlick fielen streckenweise durch Zeitlupeneishockey unangenehm auf.

Sturm:
Positiv - die zweite Reihe, Wietfeldt kämpft 60.Min, Dylla überzeugt sofort und könnte schon bald eine der beiden anderen Reihen deutlich aufwerten.

Neutral - Seyller und Geisberger bemüht, Wikström und Kaufmann mit Licht und Schatten.

Negativ - Simon ist offenbar irgendwie unpässlich...in der Rückwärtsbewegung unterirdisch, keine Bindung an seine beiden Mitspieler, teilweise dämliche und fahrlässige Aktionen.

Katastrophe - Michael Henrich. Offenbar lebt der Mann in einer Welt, in der die anderen gleichgekleideten Athleten nur auf dem Eis sind, um ihn in Szene zu setzen. Kein Spielverständnis, kein vernünftiges Passspiel, trifft oft falsche Entscheidungen, setzt sich nicht durch. Das bisher gezeigte ist schlechter, als das was man von vielen deutschen Spielern in dritten Reihen angeboten bekommt. Insgesamt eine bodenlose Frechheit. Selbst in der vierten Reihe (wo er momentan hingehört) wäre er mit dieser Einstellung eine Strafe für seine Nebenleute.

Fans:
Man tut, was man muss. Die Stimmung im letzten Drittel müsste auch dem letzten Spieler klar gemacht haben, was wir sehen wollen.
Wenn´s so weiter läuft, sind wir jedenfalls bald ein sehr erlesener Kreis... mb
 

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