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EHC - EHC München 3:2

Der Abend stand mit dem Besuch von Xavier offensichtlich unter einem guten Stern.
Nachdem der Wolfsburger Torjäger schon vor seinem Auftritt auf dem Eis Unterschriften am Fließband leisten musste, hatte seine Begrüßung mit der Mannschaft und seine Ansprache an die Fans extrem hohen "Kloß im Hals-Faktor".
Nach den doch eher erschreckenden Leistungen der letzten Spiele hatten offenbar viele Fans nur wegen Xavier Gnade vor Recht ergehen lassen und so waren es dann doch rund 1700 Zuschauer, die den Wiedergutmachungsversuch der Grizzlies sehen wollten.

1.Drittel
Der EHC zeigte gleich in den ersten Minuten der Begegnung das, was die mitgereisten Fans vom Crimmitschau-Spiel den Daheimgebliebenen zu berichten wussten.
Mit viel Einsatz und Tempo, teilweise gelungenen Spielzügen und jeder Menge ausgelassenen Torchancen gaben die Grizzlies einen guten überblick über den momentanen Stand der Entwicklung im Team.
Ebenso wie zuletzt gesehen gingen dann auch die Gäste mit ihrem ersten Powerplay und ihrem ersten ernst zu nehmenden Torschuss in Führung.
Das 0:1 in der 10.Minute durch Rautert weckte bei großen Teilen des Publikums offenbar recht unangenehme Erinnerungen...
Doch der EHC blieb standhaft und führte das Spiel auf ein Tor konsequent weiter - mit Erfolg!
Als Tim Regan, nach wunderschöner Vorarbeit durch Callander und Kosick, seinen sechsten Saisontreffer zum Ausgleich im Netz hinter Wild versenkte, da zeigte die Stadionuhr Folgendes an:
1.Drittel 11:11 1:1 - man war versucht, angesichts des Besuchs der #11 Xavier Delisle, darin ein Zeichen zu sehen...
Auf jeden Fall setzte das Wolfsburger Team weitere Zeichen und den Gast aus München weiter unter Druck.
Nach einigen ausgelassenen Chancen fiel in der 18.Minute dann doch noch das 2:1 für die Grizzlies.
Bezeichnend für den Verlauf des Drittels - und auch des gesamten Spiels - fiel der Treffer durch Wikström aus einem unüberschaubarem Gestocher vor Gästekeeper Wild, währenddessen nicht nur fast sämtliche Spieler beider Teams vor und um das Tor standen, sondern auch ein Wolfsburger Spieler auf dem Torhüter der Münchner Platz genommen hatte.
Zur allgemeinen Verwunderung zählte der Treffer und mit einer knappen Führung ging´s für die Grizzlies in die Kabinen.

2.Drittel
Nun verabschiedete sich leider die spielerische Linie bei den Gastgebern ein wenig - der Einsatz stimmte aber weiterhin. Da die Gäste zu keiner Phase der Begegnung wirklich spielerisch überzeugen konnten, entwickelte sich ein leider zunehmend unansehnliches Spiel, das eher mit Krampf und Kampf, als mit begeisternden Spielzügen daherkam.
Beide Teams durften dann je dreimal ihr überzahlspiel ausprobieren, leider nur mit Erfolg bei den Gästen, die in der 36.Minute durch Sandrock zum 2:2 Ausgleich kamen.
Besonders ärgerlich: Der Treffer fiel im direkten Gegenzug eines mustergültigen Konters über Kapitän Regan, der ein Break klasse zu Ende fuhr, Wild zum Hinlegen brachte und dann den Puck nicht über dessen Schoner gelupft bekam.
Das Wolfsburger Powerplay hingegen legte mit fortschreitender Spielzeit deutlich an Ungenauigkeit zu und es sollten noch einige Situationen folgen...

3.Drittel
Die Grizzlies konnten nun wieder etwas mehr Linie ins Spiel bringen, die Chancenauswertung und vor allem das Powerplay blieben allerdings weiterhin gruselig.
Trotzdem gelang den Gastgebern tatsächlich ein Tor in überzahl (aus neun Situationen insgesamt)!
Der erneut vorbildlich arbeitende Mark Kosick war es, der in der 44.Minute den Schuss von Mike Pudlick gemeinsam mit Regan über die Linie stochern konnte - anders war da wohl auch nichts drin. Das Stellungsspiel der Grizzlies im Powerplay löste sich bis zum Ende der Begegnung immer weiter auf und verhinderte so ein frühzeitiges "Zubinden des Sacks".
Als München kurz vor Schluss den Goalie vom Eis nahm wurde es sogar noch einmal gefährlich für die Wolfsburger.
Doch Chris Rogles, der eine überzeugende Heimpremiere feierte, hielt die drei Punkte fest.
Mit Wohlwollen, aber ohne größere Euphorie, nahm das Wolfsburger Publikum diesen Schritt in die richtige Richtung zur Kenntnis und zollte dem Team eher gedämpften Applaus.

Mein subjektiver Eindruck:
Am Willen der Mannschaft gibt es für mich momentan keinen Zweifel. Offenbar hat nach dem Debakel gegen Landsberg auch der letzte im Team begriffen, dass harte Arbeit angesagt ist.
Vor allem, wenn die eigentliche Top-Reihe des Teams vermutlich noch einige Wochen brauchen wird, um produktiv zu werden.
Das schönste an diesem Abend war sicherlich der Besuch von Xavier, trotzdem bin ich ein wenig irritiert, dass mich (und offenbar viele andere auch) der Auftritt der Grizzlies im anschließenden Spiel nicht sonderlich mitgerissen hat.
Ich hoffe wirklich sehr, dass die Euphorie und das Rauscherlebnis, das für mich einfach zum Eishockey dazu gehört, in nächster Zukunft wieder nach Wolfsburg zurückkehren.

Tor:
Rogles wirkte bei seiner Heimpremiere sehr überzeugend und hochmotiviert. War sehr viel ums Tor herum unterwegs, bügelte Abspielfehler als sechster Mann aus und bemühte sich um einen schnellen Spielaufbau. Ansonsten blieb er fehlerlos und hielt alles, was haltbar war.

Verteidigung:
Beslagic und Pudlick mit ansteigender Form - beide schneller unterwegs, als zuletzt gesehen.
Brüggemann leider mal wieder mit einigen Tollpatschigkeiten und zu wenig Spielübersicht - Kopf hoch, Lars!
Fibiger mit einem bärenstarken Auftritt! Sehr flink, sehr aggressiv - weiter so!
Danner und Wilhelm wirkten leider hin und wieder etwas unaufmerksam bzw. überfordert und brachten den EHC in die ein oder andere prekäre Situation...
Gödtel und Schneider waren nicht zu sehen.

Sturm:
Die zweite Reihe trat genial wie immer auf. Ich oute mich hier einfach mal als Kosickfan - der Junge nimmt bei uns eine absolut geniale Entwicklung. Gekämpft hat der ja schon immer bis zum geht nicht mehr, aber was sich letzte Saison schon abgezeichnet hat baut er jetzt weiter aus: Spielwitz und -übersicht scheinen bei ihm immer weiter zu wachsen und er nimmt den Kopf so oft hoch, wie ich mir es letzte Saison noch gewünscht habe. Das könnte seine Saison werden.
Aber auch Wietfeldt und Wikström gefielen mir zusammen recht gut, Seyller wie immer sehr, sehr griffig.
Geisberger war nicht zu sehen - musste zuschauen.
Tja. Die erste Reihe...
Simon deutlich verbessert, nicht mehr so viele Fehlpässe, Direktabnahmen funktionieren immer noch nicht.
Dylla ein Drittel lang sehr überzeugend, danach mit Konditionsproblemen - Trainingsrückstand.
Henrich deutlich bemüht, arbeitete hart, versuchte seine Mitspieler zu sehen, aber immer noch kein instinktives Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten...nicht einmal im Ansatz.
Zum Powerplay - Stellungsspiel aus der Hölle! Am Ende keine Positionstreue mehr zu erkennen, teilweise so absurde Bilder wie: Drei Leute vorm Tor + zwei auf einer Seite = Einladung zum Break.
Da muss jeder wissen, wo seine Position ist und in welchem Radius er sich bewegen darf und soll(!).

Fans:
Das war gar nichts. Das war einfach nur leise und lahm und das lag bestimmt nicht daran, dass ich mal aus gesundheitlichen Gründen und andere aus anderen Gründen nicht getrommelt haben. Da war insgesamt einfach keine Euphorie vorhanden - hoffentlich kommt die irgendwann zurück...
Vielleicht war ich ja nicht der einzige Kranke. mb

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