header
Log in
A+ A A-

EHC - ESC Essen 3:2

Die Siegesserie geht weiter! Wenn auch am Ende der Partie ein wenig Glück herhalten musste, so waren die Grizzlies dank einer aufopferungsvollen Vorstellung und einer hervorragenden Moral der verdiente Sieger.
Somit fand
das Wiedersehen unseres Trainers mit seinem alten Verein und einigen leicht paranoiden Anhängern des selbigen ein Happyend - natürlich aus Wolfsburger Sicht gesehen. So ließ es sich der Wolfsburger Trainer auch nicht nehmen die Moskitofans mit einem fröhlichen Winken auf die Heimreise zu schicken...ein Schelm der Böses dabei denkt.

1.Drittel
Der EHC übernahm sofort das Kommando auf dem Eis und versuchte, wie man es von einer Heimmannschaft meist erwartet, das Spiel zu machen.
Essen hingegen trat zunächst zwar gut geordnet, aber eher auf Konter ausgerichtet, auf - wie man es wiederum von einer Gastmannschaft erwartet...
Torerfolge konnte aber keines der beiden Teams in den ersten zwanzig Minuten verbuchen.
Die Grizzlies scheiterten mit ihren größtenteils herausgespielten Chancen, die Moskitos hingegen konnten ihre Kontergelegenheiten genauso wenig nutzen, wie die Chancen, die sich aus Wolfsburger Fehlern ergaben.
Besonders erwähnenswert waren des weiteren die ersten Kostproben des überzahlspiels auf beiden Seiten:
Durfte Wolfsburg nur einmal diese Disziplin üben, so bekam Essen gleich dreimal die Gelegenheit sich in numerischer überlegenheit zu blamieren.
Es sollte im Laufe der Begegnung keine Besserung in diesem Bereich mehr eintreten - im Gegenteil!

2.Drittel
Die Gangart der Moskitos wurde nun ein wenig ruppiger. Vor allem Neuzugang Johansson setzte bis zu seinem Abgang einige unrühmliche Glanzlichter.
War es zunächst einer seiner Teamkollegen, der EHC-Kapitän Regan kurz nach Anpfiff per Ellbogencheck an der Bande entlang checkte und zum ärger der Grizzlies ungestraft davonkam, so wanderte Johansson wenige Sekunden später wegen eben jenem Vergehen auf die Strafbank.
Das anschließende überzahlspiel der Grizzlies gehörte zwar zu den besseren des Abends, brachte aber nichts Zählbares hervor.
Kaum waren die Gäste wieder komplett, war auch schon der Puck hinter dem glänzend aufgelegten Chris Rogles im Netz - 0:1 in der 24.Minute durch Puhakka, der von Strömberg mustergültig am langen Eck bedient worden war.
Doch der Treffer schien Johansson in seinem negativen Tatendrang nicht zu beschwichtigen:
Nur 20 Sekunden später hieß es für den schwedischen Verteidiger "Duschen gehen". Er hatte abseits des Geschehens am Mittelkreis einen Stockstich begangen - Opfer war wiederum Tim Regan, dem zunächst die Luft wegblieb. Doch diesmal hatte ein Linesman aufgepasst und so war die Partie für den Neumoskito beendet.
Die folgenden fünf Minuten überzahl blieben weitestgehend ereignislos und machten den Anhängern des EHC nicht gerade Mut, lediglich Wietfeldt traf einmal den Pfosten.
Eben jener war es dann in der 33.Minute, dem offensichtlich der Kragen platzte und einfach mal mit dem Kopf durch die Wand wollte...mit Erfolg!
Aus dem allgemeinen Gewürge kämpfte er sich durch mehrere Gegner in eine aussichtsreiche Schussposition in Halbdistanz und zog einfach mal ab - 1:1 durch einen abgefälschten Schuss ins Eck.
In der letzten Minute tauschten dann nach einem Gerangel vorm Essener Tor Wikström und Schopper "Zärtlichkeiten" aus und wenige Sekunden vor Drittelende wanderte Mike Pudlick völlig überflüssigerweise auf die Strafbank, nachdem er einen Fehler an der eigenen Blauen nur durch ein Foul ausbügeln konnte.
Das sollte seine letzte Aktion bleiben. Toni Krinner gab ihm im letzten Drittel ein Pause zum Nachdenken.

3.Drittel
Die Moskitos starteten furios ins Drittel. Strömberg fuhr vom Bullypunkt direkt aufs Wolfsburger Gehäuse und verzog nur knapp über die Latte.
Danach folgte schon bald das gewohnte Bild eines überzahlspiels. Doch nicht nur in diesem Powerplay, sondern auch in noch zwei folgenden (49.-53.Minute) wurden die Essener von den Grizzlies geradezu vorgeführt. Man hatte zeitweilig das Gefühl, dass die Moskitos sich mehr über eine Strafe gegen Wolfsburg ärgerten, als die Gastgeber selber. Bedeutete es doch meist mehr Gefahr fürs Essener Tor, als für das der Grizzlies.
So fiel Mulocks Treffer zum 1:2 in der 54.Minute per Konter und bei numerischer Gleichzahl.
Wolfsburg war zum wiederholten Male zu weit aufgerückt und so nutzten die Gäste endlich eines ihrer Breaks zum Führungstreffer.
Doch auch wenn auf den Rängen erst einmal Sprachlosigkeit einkehrte und die Gästefans schon den Auswärtssieg in trockenen Tüchern wähnten (wer kann es ihnen nach einer so torarmen und holprigen Partie verdenken), so schalteten die Grizzlies überraschend für alle noch einen Gang hoch und drehten das Spiel innerhalb der folgenden drei Minuten.
2:2 durch Callander nach einer wunderschönen Kombination der zweiten Reihe. (56.Min)
3:2 durch Henrich, der den Puck aus einem wilden Gestocher vor Reimer in die Maschen lupft (57.Minute)
Im Gegensatz zum zweiten Treffer gegen München haftete dem Treffer kein Torraumabseitsverdacht an, da jegliche Torwartbehinderung aus Zweikämpfen von Feldspielern hervorging und somit keinerlei direkte Behinderung des Torhüters vorlag.
Leider scheinen sowohl die weiterhin gültigen Torraumabseitsregelungen, als auch die zur neuen Saison gültigen änderungen an Teilen der Essener Anhängerschaft vorbeigegangen zu sein. Anders lassen sich so manche Kommentare nicht erklären...
Mit Kampf und Geschick brachte der EHC diesen last-minute Sieg über die Zeit und die Erleichterung bei allen Beteiligten war spürbar riesengroß.

Mein subjektiver Eindruck:
Schön war das nicht, aber jeder Sieg gibt uns zusätzliche Zeit die neu zusammengestellten Reihen eins und drei besser aufeinander abzustimmen.
Vor allem das Unterzahlspiel wusste zu gefallen, profitierte aber von der Katastrophenvorstellung der Essener überzahlformationen.
Das eigene überzahlspiel bedarf allerdings noch extremer Verbesserung - da klappte ja so gut wie nix, auch wenn man sich nicht so wie Essen ständig selber in Bedrängnis brachte.
Insgesamt fehlt dem Team das blinde Verständnis, das unsere zweite Reihe an den Tag legt und das den Gästetrainer wohl dazu veranlasste seine eigene erste Reihe vornehmlich gegen unsere zweite aufs Eis zu schicken.
Die spielerische Dominanz aus Mikes-Zeiten scheint vorerst verloren - vielleicht sollte man sich langsam daran gewöhnen...

Tor:
Rogles, die alte Spaßkanone, mit genialer Vorstellung. Man merkt besonders bei der Ehrenrunde, wie gut es ihm momentan geht und wie viel Freude ihm sein Job in Wolfsburg mittlerweile macht.
Im Spiel entwickelt er teilweise Conklinsche Züge, die mich dann teilweise doch recht nervös machen - bisher bügelt er aber jeden misslungenen Ausflug persönlich wieder aus.

Verteidigung:
Insgesamt recht solide, aber ohne entscheidende Impulse im Spielaufbau.
Brüggemann wirkt nach und nach wieder zu unbeweglich und zu unaufmerksam - ich hoffe auf Besserung.
Wilhelm teilweise defensiv etwas überfordert und mit taktischer Disziplinlosigkeit. Hinter dem gegnerischen Tor hat der junge Mann, glaube ich, nichts verloren.
Ob die Denkpause für Pudlick was gebracht hat, werden wir sehen. Ich glaube aber, dass er momentan schon sein Bestes zu geben versucht.
Elvis weiter mit ansteigender Form, Gödtel war nicht zu sehen.

Sturm:
Die zweite Reihe wird mittlerweile, zurecht, auch vom Gegner wie die erste Reihe behandelt.
Die dritte Reihe mit Kaufmann, Wietfeldt und Wikström deutete ihre Möglichkeiten an, blieb aber über weite Strecken ohne Spielfluss. Wietfeldt erneut 60 Minuten granatenstark.
Die vierte Reihe mit Seyller, Geisberger + wechselndem Mitspieler fand nicht die komplette Spieldauer statt, da Seyller nach einigen Böcken zusehen musste.
Die "erste" Reihe:
Henrich versucht sich mehr und mehr am Teamplay, bekommt aber teilweise einfach nicht die Zuspiele, die er braucht -> steigert sich langsam.
Dylla gibt alles, hat die beste Spielübersicht in dieser Reihe und macht definitiv Lust auf mehr. Sollte die Leaderposition in dieser Reihe übernehmen und Simon und Henrich klare Ansagen machen -> muss intern zum Führungsspieler der Reihe bestimmt werden.
Simon ist momentan ein heißer Kandidat für die Tribüne, ignoriert seine Mitspieler und versagt taktisch ein ums andere Mal -> Frechheit!

Fans:
Die Stimmung wird langsam wieder besser. Vielleicht kann das Spiel gegen Köln noch einmal einen zusätzlichen Schub auslösen und die Halle bebt nicht erst, wenn wir in Führung gehen. mb