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Pokal: EHC - Kölner Haie 0:4

Tja. Anderes Jahr, gleicher Wettbewerb, gleicher Gegner und...leider das gleiche Ergebnis.
Vor der stattlichen Kulisse von über 2900 Zuschauern gelang den Grizzlies eine äußerst beherzte und streckenweise begeisternde Vorstellung.
Großes Manko der Gastgeber, bei denen Trainer Krinner einige Umstellungen vorgenommen hatte, blieb die aus dem Ligenspielbetrieb bekannte Chancenauswertung. Kein einziger Treffer war dem EHC gegönnt, der von seinen Fans nach Spielende mit reichlich Applaus aufgemuntert wurde.
Die Gäste hingegen, die von enttäuschend wenig Fans begleitet wurden (ca.30), konnten ab dem zweiten Spielabschnitt mit äußerst kontrolliertem Spiel die Grizzlies in Schach halten und den Sieg sicher nach Hause bringen.
Ging der Sieg der Gäste durchaus in Ordnung, so fiel er sicherlich viel zu hoch aus - eine derartige überlegenheit der Haie war in kaum einer Phase des Spiels zu erkennen.
Vor dem Spiel gab es jedoch erst einmal eine überraschung für das Wolfsburger Publikum:
Publikumliebling Ivan Ciernik, der seit dem Zwangsabstieg der Grizzlies in Diensten der Kölner steht, richtete in gewohnt bescheidener Art einige Worte an die Fans und sicherte seine Teilnahme am Benefizspiel zugunsten Xavier Delisles zu.

1.Drittel
Wolfsburg gleich mit voller Kraft voraus, setzte die Gäste zunächst mächtig unter Druck und erspielte sich einige gute Chancen.
Schon die ersten Minuten der Begegnung reichten den Grizzlies, um sich für den Rest der Begegnung die Sympathien der Fans zu sichern, denn schon hier zeigten sie, dass der Wille den anwesenden Zuschauern etwas zu bieten absolut vorhanden war.
Die Haie hingegen brachten sich zu Beginn durch einige Strafzeiten zusätzlich in Bedrängnis und konnten von Glück sagen, dass der hervorragend agierende Jonas nicht ein einziges Mal hinter sich greifen musste.
Ab Mitte des Drittels waren es dann aber nur noch die Grizzlies, die sich mit Strafzeiten selber schwächten, wobei im Laufe des Spiels HSR Neubert die Wolfsburger mit reichlich fragwürdigen Entscheidungen "verwöhnte".
Nachdem auch Rogles sich mehrfach gegen seinen alten Club auszeichnen konnte, war es dann Preston Callander, der die größte Torchance des Drittels auf der Kelle hatte.
Kurz vor Ende des Spielabschnitts hatte er nach schöner Kombination den Weg allein vor Jonas gefunden und zirkelte den Puck zum Entsetzen der Grizzlyfans lediglich an die Latte.
Es sollte leider nicht die einzige ungenutzte Großchance der Gastgeber bleiben.

2.Drittel
Leider ging der Auftakt des Drittels aus Wolfsburger Sicht gründlich in die Hose:
Sascha Genze verliert den Puck unglücklich hinter dem Tor an Furchner, der passt auf Lindsay im Slot, der das Spielgerät ohne viel Schnickschnack zum 0:1 im Winkel des Wolfsburger Tors unterbringt.
Fans und Spieler der Grizzlies blieben aber nur kurz geschockt - sofort wollte man die Scharte wieder auswetzen...nur jetzt hatten die Haie ihre stärkste Phase und zu allem überfluss gönnte HSR Neubert den Gastgeber ab diesem Zeitpunkt eine nur kurzfristig unterbrochene Dauerunterzahl bis Ende des Drittels.
So war das 0:2 durch Lüdemann in der 30.Minute nur wenig überraschend ein Powerplaytor...
Doch die Gastgeber ließen sich weder durch sicherer auftretende Haie, noch durch die teilweise hanebüchenen Entscheidungen des Referees beirren und kämpften unermüdlich weiter.
In den Unterzahlpausen gelang es ihnen sogar die ein oder andere hochkarätige Möglichkeit heraus zu spielen...ein Tor wollte aber weiterhin nicht gelingen.

3.Drittel
Wenn sich nun die Strafzeitenverteilung auch wieder ausgeglichener gestaltete, so blieb die Chancenauswertungen sehr, sehr unterschiedlich.
Wolfsburg ließ weiterhin beste Chancen aus, Köln schlug hingegen noch zweimal zu:
0:3 in der 47.Minute durch Adams, der mit einem knallharten Schuss ins kurze Eck fast aus dem Nichts einen weiteren Treffer auf dem Konto der Kölner verbuchen konnte.
0:4 in der 58.Minute durch McLlwain, der bei angezeigter Strafe und mit einem Wolfsburger im Schlepptau den Puck irgendwie an Rogles vorbeimogelt.
Da die Haie einfach abgeklärter und zielsicherer zu Werke gingen, war ihr Sieg letztendlich völlig verdient...wenn auch am Ende viel zu hoch.
Zum Abschied gab´s noch eine kleine Faustkampfeinlage durch Regan und Marshall, die nicht nur dem Wolfsburger Spieler ein wenig beim Frustabbau half.

Mein subjektiver Eindruck:
Es ist schon sehr erstaunlich zu was unser Team fähig ist, wenn sich wirklich ALLE voll reinhängen. Lediglich die schon fast albtraumhafte Abschlussschwäche lässt sich scheinbar nicht unter Kontrolle bringen.
Man kann nur hoffen, dass die Jungs trotz fehlendem Torerfolg ein wenig Blut geleckt haben und jetzt auch mal ausprobieren, wie es sich mit so einer Einstellung gegen einen gleichwertigen Gegner spielt - könnte Spaß machen!!!

Tor:
Rogles wunderbar. Tolle Paraden, Spielzüge unterbunden, viel hinterm Tor mitgespielt und gegen seinen alten Verein natürlich hochmotiviert. Bisher mit Abstand unser bester Kontingentspieler.

Verteidigung:
Fast alle sehr zuverlässig, solide und teilweise mit mehr Spielübersicht, als gewohnt.
Genzes Fehler war zwar nicht unerheblich, seine Leistung stimmte aber trotzdem. Auch Pudlick machte mit Gödtel zusammen einen erstaunlich guten Job.
Brüggemann mit einem guten ersten Drittel, dann war mal wieder die Luft raus - Risikofaktor.

Sturm:
Durch Kosicks Ausfall traten wir zum ersten Mal seit Saisonbeginn mit keiner eingespielten Reihe an.
Angesichts dieses Umstands schlugen sich die neu formierten Reihen (davon zwei mit Simon) recht ansehnlich.
Die vierte Reihe mit Seyller, Geisberger und Breiter überzeugte sogar nicht nur durch fantastischen Einsatzwillen, sondern tatsächlich auch durch Torgefahr - die Kölner Spieler schauten teilweise recht genervt aus der Wäsche angesichts des Wirbelsturms, den unsere Youngster entfachten.
Simon spielte zum ersten Mal annähernd so, wie man es von ihm erwarten kann. Sollte er das im Ligabetrieb gleich wieder einstellen, dann sollte man sich langsam über eine Vertragsauflösung Gedanken machen...
Henrich machte seine erste wirklich akzeptable Partie an der Seite von Wietfeldt und Dylla - hoffen wir, dass wir da doch noch ein Plätzchen für ihn gefunden haben an dem er aufblühen kann.
Callander hätte zum Held des Abends werden können, wenn er nur die Hälfte seiner Chancen verwandelt hätte...hat er aber nicht.

Fans:
Das war fast wieder so, wie man es sich als Fan wünscht. Die Haupttribüne heizt an, das Team füllt Treibstoff nach und dann brennt die ganze Halle. Na, ja - vielleicht etwas übertrieben, aber für ein Spiel, in dem wir nicht ein einziges Mal wirklich jubeln durften, war die Stimmung richtig gut. Wenn doch nur öfter mal ein paar Zuschauer mehr kämen - aber da ist das Team gefordert mit guten Leistungen Werbung zu machen. mb