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EHC - SC Bietigheim Bissingen 4:5nV

Der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen scheint, zum Leidwesen der Grizzlyfans, momentan wieder abzuebben. Nach der peinlichen Vorstellung in Bremerhaven weiß das Team von Toni Krinner erneut nicht zu überzeugen und verliert vor heimischer Kulisse zwei der drei möglichen Punkte.
Stichwort Kulisse: Den Grizzlies laufen langsam, aber beständig die Zuschauer davon. Nach der Anti-Werbung in Bremerhaven wollten nicht einmal mehr 1500 Zuschauer die Begegnung gegen den alten Zweitligarivalen aus Bietigheim sehen, die mit einem durchaus klangvollen Kader angereist waren.

1.Drittel
Wie um den am Freitag Daheimgebliebenen einen nachträglichen Eindruck vom Auswärtsdebakel zu geben, legten die Wolfsburger erst mal einen sauberen Fehlstart hin.
Wikström spielte hinter dem eigenen Tor schon nach wenigen Sekunden den tödlichen Pass...leider zum Gegner. So musste Grosch nach 37 gespielten Sekunden lediglich an Jacques weiterreichen, der die Hartgummischeibe im rechten Winkel zum 0:1 unterbrachte.
Ein sehenswertes Tor - wenn auch nicht völlig unhaltbar, aber in der Entstehung so nicht vorhersehbar.
Der EHC blieb zunächst völlig von der Rolle, konnte sich zum Teil kaum aus dem eigenen Drittel befreien und, man höre und staune, erst in Unterzahl fand das Team ein wenig zu sich zurück. Wikström war nach einem völlig überflüssigen Foul abseits des Pucks auf die Strafbank gewandert, durfte aber erst nach zwei Minuten wieder aufs Eis, da kein weiterer Gegentreffer fiel.
Trotz leichter Stabilisierung der Hausherren, blieben die Gäste etwa bis Mitte des Drittels deutlich überlegen, profitierten aber dabei von der nicht nachvollziehbaren Konfusion im Team des EHC.
Doch nachdem die Steelers in der 10.Minute einen sehenswerten Konter bei eigener Unterzahl nicht im leeren Tor unterbringen konnten, drehte sich das Kräfteverhältnis auf dem Eis von einem Moment auf den anderen.
Plötzlich rannten die Grizzlies dem Gästegoalie förmlich die Bude ein, provozierten durch viel Druck zwei Bietigheimer Strafzeiten, die sie sogar beide zu nutzen wussten!
1:1 durch Callander in 5-4 überzahl (15.Min), der den Puck aus eigentlich wenig aussichtsreicher Position über die Linie mogelt.
2:1 durch Regan, der bei 5-4 und angezeigter Strafe am langen Eck völlig freistehend vollstreckt (17.Min).
Leicht verwirrt, aber frohen Mutes wurden die Zuschauer in die erste Pause entlassen.

2.Drittel
Wer nun dachte, dass es so für die Grizzlies weitergehen würde, der hatte nicht mit der teilweise haarsträubenden Tollpatschigkeit einiger Spieler gerechnet.
Nachdem zu Beginn der 23.Minute eine Strafe gegen Callander wegen Beinstellens (äußerst fraglich) angezeigt war und das Spiel weiterlief, stoppte Jesse Fibiger die angezeigte Strafe nicht etwa durch Kontrolle des Pucks, sondern durch ein weiteres Foul der Kategorie "selten dämlich". Das hieß nun zwei volle Minuten doppelte Unterzahl für das Team von Toni Krinner, doch das zuletzt so gute Unterzahlspiel geriet zum Zünglein an der Waage - leider zum Nachteil der Wolfsburger.
Nach einer Minute durfte Callander wieder mitspielen, dreißig Sekunden später auch Fibiger. Bedeutete:
2:2 bei 5-3 überzahl durch Jacques (24.Min)
2:3 bei 5-4 überzahl durch Jung (24.Min)
Beides fein rausgespielte Powerplaytore zum Zuschauen und Lernen - vor allem für den Gegner.
Eine folgende überzahl ließen die Grizzlies, genau wie drei weitere in diesem Spielabschnitt, ungenutzt und nach einem Torwartfehler in der 32.Minute wollten die Steelers dann wohl auch mal ein Powerplay nur zum Ausruhen nutzen.
2:4 durch Mares, dessen "Rückgabe" von hinter der Blauen Rogles durch die Schoner hüpfen lässt (32.Min).
Die Grizzlies mühten sich, hatten vor allem in überzahl ihre Chancen, aber konnten am Ende des Spielabschnitts nichts Zählbares vorweisen - "Nichts Neues!" möchte man sagen.
Besonders der Schnitzer von Rogles kam in einer durchaus guten Phase der Wolfsburger und nahm einen großen Teil des Schwungs, vorrübergehend, aus dem Spiel der Grizzlies.

3.Drittel
Grizzlies geben niemals auf - zumindest einige nicht.
Nun drehte sich die Partie erneut! Nach dem unglücklichen Mittelabschnitt (Thema:"Nichts Neues") konnten die Grizzlies doch noch einmal die Pranken nach drei Punkten ausstrecken.
Die Gäste aus Bietigheim gerieten mit voranschreitender Dauer des Drittels immer mehr unter Druck und mussten letztlich in der 48.Minute einen wunderschönen Treffer zum 3:4 durch Andrej Kaufmann hinnehmen, der einen Hintertorpass von Simon wunderbar in den Winkel zirkelte.
Nach dem obligatorischen Auslassen größter Möglichkeiten war es schließlich Elvis, der in überzahl den Abpraller seines eigenen Schlagschusses aufnahm und ihn im zweiten Anlauf zum 4:4 Ausgleich in die Maschen hämmern konnte (55.Min).
Die Bude stand Kopf und plötzlich deutete alles auf einen Sieg der Gastgeber hin, die gnadenlos nachsetzten und sogar eine weitere überzahl kurz vor Ende erzwangen.
Doch anstatt den Siegestreffer zu erzielen oder zumindest den Druck mit in die Verlängerung zu nehmen, setzte Todd Simon ein äußerst negatives Ausrufezeichen als er bei eigener überzahl die Grizzlies mit einem völlig überflüssigen Stockschlag in Unterzahl in die overtime schickte.

Verlängerung
Die Geschichte ist schnell erzählt: 37 Sekunden 4-3 überzahl für Bietigheim, zweite Torchance wird von Bjornlie zum 4:5 Endstand verwandelt. Aus, äpfel, Amen.

Mein subjektiver Eindruck:
Ich fühle mich von einem doch beträchtlichen Teil der Mannschaft gepflegt verarscht.
Zumindest in dieser Begegnung waren sogar unter unseren deutschen Spielern "Ausfälle" zu beobachten, die ich nicht akzeptieren kann.
Die Kontingentspieler allesamt mäßig bis unverschämt schlecht, sogar Rogles neben der Spur.
Man baut etwas auf, reißt es mit dem Arsch wieder ein, man baut etwas auf, reißt es mit dem...usw.usw.
Es wirkte leider streckenweise wie Arbeitsverweigerung bzw. Gewinnverweigerung...
Bietigheim hing wie eine reife Frucht am Baum - doch jedes Mal, wenn sie ein Grizzly pflücken wollte, trat ihm ein anderer die Leiter unterm Arsch weg.

Tor:
Rogles mit seiner bisher schlechtesten Leistung. Kaum sicheres Mitspielen, viele unkontrollierte Abpraller, haarsträubende Kappe zum 2:4.

Verteidigung:
In den chaotischen Anfangsminuten vermisste man eigentlich nur noch Brüggemann. Der fehlte jedoch, da er sich in Bremerhaven eine Verletzung am Knie zugezogen hatte. Da er schon seit längerem nicht vollständig abklingende Probleme mit den Knien hat, wird wohl mit einem längeren Ausfall des ehemaligen Kapitäns zu rechnen sein. So hart es sich anhören mag: In der Form der letzten Wochen sicherlich keine Schwächung für unser Team.
Wilhelm, Danner und Beslagic mit ordentlicher Leistung, Gödtel bemüht.
Genze sichtlich bemüht, schien aber konditionelle Probleme zu haben und war häufig einfach zu langsam.
Fibiger schadet dem Team mit unglaublichen Strafzeiten.
Pudlick wirkt streckenweise unmotiviert, spielt dann plötzlich wieder richtig mit...

Sturm:
Regan, Kosick, Callander und Wietfeldt - sie dürfen die Suppe auslöffeln, die ihnen diverse andere "Kollegen" einbrocken.
Geisberger, Seyller und Breiter mit viel Einsatz, absolut vorbildlich - leider ohne Torerfolg.
Kaufmann trotz Torerfolg eher blass, Dylla viel zu unauffällig.
Wikström legt das erste Gegentor direkt auf, fängt mit dem Rücken zum Tor einen Torschuss eines Mitspielers ab...der mit Sicherheit reingegangen wäre! Gleich in der 4.Minute mit überflüssigem Foul - der Puck ist längst woanders. Ganz, ganz...schwach???
Simon gewohnt "dezent", weit weg von der Rolle eines Führungsspieler oder Topscorers. Verhindert mit seinem Stockschlag kurz vor Schluss den dreifachen Punktgewinn.
Das "Beste" zum Schluss: Michael Henrich. Warum darf der eigentlich noch mitspielen? Macht der irgendwas richtig? Zwei Tore hat er dem hart arbeitenden Wietfeldt geklaut, weil der gute Michael nach Puckerhalt sofort in seine autistische Phase übergeht und außer dem Tor und sich selbst nichts mehr wahrnimmt. In seinen wilden Jahren hätte der gute Christoph den "Abspielverweigerer" vermutlich nach dem zweiten Mal ignorieren noch auf dem Eis eigenhändig vermöbelt. Klarer Fall: Henrich schadet dem Team mehr, als er diesem nützt - sogar zählbar in Form von zwei sicheren Toren für unser Team, die am Ende fehlten.

Fans:
Man war verwirrt. Soll man sie feiern oder verdammen...ich weiß es momentan selber nicht. Seltsam, das alles... mb