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EHC - Kassel Huskies 1:2

Die Leidensfähigkeit der Wolfsburger Fans wird weiterhin auf eine harte Probe gestellt.
Trotz sichtbarer Fortschritte gegenüber dem letzten Spiel gegen Bietigheim, scheinen im Team der Grizzlies je nach Gegner immer gerade so viele Spieler völlig neben sich zu stehen, dass es zur Niederlage reicht.
In der Begegnung gegen Kassel, dem unangefochtenen Spitzenreiter der Liga, reichten dieses Mal schon zwei Ausfälle, in Person der beiden Nordamerikaner Fibiger und Pudlick, um jeglichen Punktgewinn zu vermeiden...

1.Drittel
Schon den Beginn der Partie konnten die Gastgeber unerwartet ausgeglichen gestalten, so dass sich beide Teams zunächst neutralisierten. Der klare Favorit aus Kassel hingegen tat sich mit fortschreitender Spieldauer immer schwerer und so gewannen die Grizzlies ab Mitte des Drittels zur überraschung aller die Oberhand.
Zur Freude der Wolfsburger Fans schlug der EHC gegen die defensivstarken Huskies letztendlich, nach gewohnt vielen ausgelassenen Einschussmöglichkeiten, doch noch Kapital aus seiner wachsenden überlegenheit und ging nach schöner Vorbereitung durch Andrej Kaufmann mit 1:0 in Führung (15.Min).
Eine deutliche Reaktion des Tabellenführers blieb weiterhin aus und so behielten die Grizzlies bis Drittelende das Spiel im Griff, konnten aber (überraschung!) keine weiteren Tore erzielen.
Erwähnenswert wohl auch die "Leistung" des Linesman, der auf der Seite der neuen Tribüne seinen Dienst verrichtete: Selten hatte man wohl in den vergangenen Jahren das Vergnügen so viele deutliche Fehlentscheidungen gegen beide Teams zu bestaunen, die am Ende des Drittels sogar gegenüber den richtigen Entscheidungen in der überzahl waren. Als er sogar seinen Kollegen auf der anderen Seite per Fehlentscheidung überstimmte, war ihm das Ganze dann aber doch sichtlich peinlich...

2.Drittel
Wieder startete der Spielabschnitt auf beiden Seiten eher bedächtig, die Begegnung geriet für einige Minute eher zum Langweiler. Doch dann sorgte Fibiger für, wenn auch negative, Stimmung auf den Rängen, als er in einer durchaus übersichtlichen Situation den Puck hinter dem eigenen Tor verlor. Doch Kassels Paradereihe schien sich bis dahin an den Wolfsburger "Tugenden" im Abschluss zu orientieren und verwertete die glasklare Chance zum Ausgleich nicht. Der Spielverlauf ging den Gästen nun sichtbar auf die Nerven und so versuchten die Huskies leider nicht nur mit hartem Körperspiel, sondern auch mit vielen regelwidrigen Stock- und Ellenbogenchecks den Grizzlies den Schneid abzukaufen...ohne Erfolg.
Da HSR Kleiner auf beiden Seiten ALLES, aber auch wirklich ALLES laufen ließ, konnte man den Spielern des EHC eigentlich lediglich weniger Bereitschaft zur Unfairness vorwerfen. Diese Einstellung und die geradezu verantwortungslose Art der Spielleitung durch den Referee werden die Grizzlies in den kommenden 6-7 Wochen noch begleiten, denn so lange wird Todd Simon voraussichtlich dem Team wegen eines gebrochenen Daumens fehlen.
Selbst als Wikström und später Regan sich nach Stockstich bzw. Stockendenstoß auf dem Eis krümmten sah sich der Spielleiter nicht genötigt in irgendeiner Form einzuschreiten.
Die Kraftverhältnisse auf dem Eis verschoben im Laufe der zweiten Hälfte des Drittels nun deutlich zugunsten der Huskies, die den in der Abwehr immer konfuser agierenden Gastgebern immer heftiger zusetzen konnten. Ein Torerfolg blieb den Kassler Stürmern allerdings selbst alleine und freistehend vor dem überragend haltenden Rogles bis zum zweiten Pausentee verwehrt. Die einzige wirkliche große Torchance auf Wolfsburger Seite vergab Christoph Wietfeldt, der sich vor dem Kassler Tor schön durchgesetzt hatte, den glänzend aufgelegten Hätinen aber nicht überwinden konnte.

3.Drittel
Kassel fuhr den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, konnte aber im letzten Drittel nicht mehr an die Dominanz des zweiten Drittels anknüpfen.
Die Grizzlies blieben vor dem Gästetor weiter zahn- und glücklos, die Huskies rissen nun zwar offensiv keine Bäume mehr aus, konnten aber auf Nachlässigkeiten in der Wolfsburger Hintermannschaft lauern.
In der 48.Minute war es dann schließlich doch noch so weit: Ein Schuss von Klinge fand über den Umweg von Genzes Kufe den Weg ins Grizzlytor zum 1:1. So unglücklich der Treffer zustande kam, vom Spielverlauf her war der Treffer durchaus den Spielanteilen angemessen...abgesehen von der Tatsache, dass die Gäste bei korrekter Regelauslegung nicht viel Gelegenheit zum Sturm aufs Wolfsburger Tor gehabt hätten.
Doch es kam noch schlimmer für die Grizzlies auf dem Eis und auf der Tribüne.
Ganze 56 Sekunden vor Schluss ließ sich Mike Pudlick an der Bande hinter dem eigenen Tor den Puck auf dilletantischste Art und Weise abnehmen und es schlug problemlos zum 1:2 hinter Rogles ein. Shawn McNeil sagte artig "Danke" und die anschließenden Verzweiflungsversuche der Wolfsburger den verlorenen Punkt doch noch zu retten muteten eher chaotisch an.

Mein subjektiver Eindruck:
Gegen ein derart defensivstarkes Team wie Kassel muss man seine Chancen nutzten und die eigenen Fehler minimieren. Ob der Kassler Druck im zweiten Drittel eher ein Werk des Schiris war, der die Gäste von jeglichem Regelkorsett befreite, darüber kann man streiten...muss man aber nicht.
Wenn man sich anschaut wie einige im Team versuchen alles zu geben, um doch mal wieder ein schweres Spiel zu gewinnen, da bleibt momentan nur eine Konsequenz für alle, die das nicht hundertprozentig unterstützen: Die Tribüne, direkt vor den Trommeln - nicht vor den VIP-Logen. Trotz der insgesamt guten Leistung hat die Partie deutlich gezeigt, dass der Aufstieg mit Passagieren statt Leistungsträgern nicht machbar ist - ES MUSS JETZT WAS PASSIEREN! Ansonsten verlieren die Willigen im Team bald auch noch die Lust und wir fallen immer weiter ins Bodenlose...

Tor:
Rogles perfekt. Das genaue Gegenteil zur letzten Partie. Seltsam.

Verteidigung:
Gödtel und Schneider mit wenig Eiszeit.
Beslagic, Wilhelm, Danner und Genze mit super Leistungen - gaben wirklich alles, auch wenn ihnen, wie dem Rest der Mannschaft, ab und zu die Ordnung verloren ging.
Fibiger und Pudlick als Leistungsträger? Sehr lustig! Dumme Strafzeiten und Puckverluste wie man sie einem Nachwuchsspieler verzeihen könnte, aber die bei einem Kontingentspieler einfach nur eine deprimierende Wirkung auf Teamkollegen und Fans haben. Entweder die beiden verweigern die Arbeit oder sind dem Druck nicht gewachsen - in beiden Fällen muss man jetzt reagieren.

Sturm:
Die erste Reihe zeigte sich stark verbessert und sehr kämpferisch. Todd Simon spielte die Partie mit gebrochenem Daumen zu Ende, wird aber in den kommenden Wochen fehlen. Sehr, sehr ungünstig, da mit einem weiteren Ausländer vorläufig kein Druck mehr gemacht werden kann und wieder eine Formation nicht wirklich eingespielt werden kann.
Die zweite Reihe war gewohnt gut, zeigt aber mittlerweile spätestens im dritten Drittel immer wieder starken Substanzverlust.
Henrich bekam als kleine "Gedächtnisstütze" kaum Anspiele von Dylla und Wietfeldt, kämpfte aber wie blöd. Hoffentlich versteht er den Wink seiner Nebenleute und man rauft sich in dieser Reihe jetzt zusammen.
Geisberger und Seyller nur sporadisch im Einsatz.

Fans:
Das ganze Hickhack um die von einigen Spielern zur Schau getragene Unlust und die bisher meist eher mäßigen Leistungen schlagen spürbar auch auf eigentlich gute Partien der Grizzlies durch. Immer die gleichen drei, vier Gesänge bzw. Klatschrhythmen...anders geht´s offenbar momentan nicht, da kaum etwas angestimmt wird und die Spiele auch nicht sehr häufig zu speziellen Gesängen animieren. mb