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EHC - ESC Dresden 5:4nV

Der Spaß kehrte gestern in die Eisarena zurück. Ob es nur ein Kurzbesuch war, werden die nächsten Heimspiele entscheiden müssen.
Gegen die Eislöwen aus Dresden gab es jedenfalls jede Menge sehenswerte spielerische Aktionen auf beiden Seiten zu bestaunen und auch die kämpferische Einstellung stimmte bei Gästen wie Gastgebern.
Nach den doch meist eher sparsamen Erlebnissen der bisherigen Saison vor heimischer Kulisse, hielten die Grizzlies diesmal, was sie in den letzten beiden Auswärtsspielen versprochen hatten. Es gab endlich schönes, leidenschaftliches und erfolgreiches Eishockey in der Eisarena zu sehen wie man es fast nur aus dem alten Eispalast noch kannte.
Leider konnten die unparteiischen Akteure nicht im mindesten mit diesem Anspruch Schritt halten und so bleibt der durch eine unglaubliche Fehlleistung verlorene dritte Punkt ein unangenehmes Andenken an diesen sonst so erfreulichen Abend.

1.Drittel
Die erste Phase dieser Begegnung zeigte schon deutlich, womit die Grizzlies es an diesem Abend zu tun haben würden: Einem Gegner, der spielerisch und kämpferisch hohe Klasse vorzuweisen hat!
Es entwickelte sich ein äußerst ansehnliches Spiel in dem überwiegend die Gäste im ersten Spielabschnitt den Ton angaben.
Trotzdem waren es die Gastgeber, die in der 11.Minute durch einen strammen Schlagschuss von Stefan Wilhelm mit 1:0 im Powerplay in Führung gingen.
Doch auch die Gäste konnten letztlich Kapital aus ihrer spielerischen überlegenheit schlagen als sie in der zweiten Hälfte des Drittels jede Strafe gegen Wolfsburg routiniert ausnutzten.
1:1 in 5-4 überzahl durch Schmidt, der einen Schuss von Linke abfälschte. (16.Min)
1:2 in 5-3 überzahl durch Linke, der per hartem Schlenzer über Rogles Stockhand einnetzen konnte. (19.Min)
Auch wenn die Strafen gegen den EHC zum Teil umstritten bzw. sehr, sehr überflüssig waren, so spielte der Druck der Gäste doch eine entscheidende Rolle bei deren Zustandekommen und so war die Führung der Eislöwen zur Pause absolut verdient.

2.Drittel
Wolfsburg kam hoch konzentriert aus der Kabine und zeigte eines der besten Drittel der laufenden Saison - wenn nicht sogar das beste.
Dieser Spielabschnitt gehörte ganz den Gastgebern und so griffen die Dresdner immer öfter zu unerlaubten Aktionen, um den Sturm der Grizzlies zu bändigen.
Doch das Powerplay des EHCs funktionierte ungewohnt gut!
Bei 5-3 überzahl gelang Tim Regan bereits in der 23.Minute das 2:2 nach einer traumhaften Kombination mit zwei sehenswerten direkten Spielzügen. Zum Zungeschnalzen!
Die Grizzlies rannten den Gästen jetzt förmlich die Bude ein und nach vielen ungenutzten, ja teilweise unglaublichen ausgelassenen Chancen, konnte Mark Kosick mit seinem sechsten Powerplaytreffer der laufenden Saison das 3:2 verbuchen. (30.Min)
Das 4:2 in der 36.Minute legte dann Beslagic für Kaufmann auf, der damit den einzigen Treffer bei 5-5 auf dem Eis markieren konnte.
Die Partie wäre vielleicht schon vorentschieden gewesen, hätte man kurz vor Drittelende nicht durch einen Abspielfehler bei 4-4 ein aus Wolfsburger Sicht dummes Gegentor zum 4:3 gefangen. Sochan hatte danke gesagt, nachdem zuvor Henrich nach einer äußerst peinlichen Entscheidung des immer mehr durch fragwürdige Entscheidungen "glänzenden" HSR Lenhart auf die Strafbank wanderte und das Wolfsburger Powerplay beendete.
Mastic hatte sich auf den rückwärts fahrenden Henrich zu bewegt, um sich dann theatralisch fallen zu lassen - ein Beinstellen simulierend. Eine Aktion, über die sich die Wolfsburger seinerzeit immer wieder köstlich amüsierten, als Mastic noch in Diensten der Grizzlies stand. HSR Lenhart schien die Nummer allerdings noch nicht zu kennen...

3.Drittel
Das Spiel ging mit unverminderter Intensität weiter und nachdem Wolfsburg eine doppelte überzahl nicht nutzten konnte, gerieten die Gastgeber immer mehr in die Defensive.
Doch die Grizzlies hielten dem Druck der Eislöwen beeindruckend souverän stand!
Sowohl in einfacher, als auch in fast zweiminütiger doppelter Unterzahl ließen sie durch beherztes Auftreten und viel Disziplin kaum etwas anbrennen und schienen den Vorsprung ins Ziel retten zu können. Was dann ab Ende der 56.Minute geschah kann eigentlich nur als riesige Sauerei seitens des zunehmend kopflos agierenden Schiedsrichtergespanns gewertet werden.
1.Szene:
Marek Mastic stürmt aus seinem Gehäuse, um einen Konter des EHC zu unterbinden. Er schafft es den Puck zwischen Anspielpunkt und blauer Linie zu erreichen und einen Sekundenbruchteil vor dem heranstürmenden Wietfeldt weg zu spielen. Wietfeldt berührt den Goalie der Dresdner im Vorbeifahren mit dem angelegten Oberarm und der Kelle auf dem Eis - Check wäre geprahlt...
Mastic hat allerdings schon seinen Abflug geplant, springt in die Luft und dreht eine Pirouette wie im Lexikon beschrieben - unter U wie Unsportlichkeit allerdings. Bei der Landung schlägt er dank überschwänglicher Ausführung mit dem Kopf auf und verletzt sich offenbar ungeplanter Weise leicht, reißt sich im Liegen die Maske ab damit ihn auch jeder leiden sehen kann, bleibt liegen und zieht die Nummer bis kurz vorm Notarztwagen durch.
Insgesamt eine absolute Frechheit, die der einstige Aufstiegsheld da seinen neuen und alten Fans in beiden Fanlagern bot. Die zwischenzeitlichen Sorgen hätte er vielen ersparen können, wenn er sich einfach nur auf den Hintern gesetzt hätte, als sein allseits bekanntes Flugprogramm so bis zur bitteren Neige zu Ende zu spielen. Folge: Matchstrafe gegen Christoph Wietfeldt für eine regelkonforme Berührung, die der total verwirrte Referee als "Check gegen Kopf und Nacken durchsagen ließ. In der folgenden Boxerei kassieren noch Fibiger auf Wolfsburger Seite, Klenner und Brezina auf Dresdner Seite Spieldauer-Disziplinarstrafen für Faustschlag.
2.Szene:
In der letzten Spielminute nimmt Gästetrainer Kochta seinen Ersatzdarsteller Pascha aus dem Tor. Für diesen laufen dann gleich mal zwei Feldspieler mehr auf dem Eis rum - so ein Torwart zählt ja schließlich auch ein bisschen mehr als ein Feldspieler...
Nachdem gut 30 Sekunden sieben Dresdner gegen fünf Wolfsburger Feldspieler mächtig Druck machen können, fällt der 4:4 Ausgleich - 14 Sekunden vor Schluss durch David Musial.
Pech für Wolfsburg, dass man uns zu diesem Spiel offenbar gleich drei Schiris geschickt hat, die das kleine Einmaleins erst auf dem nächsten Schirilehrgang durchnehmen werden.

Verlängerung
18 Sekunden, dann war der Spuk auch schon vorbei.
Mike Pudlick hämmerte den Puck per Schlagschuss zum lautstark gefeierten 5:4 Endstand für Wolfsburg in die Maschen. Menge saß da bei den Gästen bereits eben jene 18 Sekunden auf der Strafbank, da er mit der Schlusssirene noch ein Foul begangen hatte.

Mein subjektiver Eindruck:
Die Mannschaft brauchte ein Drittel lang, um an die Leistung in Essen anzuknüpfen, dann machte es wieder richtig Spaß. Und genau das ist es ja, was man in dieser Saison bisher schmerzlich vermisst hat: Spaß am Spiel unserer Grizzlies, Emotionen und Leidenschaft auf dem Eis und auf den Rängen. Ich kann nur an alle Treuen appellieren, die zu den nächsten Spielen kommen: Egal wie das Spiel in Landsberg ausgeht - wir müssen die Mannschaft in den nächsten Heimspielen voll nach vorne peitschen. Ich glaube wir sind an einem Punkt angelangt, wo etwas gehen könnte und da müssen wir Fans einfach mal vergessen, dass wir uns auch schon viel Grütze angucken mussten.
Wenn´s in den kommenden 2-3 Wochen nicht wirklich losgeht, wann dann?

Tor:
Rogles beim zweiten Gegentreffer mit Tendenz zur Kappe. Ansonsten ein guter Rückhalt, aber nicht so überragend wie in Essen.

Verteidigung:
Genze und Beslagic mit solider Leistung.
Danner und Wilhelm werden immer sicherer, bekommen jede Menge Eiszeit in den Specialteams, beide mit klasse Leistung.
Fibiger mit der gewohnt tapsig überflüssigen Strafe, die zum ersten Gegentreffer in der folgenden Unterzahl führt. Ansonsten akzeptable Abwehrleistung mit durchwachsener Boxvorstellung.
Pudlick zeigt hin und wieder was in ihm steckt...wenn er nicht gerade vor Angst schlotternd den Puck beim Mit- oder Gegenspieler entsorgt. Siegtor plus zwei Assist sprechen für ihn, die fast greifbare Unsicherheit weiterhin gegen ihn.
Gödtel mit wenig Eiszeit.

Sturm:
1.Reihe mit Geisberger funktionierte nur bedingt. Kaufmann und Wikström unauffälliger als zuletzt.
2.Reihe sprühte wie so oft vor Spielfreude, viele direkte Spielzüge, machte schwer Laune!
Callander ist im Vergleich zu Kosick und Regan aber immer noch zu ineffektiv.
3.Reihe verbessert sich stetig! Wietfeldt und Dylla können immer mehr auf den verbissen arbeitenden Henrich zählen, der langsam auch so etwas wie Bindung zum Spiel entwickelt - da heißt es "Daumen drücken", vielleicht wird das tatsächlich noch was!
Seyller mit wenig Eiszeit.

Fans:
Im ersten Drittel herrschte noch die zu erwartende Zurückhaltung nach den letzten Heimspielen. Ab dem zweiten Spielabschnitt kam doch tatsächlich richtig Leben in die Bude und vielleicht gelingt es uns ja, natürlich in Verbindung mit vernünftigen Leistungen des Teams, in den kommenden Heimspielen die Flamme der Begeisterung wieder zu entzünden. Zumindest sehe ich diese Möglichkeit wieder - und Hoffnung ist doch was Feines. mb

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