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EHC - ESC Essen 1:5

Der EHC bleibt in der neuen Arena weiterhin eines des heimschwächsten Teams der Liga. Auswärts stellen die Grizzlies neben Kassel das Top-Team der Liga, zu Hause hingegen sind lediglich die Kellerkinder aus Crimmitschau, Weißwasser und Kaufbeuren schlechter als die Wolfsburger.
So manch alteingesessener Eishockeyfan mag in diesen Tagen beim Blick auf die aktuelle Heimtabelle wehmütig an vergangene Zeiten denken, als der Eispalast eine Festung war und die Kulisse wie ein Mann hinter dem nicht immer attraktiv spielenden Team stand.
Doch zusammen mit Stefan Mikes scheint auch die einstige Heimstärke die Volkswagenstadt verlassen zu haben. Während Krinners Vorgänger Bob Leslie mit kopflosem Hurraeishockey eine Heimpleite nach der anderen einfuhr und demzufolge zum Jahreswechsel den Hut nehmen musste, so schien Krinner die Grizzlies aus einer verbesserten Defensive zunächst zu alter Heimstärke führen zu können. Doch das Spiel gegen Essen zeigte, wie so einige Spiele in dieser Saison zuvor, das dies mittelfristig wohl nur eine wage Hoffnung bleibt.

1.Drittel
Das Spiel begann flott aber emotionslos, beide Mannschaften spielten munter vor sich hin und erzielten jeweils ein Tor. Selten wirkte ein Spielabschnitt so belanglos wie dieser.
Das 1:0 durch Callanders Rückhandschlenzer in der 6.Spielminute sah zwar schön aus, darf in dieser Form aber als absoluter Glücktreffer bezeichnet werden.
Im Spielaufbau sahen die Gastgeber nämlich stets sehr kompliziert und keineswegs besser als die Gäste aus Essen aus.
Als Neuzugang Schutte dann in der 12.Minute einen Offensivakzent setzte, der auch den wohlwollenden Beifall des Publikums erntete, fehlte er prompt vorm eigenen Tor und Albrecht konnte - von Tyson Mulock schön bedient - locker einschieben.
Rogles bekam noch 2-3 Gelegenheiten sich gegen abgefälschte Schüsse auszuzeichnen, was ihm auch gelang.
Leistungsgerecht ging es mit diesem Unentschieden in die Pause.

2.Drittel
Wolfsburg setzte den Kontrollverlust, der nach dem ersten Gegentreffer eingesetzt hatte, nahtlos fort. Allein die Moskitos benötigten noch einige Minuten, um zu realisieren wie schlecht es um die Ordnung und um die Psyche des EHC-Teams bestellt war. Dann erhöhte Essen den Druck auf das Grizzlygehäuse merklich und heraus kamen u.a. die merkwürdigsten Tore der bisherigen Saison.
1:2 durch Beuker, der die Freiräume der Gäste zum erstem Mal konsequent bestrafte. (34.Min)
1:3 durch Grein, der mit dem Bauch einen abgefälschten Schuss von Schopper in die Maschen trug. (36.Min)
1:4 durch...tja eigentlich Schutte, der einen Schuss von Beuker unhaltbar ins eigene Tor lenkte (38.Min)
Der EHC wirkte auf eigenem Eis in dieser Phase wie ein Zuschauer...
Selbige fanden auch erst zur Drittelpause ihre Stimme wieder und verabschiedeten die Mannschaft unter Pfiffen und Buhrufen in die Kabine.
Sicherlich hatten die Gastgeber auch in diesem Spielabschnitt ihre Chancen, doch fehlte stets die Genauigkeit im Abschluss, die die Gäste auszeichnete.

3.Drittel
Die Grizzlies versuchten jetzt, sichtbar, noch einmal alles in die Waagschale zu werfen, um das Spiel in erträglichere Bahnen zu leiten.
So erspielten sie sich eine unglaubliche Fülle an ungenutzten Einschussmöglichkeiten.
Aber die Gastgeber waren an diesem Abend an Ineffektivität, gerade im Slot vorm gegnerischen Tor, kaum zu überbieten. Der erste Schuss traf aus Prinzip immer den Gästegoalie und das Dutzend Rebounds wurde mit derartiger Zielgenauigkeit auch auf den teilweise schon am Boden liegenden Gage abgefeuert, dass dieser schon zur Seite hätte springen müssen, um dem Puck auszuweichen. Die Abgezocktheit hatte sich wirklich deutlichst aus den Wolfsburger Reihen verabschiedet...
Beim ersten Konter der Gäste fing man sich, fast schon vorhersehbar, in der 48.Minute das 1:5 durch den zum dritten Mal erfolgreichen Dean Beuker - der Drops war endgültig gelutscht.
Zwar gaben die Grizzlies sich nicht auf, arbeiteten weiter an einer Ergebniskorrektur, doch entweder scheiterten sie schon im Spielaufbau oder vorm Tor an ihren eigenen Nerven.
Die Geduld der Wolfsburger Zuschauer steht offenbar vor einer weiteren Belastungsprobe.

Mein subjektiver Eindruck:
Das zweite Spiel in Folge in welchem die Grizzlies komplett die Nerven verlieren und bestes Hühnerhaufen-Hockey bieten. Können die diesen Mist nicht auswärts abliefern? Vielleicht sollte man vor jedem Heimspiel ne dreistündige Rundfahrt durch Deutschland mit dem Team machen, um eine Auswärtstour zu simulieren...
Sicherlich gerät das Team momentan in eine Krise, wie sie jeder Verein mindestens einmal pro Saison durchmacht, doch entschuldigt das Leistungen wie in den letzten beiden Spielen trotzdem nicht. Da muss man dann vielleicht auch mal akzeptieren, dass nicht viel läuft und ein Spiel zu Ende "mauern". Stattdessen geht unseren Spielern nervlich absolut der Gaul durch und es wird weiter angegriffen, obwohl hinten der Baum brennt.
Da müssen die Stürmer dann auch mal mit ran, anstatt an der eigenen Blauen auf den Konter zu lauern oder den freien Raum zu decken.
Insgesamt scheint dem Team die Stärke zu fehlen einen schwarzen Tag wie gegen Kassel schnell zu verdauen - bedenklich bezüglich der Play-offs!

Tor:
Rogles im ersten und letzten Drittel mit guter Leistung. Sah im zweiten Drittel nicht ganz so gut aus und wirkte noch nicht 100% fit.

Verteidigung:
Elvis und Schutte in einer Reihe. Herzlichen Glückwunsch Herr Krinner - was für ein Schmarrn! Da können wir gleich mit fünf Stürmern auflaufen. Angesichts des momentanen Defensiv- und Nervenchaos in der Truppe ein fast schon spielentscheidender Fehlgriff.
Genze und Pudlick unauffällig, Danner und Wilhelm bis zu Danners Verletzungspause ebenfalls einigermaßen in Ordnung.
Gödtel mit Schwierigkeiten ins Spiel zu finden.
Insgesamt passte da unter Druck erschreckend wenig - einfachste Spielzüge brachten den Abwehrverbund bereits ins Schwimmen.

Sturm:
Zwei Drittel lang turnte da das Rudolph-Scharping Gedächtnisteam übers heimische Eis. Laaangsaaam, gaaaaanz laaaangsaaaam.
Konnte man im ersten Spielabschnitt das Gestocher noch auf die schwimmbadartigen Zustände auf dem Eis schieben, so wurde es im Mitteldrittel schon fast grotesk.
Im letzten Abschnitt wurden dann wohl die Reserven frei, die die Angst zwei Drittel lang blockiert hatte - oder wie soll man das verstehen?
Als ob es nicht schon bedenklich genug wäre, dass unsere Ausländer in der 2. und 3.Reihe spielen, nein: Sie fangen schon wieder an Leistungen abzuliefern, die dieses mehr als rechtfertigen. Dazu werden dann mit Kaufmann und Wietfeldt, die zugegebenermaßen nicht pralle spielten, zwei pflegeleichte Spieler auf die Bank gesetzt - die Herren "Leistungsträger" dürfen aber weiterhin ihre Unfähigkeit, Unwillen oder was auch immer das darstellen soll, zur Schau tragen.
Warum ein Simon, ein Henrich oder der seit Wochen rumgurkende Wikström, weiterhin unbehelligt seine Kringel aufs Eis malen darf, will mir jedenfalls nicht in den Kopf.
Zwischenzeitlich hatte man bei Simon und Henrich echt das Gefühl, dass sie dem Trainer seine Nachsicht endlich mit Leistung zurückzahlen...doch wenn´s mal nicht läuft tauchen die beiden genauso unter wie der Rest. Jetzt sind wir wieder da, wo wir nicht mehr hin wollten: Nur die Reihe um Kosick funktioniert.

Fans:
Zweimal hintereinander ist so ein Auftritt einfach nicht zu verdauen. Bleibt zu hoffen, dass das Team möglichst schnell zu sich findet, sonst haben wir bald die Zuschauerzahlen vom letzten Jahr erreicht. Die Halle ist ja schon mit dem momentanen Publikumszuspruch und der sich in Grenzen haltenden Begeisterung fast unrockbar geworden. mb

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