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EHC - Schwenninger Wild Wings 3:2

Mit den Schwenninger Wild Wings war zum ersten Spiel im neuen Jahr gleich ein Team in der Eisarena zu Gast, das nach zuletzt zwei Siegen ohne Gegentor und einem neuen Trainer auf der Bank mit mächtig Rückenwind daherkam.
Die rund 2000 Zuschauer sahen dann auch zunächst eine Wolfsburger Mannschaft, die gerade gegen die pfeilschnellen Konter der Gäste ein ums andere Mal in Bedrängnis kam.
Dass es doch noch mit dem ersten Sieg im neuen Jahr klappte, verdankten die Grizzlies vor allem ihrem Goalie Chris Rogles und einem durchaus überzeugenden letzten Drittel.

1.Drittel
Gerade in der Anfangsphase der Begegnung gab es nicht viel zu debattieren: Die Gäste mit dem deutlich besseren Start, machten den wesentlich besser organisierten Eindruck und konterten die teilweise wirren Angriffsbemühungen der Gastgeber brandgefährlich aus.
Dabei machten die Wolfsburger Verteidiger fast ausnahmslos keine gute Figur: Abspielfehler zum Gegner, gegenseitiges Behindern an der eigenen blauen Linie, mit zwei Leuten zum puckführenden Spieler ohne den Passweg zu kontrollieren - alles war dabei und bescherte den Anhängern des EHC einige graue Haare.
In der 6.Minute fiel dann auch der mehr als überfällige Treffer der Gäste zum 0:1.
Verteidiger Auger war unbedrängt bis vors Wolfsburger Tor gestürmt und konnte die schöne Vorbereitung über Junker und Deleurme unbehelligt einschieben.
Eigentlich unfassbar, dass die Gastgeber in diesem Drittel keine weiteren Gegentreffer kassierten und in der 13.Minute sogar durch Dylla ausgleichen konnten.
Keine Frage - dem Treffer ging eine schöne Kombination voraus, doch führte er den Spielverlauf reichlich ad absurdum.
Mit viel Glück und einem im eins gegen eins bärenstark haltenden Rogles gelang also dieser aus Wolfsburger Sicht schmeichelhafte Pausenstand von 1:1.
Erwähnenswert noch eine Szene direkt nach dem Pausenpfiff, als Ex-Grizzly Bares sichtlich übermotiviert einen völlig überflüssigen und regelwidrigen Check zu Ende fuhr. Per Stockcheck in den Rücken beförderte er den gut aufspielenden Callander in die Bande hinter dem Schwenninger Tor, kassierte dafür allerdings lediglich 2 Minuten für unkorrekten Körperangriff. Callander und Grandmaitre durften nach Austausch von "Zärtlichkeiten" ebenfalls die ersten 2 Minuten des folgenden Drittels von der Strafbank aus beobachten.

2.Drittel
Die numerische überlegenheit der Grizzlies täuschte zunächst über die unveränderten Kräfteverhältnisse hinweg. Als eine doppelte überzahl zu Beginn der 22.Minute nach wenigen Sekunden durch eine etwas fragwürdige Strafe gegen Pudlick auf eine einfache reduziert wurde, dauerte es nicht lange und die Wild Wings übernahmen wieder die Kontrolle.
Zu Beginn der 26.Minute war es dann wieder soweit. Der EHC ließ bei einem grottenschlechten Wechsel Dusan Frosch an der blauen Linie mutterseelenallein, worauf sich Brad Bergen nicht zweimal bitten ließ und den Schwenninger Stürmer mit einem langen Pass auf die Reise zum 1:2 für die Gäste schickte.
Was in der Folgezeit auf dem Eis ablief war dann aber recht erstaunlich: Die völlig zurecht im Rückstand liegende und bis dahin viel zu unsicher aufspielende Gastgebermannschaft übernahm Stück für Stück das Zepter auf dem Eis.
Nachdem man recht schnell auf Augenhöhe angelangt war, ergaben sich plötzlich beste Chancen für die Grizzlies - die sie vorerst jedoch allesamt vergeigten. Allen voran Markus Guggemos zeigte, dass Torgefahr nicht eine seiner großen Stärken ist und so vergab er gleich zwei hochkarätige Möglichkeiten auf bedenklich harmlose Art und Weise.
Als Henrich in der 37.Minute eine überzahlsituation mit einem flachen Gewaltschuss doch noch in einen Torerfolg zum 2:2 verwerten konnte, war erneut ein wenig Glück im Spiel: Haas erwischte zwar den Puck, konnte seine Richtung aber nicht ausreichend ändern.
Angesichts der guten zweiten Hälfte dieses Drittels entsprach der Ausgleich für die Grizzlies, im Gegensatz zum ersten Drittel, in etwa dem Spielverlauf. Unentschieden ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.

3.Drittel
Das Spiel machte nun langsam nicht nur dem Schwenninger Anhang, sondern allen in der Halle richtig Spaß. Es entwickelte sich letztendlich doch noch ein hochklassiger Fight bei dem die Wolfsburger den besseren Ausgang für sich verbuchen konnten.
Chancen, um das Spiel zu entscheiden, hatten beide Mannschaften jedenfalls reichlich. Konnte auf der einen Seite Henrich nicht mehr genug Druck auf die Schaufel bringen, um den Puck ins leere Tor zu schieben, so kratzte wenig später David Danner einen Schwenninger Schuss im letzten Moment von der Linie. Diese und ähnliche Szenen trugen nicht unerheblich zur guten Laune in der Halle bei.
Besonders stimmungsfördernd machte sich da natürlich das 3:2 durch Mike Pudlick bemerkbar.
In der 52.Minute gelang dem Wolfsburger Verteidiger der entscheidende Treffer bei eigener überzahl, so dass im Anschluss natürlich wieder die Gäste gefordert waren.
Doch trotz größter Anstrengungen und der ein oder anderen guten Gelegenheit, konnten die Gäste den Puck kein weiteres Mal an Rogles vorbeibringen. So standen die Schwäne, die sicherlich den ein oder anderen Punkt verdient gehabt hätte, am Ende mit leeren Händen da.
Unter den Wolfsburgern war die Freude über diesen keinesfalls selbstverständlichen dreifachen Punktgewinn entsprechend groß.

Mein subjektiver Eindruck:
So ungerecht kann Sport sein. Hätten wir ähnliches nicht schon selber zu oft erlebt, so hätten mir die Schwenninger eventuell sogar leid getan.
Die Abwehrleistung während der ersten dreißig Spielminuten kann man jedenfalls nur als unterirdisch bezeichnen. Man muss sich bei aller Freude über die erkämpften drei Punkte wirklich auch vor Augen halten, dass bei einer ähnlichen "Leistung" - und wenn nur über zehn Minuten - Bremerhaven am Freitag mit unserer Truppe den Boden aufwischen wird. Da kann man nur beten, dass unser Team gegen den Angstgegner aus dem hohen Norden volle sechzig Minuten konzentriert und organisiert zu Werke geht...ob es dann für einen Sieg reichen würde ist trotzdem noch fraglich. Nach zuletzt zwei Heimniederlagen darf man die Pinguine auf keinen Fall leichtfertig das Kommando übernehmen lassen - der angestaute Frust dürfte uns sonst in Form von schmerzhaft vielen Gegentoren treffen.

Tor:
Chris Rogles mit Galavorstellung. Einzig seine Leistung kann das Unentschieden nach dem ersten Drittel in irgendeiner Form rational erklären.

Verteidigung:
Genze mit katastrophalem ersten Drittel - wirkte unkonzentriert, viele Fehlpässe, keine übersicht. Einsatz kam deutlich erkennbar zu früh!
Danner und Wilhelm ebenfalls mit indiskutabler Vorstellung im ersten Spielabschnitt. Besonders die Abstimmung war bei diesem Verteidigerpärchen zum Haareraufen und ins Geländer beißen - streckenweise völlig kopflos!
Elvis konnte zunächst, als Offensivverteidiger verständlich, die Aussetzer von Genze kaum auffangen - später gelang ihm mit dem sich stabilisierenden Genze eine akzeptable Vorstellung.
Schutte etwas unauffälliger als zuletzt.
Pudlick mit einer guten Partie - eine dumme Strafzeit (falls es denn eine war), dafür das entscheidende Tor erzielt und ungewohnt umsichtig und ruhig zu Werke gegangen. Weiter so!
Was mir weiterhin unangenehm auffällt ist, dass Schutte und Beslagic offenbar nicht einmal zwischen zwei Wechseln einigermaßen sicher zusammenspielen können. Da man nicht mit vier Verteidigerpaaren spielt, lässt sich diese Konstellation aber leider nicht völlig vermeiden.

Sturm:
Dylla, Wietfeldt und Henrich bildeten erneut eine akzeptable Sturmreihe, die aber nur beim ersten Tor wirklich zu glänzen wusste. Ansonsten muss - ich betone MUSS - Michael Henrich zu oft alleine gehen, da die beiden Mitspieler häufig nicht vernünftig anspielbar waren. Ich hoffe man fördert da keine alten Gewohnheiten bei Herrn Henrich. Der Treffer zum 2:2 dürfte da ebenfalls Wasser auf die Mühlen unseres ehemaligen Alleinunterhalters gewesen sein...
Spielerisch wesentlich überzeugender, dafür leider ein wenig ineffizient, kam die neu formierte Reihe mit Callander, Wikström und Regan daher. Obwohl sie eine Menge Wirbel veranstalteten blieb ihnen jeglicher Torerfolg verwehrt. Besonders Preston Callander steigert seine Spielfreude von Spiel zu Spiel und wartete im ersten Drittel mit einigen Kabinettstückchen auf. Den Frust der Schwenninger Verteidiger bekam er ja auch prompt zu spüren.
Tja...und was soll man zur Traumcombo Kaufmann - Seyller - Guggemos sagen? Ich hab mich tatsächlich dabei erwischt, wie ich lauthals ein Abspiel von Kaufmann zum einschussbereiten Guggemos gefordert habe...und was soll ich sagen: Der spielte tatsächlich ab! Das Ergebnis war natürlich schon vorher klar - leider. Ich habe selten einen Spieler wie Guggemos erlebt, der selbst mit erhobenem Kopf und Zeit für die Spielsituation kaum etwas zu realisieren scheint. Ob er im entscheidenden Moment zu gestresst ist oder einfach nicht das Talent zur richtigen Entscheidung hat - ich weiß es nicht. Feststeht, dass ich ihm genauso wie Kaufmann von Herzen wünsche, dass er diese Blockade im Kopf endlich einmal überwindet und irgendetwas Zählbares aus seiner unbestreitbar großen Arbeitsleistung hervorgeht. Vielleicht fällt unserem Trainer ja was ein...die Verpflichtung war schließlich seine Idee.

Fans:
Anfangs wenig begeistert - nicht ohne Grund. Später passte sich die Stimmung der immer ausgeglichener und spannender werdenden Partie an. Ich finde das, ehrlich gesagt, absolut in Ordnung so. Und dass man bei einem Tor Rückstand oder Unentschieden auch mal ein bisschen feiern kann, hat sich ja auch noch gezeigt... mb

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