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EHC - ESV Kaufbeuren 8:2

Sozusagen mit dem "letzten Aufgebot" dominierten die Grizzlies den Gast aus dem Allgäu über weite Strecken der Begegnung nach Belieben.
Da bei Wolfsburg neben den Langzeitverletzten auch Dylla und Danner aus Verletzungsgründen und Henrich wegen einer Spieldauerstrafe nicht im Kader standen, war es dem Entgegenkommen der Indians zu verdanken, dass der EHC mit Sven Breiter drei Sturmreihen aufbieten konnte.
Trotz anfänglicher Abstimmungsprobleme gelang es den Gastgebern die Partie stets im Griff zu behalten und im letzten Drittel die mangelhafte Einstellung und spielerische Qualität der Gäste entsprechend zu bestrafen.

1.Drittel
Den ersten Spielabschnitt als "ansehnlich" zu bezeichnen dürfte wohl leicht übertrieben sein.
Kaufbeuren zeigte sich besonders im Stellungsspiel absolut desorientiert und konnte sich lediglich beim anfänglich fahrigen Aufbauspiel der Grizzlies und ihrem gut aufgelegten Goalie bedanken, dass die Partie nicht schon nach zwanzig Minuten entschieden war.
So waren es dann auch zwei eher erkämpfte bzw. glückliche Treffer, die den 2:0 Pausenstand für die Gastgeber herstellten:
1:0 in der 14.Minute durch Tim Regan, der einen Abpraller von Callander nur einzuschieben brauchte.
2:0 in der 19.Minute durch einen vom Gegner abgefälschten Wietfeldt-Schuss.
Die Gäste hatten bis dahin nur wenige Chancen, die zudem nicht wirklich zwingend wirkten.
Wolfsburg hingegen ließ zunächst doch so manche hochkarätige Gelegenheit aus und wusste besonders im Powerplay nicht zu überzeugen.

2.Drittel
Der Auftakt gelang den Grizzlies ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Schon nach nicht einmal zwei Minuten konnte erneut Christoph Wietfeldt einen weiteren Treffer zum 3:0 bejubeln. Da der Treffer in überzahl fiel, machte sich natürlich die Hoffnung auf Besserung in dieser Disziplin breit - Gelegenheit dies zu untermauern bekam der EHC im zweiten Drittel allerdings nur noch ein einziges Mal.
Den Rest der Zeit plätscherte das Spiel so vor sich hin und wirkte zwischenzeitlich von beiden Seiten nicht mit letzter Konsequenz geführt.
Doch einem Spieler schien das in dieser Form gar nicht zu schmecken: Fraser Clair merkte man auf Gästeseite nahezu als einzigem an, dass er bereit war wirklich alles für einen Punktgewinn zu machen. So waren es dann auch gleich zwei Tore, die der Kaufbeurer Stürmer im Laufe des Spielabschnitts für seine Farben verbuchen konnte - jeweils auf Zuspiel seines Sturmpartners Shawn Mather.
Beim 3:1 wirkte die Abwehrarbeit der Gastgeber reichlich konfus (31.Min), beim 3:2 Anschlusstreffer fuhr Clair nach überstandener Unterzahl einen schnellen Konter, den lediglich Beslagic hätte unterbinden können. Doch bevor dieser den davoneilen Joker stören konnte, wurde er vom von der Strafbank kommenden Schwele aus der Verfolgerspur gecheckt.
Die daraus resultierende Strafe wegen Behinderung wollte HSR Györgyicze allerdings nicht geben und entschied stattdessen auf Tor. Irregulär, aber angesichts der nachlässigen Spielweise der Grizzlies irgendwie verdient.
Trotz etwas lascher Spielführung konnten die Wolfsburger immer noch einige gute Chancen verbuchen, die sie allerdings allesamt vergaben.
Unerwartet knapp in Führung liegend ging es für den EHC in die zweite Pause.

3.Drittel
Toni Krinner schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Grizzlies zeigten sich im Schlussabschnitt endlich wieder engagierter und konsequenter. Was folgte war eine gnadenlose Zurschaustellung der Kaufbeurer Defizite in Sachen Kondition und Ordnung.
Man konnte es förmlich im verzweifelten Blick des Topscorers der Allgäuer ablesen, wie hoffnungslos sich die Partie für die Gäste entwickelte.
4:2 durch Beslagic per Schlagschuss aus Halbdistanz (44.Min).
5:2 durch Andrej Kaufmann, der den Puck ebenfalls aus Halbdistanz freistehend ins lange Eck schlenzte (Powerplaytor in der 46.Min)
6:2 durch Markus Guggemos nur 16 Sekunden später, als die Kaufbeurer Mannschaft die komplette Auflösung einläutete.
7:2 durch Michael Schutte, der erneut seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellte (Powerplaytor in der 52.Min).
8:2 wiederum im Powerplay durch Callander, der den Puck eiskalt über die Schulter von Baader unter die Latte zirkelte (57.Min).
So sorgte der EHC nicht nur für ein leistungsgerechtes Ergebnis, sondern auch für eine wesentlich bessere Stimmung als in den ersten 40 Minuten.
Chris Rogles verlebte hingegen ein gemütlich ausklingendes letztes Drittel, in dem er so gut wie gar nicht eingreifen musste.

Mein subjektiver Eindruck:
Wirklich spannend war das nicht. Lediglich nach dem zweiten Drittel fragte ich mich, was die Grizzlies sich wohl noch alles einfallen lassen, um die Gäste zum Mitspielen zu motivieren. Aber lediglich die erste Reihe und der Torwart der Joker machten einen zweitligatauglichen Eindruck - der Rest sah selbst gegen unser "Resteteam" absolut überfordert aus.
Man kann jedenfalls von großem Glück sprechen, dass in der aktuellen Personalsituation ein derart dankbarer Gegner in Wolfsburg zu Gast war. In den kommenden Begegnungen erwarten die Grizzlies ganz andere Kaliber und dann werden zumindest Dylla und Henrich, vielleicht auch Danner, wieder mit dabei sein.
Insgesamt war ich aber durchaus positiv überrascht, wie gerade die beiden uneingespielten Reihen sich schnell fanden und sogar für reichlich Tore sorgten.

Tor:
Rogles souverän. Viel Gelegenheit zu spektakulären Saves hatte er nicht; die beiden Gegentreffer waren nicht vermeidbar.

Verteidigung:
In den ersten beiden Dritteln etwas unsicher, ließ sich besonders im Mittelabschnitt einlullen und kassierte folglich zwei absolut überflüssige Gegentore.
Schutte und Pudlick überzeugten weitestgehend. Leichte Wackler waren jedoch bei beiden zu sehen.
Beslagic teilweise etwas zu euphorisch in der Vorwärtsbewegung, ansonsten solide Vorstellung.
Genze unauffällig - also gut.
Wilhelm und Gödtel zeigten, dass man sie zusammen aufs Eis lassen kann. Mal sehen, wie sie gegen stärkere Gegner zurecht kommen.

Sturm:
Callander - Wikström - Regan so stark, wie man es erwarten konnte. Callander mit schönen Aktionen im eins gegen eins, ab und zu fehlte ihm das nötige Glück.
Kaufmann - Simon - Seyller funktionierte recht ordentlich. Simon gab sich sichtbar Mühe, glänzte allerdings nur im Powerplay mit zwei genialen Pässen, die zu Toren wurden.
Andrej Kaufmann zeigte allen Anwesenden deutlich, wie wichtig der Torerfolg für ihn war - die Sprechchöre hatte er sich redlich verdient. Vielleicht schafft er mit Unterstützung von den Rängen ja doch noch sein Comeback als Torjäger. Da er immer als Letzter aufs Eis gerufen wird, könnte man ja mal etwas für ihn singen - die Mitspieler düsen dann ja schon wieder los.
Die überraschung des Abends war allerdings die Reihe mit Breiter - Wietfeldt - Guggemos. Die gegnerischen Spieler waren letztlich so genervt, dass sie kaum noch was zustande brachten, wenn diese drei Eismaschinen unterwegs waren. Mit einem schier unglaublichen Laufpensum im letzten Drittel und eisernem Willen pressten sie das letzte bisschen Luft aus der Kaufbeurer Truppe. Eine absolute Augenweide, auch wenn derartiges gegen bessere Teams wohl kaum möglich sein wird. Zwei Tore von Wietfeldt und das erste Saisontor für die Grizzlies von Guggemos trugen zum insgesamt überzeugenden Bild bei, das diese Reihe bot.

Fans:
Ok. Das war zwei Drittel lang sehr dünn, was sowohl auf dem Eis, als auch auf den Rängen lief. In den kommenden Heimspielen wird da wohl mehr Pfeffer drin sein, da unser Team nun einige Male an die Schmerzgrenze gehen muss, um Punkte aus den Spielen der nächsten Wochen zu holen. Am Ende konnte man die Eisarena trotzdem gut gelaunt verlassen und das ist ja immerhin auch schon was. mb

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