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EHC - EHC München 6:3

Fast wie in besten Zeiten präsentierte sich der EHC gestern seinen rund 2400 Anhängern.
Seit den peinlichen Heimniederlagen gegen Kassel und Essen haben die Grizzlies nun das fünfte Mal in Folge in der heimischen Eisarena die volle Punktzahl eingefahren und was noch besser ist: Je nach Stärke des Gegners scheint das Team von Toni Krinner immer noch einen Gang höher schalten zu können - offenbar mit dem Selbstvertrauen einer Mannschaft, die sich endgültig heimisch in der neuen Spielstätte fühlt.
überrascht zeigten sich die Fans der Grizzlies besonders vom grandiosen Auftritt ihres Teams im zweiten Drittel, das mittlerweile eher als das schwächste der Wolfsburger bekannt ist.
München zeigte sich als starker Gast, konnte den sich stetig ins Spiel steigernden Gastgebern aber ab Mitte der Begegnung nicht mehr genug entgegenhalten.

1.Drittel
Kontrolliert aber durchaus ansehnlich starteten beide Teams in diese Partie, in der die Wolfsburger zunächst ein leichtes Chancenplus zu verzeichnen hatten.
Doch beide Torhüter wussten sich auszuzeichnen und so blieb auch das erste von nur zwei(!) überzahlspielen der Gastgeber (4.-6.Min) trotz gutem Stellungsspiel ohne Erfolg.
Die erste Schlüsselszene ereignete sich dann in der 9.Minute, als Gästegoalie Wild einen Schuss an die Maske bzw. an den Halsbereich bekam und ein bis zwei Minuten brauchte, um die Partie fortsetzen zu können. Man hatte den Eindruck, dass er einer Auswechslung nicht abgeneigt gegenüber stand...
Drei Minuten später war es dann soweit:
Kapitän Tim Regan schloss einen schnellen Konter mit einem trockenen Handgelenksschuss in den Winkel zum 1:0 ab - die Kulisse war begeistert!
Den aufkommenden Schwung nahmen sich die Gastgeber jedoch leider selber - Verteidiger Wilhelm wanderte bis Drittelende zweimal auf die Strafbank, so dass die Grizzlies nur wenig in der Offensive aktiv werden konnten.
Im zweiten Powerplay fiel schließlich mit einem wirklich sehenswerten Spielzug der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich zum 1:1. Neville Rautert hatte eine Kombination über Kompon und Gyori am langen Eck unhaltbar eingenetzt (18.Min) und schien den Gästen damit einen zusätzlichen Motivationsschub zu verpassen.
Die Gäste waren nun für kurze Zeit mal richtig am Drücker und Chris Rogles im Tor der Wolfsburger musste alle Register ziehen, um den Führungstreffer der Münchner zu verhindern.
Insgesamt leistungsgerecht ging es schließlich mit 1:1 zum ersten Mal in die Kabinen.

2.Drittel
Mit einem Paukenschlag ging es fast sofort ins nächste Drittel. Nach lediglich 57 Sekunden zappelte der Puck hinter Wild im Netz. Schutte hatte zum Sturmlauf angesetzt, kreiste ums Tor der Gäste und lies sich auch durch mehrmaliges Haken nicht aus der Spur bringen, sondern bediente den an der blauen Linie wartenden Gödtel per Rückpass - Schlagschuss und Tor zum 2:1!
Der EHC kam jetzt so richtig in Fahrt und lies den EHC aus dem Süden der Republik kaum noch ins Spiel finden - doch erneut brachte man sich selbst aus dem Tritt.
Nach einem völlig überflüssigen Stockschlag von Reiss mussten die Grizzlies fünf Minuten Dauerunterzahl überstehen, da Zeller sich beim anschließenden Check an der Bande durch Reiss verletzte und zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde. Folgerichtig gab es eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Reiss, der Wolfsburg somit am Sonntag in Landshut nicht zur Verfügung stehen wird.
Verrückterweise entpuppte sich die folgende Unterzahl als Treibstoff für die hungrigen Grizzlies, die die harmlosen Gäste während der gesamten fünf Minuten sage und schreibe zweimal aufs Wolfsburger Tor schießen ließen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen spielten die Gastgeber nicht nur ein ums andere Mal "Such den Puck" mit der Münchner überzahlformation, sondern schlugen nur 15 Sekunden nach Ablauf der fünf Minuten in Person von Tim Regan erneut zu und raubten mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 den Münchnern sichtbar den Nerv (31.Min).
Zweieinhalb Minuten später hatten dann wohl sämtliche Münchner auf dem Eis einen Knoten in den Beinen, Simon und Seyller hatten Kaufmann blank gespielt und dieser vollstreckte zum 4:1. Gästekeeper Wild war nun offenbar endgültig bedient, wechselte sich augenscheinlich selber aus und machte den Eindruck, als wäre er gern früher gegangen. Für ihn ging Ersatzgoalie Vollmer zwischen die Pfosten.
Die Fans hatten gerade angefangen ihren wiedererstarkten Torjäger zu feiern, da bremste Beslagic mit einem schier unglaublichen Fehlpass quer durchs eigene Drittel die Party auf den Rängen kurzfristig aus - 4:2 Anschlusstreffer durch Dylan Gyori (34.Min). Quasi aus dem Nichts.
Doch der Wolfsburger Express war nicht mehr zu bremsen. Noch in der selben Spielminute gelang Gödtel ein kleiner Geniestreich, als er tief aus dem eigenen Drittel Wietfeldt mit einem langen Pass auf die Reise Richtung Vollmer schickte, dem der "Sir" gleich mal zur Begrüßung das 5:2 einschenkte.
Die Grizzlies blieben bis Drittelende deutlich dominierend, nutzten aber sowohl ihre zweite überzahl als auch die anschließenden Möglichkeiten nicht, um das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben.
Mit einem aus Münchner Sicht glimpflichen 3-Tore-Vorsprung ging es in die zweite Unterbrechung.

3.Drittel
Die Eisarena hatte längst ihre eigene Dynamik aufgenommen und so konnte auch die Tatsache, dass die Gastgeber fast die Hälfte des Drittels in Unterzahl spielten, der guten Laune im weiten Rund keinen Abbruch tun.
Wirklich überzeugen konnte allerdings auch nur die erste überzahlsituation für die Gäste:
Schröder hatte den Goalie der Grizzlies per Täuschung schon zum frühzeitigen Hinlegen gebracht, umkurvte diesen und wollte einschieben - doch Rogles bekam mit einer schnellen Körperdrehung noch den Stockarm dazwischen! Wenig später gelang Felix Schneider dann doch noch das 5:3 für die Gäste (46.Min).
Doch trotz wenig Gelegenheit hatten auch die Gastgeber noch ein Schmankerl für ihre Fans parat: Thomas Gödtel bekam in der 54.Minute, kaum von der Strafbank zurückgekehrt, einen schönen Pass von Elvis und stürmte allein auf Vollmer zu...und verlud diesen in bester Torjägermanier um mit der Rückhand zum 6:3 unter die Latte einzunetzen! Die Halle tobte nun vollends.
Mit überzeugendem Unterzahlspiel und unglaublich viel Einsatz und Laufbereitschaft brachten die Grizzlies diesen Vorsprung letztendlich über die Runden und ließen sich natürlich nach Abpfiff gebührend feiern.

Mein subjektiver Eindruck:
Eine wirklich geile Mannschaftsleistung! Das wird wohl langsam doch der eingeschworene Haufen, den man in den Play-offs braucht. München hat mich nicht wirklich enttäuscht, so dass die Leistung der Grizzlies wirklich hoch einzuschätzen ist. Man darf zumindest von dem ein oder anderen Punkt in den nächsten Spielen träumen - auch wenn die Trauben nun immer höher hängen werden. Mit Landshut, Bietigheim, Bremerhaven und Regensburg warten jetzt die ganz großen Brocken.
Auf jeden Fall eine der besten Saisonleistungen und die genialste 5-Minuten Unterzahl, die ich seit langem gesehen habe: Das war Party pur!

Tor:
Chris mit guter Leistung. Spielt aufmerksam mit (2 Assists) und unterbindet hin und wieder gefährliche Pässe.
Kevin macht die Rolle - Danke, dafür! Sollten wir von Sandro und Jan ebenfalls mal fordern!

Verteidigung:
Schutte weiterhin in bestechender Form, bekam am Ende irgendwie den Drehwurm...
Pudlick solide, aber in Unterzahl zusammen mit Schutte viel zu anfällig.
Genze unauffällig - also gut. Als er einmal den Puck ins gegnerische Drittel tragen sollte, sah man wie sich alle Instinkte in ihm sträubten. Gab den Puck dann sichtlich irritiert und wenig erfolgreich weiter.
Wilhelm doch recht unsicher und mit zwei dummen Strafen. Schneider mit wenig Eiszeit, dann aber ebenfalls zu unsicher und zögerlich.
Elvis wirkt in letzter Zeit überspielt. Ist häufig einen Schritt zu spät und macht vermehrt Fehler. Muss offenbar Kraft tanken, damit sich Abspielkatastrophen wie zum 4:2 nicht wiederholen.
Thomas Gödtel "Torfabrik". Schickt den Jungen in den Sturm, bevor er als siebter Verteidiger versauert. Das zweite Tor war schon fast ein Empfehlungsschreiben als Penaltyschütze. Gödtels Offensivdrang ist ja schon im Training nicht zu bremsen (auch nicht durch Liegestütze) - warum nicht mal was probieren? Geniale Vorstellung von ihm.

Sturm:
Callander-Wikström-Regan funktioniert, weil Regan trifft. Wikström zu unauffällig!
Dylla-Wietfeldt-Henrich...harte Arbeit auf hohem Niveau. Das haben wir schon mit mehr Spielwitz gesehen.
Kaufmann-Simon-Seyller könnte noch viel besser funktionieren, wenn Simon wieder zu alter Form finden würde. Andrej trifft schon wieder! Ob das ein Zeichen ist?
Breiter-Reiss(Wietfeldt)-Guggemos. Kampfschweine unter sich - macht Spaß, wie sie die Gegner zum Japsen bringen und ich frage mich mittlerweile ernsthaft, ob Wietfeldt sich in der Sommerpause ´nen dritten Lungenflügel hat transplantieren lassen.

Fans:
Ja. Das war geil! Der Eispalast lebt in uns weiter - wir müssen ihn nur rauslassen! Bei so einem genialen Spielverlauf allerdings auch nicht so schwierig. Langsam aber sicher haben wir auch wieder gefühlte Heimspiele und das macht mich sehr, sehr glücklich ;o) mb

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